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Unfassbares Vorgehen in Göttingen: Polizei räumt Verkehr statt Klima-Kleber

In Göttingen blockierten Mitglieder der Letzten Generation am Montag eine vielbefahrene Kreuzung. Statt die Blockade wie üblich zu räumen, ließ die Polizei die Klima-Kleber einfach gewähren - und leitete stattdessen den Verkehr um.

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In den vergangenen Tagen sorgte die Letzte Generation wieder für reichlich Ärger bei den deutschen Autofahrern: Nachdem die Klima-Kleber am Sonntag mit Paddelbooten die Messe „Boot & Fun Inwater“ im brandenburgischen Werder (Havel) störten, blockierten sie am Montag allein in München neun Straßen. Die Polizei bemühte sich die Blockaden in der bayrischen Landeshauptstadt und auch in Hamburg, wo es zu langen Staus kam, schnell aufzulösen – anders in Göttingen.

In der niedersächsischen Stadt klebten sich eine Mitglieder der Letzten Generation am Montagmittag (erneut) mit Sekundenkleber an die stark befahrenere Kreuzung Weender Tor. Anstatt die Sitzblockade wie üblich aufzulösen, verkündigte die Polizei kurzerhand die „Aktivisten“ sitzen zu lassen. Die Beamten sperrten den Straßenabschnitt an der Kreuzung Berliner Straße / Obere-Masch-Straße in Richtung Innenstadt komplett und leiteten den Verkehr entsprechend um, anstatt die Blockade aufzulösen.

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Politik gegen den Autofahrer statt gegen die Störer

Während die Göttinger Autofahrer wohl mit Fassungslosigkeit die Umwege und Staus hinnehmen musste, freute sich die Letzte Generation über die kooperative Polizei. In einer internen Info-Gruppe schrieb sie: „In Göttingen hat die Polizei die Versammlung zugelassen und lieber den Verkehr umgeleitet als uns von der Straße zu holen!“

Die Polizei begründete ihr Vorgehen laut HNA damit, dass durch die Umleitung des Verkehrs durch die Polizei keine Nötigung mehr vorliege. Da außerdem nicht alle Aktivisten auf der Fahrbahn festgeklebt gewesen wären, sei die Versorgung aller beteiligten Personen sichergestellt und die Polizei nicht mehr zuständig.

Etwa zwei Stunden nach Beginn der Blockade entfernten die Mitglieder der Letzten Generation gegen 16 Uhr selbst den Kleber von ihren Händen – offenbar waren sie mit ihrem Werk zufrieden. Und dank der Kooperation der Polizei, die den Vorwurf der Nötigung einfach für die „Aktivisten“ ausräumte, müssen die Klima-Kleber nichtmal mit einem Nachspiel rechnen.

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