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„Das ist unser Land“

Überfall in Kassel: Migrantische Jugendliche attackieren Nikolaus

Rainer B. arbeitet gelegentlich als Nikolaus. Dieses Jahr wurde ihm dieser harmlose Nebenjob zum Verhängnis: Eine Gruppe migrantischer Jugendlicher habe ihn attackiert, berichtet er. Er solle das Kostüm ausziehen, forderten sie - denn sie seien Muslime und das hier „ihr Land“.

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Rainer B., 54 Jahre alt und Baggerfahrer, arbeitete in diesem Jahr nebenbei als Nikolaus in Kassel. Diesen Nebenjob hatte er seit den 90er-Jahren gelegentlich gemacht – aber so etwas wie in diesem Jahr, erzählt er, sei ihm noch nie passiert. Auf dem Weg zu einer Feier in der Stadt sei er von fünf bis sechs Jugendlichen angegangen worden. Diese Jugendlichen, etwa 15 Jahre alt und mit Migrationshintergrund, hätten ihn als „Hurensohn“ und „Fettsack“ beschimpft. Zudem hätten sie ihn aufgefordert, das Nikolauskostüm auszuziehen und erklärt, dass sie Muslime seien und dies ihr Land sei. Daraufhin attackierten sie den 54-Jährigen, zerrissen sein Kostüm.

Einer der Angreifer habe ihm am Hals gepackt, was zu einer leichten Schwellung führte, so der 54-Jährige. Um sich zu verteidigen, habe er dem Jugendlichen mit seiner gebastelten Rute ins Gesicht geschlagen. Danach seien die Jugendlichen geflüchtet. Mehrere Menschen hätten den Angriff mitbekommen, aber niemand habe ihm geholfen. Viele hätten gelacht, einige sogar applaudiert, berichtet das Opfer.

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Björn Bischoff, Betriebsleiter der Königsalm, berichtet gegenüber den HNA, dass Rainer B. schockiert war, als er am Mittwoch in der Königsalm ankam. Trotzdem habe er einen guten Auftritt hingelegt. Da sein Mantel und Umhang jedoch zerstört waren, habe man auf Fotos von der Vorstellung verzichtet.

Rainer B. hat Anzeige gegen die Jugendlichen erstattet. Der Staatsschutz, zuständig für politische oder extremistische Straftaten, ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung. Die Angreifer sollen fünf bis sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren mit schwarzen Haaren gewesen sein, überwiegend dunkel gekleidet. Laut B. hatten sie einen Migrationshintergrund.

Rainer B. lässt sich durch den Vorfall nicht davon abhalten, weiter als Nikolaus zu arbeiten. „Ich mache weiter“, sagt er. Im nächsten Jahr werde er einfach Pfefferspray mitnehmen, um sich gegebenenfalls verteidigen zu können.

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