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Radikale Klima-Wissenschaftler

Gegen den Klimawandel: Dieses umstrittene Wolken-Experiment soll die Erde abkühlen

Vor der Öffentlichkeit zuvor geheimgehalten, sprühen Klimawissenschaftler auf einem ehemaligen Flugzeugträger in Kalifornien Partikel in die Wolken, die die Erde abkühlen lassen sollen. Das Vorhaben ist hochumstritten und die Folgen kaum abzusehen.

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„Da Menschen weiterhin fossile Brennstoffe verbrennen und immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre pumpen, gerät das Ziel, die globale Erwärmung auf ein relativ sicheres Niveau von 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, ins Hintertreffen. Das hat die Idee, gezielt in Klimasysteme einzugreifen, der Realität näher gebracht“, schreibt die New York Times.

Es geht um ein der Öffentlichkeit zuvor vorenthaltenes Experiment, das vor kurzem in San Francisco begann und kleine Partikel in die Atmosphäre schießen soll, um Wolken über dem Meer heller zu machen, damit einige Sonnenstrahlen mehr zurück ins All zu reflektieren und die Erderwärmung zu verlangsamen.

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„Das Experiment, das die Organisatoren nicht öffentlich bekannt gaben, um öffentliche Gegenreaktionen zu vermeiden, markiert die Beschleunigung eines umstrittenen Forschungsgebiets, das als Modifikation der Sonnenstrahlung bekannt ist“, schreibt der Scientific American.

Das Vorhaben findet statt an Bord eines ehemaligen Flugzeugträgers, der USS Hornet, die im Hafen von San Francisco geankert ist. Geräte, die wie Schneemaschinen aussehen, sprühen Billionen von Meersalzpartikeln in den Himmel. Diese sollen die Dichte und damit das Reflexionsvermögen von Meereswolken erhöhen. Und damit mehr Sonnenstrahlen abweisen, sodass die Erde kühler wird, bzw. sich nicht mehr erhitzt – das ist jedenfalls das Ziel. Dieses Vorgehen ist aber alles andere als unumstritten.

Selbst von Klima- und Umweltgruppen wie Greenpeace kommt scharfe Kritik. Würde es tatsächlich gelingen, die Wolken aufzuhellen und damit den Planeten durch die abgewiesene Sonnenstrahlungen abzukühlen, seien die Folgen nicht vorhersehbar. „Es könnte durchaus sein, dass sich die Klimamuster ändern, nicht nur über dem Meer, sondern auch über Land“, zitiert die Times den Greenpeace-Wissenschaftler David Santillo. „Das ist eine beängstigende Zukunftsvision, die wir um jeden Preis vermeiden sollten.“

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Auch die US-Regierung selbst will nichts mit dem Projekt zu tun haben. Bidens Weißes Haus erklärt: „Die US-Regierung ist nicht an dem Solar Radiation Modification (SRM)-Experiment beteiligt, das in Alameda, Kalifornien stattfindet – oder irgendwo anderswo.“

Aber der zunehmende Klimawandel „treibt das [Forschungs-]Feld dazu an, nach mehr Alternativen zu suchen, auch nach solchen, die früher vielleicht relativ extrem waren“, rechtfertigt Robert Wood von der University of Washington, der wissenschaftliche Chef des Teams hinter dem Experiment, das Vorhaben gegenüber der Times.

„Die Geschichte hat uns gezeigt, dass es immer schwerwiegende unbeabsichtigte Folgen hat, wenn wir uns auf die Veränderung der Natur einlassen. Deshalb wäre es klug, auf die Geschichte zu hören und nach Konsequenzen zu suchen“, zitiert der Scientific American stellvertretender Dekan für Forschung und Entwicklung an der Chapman University.

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