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Schwarz, aber ungeimpft – welches politische Lager nimmt den Basketball-Sieg mit nach Hause?

Die deutsche Nationalmannschaft im Basketball hat die Weltmeisterschaft gewonnen. Nun streiten sich die politischen Lager um den Team-Kapitän Dennis Schröder, denn er ist zwar schwarz und Moslem, aber ungeimpft. Die Politisierung des Sports entgleitet endgültig ins Absurde.

Wussten Sie, dass gerade eine Basketball-Weltmeisterschaft stattgefunden hat? Wussten Sie, dass Deutschland daran teilgenommen hat? Wussten Sie, wer Dennis Schröder ist? Die allermeisten hätten darauf vorgestern wohl noch mit Nein geantwortet. Immerhin gibt es einen Grund, weshalb man bei dem Wort „Nationalmannschaft“ automatisch an Fußball denkt. Gerade mal Dirk Nowitzki kennt man vom Namen her noch.

Doch dann kam etwas Unerwartetes: Deutschland hat tatsächlich auch mal wieder etwas gewonnen. Von unserer Nationalmannschaft im Fußball sind wir das ja schon lange nicht mehr gewohnt. Unmittelbar nach dem Sieg gab das eine große Welle an Euphorie – Deutschland blamiert sich mal nicht vor der Welt, das ist ja schon mal was, auch wenn man von Basketball keine Ahnung hat und nicht weiß, wie das Ergebnis 83:77 überhaupt zustande gekommen ist. Nun ist klar, dass der Bundeskanzler sich dazu äußern muss. Doch dass plötzlich in Mattheus Berg (SPD), Dietmar Bartsch (Linke), Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und Sawsan Chebli (SPD) der Nationalstolz und Ehrgeiz zum Gewinnen erwacht, ist eine interessante Entwicklung. 

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Neben der Tatsache, dass durch die toxische Fußballvorherrschaft in Deutschland für gesellschaftskritische Linke jeder andere Sport besser ist, dürfte diese plötzliche Euphorie aus dem linken Lager Dennis Schröder zu verdanken sein. Der Mannschaftskapitän hat nämlich ein paar Eigenschaften, auf die sie ihn nur zu gerne reduzieren würden: Er ist schwarz und muslimischen Glaubens. Er hat die Nationalhymne sogar nicht mitgesungen. Nein, wenn das nicht perfekte Voraussetzungen sind, um heutzutage zum Nationalhelden gekrönt zu werden. 

Dass Sport politisiert wird, ist nichts Neues. Gerade der Fußball ist davon stark betroffen, was spätestens seit der „One-Love“-Binde klar sein dürfte. Doch bisher haben die Sportler, die ihre Teilnahme der linken Ideologie gewidmet haben, direkt im Anschluss kläglich versagt, was ein gefundenes Fressen war. Dieses Mal hat die deutsche Basketballmannschaft aber gewonnen – ein gefundenes Fressen also dieses Mal für das linke Lager. Sie sehen es als Sieg über die AfD und freuen sich über dieses Deutschland. Man sieht urplötzlich die Nationalfarben überall auf Twitter.

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Doch es gibt leider einen Haken an diesem linken Sieg. Es ist das, was unweigerlich dabei herauskommt, wenn man jemanden komplett auf seine Hautfarbe und Religion reduziert, obwohl man absolut keine Ahnung hat, wen man da feiert. Denn Dennis Schröder ist ungeimpft. Damals, als Basketball in Deutschland noch ein Nischenthema war, wurde er innerhalb dieser Nische dafür stark kritisiert. Und auch wenn Mattheus Berg, Katrin Göring Eckardt und Sawsan Chebli damals vermutlich noch nicht von seiner Existenz wussten, die sie nun so feiern, wurden Ungeimpfte damals noch aus ihrem Milieu als Gefahr bezeichnet, als „Faschos“ oder Staatsfeinde.

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Ist der Sieg also doch ein Sieg für das rechte Lager? Immerhin hat nicht einfach ein schwarzer Moslem, sondern auch ein Ungeimpfter gewonnen. Zeitgleich hat gerade der Tennisspieler Novak Djokovic die US-Open zum vierten Mal gewonnen – ein weiterer ungeimpfter Sportler. Gerade Djokovic hat für diese Entscheidung nicht nur Kritik bekommen, er wurde auch von Wettbewerben ausgeschlossen. 

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In der Causa Dennis Schröder zeigt sich die Absurdität der verkrampften Politisierung des Sports. Ein Ungeimpfter, ein Moslem? Ein Sieg für links, ein Sieg für rechts? Ein Sieg für den Sportler. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist gerade ihm gegenüber unanständig, ihn für politische Zwecke derart zu instrumentalisieren und ihn auf ein paar politisch angesagte Eigenschaften herunterzubrechen.

Man sollte das als Lektion verstehen: Sport ist unpolitisch. Und auch die Angehörigen linker Lieblingsquoten sind oft komplexer, als man es gerne hätte. 

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