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Starlink für jeden

Musks neue Satelliten gestartet: Internet aus dem All, an jedes Handy

Am Mittwoch starteten die ersten „Direct to Cell“-Satelliten von SpaceX ins All – anders als bisherige Starlink-Satelliten liefern sie Internetzugang ohne extra Empfangstechnik an jedes LTE-Smartphone. Die Technik könnte so viele Funklöcher schließen und womöglich auch den Internetzugang in Ländern mit Zensur revolutionieren.

Am Mittwoch startete Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX wieder einmal 21 weitere Starlink-Satelliten ins All. Neu dabei: Erstmals sechs Stück, die für „Direct to Cell“-Dienste ausgestattet sind. Also Internetzugang direkt ans Handy liefern.

Bisherige Starlink-Satelliten, die inzwischen bereits große Teile der Welt abdecken, liefern eine Internetverbindung nur mit einem größeren, stationären Empfangsgerät. Das können sich in entlegenen Gegenden etwa Bewohner auf ihr Haus montieren und so schnellen Internetzugang bekommen, auf denen sie ansonsten wohl per Kabel noch lange gewartet hätten.

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Die „Direct to Cell“-Starlink-Satelliten bringen das jetzt noch einmal auf die nächste Stufe: Dort reicht zum Empfang bereits ein einfaches Smartphone aus. Im Endeffekt sind sie also für die Handynutzer dann wie ein weiterer Mobilfunkmast, nur eben im All. SpaceX verspricht, die Technologie „funktioniert mit vorhandenen LTE-Telefonen überall dort, wo Sie den Himmel sehen können.“

2024 soll zunächst eine reine SMS-Abdeckung eingeführt werden, ab 2025 sollen dann auch Anrufe und mobile Daten möglich sein. „Funklöcher beseitigen“, so lautet das ambitionierte Ziel vom „Direct to Cell“-Dienst. Entsprechende Partner-Internetanbieter, mit deren Bodennetzen dann die Starlink-Satelliten verbunden werden, hat SpaceX bereits in einer handvoll Ländern: USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Chile und auch in Europa, nämlich in der Schweiz.

In den USA arbeitet SpaceX mit T-Mobile zusammen, einer Tochter der Deutschen Telekom. Denkbar also, dass die revolutionäre Technologie auch bald nach Deutschland kommt – gut möglich früher, als entsprechende Funklöcher hier am Boden geschlossen werden.

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Paradox wäre es dennoch, wenn die mobile Internetanbindung in einem der bevölkerungsdichtesten Länder Europas dann am Ende mit Technik aus dem All gedeckt wird, die ursprünglich für das australische Outback und entlegene Regionen Kanadas und der USA entwickelt wurde, statt vom heimischen Mobilfunknetz.

Parallel bietet die Technik auch womöglich politischen Sprengstoff: Denn je nachdem, wie weit entfernt die dazugehörige Bodeninfrastruktur sein muss, wäre es zumindest auch denkbar, so freies Internet in Länder zu bringen, in denen rigorose Internetzensur herrscht. Denn anders als eben mit bisher üblichen Starlink Satelliten ist nun eben keine besondere Technik mehr zum Empfang nötig. Wäre dann also auch der Einsatz der „Direct to Cell“-Starlink-Satelliten möglich, um Zensurbollwerke wie die „Große Firewall“ zu umgehen und Bürger vor Ort unzensierten Zugang zu Informationen aus dem Netz zu liefern?

So etwas – in diesem Fall auch noch kostenlos zu organisieren – wäre durchaus eine Herausforderung, gerade wenn man vielen Nutzern einen Zugang erlauben will, aber dennoch zeigt sich: Die Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Wenn sie in der Breite zum Einsatz kommt, könnte sie den freien Zugang zum Internet, und damit Informationen an sich, revolutionieren.

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