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Nach RTL-Skandal um gefälschten Petry-Tweet: ZDF macht sich über die Rufschädigung lustig

Es ist einer der größten Medienskandale der letzten Jahre: RTL-Redakteur Maurice Gajda fälscht einen Tweet von Frauke Petry. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird diese dreiste und rufschädigende Fälschung jedoch nahezu ausgeblendet. Bei der ZDF heute-Show macht man sich sogar über das Opfer lustig.

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Es war der Medienskandal der Woche: RTL-Journalist Maurice Gajda hatte in einer Folge Explosiv einen Tweet von Frauke Petry grafisch gefälscht, in dem sie angeblich einen deutsch-vietnamesischen Sänger rassistisch beleidigte. Obwohl der Sender auf Anfrage von Apollo News die Fälschung zugab, log Gajda einfach weiter und behauptete der Tweet hätte existiert – fälschte unter anderem Links, um das zu bestätigen. RTL zog kurze Zeit später Konsequenzen und entließ Gajda fristlos – eine Nachricht, die es bei der ARD grade mal auf Teletextseite 432 schaffte. Das ZDF machte derweil Witzchen.

Die Äffaire rund um den RTL-Journalisten Gadaja erinnert stark an den Fall Claas Relotius – und damit an einen der größten Medienskandale unserer Zeit. Wie Relotius log auch Gajda nachdem seine Fälschung öffentlich wurde, einfach weiter. Gajda behauptete den Link zu dem angeblichen Tweet von Frauke Petry von einem Freund zugeschickt bekommen zu haben. Kurze Zeit später sei dieser gelöscht worden – der Link der heute noch bestünde, führe ins Leere. So berichtete es Gajda dem Online-Magazin DWDL.

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Der Link von dem Gajda sprach, war allerdings erneut eine Fälschung – als das langsam auffiel, legte Gajda nach und schickte einen neuen Link an DWDL. Doch dieser schien auf einen ganz anderen gelöschten Tweet von Frauke Petry zu verweisen, wie DWDL selbst schrieb – in ihm äußerte sie sich tatsächlich über den ESC, aber nicht über den deutsch-vietnamesischen Sänger, von dem Gajda sprach, sondern über die Band „Lord of The Lost“ – er enthielt keinen rassistischen Inhalt.

RTL zog daraufhin Konsequenzen und entließ Gajda fristlos – eine Nachricht, die es im ARD Teletext grade mal auf Seite 432 schaffte.

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Man hielt den Skandal also anscheinend nicht für besonders berichtenswert. Vielleicht, weil die Fälschung und damit einhergehende Rufschädigung das falsche Opfer trafen – weil man für Frauke Petry wenig Mitgefühl aufbrachte. So scheint es zumindest beim ZDF. Statt ausführlich und objektiven Standards entsprechend zu berichten, machte man sich bei der ZDF heute-Show lieber über die ganze Affaire – und vor allem deren Opfer – lustig.

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In einem sechs-teiligen Twitter-Thread wird der Skandal in einer Art und Weise runtergespielt, die wohl als „Satire“ zu verstehen sein soll. So veröffentlicht die heute-Show ironisch im Namen von Frauke Petry ein Bild, auf dem eine Playmobil-Figur zu sehen ist. Darüber sind die Zeilen „Anzeige ist raus wegen Persönlichkeitsrechte“ zu lesen. In einem anderen ausgedachten Tweet schreibt die heute-Show „Alice Weidel schuldet mir noch vier Euro“.

Die Brisanz des Falls Gaida wird völlig ausgeblendet. Stattdessen wird ein handfester, massiv rufschädigender Skandal relativiert und das Opfer – Frauke Petry – der Lächerlichkeit preisgegeben.

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