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Haushaltsprobleme

Länger arbeiten, mehr Steuern zahlen: Internationaler Währungsfonds sieht Bevölkerung in der Pflicht

Der Internationale Währungsfonds sieht Deutschland vor massiven Haushaltsproblemen. In ihrer Analyse fordern die Experten von den Deutschen deshalb jetzt Steuererhöhungen und längere Arbeitszeiten.

IMAGO/dts Nachrichtenagentur

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Nach vorläufigem Abschluss betrug das Finanzierungsdefizit des Bundes im Jahr 2025 insgesamt 65,4 Milliarden Euro. Den Ausgaben in Höhe von 493,3 Milliarden Euro standen Einnahmen (ohne Münzeinnahmen) von 427,9 Milliarden Euro gegenüber. Damit steht die Bundesregierung vor der großen Herausforderung: Wie kann man finanzpolitisch wieder auf die Spur zurückkehren?

Steuererhöhungen und längere Arbeitszeiten empfiehlt der Internationale Währungsfonds (IWF) nun der Bundesregierung. Bis 2035 beziffert der IWF den Konsolidierungsbedarf auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts – nach heutigem Stand entspricht das rund 220 Milliarden Euro. Mit Konsolidierungsbedarf ist der finanzielle Spielraum gemeint, den der Staatshaushalt benötigt, um bestehende Defizite abzubauen, die Schuldenquote zu stabilisieren und fiskalische Vorgaben wie die Schuldenbremse einzuhalten.

Besonders ins Gewicht fällt die Staatsverschuldung: Sie beläuft sich derzeit auf rund 2,6 Billionen Euro (gesamtstaatlich: Bund, Länder und Kommunen). Die Schuldenquote liegt bei etwa 62 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Doch was sind eigentlich die Ursachen für die finanzielle Schieflage, in der sich die Bundesrepublik befindet? Wie das Handelsblatt berichtet, identifiziert der IWF drei wesentliche Kostentreiber. An erster Stelle steht der demografische Wandel: Die zunehmende Alterung der Gesellschaft lässt die jährlichen Ausgaben für Renten- und Gesundheitsleistungen um rund 100 Milliarden Euro steigen. Hinzu kommen zusätzliche Verteidigungsausgaben in Höhe von gut 22 Milliarden Euro. Darüber hinaus schlagen steigende Zinslasten infolge der kontinuierlich wachsenden Gesamtverschuldung mit etwa 18 Milliarden Euro pro Jahr zu Buche.

Vor diesem Hintergrund sehen die Experten erheblichen Reformbedarf. Insbesondere eine Reform des Rentensystems gilt als zentraler Ansatzpunkt. Die Ökonomen schlagen vor, künftige Rentenerhöhungen ausschließlich an die Inflation zu koppeln und nicht mehr an die Lohnentwicklung. Nach Berechnungen des IWF könnten dadurch bis 2040 Einsparungen in Höhe von jährlich einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts erzielt werden – derzeit entspricht das rund 45 Milliarden Euro.

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Darüber hinaus fordert der IWF Änderungen bei den Regelungen zum vorzeitigen Ruhestand. Im Fokus steht die Möglichkeit, bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Zudem spricht sich der Fonds dafür aus, das gesetzliche Renteneintrittsalter nach 2031 automatisch an die weiter steigende Lebenserwartung zu koppeln – was perspektivisch zu weiteren Anhebungen führen würde.

Auch aus der Politik kommt Zuspruch. „Wenn man hundert wird, kann man nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten“, erklärte Unionsfraktionschef Jens Spahn gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Zur Begründung verwies Spahn auf die demografische Entwicklung: Jedes zweite heute geborene Mädchen habe eine hohe Wahrscheinlichkeit, 100 Jahre alt zu werden. Derzeit wird die Altersgrenze für die Regelaltersrente schrittweise auf 67 Jahre angehoben. In Zukunft dürften weitere Erhöhungen folgen. Gleichwohl bleibt die Frage, ob eine steigende Lebenserwartung allein ausreicht, um Bürger automatisch zu längerer Arbeitszeit zu verpflichten.

Während sowohl der IWF als auch Teile der Politik eine Anhebung des Renteneintrittsalters in Erwägung ziehen, stagniert das Rentenniveau – und das seit Jahren. Derzeit liegt das Rentenniveau bei rund 48 Prozent des Durchschnittslohns. In den 1990er-Jahren betrug es noch etwa 55 Prozent. Zwar hat die Bundesregierung beschlossen, das Rentenniveau bis 2031 stabil zu halten, doch danach drohen theoretisch weitere Absenkungen.

Das bedeutet: Künftig werden Bürger voraussichtlich nicht nur länger arbeiten müssen, bevor sie in den Ruhestand gehen können. Sie dürften zugleich mit niedrigeren Rentenzahlungen rechnen müssen. All das, während die Inflation die Kaufkraft immer weiter schmälert.

Eine zentrale Ursache für das sinkende Rentenniveau ist der demografische Wandel in Verbindung mit dem wenig flexiblen Umlageverfahren. Die Beiträge der derzeit arbeitenden Bevölkerung werden unmittelbar zur Finanzierung der aktuellen Rentner verwendet. Da die Gesellschaft altert und die Geburtenrate abflacht, kommen auf immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentenempfänger.

Fest steht: Eine Rentenreform müsste auch beim Rentenniveau beziehungsweise bei der grundlegenden Struktur des Beitragssystems ansetzen. Deutschland könnte sich beispielsweise an kapitalgedeckten Modellen wie der Aktienrente orientieren, wie sie etwa in Dänemark oder Schweden praktiziert wird. Dort werden Teile der Beiträge am Kapitalmarkt investiert. 

Wie eine Rentenreform am Ende konkret ausgestaltet werden wird, ist derzeit offen. CDU/CSU und SPD sind sich in zentralen Fragen weiterhin uneinig. Bis zum Sommer soll die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission Vorschläge für eine umfassende Reform vorlegen.

Neben Reformen im Rentensystem empfiehlt der IWF zur Konsolidierung des Haushalts auch Steuererhöhungen. Bei gezielten Anpassungen sehen die Experten durchaus Potenzial – etwa bei der Mehrwertsteuer, insbesondere in der Gastronomie. Die zu Jahresbeginn erfolgte Senkung der Mehrwertsteuer in diesem Bereich bewerten sie kritisch. Auch „die Anhebung von Immobilien- und Alkoholsteuern“ halten die Fachleute für mögliche Ansatzpunkte.

Darüber hinaus sprechen sich die IWF-Experten dafür aus, bestehende „Schlupflöcher bei der Erbschaftsteuer“ zu schließen. Gemeint sind vor allem steuerliche Vergünstigungen für Firmenerben. Während sich die SPD offen für entsprechende Änderungen zeigt, lehnt die Union solche Reformvorhaben bislang ab – und das aus gutem Grund.

Der Vorschlag der SPD sieht eine deutliche Reduzierung der Freibeträge bei der Erbschaftsteuer vor. Dadurch würden künftig in vielen Fällen mehr Steuern anfallen – eine zusätzliche Belastung für die ohnehin bereits angeschlagene Unternehmenslandschaft (mehr dazu hier).

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76 Kommentare

  • Im letzten Jahr wurde etwa 1 Billion Euro an Steuergeldern abkassiert. Ein EINNAHMENproblem haben wir also ganz sicher nicht.

    • Die Gesamteinnahmen des Staates (öffentlicher Gesamthaushalt) beliefen sich im Jahr 2024 auf rund 1.978 Milliarden Euro. Diese Summe setzt sich im Wesentlichen aus zwei großen Blöcken zusammen: Den reinen Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen (ca. 948 Mrd. €) sowie den massiven Einnahmen der Sozialversicherungen (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung), die zusammen mit Gebühren und sonstigen Erträgen die restliche Billion füllen. Da der Staat jedoch im selben Zeitraum etwa 2,14 Billionen Euro für soziale Leistungen, Investitionen und Verwaltung ausgegeben hat, entstand trotz der Rekordeinnahmen ein Finanzierungsdefizit von rund 104 Milliarden Euro.

    • So sieht es aus, komplett unfähige, möglicherweise korrupte Politiker verschleudern ohne Sinn und Verstand die Steuern.

      Ich habe genug davon Hunderttausende Kulturfremde Nichtstuer durchzufüttern.

      • Sie dürfen noch mehr genug haben: Es sind insgesamt 5,6 Millionen Kontoangebende!

      • Seien Sie froh, daß es noch nicht Millionen sind!

  • Alleine an dieser Forderung erkennt man die tiefe Verachtung für die Menschen, die dieses Land noch am laufen halten….

    • „Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen“ Konrad Adenauer
      Zeigt sich Jahrzehnte nach Adenauer immer stärker.

    • Es ist ja nicht nur Lohnsteuer , rechne mal auf MwSt, beim Einkaufen, Tanke .Es wird Einem nur noch schlecht

  • Zu Einsparungen im Bundeshaushalt und Ende der Steuergeldverschwendung sieht der IWF keine Pflicht?

    • Der IWK ist korrupt, sonst würde dieser nicht solch einen Unsinn von sich geben. Die Steuerverschwendung in D-EU ist illegal und gehört durch die Staatsanwaltschft verfolgt.

  • Eine Zensur findet nicht statt, wenn man nach dem linken Mainstream redet.

  • „lnternationaler Währungsfonds sieht Bevölkerung in der Pflicht“

    Die einzige Pflicht der Bevölkerung sehe ich darin, die politische Dekadenz abzuwählen und finanziell zu Rechenschaft zu ziehen.

  • Ich bin ausgebrannt. Noch mehr Arbeiten und ich schmeiß hin. Überstunden ohne Ende, Urlaub schieben meine Kollegen und ich auch immer mehr vor uns her. Der Wocheneinkauf frisst das Gehalt massiv auf. Wäre die Arbeit nicht auch mein Hobby, hätte ich schon längst hingeschmissen. Aber mit den immer größer werdenen Stress halte ich auch nicht mehr lange durch 🙁

    • Geht mir genau so. Die Forderung die Deutschen sollen mehr arbeiten ist die blanke Verachtung für die, die noch so Pflichtbewusst sind und sich täglich abschuften. Was ist eigentlich mit den 1 Mio Bürgergeldempfängern ? Wann ist damit zu rechnen das die endlich mal an die Schüppe kommen ?

  • Gilt das auch für Neubürger oderdprfen diesich weiter ausruhen?

    • Hallo, die bezahlen nach MF mal unsere Renten, weshalb die kommenden Rentner aus purer Dankbarkeit länger arbeiten werden…

    • Aber ja doch, die sind nicht zum Arbeiten gekommen.

    • Nein, die kartoffelige Köterrasse muß die neuen Herren ohne Gegenleistung versorgen.

      Solange, bis das Deutschland, das wir kennen vernichtet ist.

      58 Länder gibt es mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.
      In keinem gibt es freiheitliche Rechte wie wir sie kennen – das wird unser Schicksal sein.

      Ich bedaure meine Tochter von ganzem Herzen ,die nichts dafür kann ich welchem Land sie aufwächst

  • Die Bevölkerung ist zu GAR NICHTS verpflichtet. Wer Deutschland ruiniert hat, der soll auch dafür bürgen Punkt!

    • Das ist der „Bürger“ der bürgen muß.
      Nicht die kriminellen Volksfeinde.
      Wie immer…..

  • Kein anderes Land in der EU hat ein höheres Renteneintrittsalter als 67. Dänemark ist jetzt Vorreiter und will es ab 2040 auf 70Jahre anheben. Die am höchsten verschuldeten EU-Länder liegen alle unter 67. In Italien offiziell zwar mit 67 faktisch aber liegt der Schnitt bei Männern bei 62,3. In Griechenland sogar noch deutlich darunter. Anstatt an der Seite der stetig steigenden Steuereinnahmen des Staates zu suchen scheint mir der Blick auf die noch stärker steigenden Ausgaben doch recht verschleiert zu sein. Die Steuergeldverschwendung müsste meiner Ansicht nach zuerst unterbunden werden. Und da gibt es zahlreiche Beispiele von denen ich beim IWF in seiner Beurteilung nicht die kleinste Spur erkennen kann.
    Das ist kein Versehen, sondern bewusste Ignoranz.

  • Beim IWF einfach dem Geld folgen und dann entsprechende Schlüsse ziehen. Mehr darf ich nicht schreiben.

  • Zur demographischen Entwicklung gehört auch der Import von Bürgergeldempfängern. Darüber habe ich in der Analyse des IWF nichts gelesen.

  • Länger arbeiten um die faulen zugereisten Kanaken zu alimentieren?
    Nö Danke.

    • „Kanacken“ im Sinne von „ungebildete Leistungsempfänger ohne Anstand“ würde ich mit CK schreiben, in Abgrenzung zu den Einwohnern von Polynesien 🌏

      • Der 23 jährige Franzose der die Frauen beschützt hat und den ihr Hirntod geprügelt habt hieß Quentin und weißt Du was Atlas… Derjenige der den finalen Schlag ausgeführt hat war sogar ein Linker Politiker… Jeder weiß das ihr Sozialisten Mörder seid… Mehr nicht und deshalb müssen Verbote her damit die Antifa unschädlich gemacht werden kann…

  • Der Arbeitnehmer soll zahlen und schuften. Für Steuern, Abgaben und wenig Rente. Wo, bitteschön, soll denn die Motivation dafür herkommen, wenn gleichzeitig Bürgergeld so üppig verteilt wird?

  • Mir klingt es noch in den Ohren:
    „Niemandem wird etwas weggenommen.“
    „Wir sind ein reiches Land.“ (Merkel)
    „Wir haben Geld genug.“ (Scholz)
    „Wir haben ein Ausgabenproblem, kein Einnahmenproblem“ (Merz)

    Und jetzt soll es die arbeitende Bevölkerung, besonders die, die unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, mal wieder richten.
    Was für eine Dreistigkeit.

  • Wieviel Steuergeld wird nochmal an diesen globalen Verein überwiesen?
    Die US Administration hat die Mitgliedschaft von 64 Organisationen gekündigt. Wenn wird das auch machen geben sie uns nicht mehr gute Ratschläge?

  • Die Lebenserwartung steigt seit einigen Jahren nicht mehr. Sie liegt bei etwa 79 Jahren für Männer und 83 Jahren für Frauen. Die Chance 100 Jahre oder älter zu werden liegt bei 0,02%. Alles bei Google gefunden. Politik und Organisationen wie der IWF lügen uns systematisch und nachweisbar an.

    • Jeder 4. Mann und jede 10. Frau erreichen das 70. Lebensjahr gar nicht. Bei einem Renteneintrittsalter von 70 Jahren hätte der Staat viel Geld gespart, und könnte mit diesem die vom IWF ruinierten Länder noch stärker unterstützen.

  • IWF braucht auch niemand. Benennt die Probleme und wirklichen Lösungen einfach beim Namen. Haushalten können und Verstand haben!

  • Ok, das Geld verpulvern kann so weiter gehen wie bisher. Geld raushauen als gäbe es kein Morgen mehr. Das grosse Abräumen bis zum Staatsbankrott!! Was dann, dann kommt der digitale Zwangs Geld.

  • Spaßfakt. Jetzt 50 Prozent Steuern.
    49 Prozent verschwinden über „diverse“ Umwege
    Übrig bleibt 1 Prozent für jeden „Arbeiter“

  • Ist doch super! Genau das, was die AfD auch will und im Programm zu stehen hat.

    -17
  • Was für eine Erkenntnis Jahre zu spät und alles was denen dazu einfällt sind Steuererhöhungen und länger arbeiten ( also Lohnkürzungen)

  • Faktisch wird die Rente abgeschafft. Gleichzeitig arbeitet der Michel sehr gerne weiter, um weiterhin die ganze Welt zu versorgen. Ok, er meckert vielleicht mal ein bisschen, aber selbstverstaendlich macht er wieder sein Kreuz bei cducsuspdgruenefdpsonstige.
    Das wird schon wieder.
    AUTSCH

  • Komisch: Wenn unsereins mit dem Geld nicht auskommt heißt es nur „sparsamer leben“ – aber „Vater Staat“ schröpft einfach die Bürger, wenn er noch mehr Geld sinnlos verschleudern will

  • Nöö, lass mal, ich mache lieber nix in diesem Irrenhaus.

  • Ein anderes Motto in Deutschland lautet: …länger faulenzen, mehr Geld… geht aber nur wenn man zum rosaroten Elephanten gehört…

    • Mit genügend Identitäten lässt es sich Sorgenfrei leben.

      • Hauptsache sie können entspannt ausschlafen…

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