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Pfingst-Tourismus

„Letzte Generation“ blockiert Münchner Flughafen – tausend Flüge betroffen

Mitglieder der „Letzten Generation“ blockierten am Samstag erneut einen Flughafen. In München verschafften sich acht Personen Zutritt zum Rollfeld, in dem sie den Sicherheitszaun durchschnitten. Der Flughafenbetreiber spricht von „massiver Brutalität“ im Vorgehen.

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Pünktlich zum touristischen Pfingstwochenende blockierten Mitglieder der „Letzte Generation“ unangekündigt das Rollfeld des Münchner Flughafens. Am Samstagmorgen wurde die Landebahn ab fünf Uhr besetzt, daraufhin musste der gesamte Flugverkehr aus Sicherheitsgründen eingestellt werden. Die Polizei nahm währenddessen nach eigenen Angaben acht Personen fest, die sich durch den Sicherheitszaun geschnitten hatten. Der Flughafenbetreiber attestierte den Blockierern gegenüber der FAZ, sie seien mit „massivster Gewalt“ vorgegangen.

Der Münchner Flughafen rechnet am Pfingstwochenende mit rund 350.000 Passagieren. Nach der Blockade kam es aber zunächst zu Verzögerungen. Der Flughafenbetrieb war in Teilen nach zwei Stunden und nach drei Stunden wieder vollständig möglich. Während abgehende Flüge erst am sechs Uhr starten dürfen, mussten ankommende Maschinen auf andere Flughäfen, vor allem auf den in Nürnberg ausweichen.

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Ursprünglich sollten am Samstag rund 1.000 Flieger abgefertigt werden. Ab fünf Uhr wurden aber mindestens zwei Personen auf der Landebahn gesichtet. Die „Letzte Generation“ teilte auf X mit, dass mindestens sechs Personen jeweils zu zweit an verschiedenen Orten auf dem Flughafengelände aktiv geworden sind. Die Polizei sprach von acht Personen an vier Stellen. Bilder zeigen, wie sich die Blockierer auf dem Rollfeld festgeklebt haben.

In einem Video, das die „Letzte Generation“ in sozialen Netzwerken teilte, entschuldigt sich eine der auf dem Rollfeld sitzenden Personen, dass sie „unangekündigt den Münchner Flughafen stilllegen müssen“. Das LG-Mitglied stellt sich als Medizinstudentin vor, als welche sie auf einer Intensivstation arbeite. „Und jeden Sommer sterben mehrere tausend Menschen an den direkten Folgen der Klimakatastrophe“, behauptet die Studentin.

Damit folgt sie der Argumentation anderer Blockierer. Bereits im März hatten LG-Mitglieder den Flughafen Braunschweig-Wolfsburg besetzt und versucht zu beschädigen. Im vergangenen Sommer hatten die „Letzte Generation“ außerdem den Düsseldorfer Flughafen besetzt und dabei gefährliche Manöver der landenden Maschinen provoziert (Apollo News berichtete hier und hier).

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Immer wieder argumentiert die „Letzte Generation“ mit den Folgen der „Klimakatastrophe“. Auf X kritisierte die Klima-Organisation die Bundesregierung: Deutschland „subventioniert die Flugbranche mit jährlich mehr als zwölf Milliarden Euro, hauptsächlich durch den Verzicht auf eine Kerosin- und eine Mehrwertsteuer“, heißt es in einem Beitrag.

Steuervergünstigungen sind allerdings keine Subventionen. Abgesehen davon hat die Bundesregierung die Steuern auf Flugtickets seit Mai um 19,2 Prozent erhöht, um Mehreinnahmen für den Haushalt zu generieren. Das könnte Preiserhöhungen zur Folge haben, die den Luftverkehr unattraktiver machen. Aufgrund der Corona-Pandemie waren die Fluggast-Zahlen bereits stark eingebrochen. 2023 erholte sich dieser Wert zwar, blieb dennoch mit 185 Millionen Passagieren rund 18 Prozent hinter dem Vor-Corona-Wert von 2019 zurück.

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