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Bayern

Landwirte stoppen Schleuser – nun wird gegen sie ermittelt

Mit einem Traktor und reichlich Mumm stoppen drei Menschen im Berchtesgardener Land einen Schleuser. Deswegen ermittelt jetzt die Polizei - gegen die drei Bayern.

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Drei Menschen haben am Mittwoch im Berchtesgadener Land Zivilcourage bewiesen, indem sie unter anderem mit einem Traktor einen Schleuser stoppten, der kurz zuvor 17 Personen ausgesetzt hatte. Nun ermittelt die Polizei – auch gegen die Helfer.

Aufgrund der vom Festgenommenen ärztlich festgestellten Verletzungen geht es vor allem um mögliche Körperverletzungsdelikte, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mitteilte. Die Bild hatte darüber berichtet, und die Staatsanwaltschaft hatte bereits vergangene Woche darauf hingewiesen, dass geprüft werde, ob die Festnahme durch die drei Männer verhältnismäßig abgelaufen sei.

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Privatpersonen dürfen auf frischer Tat ertappte Straftäter nur festnehmen, um sie der Strafverfolgung zuzuführen, erklärte der Sprecher der Anklagebehörde. „Die Form der Festnahme muss verhältnismäßig sein. Die Grenzen der Verhältnismäßigkeit können nicht allgemein bestimmt werden, sondern hängen vom Einzelfall ab.“

Dem 39-jährigen mutmaßlichen Schleuser wird vorgeworfen, 18 Migranten in einem überladenen Kleinbus illegal nach Deutschland gebracht zu haben. Nach Angaben der Ermittler war er nach Weihnachten bei Berchtesgaden über die Grenze gefahren und plante, die Menschen in der Einfahrt eines Bauernhofs abzusetzen.

Drei Anwohner wurden darauf aufmerksam. Einer von ihnen stoppte den Wagen mithilfe eines Traktors. Die Einheimischen zogen schließlich den Mann aus dem Auto und überwältigten ihn, wobei der 39-Jährige leicht verletzt wurde.

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