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Bauernproteste

Landwirte protestieren vor Supermarktketten

Seit Mittwochmorgen versperren Traktoren im Altenburger Land in Thüringen die Zufahrtsstraßen zu einem Netto-Zentrallager. Eine lange Schlange aus LKW, die das Lager anfahren wollen, hat sich gebildet.

Seit Mittwochmorgen blockieren Landwirte und Unternehmer die Zufahrtsstraßen zu einem Zentrallager der Supermarktkette Netto-Marken-Discount in thüringischen Ponitz bei Altenburg. Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen sollen den LKW, die das Lager anfahren, drei Tage lang die Durchfahrt versperren, wie die Anmelderin der Protestaktion, Maria Fischer, mitteilte.

Der Landwirtin zufolge beteiligen sich rund 50 Personen an der Blockade, auch „Speditionen, Handwerker und Firmen aus der Dienstleistungsbranche haben sich angeschlossen“. Der Unternehmerprotest soll einmal mehr darauf hinweisen, dass die aktuelle Politik „nicht nur den Firmen, sondern uns allen“ schaden würde.

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Die Demonstranten treffen einen wunden Punkt, denn das Zentrallager beliefert Netto-Filialen in ganz Sachsen und Thüringen, laut der Freien Presse sind dafür bis zu 180 Sattelzüge im Einsatz. Doch im Moment stehen die LKW, eine lange Schlange hatte sich am Mittwoch gebildet.

Der Ponitzer Bürgermeister, Marcel Greunke, kritisiert die Aktion: Zwar möchte der CDU-Politiker sein Verständnis für die Proteste ausdrücken, gibt jedoch zu bedenken, dass das Zentrallager rund 400 Arbeitsplätze bereitstellt und die LKW einen „Millionenwerte“ transportieren – Greunke hat also nicht verstanden, worum es den Bauern geht. Ähnlich sahen das die Verantwortlichen von Netto: Die Supermarktkette geht gerichtlich gegen die Proteste vor und kontaktierte sogar einen Richter des Verwaltungsgerichtes.

Deswegen schaltete sich die Versammlungsbehörde ein und änderte die Auflagen für die Protestteilnehmer am Donnerstag. Nun müssen die Blockaden alle zwei Stunden für 45 Minuten geöffnet werden, zuvor war eine Durchfahrt von 15 Minuten alle vier Stunden vereinbart worden. Die Spediteure zeigten sich am Donnerstag entspannt: „Vor der Abfahrt gibt es nur kurze Wartezeiten“, sagte ein Fahrer der Freien Presse.

Auch an anderen Stellen kommt es vereinzelt zu Blockaden von Lieferzufahrten. Immer wieder stellen sich kleinere Gruppen, bestehend aus bis zu 30 Fahrzeugen, vor die Lager der großen Supermärkte. Bereits in der vorherigen Woche hatten einige Traktoren im Kreis Paderborn ein Netto-Zentrallager versperrt, auch am Donnerstag kam es zu kleineren Blockaden vor einem Edeka in Landsberg. Am Sonntag ist eine weitere Bauerngroßdemo in Magdeburg geplant. Über 5.000 Teilnehmern aus ganz Ostdeutschland werden erwartet.

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