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Bei Pressekonferenz in Kiew

Kuleba verlacht Baerbock: „Am Ende werdet ihr eh liefern“

Der ukrainische Außenminister schafft es kaum, die diplomatische Form zu wahren, als Außenministerin Baerbock bei Taurus-Lieferungen auf die Bremse tritt. Der Frust steht ihm ins Gesicht geschrieben: Am Ende werde Deutschland ja eh liefern, meint er - warum dann Zeit verschwenden?

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat am vergangenen Montag Kiew besucht. In der ukrainischen Hauptstadt traf sie ihren Amtskollegen Dmytro Kuleba. Es sollte ein Zeichen der Solidarität sein, wie es für die Ukraine so viele gibt. Ein paar Millionen Euro brachte Baerbock ebenfalls mit. Und einen klassischen Baerbock-Versprecher. „Meine Botschaft jeden Tag in den über 560 Tagen im Letzten Jahr ist: Wir helfen euch nicht nur, sondern wir stehen an eurer Seite, solange ihr uns braucht.“ Sicher hat die Außenministerin nicht das letzte Jahr, sondern die Dauer des Krieges gemeint.

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Aber nicht nur um Geld und 500-Tage-Jahre geht es – die Ukraine will vor allem eines, den Taurus. Seit Monaten bereits wünscht sich Kiew den deutschen Marschflugkörper, der zu den modernsten und stärksten Waffen im Arsenal der Bundeswehr zählt. Taurus, der Bunkerbrecher, wäre ein taktischer Vorteil für die ukrainischen Streitkräfte. Aber die Bundesregierung bremst bei der Lieferung. „Uns ist die Situation mehr als bewusst“, sagte Baerbock: „Zugleich reicht es eben nicht aus, Dinge nur zu versprechen“. Vor der Lieferung müssten zunächst „alle Fragen geklärt sein“. Darauf reagiert Kuleba ungehalten. Der Diplomat nimmt sich zwar zusammen – aber seine Frustration ist ihm ins Gesicht geschrieben.

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Er respektiere den deutschen Entscheidungsprozess, versichert Kuleba in der Pressekonferenz. Aber: „Am Ende werdet ihr es doch eh tun. Es ist doch nur eine Frage der Zeit. Und ich verstehe nicht, warum wir da Zeit verschwenden“. Mit Taurus hätte die Ukraine mehr erreichen und mehr ukrainische Leben retten können. Es gebe „kein einziges objektives Argument“ gegen die Lieferung. Die Reaktion Kulebas zeigt: Das deutsche Hin und Her bei Waffenlieferungen, das Rumeiern der Bundesregierung und die ewigen Bedenkenträger werden international immer weniger Ernst genommen oder Respektiert.

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