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Jerusalem: Ramadan-Aufstände befürchtet

Mit dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan wird Jerusalem zum Pulverfass: Wie in den letzten Jahren könnten palästinensische Mobs eine Spirale der Gewalt auf dem Tempelberg lostreten. Vorbereitungen für Ausschreitungen sollen schon laufen.

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Jedes Jahr im Ramadan kommen mehrere Hunderttausend Palästinenser nach Jerusalem, um in der Al-Aksa-Moschee zu beten. Es sind nicht nur israelische Araber, sondern auch Muslime aus dem Westjordanland und normalerweise sogar Gläubige aus Gaza. Für den Besuch der Al-Aksa erhalten sie von der israelischen Armee eine spezielle Grenzübertrittserlaubnis.

Auch in diesem Jahr, trotz des Gaza-Krieges, gewährt Israel den meisten Palästinensern den Zugang zum Tempelberg. Auf ihm stehen Felsendom und Al-Aksa-Moschee, die den Muslimen heilig sind. Israels Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hatte sich für strenge Zugangsbeschränkungen ausgesprochen. Er wollte sogar junge Israelis muslimischen Glaubens daran hindern, nach Jerusalem zu fahren, heißt es. „Es kann nicht sein, dass Frauen und Kinder in Gaza als Geiseln gehalten werden und wir die Siegesfeiern der Hamas auf dem Tempelberg zulassen“, schrieb Ben-Gvir auf X.

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Jerusalem ist ein Pulverfass

Die Geheimdienste widersprachen dem Minister laut Medienberichten jedoch: Solch strikte Maßnahmen im Ramadan würden Öl ins Feuer gießen. Der Konflikt drohe dann auch auf die arabischen Städte in Israel überzugreifen, befürchteten sie. Das Kriegskabinett ließ sich davon überzeugen, lehnte Ben-Gvirs Vorstoß ab.

Das heißt jedoch nicht, dass die Sicherheitsbehörden sich der Gefahr nicht bewusst sind: Tausende Polizisten sind zu Beginn des Fastenmonats in Jerusalem an Brennpunkten stationiert. Es liegt Spannung in der Luft – die Stadt ist ein Pulverfass und nur ein Funke könnte einen Flächenbrand auslösen. Ein steinewerfender Palästinenser auf dem Tempelberg etwa, der dort einen israelischen Polizeieinsatz auslöst, der dann wiederum von der Hamas als Angriff auf die Muslime und ihr Heiligtum verkauft wird – und schon marschieren wutentbrannte Palästinenser-Mobs auf den Straßen von Hebron und anderen Städten. Die Hamas rechtfertigt ihre Angriffe auf Israel regelmäßig mit dem Schutz der al-Aqsa, so auch beim Angriff am 7. Oktober, der von der Hamas als „Operation al-Aksa-Flut“ bezeichnet wurde.

Ramadan oft Gelegenheit für Gewalt

2021 war es zu genau solchen Szenen gekommen. Im Anschluss an das Abendgebet, zu dem sich Zehntausende Muslime an der heiligen Stätte versammelt hatten, warfen Hunderte Personen mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen nach den Beamten. Die Polizei sperrte Aufgänge zum Tempelberg und ging mit Gummigeschossen und Blendgranaten gegen die Menge vor der Al-Aksa-Moschee vor. Die zog sich dann in das Gotteshaus zurück, die israelische Polizei räumte es daraufhin. Diese Bilder wurden zum Propagandasieg für die Palästinenser – die mit ihnen die Lüge verbreiteten, Israel hätte friedlich betende Muslime angegriffen.

Auch dieses Jahr, so berichten israelische Medien, bereiten Palästinenser Ausschreitungen an der Al-Aksa-Moschee vor. Die Lage ist explosiv, nachdem die Hamas zuletzt erneut eine Waffenruhe für den Fastenmonat Ramadan verhindert hat. „Der Ramadan ist oft eine Gelegenheit, bei der extremistische Elemente versuchen, Gewalt zu schüren und zu entfachen. Wir arbeiten daran, dies zu verhindern“, sagte der israelische Regierungssprecher Eylon Levy der BBC. Er betonte, dass die richtigen Entscheidungen getroffen würden, um die Freiheit der Religionsausübung zu schützen.

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