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Umfrage-Straucheln

Endspiel für Bundeskanzler Markus Söder

Markus Söder steht in Umfragen immer schlechter da, Aiwanger läuft ihm den Rang ab. Wenn ihm jetzt keine Wende gelingt, beerdigt das seine Kanzlerambitionen. Denn er hat sich zu viel zu Schulden kommen lassen - das Gewinner-Image ist sein letzter Trumpf.

Markus Söder ist immer vorne. Er fuhr Bayern zuerst in den Lockdown hinein, keiner war schärfer. Dann die blitzartige Wende. Er sei „von Anfang an skeptisch“ gewesen, was 2G angeht, erklärt Söder nonchalant im Januar 2022 – und will vom Chef des von ihm selbst gegründeten „Team Vorsicht“ zum Corona-Liberalen mutieren.

Söder ist Grünen-Fresser Nummer eins in der Union – aber eigentlich auch liebster grüner Koalitionspartner. Lange ging das gut, nicht nur in Bayern bescheinigte man ihm gute Umfrage-Werte und in der Union handeln ihn trotz brutalster innerparteilicher Intrigen viele notgedrungen weiter als Kanzlerkandidaten.

Doch jetzt scheint das alles nicht mehr zu funktionieren. In der neuesten Umfrage für das ZDF steht seine CSU bei desaströsen 36 Prozent – und das vier Wochen vor der Landtagswahl. Das wäre noch schlechter als das einmalig schlechte Ergebnis von 37 Prozent 2018, das Söder zwar einfuhr, aber noch als Erbsünde Seehofers verkauft werden konnte.

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Und jetzt das – maßgeblich ausgelöst durch das Aiwanger-Desaster. Dessen Freie Wähler strotzen jetzt nur so vor Stärke, werden wohl zweitstärkste Kraft. Hubert Aiwanger hat Markus Söder den Rang als größter Bierzelt-Redner abgelaufen. Und obwohl Söder schlussendlich an Aiwanger festhielt und sogar nachdrücklich Schwarz-Grün ausschloss, konnte es die Wählerverschiebung nicht aufhalten. Zu offen war auch Söders Kalkül sichtbar geworden, Aiwanger als seinen größten Konkurrenten zu schwächen, indem er ihn öffentlich vorführt und zu Recht weist.

Und dann gelingt das nicht mal. Markus Söder plötzlich nicht mehr vorne, sondern den Geschehnissen hinterher. Im Hintertreffen. Und plötzlich ist jetzt schon Endspiel für den fränkischen Ministerpräsidenten von Bayern: Gelingt es Söder nicht aus dem Umfrageloch herauszukommen, würde das seine Kanzlerambitionen beerdigen. Denn dann verliert Söder den Gewinner-Nimbus – und Freunde hat er in der Partei kaum mehr welche.

Ultra nah soll es jetzt richten

Richten soll es jetzt ein Wahlkampfvideo mit neuem Image – Söder im Grünen. Und nur Söder. Die Kamera droht gegen seine Nase zu stoßen, während sie sein Gesicht von ganz nah aufnimmt. In manchen Perspektiven sieht man sein Kinn und seine Stirn nie gleichzeitig. Es soll wohl Bürgernähe und Ruhe ausstrahlen. Dabei schwingt die Kamera hin und her, vor und zurück, vielleicht ein Symbol für Dynamik.

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Ähnlich dynamisch soll wohl die absolut sinnlose Aufnahme von ihm am Handy wirken. Plötzlich sieht man ihn einen Schluck Wasser trinken. Eine Aufnahme von Kindern oder Senioren, den Wahlkampf-Klassikern, gibt es nicht – man sieht immer nur Markus Söder – von vorne, von hinten, von der Seite, von unten zu ihm hinauf. 

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Während er spricht, wendet er nicht den Blick von der Kamera ab und blinzelt kaum. Man hat das Gefühl vom Schuldirektor zu einem Vieraugengespräch gerufen worden zu sein, weil man mit zweifelhaften Flugblättern erwischt wurde. 

„Wir stehen in Bayern für einen starken Rechtsstaat“, erklärt der Träger der Bayrischen Verfassungsmedaille, einer Auszeichnung, die Söder inmitten seiner zweifelhaften Corona-Politik verliehen bekommen hat. Vier Wochen sind es noch bis zu den Wahlen.

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