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Englische Premier League

Der Kniefall ist zurück

Um ein Zeichen für die Black-Lives-Matter Bewegung zu setzten, haben die Kapitäne der englischen Fußballteams sich dazu entschlossen sich von nun an vor Spielen wieder hinzuknien. Unser Autor findet: Die Politisierung des Fußballs spaltet unsere Gesellschaft nur noch weiter.

Er ist wieder da – Nachdem Fußball-Fans in England ihre Spiele eine Saison lang weitgehend frei von politischen Statements auf dem Feld genießen konnten, ist der politisch korrekte Kniefall zurück. In der kommenden Saison werden die britischen Spieler wieder gezwungen ein Statement gegen „institutionellen Rassismus“ zu setzen – so entschieden die Kapitäne der Premier League. 

Seinen Anfang nahm das Spektakel mit dem Tod von George Floyd im Jahr 2020 und der daraus kapital schlagenden Black-Lives-Matter Bewegung (BLM) – durch die es, vor allem in den USA, routinemäßig zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Trotzdem ist die „Anti-Rassismus“-Bewegung, deren Führungskräfte häufig offene Marxisten sind, bis in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Überall mussten Solidaritätsbekundungen erbracht und Zeichen gesetzt werden – sogar der einst unpolitische Fußball musste dafür herhalten.

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Gruppenzwang par excellence 

Die Kapitäne der 20 Premier League Teams entschieden damals, dass ihre Spieler – nach dem Vorbild des US-amerikanischen Footballspielers Colin Kaepernick – vor jedem Match hinknien mussten, um ein Zeichen für BLM und gegen Rassismus zu setzen. Jeglicher Widerspruch hätte wohl zu einem Shitstorm, auch innerhalb des eigenen Teams, geführt – es war Gruppenzwang par excellence. Und nun, ist einer der unausstehlichsten und totalitärsten Auswüchse neuer linker gesellschaftlicher Bewegungen wieder zurück. 

Mithilfe von Gruppenzwang und Cancel-Culture macht die linke Politisierung vor keinem Bereich des gesellschaftlichen Lebens halt. So endet es darin, dass man sich nicht einmal mehr ein Fußballspiel anschauen kann, ohne über Politik diskutieren zu müssen. Das spaltet die Gesellschaft nur noch weiter – und das reicht bis in die Intimsphäre. Seit dem ersten Kniefall-Zwang, wird jeglicher Widerstand gegen den Mainstream im Fußball ausgemerzt. Der FC Bayern-Profi Joshua Kimmich war beispielsweise nicht gegen Corona geimpft und äußerte zaghaft Zweifel an der Impfung. Zahlreiche Journalisten starteten daraufhin eine Kampagne gegen ihn, bis er sich nach Monaten schlussendlich impfen ließ. Felix Nmecha, ebenfalls Profi und seit kurzem beim Dortmund, teilte Memes die sich vor seinem religiösen Hintergrund kritisch mit der „Pride“ Bewegung auseinandersetzten. Deshalb musste er sich vor seinem Wechsel zu Borussia Dortmund einer ausgiebigen Gesinnungsprüfung unterziehen, ob er denn auch wirklich zu den Werten des Vereins passe.

Die Fans bezahlen für Fußball, nicht für Politik

Im Angesicht dessen sollten die englischen Fußballer wohl eher für Meinungsfreiheit und die Freiheit des eigenen Körpers knien. Immerhin sind diese beiden Grundrechte in England und weiten Teilen Europas weitaus stärker bedroht als die angeblich so „marginalisierten Gruppen“. Wenn die Fußballer aber trotzdem lieber dem linken Zeitgeist folgen möchten, schlage ich neue Motive vor: Wieso knien die Moralapostel, die ihre eigenen Teamkollegen unter Druck setzen, nicht auch für soziale Gerechtigkeit und spenden ihre Millionengehälter an Bedürftige? 

Doch das würde die Kapitäne und Moral-Spieler wohl ablehnen – immerhin geht die salonlinke Solidarität immer nur so weit, bis es ans eigene Portemonnaie geht. Und das ist erstmal auch in Ordnung, nur sollte man daran denken, dass die englischen Fußball-Fans auch ein Recht darauf haben für die hohen Ticketpreise das zu bekommen, was sie bezahlt haben: Fußball. Keine Moral, keine Politik-Lehrstunde – einfach nur Teams von elf Männern, die 90 Minuten um den Ball und ihren Sieg kämpfen. 

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