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„Das muss man im Auge behalten“ – Lauterbach schürt wieder Corona-Angst

Eine neue Corona-Variante lässt in Karl Lauterbach den alten Seuchenfürsten wieder aufleben. Tatsächlich gibt es keinen Grund zur Sorge - Lauterbach schürt Ängste mithilfe von unseriösen Forschern.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verbreitet wieder Warnungen vor einer neuen Corona-Variante. Am Samstag setzte der SPD-Politiker einen Tweet ab, in dem von einem Anstieg von Covid-Kranken in den Krankenhäusern im US-Bundesstaat New York berichtet wird. „Das muss man im Auge behalten“, kommentiert Lauterbach. „Unser Frühwarnsystem steht.“

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Die neue Corona-Variante EG.5, auch „Eris“ genannt, wird aktuell vermehrt in Asien und Nordamerika nachgewiesen – hat es aber schon in die Schlagzeilen diverser deutscher Medien geschafft. Vor allem, weil der Corona-Impfschutz recht ineffektiv gegen die Variante wirkt. Grund zur Sorge ist das jedoch nicht: „Aus klinischer Sicht gibt es bis jetzt keine Hinweise darauf, dass mit den vermehrten Berichten von EG.5-Fällen auch die Leute schwerer erkranken oder es vermehrt zu Aufenthalten in Kliniken oder gar Intensivstationen kommt“, sagt der deutsche Virologe Martin Stürmer. Grund zur Sorge sei die neue Variante nicht: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Virus-Evolution weitergehen wird. Es werden immer wieder neue Varianten kommen, die sich besser an das System oder an die Situation anpassen.“ Und auch, wenn Karl Lauterbach in seinem Tweet anderes suggeriert – die Mehrheitsmeinung von Forschern ist, dass man einen Anstieg von schweren Krankheitsverläufen nicht befürchten muss.

Lauterbach zitiert „Bullshit“-Epidemiologen aus Amerika

Der zitierte Tweet, auf dem Lauterbachs Warnung fußt, stammt von Eric Feigl-Ding. Der amerikanische Epidemiologe warnte früh vor den Gefahren einer Pandemie durch Covid-19 – sein zunehmender Alarmismus diskreditierte den Forscher jedoch recht schnell. Seine Tweets seien oft unnötig alarmistisch, erweckten falsche Eindrücke, oder seien schlicht falsch, kritisierten Kollegen den 40-Jährigen gebürtigen Chinesen. Der Biologe Carl Bergstrom nannte Feigl-Ding in einem Artikel namens „detecting Bullshit“ („Bullshit erkennen“) einen Alarmisten, der immer „sehr, sehr besorgt“ über jede neue Corona-Variante sei – „und er twittert dann, dass sie uns alle töten wird“. Bergstrom warf Feigl-Ding vor, ein Geschäftsmodell mit „Fehlinformationen“ zu betreiben.

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