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Wie bei Orwell

China tilgt Namen des gerade gefeuerten Außenministers

Qin Gang wurde gerade erst abrupt von seinem Posten als Außenminister in China entfernt. Jetzt schon wird sein Name von allen Seiten des chinesischen Außenministeriums getilgt. In der Liste der Ex-Minister existiert er nicht.

Qin Gang bei einem Besuch in Indonesien

Qin Gang war gerade erst seit einigen Monaten Chinas neuer Außenminister als man ihn abrupt aus dem Amt entfernte. In den letzten Wochen schon war Qin verschwunden und nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Dann machte es gestern der Staatsapparat offiziell: Der Minister ist sein Amt los.

Bei einer Routinesitzung des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses wurde er aus seinem Amt enthoben und temporär durch seinen Vorgänger Wang Yi, den jetzigen Chef der Zentralen Kommission für auswärtige Angelegenheiten der kommunistischen Partei, ersetzt. Im chinesischen System steht sein Parteiamt über dem Staatsamt, daher war er zuvor Qins Vorgesetzter.

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Bemerkenswert ist jetzt allerdings, dass er wohl systematisch von den Seiten des Außenministeriums getilgt wurde. Sucht man seinen Namen, ist er auch auf der chinesischen Version nirgends zu finden. Selbst in der Liste der ehemaligen Minister taucht er nicht auf. 

Er fehlt auf der Liste der Ex-Außenminister: Qin Gang

Die Gründe für die Entlassung sind nach wie vor noch ungeklärt. Es gibt Gerüchte über eine Affäre mit einer TV-Moderatorin aus Hongkong – ob das alleine Grund für eine Entlassung wäre, ist unklar. Klar ist, dass sie Kind bekam, womöglich von ihm, und das spekuliert wird, dass sie es in den USA zur Welt brachte.

Für die kommunistische Partei, die bereits versucht zu unterbinden, dass eigene Führungsleute ihre Kinder ins Ausland schicken, wäre es besonders peinlich, wenn nun gerade das des chinesischen Außenministers auch noch selbst US-Bürger wäre.

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