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Navanethem Pillay

„Bösartig und provozierend“: Friedensnobelpreisträgerin verurteilte Charlie Hebdo wegen Mohammed-Karikaturen

Die südafrikanische Juristin Navi Pillay erhält den Friedensnobelpreis 2026 und steht wegen ihrer Haltung zur Meinungsfreiheit und ihres Umgangs mit Antisemitismusvorwürfen in der Kritik. Bereits 2012 hatte sie Charlie Hebdo für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen scharf verurteilt.

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Seit 2019 Ad-hoc-Richterin am Internationalen Gerichtshof (IGH): Die Juristin Navanethem Pillay (IMAGO/Anadolu Agency)

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Die südafrikanische Menschenrechtlerin Navanethem „Navi“ Pillay wird mit dem Friedensnobelpreis 2026 ausgezeichnet. Das norwegische Nobelkomitee würdigt die 85-jährige Juristin für ihren jahrzehntelangen Einsatz für das Völkerrecht und die strafrechtliche Verfolgung schwerster Menschenrechtsverbrechen. Doch ihre Haltung zum Antisemitismus und frühere Äußerungen zur Meinungsfreiheit werfen Fragen zu der Entscheidung auf.

Bereits 2012 hatte Pillay als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen scharf kritisiert. In einer offiziellen Stellungnahme ihres Büros wurden die Zeichnungen als „bösartig und absichtlich provozierend“ bezeichnet. Angesichts gewaltsamer Proteste gegen islamkritische Veröffentlichungen sei es von Charlie Hebdo „doppelt unverantwortlich“ gewesen, die Karikaturen zu publizieren.

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Die Äußerungen stammen aus einer Pressemitteilung des UN-Menschenrechtsbüros vom 21. September 2012, die bis heute auf dessen Internetseite abrufbar ist. Hintergrund waren internationale Proteste gegen den „islamfeindlichen“ Film „Innocence of Muslims“, die teilweise in schwere Gewalttaten umgeschlagen waren. In der libyschen Stadt Bengasi waren unter anderem der amerikanische Botschafter Christopher Stevens und weitere US-Diplomaten getötet worden.

In dieser angespannten Situation veröffentlichte Charlie Hebdo neue Mohammed-Karikaturen. Das Büro der UN-Hochkommissarin reagierte mit deutlicher Kritik. „Sowohl der Film als auch die Zeichnungen sind bösartig und absichtlich provozierend“, erklärte Pillays Sprecher Rupert Colville. Besonders der Film vermittle ein schändlich verzerrtes Bild von Muslimen.

Pillay erklärte damals, sie könne vollkommen verstehen, warum Menschen entschieden gegen den Film protestieren wollten. Das gelte ebenso für die Karikaturen. Allerdings müssten solche Proteste friedlich bleiben. Zugleich verurteilte die UN-Hochkommissarin ausdrücklich die Tötungen in Bengasi und weitere gewaltsame Ausschreitungen.

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Dennoch richtete sich ihre Kritik besonders gegen die Veröffentlichung selbst. Angesichts der bereits geschehenen Gewalt und der Todesopfer sei es „doppelt unverantwortlich“ von Charlie Hebdo, die Zeichnungen zu veröffentlichen, erklärte ihr Sprecher. Pillay hatte zuvor dazu aufgerufen, bewussten Provokationen möglichst keine zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Das norwegische Nobelkomitee begründet seine Entscheidung dagegen mit Pillays Verdiensten um das internationale Rechtssystem. Demnach habe die diesjährige Preisträgerin maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden könnten, erklärte der Vorsitzende Jørgen Watne Frydnes. Pillay gehöre zu den wichtigsten Rechtsexperten der Gegenwart.

Die Juristin wurde 1941 im südafrikanischen Durban geboren und stammt aus einer Familie indisch-tamilischer Herkunft. Seit den 1960er-Jahren arbeitete sie als Anwältin und verteidigte unter anderem Gegner des südafrikanischen Apartheidsystems.

1995 wurde sie als erste nichtweiße Richterin an das Obere Gericht Südafrikas berufen. Später arbeitete sie am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, bevor sie zwischen 2008 und 2014 das Amt der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte übernahm.

Die Nachricht von ihrer Auszeichnung erreichte Pillay während einer Veranstaltung zum 80. Jahrestag der UN-Charta in Nürnberg. Sie reagierte zunächst ungläubig. „Als Juristin und Richterin möchte ich das noch überprüfen“, erklärte sie. Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet etwas mehr als eine Million Euro. Die Verleihung findet am 10. Dezember in Oslo statt.

Neben ihrer Haltung zur Meinungsfreiheit steht insbesondere Pillays Tätigkeit im Zusammenhang mit Israel in der Kritik. Der Direktor der Menschenrechtsorganisation UN Watch, Hillel Neuer, bezeichnete die Entscheidung des Nobelkomitees in einem Gastbeitrag für die Jüdische Allgemeine als schweren Fehler. Pillay habe sich durch ihre Haltung gegenüber Israel und ihren Umgang mit Antisemitismusvorwürfen für eine solche Auszeichnung disqualifiziert.

Neuer wirft der Südafrikanerin insbesondere vor, bereits vor ihrer Übernahme einer UN-Untersuchungskommission gegen Israel politisch Position bezogen zu haben. Im Jahr 2020 habe Pillay einen Aufruf unterzeichnet, in dem Regierungen weltweit aufgefordert wurden, Israel als „Apartheidstaat“ zu sanktionieren. Ein Jahr später habe sie sich in einem Brief an den damaligen US-Präsidenten Joe Biden für Strafmaßnahmen gegen Israel ausgesprochen.

Im Juli 2021 übernahm Pillay den Vorsitz einer UN-Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten einschließlich Ost-Jerusalems. Neuer sieht darin einen Interessenkonflikt. Wer bereits vor einer Untersuchung Sanktionen gegen einen Staat fordere, könne nicht ohne Weiteres als unparteiischer Ermittler gelten. Die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen werde dadurch beschädigt.

Im September 2025 veröffentlichte die von Pillay geleitete Kommission einen Bericht, in dem Israel vorgeworfen wurde, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Dabei handelt es sich um die Feststellung einer UN-Untersuchungskommission, nicht um ein rechtskräftiges Urteil eines internationalen Gerichts. Israel weist den Völkermordvorwurf entschieden zurück.

Besonders schwer wiegt aus Sicht Neuers auch Pillays Umgang mit umstrittenen Äußerungen eines Mitglieds ihrer Untersuchungskommission. Im Juli 2022 hatte der UN-Ermittler Miloon Kothari von einer angeblichen „jüdischen Lobby“ gesprochen und Israels Recht auf Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen infrage gestellt.

Die Äußerungen wurden international scharf kritisiert, unter anderem von UN-Generalsekretär António Guterres. Nach Darstellung Neuers stellte sich Pillay jedoch zunächst schützend vor Kothari, der weiterhin Mitglied der Kommission blieb.

Auch in Deutschland hatte es bereits Widerstand gegen eine Auszeichnung Pillays gegeben. Als die Juristin 2022 in Berlin die Otto-Hahn-Friedensmedaille erhalten sollte, lehnte die damalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ihre Teilnahme an der Verleihung ab. Die geplante Veranstaltung im Roten Rathaus wurde abgesagt.

Auch in Israel stößt Pillay auf scharfe Ablehnung. Das israelische Außenministerium sprach von einer „grotesken Instrumentalisierung einer Auszeichnung, um anti-israelischen Hass und Vorurteile zu legitimieren“.

Andere internationale Akteure begrüßten die Ehrung hingegen ausdrücklich. Amnesty International bezeichnete sie als das „richtige Signal zur richtigen Zeit“. Die deutsche Generalsekretärin Julia Duchrow erklärte, Pillay habe sich nie gescheut, Verbrechen beim Namen zu nennen, unabhängig davon, wer sie begangen habe.

Auch die Bundesregierung gratulierte der Juristin und würdigte ihr jahrzehntelanges Engagement für Menschenrechte und Völkerrecht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hob Pillays Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenwürde hervor.

mmx

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34 Kommentare

  • Wieder so ein totaler Fehlgriff des Kommitees für den Friedensnobelpreis.

    Dieser Preis ist seit Arafat und Obama zu 100% entwertet.

  • Sie wurde nicht trotz ihrer Ansichten ausgezeichnet, sondern genau deswegen

  • So, so. Und Frauen sollten nicht leicht und/oder aufreizend bekleidet durch die Gegend laufen, schon gar nicht durch Viertel, in denen vorwiegend Moslems wohnen, das ist „bösartig und provozierend“.

    Wie gesagt: Man muß die Karikaturen nicht gut finden und kann, privat, der Meinung sein, das gehöre sich nicht. Jede offizielle Verlautbarung im westlichen Interesse und auf westlichem Wertehintergrund muß aber dahingehen, die Freiheit, derlei zu tun, zu verteidigen, insofern muß man dem damaligen französischen Präsidenten ein Lob für seine Reaktion auf den Anschlag aussprechen.

  • Daher weht der Wind.

  • Die hätte den Preis niemals bekommen dürfen. Wird nun auch schon Hetze belohnt?

  • Charlie Hebdo, bitte malt eine schöne Karikatur von der Sache.

  • Der politische Wert des Friedensnobelpreises, der kulturelle des Literaturnobelpreises und der wissenschaftliche des Chemie- und des Medizinnobelpreises sind die besten derzeit bekannten Annäherungen an die Zahl 0…

  • Warum geben die bisherigen Friedensnobelpreisträger nicht den Preis zurück?

  • Ein Fall der Berufung wie: Der ausgehungerte Wolf soll auf die Schafherde aufpassen. Skeptikern hält man entgegen, der Wolf sei harmlos, habe er doch bewiesen, dass er Diäten kann.

  • Ein Stück….

  • Wurde schon einmal ein Friedensnobelpreis aberkannt ? Nein ? Noch Nie ? Dann wird es aber langsam Zeit !

  • Und Worte können wirken.
    2015 gab es einen massiven Anschlag auf Charlie Hebdo wegen der Karikaturen und mehrere Mitarbeiter wurden dabei ermordet.
    Und diese Frau soll nun den Friedensnobelpreis haben ?

  • Spätestens seit dem Obama den FNP für nichts erhielt, dürfte klar sein, wer die Fäden auch im (linken) Nobel-Auswahl-Komitee zieht.

  • Interessant wie weit man mit ihrer Sicht zur Meinungsfreiheit kommen kann und am Ende die Karriere mit dem Friedensnobelpreis krönen darf.

  • Eine der 100% Marionetten der Islamisten.
    Nur die Spitze des Eisberges dieser UN.

    • Linksextremisten und Islamisten sind zunächst einmal zwei Seiten einer Medaille. Bis die Islamisten die Mehrheit haben. Dann geht es auch den Linksextremisten an den Kragen.

      • Vorallen den „Damen“

  • „Navanethem Pillay

    ***„Bösartig und provozierend“:

    Friedensnobelpreisträgerin verurteilte Charlie Hebdo wegen Mohammed-Karikaturen“

    ——–

    Das Ermorden !!!!!
    von C H
    findet sie WIE ???????

    (Habe aus Zeitgründen den Artikel nicht weiter gelesen.)

    ***Ich bin, gelinde gesagt, irritiert…..
    (Aber Nicht überrascht.)

  • Und sowas erhält den Nobelpreis.
    Unverschämtheit

  • „Besonders der Film vermittle ein schändlich verzerrtes Bild von Muslimen.“

    Ich wusste gar nicht das der menschliche Geist dazu in der Lage ist dies filmisch real abzubilden.

  • Bösartig ist diese Frau und das Nobelpreiskomitee.

  • „Demnach habe die diesjährige Preisträgerin maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden könnten, “

    Und das ohne ein einziges Wort zum Kriegsverbrecher Putin, der Verbrecherbande Hamas und den iranischen Mullahs zu sagen???

  • und das relativiert also den Völkermord in Gaza?

  • Nicht nur in Dummland läuft alles seit einiger Zeit verkehrt🤢🤢🤢🤢🤢

  • Also selbst schuld, verstehe ich das richtig? Mich kotzen solche Figuren nur noch an!

  • ● meine Meinung ● Ich wünsche dieser Dame gaaaanz viel Islam. Sie wird hoffentlich eine der ersten sein, von der die Welt nichts mehr hören und sehen wird. Versteckt hinter Vollverschleierung und zum Schweigen verurteilt. Warum, ja warum nur verstehen es viele meiner Geschlechtsgenossinnen nicht, dass diese menschenverachtende Ideologie namens „Religion des Friedens“ sie in Unfreiheit, Sklaverei und Entrechtung verdammem wird?

  • Den Norwegern kann man nur Putin wünschen.

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