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Brandstiftung, Mordversuche

Britischer Minister zieht sich nach Todesdrohungen von Islamisten aus Politik zurück

Nach Brandstiftungen, Todesdrohungen und einem knapp entgangenen Mordversuch durch Islamisten, zieht sich der britische Minister und Tory-Abgeordnete Mike Freer aus der Politik zurück. Er und seine Familie halten es nicht mehr aus, täglich um ihr Leben zu fürchten.

Der britische Tory-Abgeordnete und Minister im Justizministerium, Mike Freer, wird nicht wieder zur Wiederwahl antreten – wegen massiver Einschüchterung von Islamisten. Als parlamentarischer Unter-Staatssekretär mit Rang eines Ministers ohne Kabinettsmitgliedschaft ist er aktuell im britischen Justizministerium für „Gerichte und Rechtsdienste“ zuständig, hat er aber inzwischen selbst Angst um sein Leben wegen islamistischer Angriffe auf ihn. Motivation für die Angreifer ist auch seine Unterstützung für Israel.

Sein Abgeordnetenbüro im Wahlkreis brannte nach einem Anschlag fast völlig aus. Auf Empfehlung der Polizei trägt er aktuell Stich-sichere Westen und Polizeibehörden überwachen jeden Schritt, den er macht. Er solle vorsichtig sein, wenn er sein Auto parkt, hätten ihm die Sicherheitsbehörden gesagt.

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Nach Gesprächen mit seiner Familie habe er sich nun entschlossen, die Politik zu verlassen, zu groß ist die Angst vor Anschlägen auf sein Leben: „Sie sollten nicht wirklich darüber nachdenken müssen: Werde ich den Tag überleben?“, so der Tory-Politiker.

Die ersten ernstzunehmenden Morddrohung habe er im vergangenen Jahr erhalten, als die Gruppe „Muslims Against Crusades“ (zu dt. „Muslime gegen Kreuzzüge“) ihm sagte, „Stephen Timms ist eine Warnung für Sie“ und ihre Anhänger aufforderte, ihn ins Visier zu nehmen. Freers Labour-Kollege Timms wurde 2010 von einem Al-Qaida Abgeordnete niedergestochen, aber überlebte.

Das war aber bei weitem nicht der einzige islamistische Angriff auf britische Abgeordnete. Erst 2021 tötete der Islamist Ali Harbi Ali den konservativen Abgeordneten David Amess. Ein Monat zuvor hatte Ali vor Freers Abgeordnetenbüro mit einem Messer auf ihn gewartet – dessen Pläne wurden nur durchkreuzt, weil Freer an jenem Tag in Boris Johnsons Kabinett als Minister ernannt wurde und in London war. „Nicht viele Leute können sagen, dass Boris ihr Leben gerettet hat“, sagte er in einem Interview mit der Daily Mail.

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Gut ein Dutzend Islamisten der Gruppe „Muslims Against Crusades“ stürmten nun kürzlich eine Veranstaltung Freers in seinem Wahlkreis und nannten ihn ein „jüdisches homosexuelles Schwein“, das „das Haus Allahs beschmutzte“. Freer ist homosexuell, aber nicht jüdisch – auch hier liegt die Drohung wohl im Kontext zu seiner Pro-Israel-Haltung.

„Kein Abgeordneter kann ohne die Unterstützung seines Ehepartners und der weiteren Familie effektiv arbeiten. Leider führen die schwerwiegenden Vorfälle auch zu unerträglichen Stress für sie“, schrieb er in einem Brief an seine lokale Parteizentrale. Aus diesem Grund trete er zur nächsten Wahl nicht wieder an.

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