„Angemessen“ gekürzt
Berliner Gymnasien setzen auf vereinfachte Varianten von Schiller und Goethe
Berliner Gymnasien setzen auf vereinfachte Versionen von Literaturklassikern, zum Beispiel, um Zeit zu sparen. Der Berliner Schülersprecher kritisiert, dass Literaturklassiker nichts mit dem Alltag von Schülern mit Migrationshintergrund zu tun haben.
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Berliner Gymnasiasten lesen Literaturklassiker wie Goethes „Faust“ oder Werke von Schiller teils nur noch in vereinfachter, moderner Sprache, wie der Tagesspiegel am Samstag berichtete. Lehrkräfte würden dazu beispielsweise auf die Reihe „Einfach klassisch“ des Cornelsen-Verlags zurückgreifen, die sich ursprünglich an Real- und Hauptschüler richtete oder von Schülern als Lernhilfe genutzt wird.
Die Lehrerin des Weddinger Lessing-Gymnasiums berichtet beispielsweise, dass „Nathan der Weise“ aus Zeitgründen größtenteils in vereinfachter Sprache gelesen werde. Lediglich die „Ringparabel“ werde im Original gelesen, weil bei inhaltlichen Vereinfachungen eine zu große inhaltliche Vereinfachung entstünde. Am Lessing-Gymnasium haben rund 60 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. Doch auch an Gymnasien mit geringerem Anteil wird vermehrt auf die Texte zurückgegriffen.
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Christian Plein vom Fachverband Deutsch sagt gegenüber dem Tagesspiegel: „In Zeiten, in denen viele Jugendliche – besonders mit Migrationshintergrund – das Lesen nur bedingt oder kaum beherrschen, ist es tatsächlich unverzichtbar, ihnen komplexere Texte durch einfache(re) Sprache nahezubringen.“ Berlins Landesschülersprecher Orçun Ilte kritisiert, dass Literaturklassiker keine Anknüpfungspunkte an das Alltagsleben von Schülern mit Migrationshintergrund haben würden. Stattdessen solle man Raptexte analysieren.
Der Cornelsen-Verlag kürzt den Originaltext „angemessen“ – was das jedoch heißt, liegt letztlich im Ermessen der Lektorinnen und Lektoren und des Verlags. Die Ringparabel wird beispielsweise um 15 Prozent gekürzt. Lehrkräfte, die die vereinfachten Texte kritisieren, stellen indes infrage, wie es um die Lesekompetenz der Schüler steht, die nur die einfachen Texte lesen, und was dann das Abitur noch wert sei.
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Doch nicht nur in Berlin wird das Niveau abgesenkt. Das Kultusministerium in Niedersachsen kündigte an, dass ab dem kommenden Schuljahr in Grundschulen kein schriftliches Dividieren mehr gelehrt werden solle. Denn diese Rechenform sei besonders komplex und fehleranfällig (Apollo News berichtete).
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Nun, das hinreichende Verständnis der Landessprache ist für jedes Schulfach und jede Form der Berufstätigkeit in einem Land die zentrale Schlüsselqualifikation – an einer mathematischen Textaufgabe wird – unabhängig von mathematischen Fähigkeiten – der scheitern, der sie – warum auch immer – nicht versteht.
Und die Lektüre der „Klassiker“ gewinnt ihre Berechtigung aus der Vermittlung des geistesgeschichtlichen Fundaments Europas, dessen man sich weder mit Rap-Texten, noch mit „einfacher Sprache“ anzunähern vermag.
Die Verengung dieser Bildungsdiskussion auf Jugendliche mit „Migrationshintergrund“ verschleiert indes den Blick auf das tatsächliche Problem, denn es sind beileibe nicht (nur) ausländische Schüler, die mit der deutschen Sprache überfordert sind. Die Diskussion müsste nämlich darüber geführt werden, wie man es verhindert, daß Schüler auf Gymnasien und Oberschulen gelangen, die dort – oft hoffnungslos – überfordert sind – und das sind oft nicht die ausländischen Schüler.
Nachtrag:
Ich hatte im Lateinunterricht der Klasse 12 zwei Schüler (einer Sohn eines Rechtsanwalts, der andere aus einer Arztfamilie), die noch nicht einmal imstande waren, ein deutsche Einleitung zur Vorinformation für einen Übersetzungtext flüssig zu lesen und längere Worte mussten beide mit dem Finger unter den Worten ausbuchstabieren. Da habe ich mir die Frage gestellt, wie funktionale Analphabeten in die 12. Klasse eines Gymnasiums gelangen konnten.
Nebenbei: In derselben Klasse waren eine junge Türkin (unverschleiert) und ein Nigerianer, schwärzer als Kaffee, die nicht nur der deutschen Sprache in bemerkenswerter Weise mächtig waren, sondern auch buchstäblich druckreife Übersetzungen aus dem Lateinischen zuwege brachten.
Intelligenz ist nicht zuvorderst ein Herkunfts- oder Hautfarbenproblem, sondern sie hängt viel mehr davon ab, wie die intellektuelle Entwicklung von Kindern auch im Elternhaus wertgeschätzt und gefördert wird.
Ja, mit Hautfarbe oder Nationalität/Ethnie hat derlei nichts zu tun. Mich nervte auch immer dieser „Stolz“ mancher Deutscher auf Goethe und Schiller, obowhl sie kaum ein Wort von denen gelesen hatten oder hätten lesen wollen. Da kann ein Germanistik-Student aus Nigeria mehr mit Goethe und Schiller zu tun haben, und als interessierter Liehbaber mehr substantielle Gemeinsamkeiten mit ihnen aufweisen, als manch ein Deutscher. „Nationalstolz“ ist ein weites Feld, aber so geht es halt nicht.
Vielen Dank für Ihren Beitrag, Marcus Agrippa! Mit beiden meiner Kinder habe ich den „Tell“ gelesen, von der ersten bis zur letzten Zeile, mit verteilten Rollen, als davon im Deutschunterricht nur kleine Häppchen durchgesprochen wurden. Sie waren von dem Werk begeistert – und haben verstanden, warum es bei den Nazis verpönt war. Und ICH habe plötzlich begriffen, warum gewisse Kreise diese Klassiker HEUTE WIEDER in der Versenkung verschwinden lassen wollen. Man denke nur an den Gessler-Hut…
Entschuldigung der Daumen nach unten war einfach daneben getippt.( kann leider nicht zurückgenommen werden) Diese 2 genannten Menschen sind Beispiele einer gelungenen Integration. Ich lebst kenne einige. Und genau die verstehen nicht warum manchen alles in den Alleretesten gesteckt wird.
Gefördert durch Geld?
Danke für Ihren Kommentar.
Ich sehe das ganz genau so.
Man sucht permanent nach Ausreden um den Bildungsstandard in Deutschland zu senken.
Eine absolute Fehlentwicklung.
Gerade auch aus der Lektüre von Klassikern kann man so viel für sein Leben lernen, das weit über das hinausgeht was heute nur noch so als Minimumstandard ausgelegt wird.
Die Liebe zur deutschen Sprache oder zur deutschen Kultur fällt doch nicht einfach vom Himmel.
Diese aber zu fördern hat man längst aufgegeben.
Sicher übertreibe ich, aber irgendwann enden wir noch in der Sprachlosigkeit.
Ein Schulsystem in dem sich Schüler nicht mehr in unserer Landessprache vernünftig und auch gewählt ausdrücken können, ist ein System des Totalversagens.
Und die Rücksichtnahme auf den MH ist doch nur vorgeschoben. Man will sich keine Mühe mehr machen.
Nun, verehrter Lindblom, wir enden sicher nicht in der Sprachlosigkeit, wie sie befürchten, sondern, verursacht durch banalisierte Sprache, in der sprachlich-intellektuellen Banalisierung.
Nachtrag 2:
Auch aus Elternhäusern, die in sozialistisch-bildungsbürgerlicher Hybris so gerne euphemisierend als „bildungsfern“ bezeichnet werden, hatte ich Schüler; kluge Kinder, deren schulische Entwicklung und Leistungen den Eltern ein echtes Anliegen waren – in deren Klassen bin ich meist mit einem Lächeln hineingegangen und wieder herausgekommen, weil sich dort im Unterricht – oft unvermittelt und unerwartet – jene seltenen Momente ereigneten, wo plötzlich die Erkenntnis, wie Aristoteles das beschrieb, „einschlägt“ und eine neue Einsicht entsteht.
Das Problem sind nämlich die Kinder, bei denen zu Hause der Kühlschrank voll, aber der Kopf leer ist.
Eben. Ich komme auch nicht aus einem Akademikerhaushalt. Es kommt nicht nur auf den Hintergrund der Eltern an, sondern auch darauf, ob diese den Kindern Lust und Willen an Bildung und daran, etwas zu lernen, vermitteln; und das kann in „bildungsfernen“ Haushalten manchmal eher gelingen als in solchen des „Bildungsbürgertums“.
Nach meiner Einschätzung (u.a. 40 Jahre Ausbilder, M.A. Andragogik) gehören mindestens 60% der heutigen Gymnasiasten nicht dorthin, sondern in eine berufliche Ausbildung.
Es ist absolut kontraproduktiv, diesen Kindern einzureden, sie wären dafür geeignet. Es wird sie frustrieren, sie werden bildungsfeindlich, und die Ausbildungseinrichtungen werden entwertet.
Wenn man will und nicht blöd ist, kann man auf vielen Wegen Fach- und Führungskraft werden. Aber das deutsche Gymnasium ist nur für eine Elite sinnvoll, die über das Potential und die Leistungsbereitschaft verfügt. Dafür lohnen sich dann auch verbeamtete und mit A13/14 ab Berufseintritt vergleichsweise hoch besoldete Lehrer, die ihre Fächer beherrschen und sie gut vermitteln können sollten.
Eine Möglichkeit wäre, den Kindern eher etwas in Art der us-amerikanischen Highschool anzubieten, wenn der Realschulabschluss als zu wenig erscheint. Wir haben da etwa das Fachabi, dass ein wenig in diese Richtung weist.
@ Felix Andragogik, wieder was gelernt heute. Der Begriff war mir nicht bekannt, das Thema schon. Mit dem lebenslangen Lernen ist das so eine Sache heutzutage. Wie oft habe ich in meinem (Arbeits)Leben versucht, junge Leute nach ihrer Ausbildung zu Weiterbildung zu motivieren, meistens erntete ich nur eine abwertende Handbewegung, oder ein müdes Lächeln.
Das ist die Realität an vielen deutschen Schulen:
„Kampf im Klassenzimmer“, WDR, 2009 (!)
Oder aktueller:
„Gewalt an unseren Schulen“, ZDF, 2024.
„Birgit Ebel – Interview – Mobbing und Rassismus in der Schule, Hyslop 2024
‚Hurra, Hurra, die Schule brennt!‘, Fair Talk, 2024
‚Deutsche Schulen außer Kontrolle‘, Kritisches Deutschland, 2025
Die Antwort auf die letzte Frage ist einfach:
Man senkt auch das Niveau der Universitäten ins Bodenlose.
Und schon gibt es kein Problem mehr.
Man muss doch noch froh sein, das es noch in dt. Sprache gelehrt wird in Schulen, obwohl das häufig die Minderheit ist.
Wer die Landessprache NICHT kann, hat sowieso NICHTS auf Gymnasium, Hochschulen zu suchen (Ausnahme befristete Austauschschüler/-studenten).
Das jedoch das (Ein)Bildungsniveau seit Jahrzehnten stets nach unten korrigiert wird, vor allem Gymnasien und Hochschulen, zeigt Kapitulation eine Leistungsgesellschaft mit Fachkräften zu erhalten, geschweige denn zu fördern.
Daher wohl auch die massiven Qualitätsverluste in der Politik, denn nach Kreißsaal und Hörsaal auf niedrigen Niveau oder gar realitätsfernen woken Studiengängen, kann man im Plenarsaal KEINE Wunder mehr erwarten.
Care Realista, leider war eine Antwort unter Ihrer Zuschrift nicht möglich. In Beantwortung Ihrer Fragen: Das Problem mit den meisten Kultusministern ist ein mehrfach-komplexes:
a) Sie waren in der Schule und glauben daher zu wissen, wie die funktionieren müsse.
b) Sie sind oft Eltern und glauben daher, ihre/die Kinder vor vermeintlich überzogenen schulischen Erwartungen oder Anforderungen schützen zu müssen.
c) Sie sind bereits Opfer sozialistischer „Bildungsreformen“, die in nichts anderem als der Absenkung der Leistungs-/Prüfungserfordernisse bestanden haben.
d) Sie sind meist nicht „vom Fach“ – und wenn sie es dennoch sein sollten, sind sie idR. „Unterrichtsflüchtlinge“, die rechtzzeitig die „Kurve“ in die Politik gefunden haben, nachdem sie – wenigstens ansatzweise – ihre fehlende Eignung erkannt haben.
e) Sie sind Politiker und werden von Eltern (vgl. bc) wiedergewählt
f) Sie (& viele Lehrer) halten sich für „intellektuell“ – und der „Geist“ steht – angeblich – „links“.
@ Marcus Agrippa
Ich bemerke, das Sie offensichtlich voll im Thema sind ! Meine Frage an den Lehrkörper: Warum setzt sich bei den KuK nicht mal der Gedanke durch, das sie in kürzester Zeit obsolet sein könnten. Niederes Bildungsniveau braucht keine Lehrer mit Studium. Warum ist der überwiegende Teil LinksGrün ideologisiert ?
Für eine Gesellschaft im rasanten Niedergang genau das Richtige.
Wo bleiben die Schüler, die sich auf dem Gymnasium noch die Voraussetzungen für eine qualifizierte berufliche Ausbildung erwerben wollten?
Nicht jeder ist mit Bürgergeld zufrieden.
„Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle.“ – Maria Böhmer (CDU) am 12.03.2008
„Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“ – Martin Schulz (SPD) am 09.06.2016
„Ab einem Anteil von 35 Prozent Kindern mit Migrationshintergrund in einer Klasse nehmen die Leistungen überproportional ab.“ – Heinz-Peter Meidinger (Deutscher Lehrerverband) am 05.01.2023
Der Aufschlag am Boden der Wirklichkeit wird fürchterlich sein.
Die Vereinfachung ist notwendig, um weiter Abitur-Durchschnittsnoten von 1,0 und 1,1 zu generieren, das möglichst bei der Hälfte des Abiturjahrgangs.
Indes ist es ein Verbrechen an den Texten, die nicht dazu da sind, irgendwelche gegenwärtige Lebenswelten zu spiegeln, sondern die kulturelle Substanz der Geistesgeschichte. Gute Literatur ist „das Spiel von Sprache, Geist und Form“, wie es einst der Philologe Karl Büchner zusammenfaßte; das können nur die Autoren selbst, nicht irgendwelche pädagogisch beflissene Lektoren. Schule darf ruhig mal ein wenig anstrengend sein, daheim kann man sich später auch noch erholen.
Loch in Erde
Bronze rin
Glocke fertig
Bingbingbing.
Einfach genug?
Und Beethovens „Fünfte“ reduzieren wir auf „da, da, da, daaa“.
Ich müßte mir so eine einfache Variante einmal zulegen, kennen tue ich derlei allerdings aus dem Fremdsprachenunterricht, da wurde so etwas auch verwendet. Aber da ging es vorwiegend um die Fremdsprache. (Aber gut, im Deutschunterricht inzwischen ja wohl auch.)
Wer im Literaturunterricht (v. a. an Gymnasien) solche einfachen Varianten verwendet, hat nicht verstanden, worum es bei Literatur geht. Den „Plot“ und „die Moral“ kann man sich auch noch kürzer besorgen, z. B. über ein Literaturlexikon.
Traurig, sehr traurig.
Aber offenbar darf der Durchschnittsdeutsche nicht gebildeter sein als der Durchschnittspolitiker es sein will, mehr verdienen (oder netto im Geldbeutel haben) darf er anscheinend ja auch nicht bzw. nur, wenn man als Multiplikator für die Parteilinie gilt.
„Wer im Literaturunterricht (v. a. an Gymnasien) solche einfachen Varianten verwendet, hat nicht verstanden, worum es bei Literatur geht. „Die Berliner „Bildungsssenatorin“ gesichert auch nicht, das wäre auch zu viel verlangt. Aber fürs Tennis spielen reicht es noch.
Wir werden von Dummköpfen regiert.
Eher von opportunistischen, narzisstischen Bösewichten.
Wer hat Leute die so etwas verzapfen denn in Regierungsverantwortung gebracht? Wozu müssen auch Schul-, Ausbildungs- und Studienabbrecher dafür sorgen das Schiller und Goethe ordentlich gelehrt werden.
Da sprechen Sie wirklich ein Problem an.
Was wollen wir von Politikern erwarten, die selbst nur über eine geringe Allgemeinbildung und z.T. dazu noch ohne Berufserfahrung vor uns „den großen Maxen“ machen wollen?
Dumme, ungebildete Menschen lassen sich halt von dummen, ungebildeten Menschen besser führen.
Nen! Auf „Döp-döp-döp“!
Goethes FAUST in leichter Sprache: (In einem Zimmer mit hoher Decke sitzt Faust an seinem Schreibtisch.)
„Ich habe sehr lange studiert: Philosophie, Jura, Medizin und sogar Theologie.
Ich habe viel gelernt und viel gelesen.
Trotzdem fühle ich mich nicht klüger als vorher.
Ich glaube, dass ich eigentlich nichts wirklich weiß.
Ich bin frustriert, weil ich trotz all meines Wissens die Welt nicht verstehe.
Ich bin ein angesehener Lehrer, aber innerlich fühle ich mich leer.
Ich finde keinen Sinn mehr in meinem Leben.“
Wie soll ein junger Mensch da noch Freude an Literatur und Sprache entwickeln?
Am Ende bleibt von Goethe oder Shakespeare bei so etwas nur eine billige Seifenoper, wie es sie wahrlich schon mehr als genug gibt…
Das geht noch kürzer.
Faust.
Verzweifelt am Leben.
Dem Teufel ergeben.
Gretchen gesehen.
Schon wars geschehen.
Gretchen Kind gekriegt
Faust sich verdrückt.
Gretchen verrückt.
Gretchen in Zelle.
Faust in die Hölle?
Wollen die das überhaupt.
Deutsch als Sprache hat doch auch kaum Anknüpfungspunkte an das Alltagsleben von Schülern mit Migrationshintergrund.
Schüler, welche das Lesen nur bedingt oder kaum beherrschen, gehören nicht in eine Abiturklasse.
Nein, auf ein Brettergymnasium
In Deutschlands wird jetzt alles „vereinfacht“, und die Steuern, Abgaben, Beiträge, Gebühren werden erhöht. Auch Einwanderung in die Sozialsysteme und die Einbürgerung wird vereinfacht. Tagesschau ab sofort in „einfacher“ Sprache. Deutschland ist jetzt ein Land der Vereinfachung
Statt „Vereinfachung“ muß es wohl „Verblödung“ heißen.
12.01.26, WELT
„… Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Spandau wird als erste deutsche Schule nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921-2025) benannt …“
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6964cb1b54e8233d6fbde86e/margot-friedlaender-berliner-schule-wird-nach-prominenter-holocaust-ueberlebender-benannt.html
Wer Inhalte der Literatur kürzt, kürzt Lehre und hat sie selbst nicht verstanden.
Man kann es kurz fassen: „Loch gebuddelt, Bronze rin. — Glocke fertig, bim-bim-bim“
„Der Berliner Schülersprecher kritisiert, dass
Literaturklassiker nichts mit dem Alltag von Schülern mit Migrationshintergrund zu tun haben.“
—
…. und weiter geht’s in DEM Sinne …….
Mit dem Hintergrund von Schülern hat das meiste, was sie in der Schule lernen, zunächst einmal nichts zu tun. Integralrechnung nicht, deutsche Grammatik eigentlich auch nicht, Kunst und Musik schon dreimal nicht. Ein völlig idiotisches Argument. Aber bitte: Schafft das alles ab, dafür dann Wirtschaftsunterricht, Reparaturkurse für defekte elektrische Leitungen, sanitäre Anlagen, lockere Ziegel, kaputte Fahrräder. Ach, das brauchen die auch nicht, weil der Papa das macht oder der den Handwerker holt. Bleiben also wohl nur noch das Smartphone und „Gaming“…
Und weil Goethe kein Araber oder Chinese oder sonstwas war, müssen die deutschen Kinder in Deutschland nun ausländische Literatur lesen, damit Literatur für Kinder mit Migrationshintergrund etwas mit deren Alltag zu tun hat? Die wollen übrigens, dachte ich, daß ihr Alltag hier in Europa und v. a. in Deutschland stattfindet.
Verblödetes Identitätsgeschwätz.
Und nichts gegen praktische Eigenschaften.
Ich kenne einen Handwerker, der repariert fast alles. Und Goethe, Schiller, Bach und Beethoven sind ihm dennoch bekannt.
Um Gottes willen. Absolut nichts gegen praktische Fertigkeiten. Und Goethe, Schiller, Bach und Beethoven sollte man vielleicht schon vom Namen her kennen. Aber so wie man ein „guter Mensch“ sein kann, ohne eine Glühbirne wechseln zu können, so kann man auch ein „guter Mensch“ sein, ohne die Genannten zu mögen oder auch nur zu kennen.
Aber Kinder zu „guten Menschen“ zu erziehen, ist Sache des Elternhauses, nicht zuvörderst eine solche der Schule. Und der Absolvent eines Gymnasisums sollte halt genauso etwas mit Kunst, Literatur und Naturwissenschaften anzufangen wissen, wie ein Geselle oder Meister von seinem Handwerk etwas verstehen sollte, so daß er sich auch in Nichtstandardfällen zu helfen weiß.
Da deutsche Kinder an vielen Schulen ohnehin schon die Minderheit darstellen, ist es praktischer und effektiver, wenn sie sich integrieren, statt der Migranten. Deshalb sollte man am besten gar keinen Deutschunterricht mehr anbieten, sondern gleich alle arabisch lernen lassen, damit sie später wenigstens den Koran lesen können.
„„Der Berliner Schülersprecher kritisiert, dass Literaturklassiker nichts mit dem Alltag von Schülern mit Migrationshintergrund zu tun haben.““
Vielleicht mehr TikTok und Influencer Gedöns?
Den Alltag von Schölern mit Migrahi möchte ich meinen Kindern nicht zumuten.
Man sollte gerade in Berlin im Fach Deutsch viel mehr Comics einsetzen!
Da gibt es dann zur Freude der Bildungssenatorin nur gute Noten in Deutsch!!
Ich denke nicht. nach meiner Erfahrung können heute noch weniger Menschen Comics lesen, als etwa Goethe.
Das Problem ist, dass dies eine eigene Lesetechnik erfordert, die ebenso erlernt werden muss, wie das übliche Lesen.
Wer gut Lesen kann, denkt oft, er könnte Comics lesen, weil er die Texte lesen kann. So funktioniert das jedoch nicht.
Das ist per einfacher Interpretationsübung nachweisbar. Indiz ist, wenn einem passionierten Leser auch die besten Comics für Erwachsene keine Freude bereiten – dann kann er sie nicht lesen.
Verstehe ich es richtig: Bestimmte Schüler wollen an Deutschen Gymnasien in Deutsch keine Deutschen Klassiker lesen, weil sie keinen Bezug dazu haben wegen ihres Migrationshintergrund.
Sollen stattdessen lieber ausländische Klassiker in ausländischer Sprache in Deutsch gelesen werden?
Ich bin verwirrt!?
Der ausländische Klassiker schlechthin nennt sich doch Koran. Den lernen ganz viele auswendig.
„Sollen stattdessen lieber ausländische Klassiker in ausländischer Sprache in Deutsch gelesen werden?“
aber sicher doch…
Nur bitte im Ausland…
Wer „..das Lesen nur bedingt oder kaum beherrschet..“ ist im Gymnasium fehl am Platze.
So einfach ist das
nicht vergessen im Bundestag darf einer solchen Person das Mandat nicht verwehrt werden – falls er/sie gewählt wurde – darum werden alle am Gymnasium „durchgezogen“.
Klasse Begründung, um Teile im Original zu lesen: Bei inhaltlicher Vereinfachung entstünde eine zu große inhaltliche Vereinfachung. Aha! Tautologie können sie.
Die vereinfachte Version von Schillers „Das Lied von der Glocke“:
Loch in Erde, Kupfer drin, fertig Glocke bim bim bim…:-)
Bronze, soviel Zeit muss sein.
Die Glocke von Schiller Kurzversion: Loch in die Erde Bronze rinn. Glocke fertig bimm bimm bimm.
Wiso heißt es dann noch Gymnasium?!?
Dann sollte man doch konsequenterweise auf die Behandlung dieser Texte im Unterricht verzichten und lieber Qualitätsliteratur der Gegenwart lesen wie z.B. „Blutbuch“ von Kim de l’Horizon …
Die Erkemntnisse von Goethe und Schiller hätten die erlebte Zeit von Friedländer eigentlich verhindert. Vermutlich hätte sie jetzt einer Namensnennung des Gymnasiums mit ihrem Bezug abgelehnt.
„….weil bei inhaltlichen Vereinfachungen eine zu große inhaltliche Vereinfachung entstünde.“ Diese „Erklärung“ fand ich im Text. Der Schnee ist weiß, weil er weiß ist. Ein Lektorat ist manchmal nicht schlecht.
Und „Schnee“ gibt es auch zum schnupfen.
„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles andere vergessen hat.“ Wie schön, wenn schließlich nichts mehr zum Vergessen da ist und Bildung gleich auf dem Nullpunkt beginnt. Das löst dann auch viele Demenzprobleme…
Das Lied von der Glocke von Friedrich Schiller in einfacher Sprache:
Loch in Erde,
Bronze rin,
Glocke fertig,
Bim, bim, bim.
Für einfache Gemüter.
„Und Goethe spielte Flöte
Auf Schiller seinem Pi(ano)“ –
so sagten wir als Pennäler als Ergänzung der bekannten „Glocken-Kurzfassung“…
Gleichwohl habe ich mich nach der ‚Schul-Lektüre‘ des jeweiligen ‚Originals‘ daheim auf die Gesamtausgaben aus dem 19. Jh. gestürzt, da der ‚Appetit‘ nun einmal geweckt war!
Das dürfte sich nach der Zwangslektüre zeitgenössisch ‚verhunzdeutschter‘ (so Georg Chr. Lichtenberg) Texte* allerdings für die meisten ‚Schöler‘ erledigt haben…
*Anmerkung: Das Ganze nennt sich ‚Sozial-Demokratisierung‘ der Schulbildung schon seit den 1970er Jahren): Man senkt das Niveau so lange ab, bis auch der letzte öläugige Plattkopf den Ansatz einer Chance entwickeln könnte, ‚mitzukommen’…
Anstatt den Menschen mit Migrationshintergrund Bildung zu geben, wird nun den Menschen ohne Migrationshintergrund Bildung unter dem Vorwand der Rücksichtnahme auf Migrantenkinder Bildung verwehrt.
Deutschland geht zurück in die intellektuelle Vor- und Frühgeschichte
Und so läuft es doch in der gesamten Migrationsgeschichte.
Hier wird nicht integriert und gefördert.
Man einigt sich auf den kleinsten, noch nicht einmal gemeinsamen, Nenner.
Integration bedeutet, das wir uns an die neuen Bedingungen anzupassen haben.
Zugewanderte haben einen Anspruch auf die Bewahrung ihrer kulturellen Identität.