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Informationsfreiheit

Baerbock-SMS zur Ukraine: Verwaltungsgericht Berlin verpflichtet Auswärtiges Amt zur Veröffentlichung

Die frühere Außenministerin Annalena Baerbock warb 2023 per SMS bei anderen Staaten für eine UN-Resolution zur Ukraine. Das Auswärtige Amt wollte die Nachrichten geheimhalten. Doch als „amtliche Informationen“ müssen diese nun veröffentlicht werden.

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Das Auswärtige Amt muss vier SMS der früheren Außenministerin Annalena Baerbock herausgeben, mit denen sie für Zustimmung zu einer UN-Resolution zur Ukraine warb. (IMAGO/Pacific Press Agency)

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Kurznachrichten auf Diensthandys können unter das Informationsfreiheitsgesetz fallen. Das Verwaltungsgericht Berlin hat das Auswärtige Amt nun verpflichtet, vier beim Ministerium vorhandene SMS der früheren Außenministerin Annalena Baerbock offenzulegen. Das Urteil erging am 20. März 2026 im Verfahren VG 2 K 3/24.

Geklagt hatte Arne Semsrott, Projektleiter der Transparenzplattform FragDenStaat. Er hatte im Juni 2023 Zugang zu SMS beantragt, mit denen Baerbock bei Vertretern anderer UN-Mitgliedstaaten um Unterstützung für eine Ukraine-Resolution geworben hatte. Der Antrag bezog sich auf eine Abstimmung in der UN-Generalversammlung im Februar 2023.

Die Resolution ES-11/6 wurde am 23. Februar 2023 mit 141 Ja-Stimmen, sieben Gegenstimmen und 32 Enthaltungen angenommen. Sie forderte einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine auf Grundlage der UN-Charta und verlangte den Abzug russischer Truppen aus dem international anerkannten Staatsgebiet der Ukraine. Beschlüsse der UN-Generalversammlung sind politisch relevant, aber grundsätzlich nicht rechtlich bindend wie Resolutionen des Sicherheitsrats.

Das Auswärtige Amt lehnte den Informationsantrag zunächst ab. In den Klageunterlagen heißt es, das Ministerium habe geltend gemacht, SMS seien keine amtlichen Informationen im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes. Kurznachrichten ersetzten formlose Telefongespräche; aktenrelevante Inhalte würden regulär veraktet. Im Widerspruchsverfahren berief sich das Ministerium außerdem darauf, dienstliche Kommunikation per SMS sei nach internen Nutzungsvorgaben untersagt und deshalb regelmäßig nicht aktenrelevant.

Vor Gericht setzte sich diese Argumentation nicht durch. Das Verwaltungsgericht stellte nach den veröffentlichten Entscheidungsgründen darauf ab, dass die vorhandenen SMS amtlichen Zwecken dienten und objektiv aktenrelevant waren. Maßgeblich war demnach nicht der Kommunikationsweg, sondern die Bedeutung der Nachrichten für einen außenpolitischen Vorgang: Baerbock warb bei anderen Staaten für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten bei den Vereinten Nationen.

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Das Gericht knüpft damit an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur digitalen Kommunikation an. Dieses hatte 2021 einen Anspruch auf Zugang zu Twitter-Direktnachrichten des Bundesinnenministeriums im konkreten Fall abgelehnt, zugleich aber klargestellt, dass digitale Nachrichten grundsätzlich amtliche Informationen sein können. Voraussetzung ist, dass nicht nur ihr Inhalt, sondern auch ihre Aufzeichnung amtlichen Zwecken dient. Das ist nach der Rechtsprechung dann der Fall, wenn der Inhalt nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Aktenführung aktenrelevant ist.

Das Auswärtige Amt muss die SMS allerdings nicht vollständig ungeschwärzt herausgeben. Zum Schutz internationaler Beziehungen können nach den Berichten einzelne Angaben unkenntlich gemacht werden. Genannt werden Namen von Adressaten aus Senegal, Äthiopien, Nigeria und Brasilien sowie länderspezifisch angepasste Formulierungen zum russischen Angriffskrieg.

Das Urteil bedeutet nicht, dass jede Kurznachricht eines Regierungsmitglieds automatisch veröffentlicht werden muss. Voraussetzung bleibt, dass die Nachricht vorhanden ist, dienstlichen Zwecken dient und aktenrelevant ist. Außerdem können gesetzliche Ausschlussgründe greifen, etwa zum Schutz internationaler Beziehungen oder personenbezogener Daten.

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50 Kommentare

  • So wie die SMS von Ursula von der Leyen bei Verhandlungen mit dem Impfhersteller, vor Gericht freigeklagt wurde und bis heute nicht einsehbar?

  • „Senegal, Äthiopien, Nigeria und Brasilien“

    Nun, Ana-Lena’s Englischkenntnisse setzte ich als bekannt voraus.
    Bin gespannt zu sehen, was man den Buchstaben der SMS entnehmen kann.

    • 50 Shades of Baerbock’s Grammatik…

      • Sehr schöner Kommentar !!!

    • 271 chat bots hatten zu tun die 5 Sätze zu entziffern

  • Ab nach Bautzen mit ihr.

    • Ist das Ihr Ernst?

  • Spannende Doppelmoral: In Deutschland wird eine SMS vom Verwaltungsgericht wie ein ‚formloses Telefonat‘ behandelt, um sie nicht herausgeben zu müssen. Auf EU-Ebene bahnt Kommissionspräsidentin von der Leyen per SMS Milliarden-Deals an. Und das Beste: Hüben wie drüben gibt es ja zum Glück den Lösch-Button…

    • das netz vergißt nichts man muß nur wissen wo es ist

      • Und das ist gut so!

  • Sieht nach einem Pyrrhussieg aus…

    • In der Tat. Rd. 3 Jahre Prozessdauer allein in der 1. Instanz (das AA geht nicht in Berufung??). Und jetzt geht ggf. ein neues Verfahren los was alles (nicht) geschwärzt werden darf. Bürokratie 4.0 im besten DE das es je gab….

  • Na, dann sind die Hürden für den Herausgabeanspruch ja ziemlich hoch. Das erleichtert den Entscheidungsträgern die Arbeit. Und schwärzen dürfen die auch noch. Wie soll man bei einer Stelle erkennen, dass sie rechtmäßig geschwärzt wurde ?

  • Verbrecher benutzen ein anderes Handy.
    Es geht hier um Verbrechen.

  • Wann wird Frau Berbock endlich angeklagt?

  • Jetzt noch das gleich Urteil für die sms Nachrichten von Frau von der Leyen und der Rechtsstaat gewinnt wieder das Vertrauen bei den Bürgern zurück.

  • Was hat die Trampoline wieder angestellt?

    • @Oberlehrer: Nach dem nächsten Prozess in ca. 3 Jahren wissen wir es – vielleicht. Ggf. kommen noch Berufung und Revision obendrauf. Wenn die heutige UN-Praktikantin damals wirklich was angestellt hat, kann man ihr allenfalls noch die üppige Pension ein bißchen kürzen.

  • Man sollte Apollo News per SMS unters Volk bringen,dann bleibt Alles geheim oder wird geschwärzt,aber Keiner angeschwärzt,die Regierung macht´s vor.

  • was übrig bleibt ist Guten Tag und Tschüß, der Rest ist schwarz wie immer

  • Ja und? Dann wird das Handy kurzerhand verschwinden, oder ein Mitarbeiter lacht den Verlauf und und und🤷‍♂️

  • Annalena Baerbock oder: Das Drama des unbegabten Kindes.

  • Uuups, versehentlich gelöscht, ein ‚Mitarbeiter‘ war’s. Leider nicht mehr zu rekonstruieren.
    Aber aus dem Gedächtnis heraus war auf jeden Fall alles rechtskonform….

  • Sehr gut, wir sind alle ganz Ohr…
    Ich hoffe nur das Gestammel kann überhaupt lesbar übersetzt werden!

  • Diese SMS sollte mal AN hier bringen,man braucht wieder mal was lustiges,ob nun die Buchstaben geschüttelt oder gerührt,egal,ist eben alles verdrückt ausgekehrt und über Kreuz ergibt das vielleicht einen Sinn oder eben doch nur Blödsinn.

  • Ich befürchte den Aufwand hätte man sich sparen können, schließlich reden wir über die Herrscherin der ganzen Welt und als diese wird sie die SMS natürlich längst gelöscht haben, gelernt bei U. von der Lüge.

  • Wer hat denn die schon wieder rausgelassen.
    Muss den jegliches Politweibsvolk wirklich vor die Tür, nur weil Mutti Merkel ihnen ein Pöstchen gab.
    Es ist schon Schlimm genug das sie von Steuergeldern ein fürstliches Leben führt.

    • Mich dünkt; mann soll sich lieber darüber Gedanken machen was passiert, wenn das Rhetorikwunder von den UN wieder in den Bundestag herabsteigt und Jedem den Krieg erklärt. Nicht, dass Sie dann noch Puteschantzlerin wird…

  • Oh, Mist, versehentlich gelöscht. War wirklich keine Absicht!

  • Jetzt wird die Olle schon wieder aufgewärmt.
    Gab’s keine wichtigen Nachrichten?

    • doch, die gibts immer.
      aber dafuer musst du alternative freie medien und blogs aufsuchen.
      auch mal auslaendische.
      hier wirst du sie nicht finden.

  • Der Inhalt

    „Deutschland beteiligt sich an [schwärz] Aufstellung [schwärz] Dixieklos [….] Ukraine. Wer macht mit?
    Bockbaer“

  • You can say you to me.

  • Wer schreibt eigentlich noch SMS????

  • Wird alles schwarz sein..
    Die Grüne hat keinerlei Kurs in Rechtschreibung gemacht…

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