Werbung:

Werbung:

Florian Heger

ARD-Chef nennt „angebliche“ Diskrepanz zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung eine „steile These“

Der ARD-Chef behauptet, es sei eine „steile These“, dass es Unterschiede zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung gebe. Ein Misstrauen gegenüber dem ÖRR würde zum Hinterfragen der Demokratie führen. Dem müsse man sich entgegenstellen.

ARD-Chef Florian Heger will keine kurzfristigen Einsparungen durch Programmstreichungen. (IMAGO/wolf-sportfoto)

Werbung

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte im Interview mit Bild gesagt, dass ARD und ZDF sich nach der „Effizienz, der Neutralität, der Ausgewogenheit“ fragen lassen müssen. Es gebe eine zunehmende Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung. Der ARD-Vorsitzende Florian Heger wehrt sich im Interview mit der FAZ nun gegen diesen Vorwurf – er spricht von einer „steilen These zur angeblichen Diskrepanz zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung“.

Weiter sagte er: „Im digitalen Zeitalter trifft das einfach nicht mehr den Punkt. Es gibt so viele veröffentlichte Meinungen.“ Dann kritisierte er, dass Klöckner als ehemaliges Mitglied des Rundfunkrates des SWR von Neutralität gesprochen habe. „Das Wort kommt zum Beispiel in unserem Auftrag gar nicht vor. Dort stehen die Worte Objektivität und Überparteilichkeit.“ Es gehe nicht darum, die Menschen zu belehren, sondern Geschichten zu veröffentlichen, „über die sie lachen oder auch weinen können“.

Er warf der Bundestagspräsidentin vor, dass „raunend zu fordern, ,man müsse sich Fragen stellen‘“ dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht helfe. Helfen würde konkrete Kritik. Heger sagte, dass es der ARD nicht immer gut gelinge, Fehler aufzuarbeiten. Doch man strebe beständig danach, sich zu verbessern. Obwohl er Klöckners These infrage stellte, sprach er zugleich davon, dass es einen Vertrauensverlust gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gebe.

„Dieses Misstrauen scheint sogar eine identitätsstiftende Funktion zu haben, die unsere Demokratie allmählich infrage stellt. Hier müssen die öffentlich-rechtlichen Sender einen Gegenpol bilden.“ In seinen letzten elf Monaten als Vorsitzender wolle er dazu beitragen, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken. Die Gebührenkommission KEF geht für 2027 davon aus, dass ARD und ZDF einen Finanzbedarf von 10,5 Milliarden Euro haben werden.

Vor 2029 sei nicht mit relevanten Einsparungen zu rechnen. „Wir wollen keine kurzfristigen Einsparungen durch Programmkürzungen, sondern langfristig in allen Bereichen nachhaltig effektiver arbeiten.“ Die Rundfunkanstalten hätten Pläne für ihre mittelfristige Entwicklung.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

74 Kommentare

  • Hinterfragen der Demokratie ist ein Kernbestandteil einer funktionierenden Demokratie, Dem will sich der ARD Chef entgegenstellen.

    • nicht das Hinterfragen DER Demokratie sieht der ARD Chef als Problem, sondern das hinterfragen UNSERERDEMOKRATIE! Ein feiner, aber wesentlicher Unterschied!

      • Schön, dass in seinen Ausführungen wieder von UNSERERDEMOKRATIE die Rede war, das sagt alles…

        • Ich frage mich wirklich warum die das so betonen. Klingt sehr danach als hätte es ein Memo gegeben, dass alle Institutionen von „unserer Demokratie“ sprechen müssen.
          Genauso wie alle Corona Maßnahmen Kritiker auf der ganzen Welt bis nach Neuseeland als Nazis tituliert wurden

          0
    • Sein wir doch mal ganz ehrlich !! Das Florian Heger den Job bei der ARD bekommen hat lag wohl eher nicht unbedingt an seiner Intelligenz oder seinem Programmgestalterischen Qualitäts und Kreativ Anspruch.
      Es ist zu befürchten dass eher ein Mangelnder Demokratisch Freiheitliche Unterbau und Ethisch Moralische Defizite für ihn gesprochen haben könnten um eine solche Position auftragsgemäß und zufriedenstellend für einen Linksextremen Rundfunkrat ausführen zu können .

  • Medienkritik verallgemeinernd als Angriff auf die Demokratie darzustellen, verkennt die Funktion von Kontrolle und Dialog. Medienkritik ist kein Staatsakt, sondern Teil demokratischer Kontrolle. Viele Menschen fühlen sich vom ÖRR nicht repräsentiert, weil Auswahl, Ton und Gewichtung der Themen oft den elitären, mediensozialisierten Blick widerspiegeln statt die Realität vieler Zuschauer. Wer das nicht hören und anerkennen will, gehört erst recht kritisiert und beobachtet, denn solche Abwehrreaktionen stinken zum Himmel.

    • Hallo Atlas,
      Wow.
      Ins schwarze getroffen.
      Vielen Dank.

      • Tja, auch „Atlas“ hat manchmal lichte, realistische Momente… Aber nur manchmal!

    • Atlas ich habe Hoffnung.

      • Widersprechen Sie ihm und Sie können die Hoffnung aufgeben.

        • Seien Sie jetzt nicht so gekränkt und wiederholen Sie lautsprechend die beiden folgenden Sätze, die Ihnen sicherlich guttun werden:

          „Ja, die Menschen zahlen immer öfter digital, weil es viel bequemer ist als Barzahlung, opfern somit freiwillig ihre Freiheit und nein, das hat natürlich nichts mit Mode zu tun.“

          „Ja, es ist völlig legitim, wenn ich der Meinung bin, dass Bargeld viel bequemer ist, aber das ist mein individueller Käse und interessiert in Debatten um gesellschaftliche Entwicklungen niemanden die Bohne.“

          Machen Sie es! Wird Ihnen bestimmt guttun!

          0
    • Bei „Gewichtung der Themen“ fällt mir exemplarisch die Tagesschau ein. Wieder ein Sack Reis in China umgekippt. Wieder ein Sack Soja in Indien zerrissen. Wieder ein total unbekannter, aber linientreuer Künstler mit irgendeinem nichtssagenden Preis ausgezeichnet. Und nun das Wetter.

    • wer bist du, und was hast du mit Atlas gemacht?

  • Wer behauptet immer die Wahrheit zu sagen, ist per Definition schon ein Lügner.
    Genauso könnte er behaupten, der Rundfunkbeitrag wäre freiwillig.

    • „Wer behauptet, immer die Wahrheit zu sagen, ist per Definition bereits ein Lügner.“

      Eine erstaunlich stabile Aussage und gerade hier bei Apollo besonders treffend. Viele Menschen neigen dazu, ihre eigenen Ansichten als unumstößliche Wahrheit zu betrachten. Das ist menschlich und völlig verständlich. Wer jedoch ständig Unwahrheiten aufdeckt, läuft leicht Gefahr, anzunehmen, selbst die absolute Wahrheit zu kennen.

      Dabei liegt genau in diesem Prozess das Wesentliche: Unwahrheiten aufzudecken, bringt uns der Wahrheit zwar näher, aber vollkommen erreichen werden wir sie jedoch nie.

      Manchmal habe ich das Gefühl, dass Menschen gezielt in diese Wahrheits-Ignoranz gelenkt werden. Die mächtigen Medien füttern die Leute bewusst mit halben Wahrheiten und Lügen, damit sie glauben, klüger zu sein, als sie tatsächlich sind. Und dann denken viele, sie müssten sich bei jedem noch so komplexen Thema einmischen und würden alles besser wissen. So entstehen Unruhen und Spaltung. Teile und herrsche!

  • Die Lösung ist so einfach: Abschaffung der Zwangsgebühren. Wer ÖRR sehen und hören will, soll dafür zahlen, andere nicht.

  • Ein Misstrauen gegenüber dem ÖRR würde zum Hinterfragen der Demokratie führen. Will Herr Heger implizit ein Gesetz/einen Grundgesetz-Artikel anregen, Bürger seien verpflichtet, ARD und ZDF zu vertrauen. Sonst Sanktionen!
    Ja, ok, der Medienstaatsvertrag (§ 26) enthält keine Pflicht zur „Neutralität“ (Meinungslosigkeit), aber: „Die Rundfunkanstalten sind bei der Erfüllung ihres Auftrags … insbesondere zur Gewährleistung einer unabhängigen, sachlichen, wahrheitsgemäßen und umfassenden Information und Berichterstattung wie auch zur Achtung von Persönlichkeitsrechten verpflichtet. Ferner sollen sie die einem öffentlich-rechtlichen Profil entsprechenden Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit achten und in ihren Angeboten eine möglichst breite Themen- und Meinungsvielfalt ausgewogen darstellen.“ Das Zauberwort heißt AUSGEWOGENHEIT. Man darf Positionen präsentieren, aber unterm Strich müssen alle möglichen Positionen fair und gleichmäßig zum Ausdruck kommen, nicht nur die beliebten.

    • Daneben gibt die Professionalität vor, Nachricht und Meinung zu trennen. In einer Nachricht müßte es demnach immer heißen „der Prof. XY“, niemals aber der „umstrittene Prof. XY“. Letzteres ist Framing und dient dazu, den Leuten ins Gehirn zu sch… .

  • Nun, es hätten also „die Rundfunkanstalten … Pläne für ihre mittelfristige Entwicklung“.

    Prima, die hätte ich auch – ob da aus Synergiegründen nicht eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre …?

  • Die Medien Geschichte der konservativen Medien in den USA ist sehr interessant. Man kann davon sehr viel lernen. Die regressive Linke hatte die Mainstream Medien für sich erobert. Es entstand eine Monokultur , ähnlich wie an den meisten amerikanischen Unis. Nicht nur FOX entsandt Ende der 80er. Viele Langwellensender sendeten konservative Talk Shows und anderen Kontent. Noch heute kann man auf dem Land nichts anderes hören, da der woke NPR Radio meist im urbanen angesiedelt ist auf UKW.
    Heute gibt es in Europa eine erfreuliche Vielfalt von konservativen und manchmal auch klassisch Liberalen Medien.

  • Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, sollte man nicht die Frösche fragen, ob es ihnen recht ist… .

  • „In seinen letzten elf Monaten als Vorsitzender wolle er dazu beitragen, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken.“, indem er für „zufällig ausgewähltes“ Publikum, solch skurrile Formate wie „Die 100“ sorgt und die „Tagesschau“ zum Auslandsjournal macht? Alles klar.

    • Zufällig – unter ausgesuchten Personen – ausgewählt.

    • Wieso man nimmt 200 Grünlinke und wählt zufällig 100 davon aus… Alles Zufall…

  • Das Misstrauen ist berechtigt. Die Mainstream-Medien haben z. B. während der Corona-Zeit versagt.
    Apollo kann noch in diesem Jahr zum erfolgreichsten alternativen Medium werden. Parallel zu den Erfolgen der AfD bei den kommenden Landtagswahlen.
    https://jlt343.wordpress.com

    • ewig clickbait – ist wie betteln in der Fussgängerzone

  • Es herrscht pathologische Realitätsverweigerung in den oberen Etagen des Landes.
    Und ohne Übertreibung, so langsam wird es für unser aller Existenz gefährlich.

  • Wenn der ÖRR so toll ist braucht er Eigentlich keine Zwangsgebühren . Die Zuschauer würden denen die Bude einrennen .

  • Bevor ich dem oerr auch nur noch ein wort glaube, muss Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.

    • Das bekommt der ÖRR bestimmt irgendwann auch noch hin…

  • Das System Epstein: Sie alle gehören zu einem weltweit agierenden Club!

  • Das erinnert an die Propaganda-Berichte aus längst vergangener Zeit.

    Ja hat der ÖRR denn überhaupt nichts begriffen.

  • Der ÖRR kann ja ohne Zwangsgebühren gar nicht überleben.
    Am freien Markt hätten sie keine Chancen den Links ist schon von RTL besetzt. 🤣

  • Alle meine Mainstreammedien-Kumpels sind einer Meinung und das muss ja wohl die öffentliche Meinung sein.
    Wer will da widersprechen…

  • ich muss leider immer nur weinen wenn ich jeden Monat meine Gebühren bezahlen muss für diesen Mist

  • der meint wohl, zdf etc. seien die demokratie selbst. totale hybris!

  • Das hieße im Umkehrschluß: Der ÖRR veröffentlicht die öffentliche Meinung. Was aber nachweislich nicht stimmt.
    Denn mindestens 25 % der öffentlichen Meinung in Form der AfD – Wählerschaft werden bei den sog. „talkshows“ unterdrückt.

  • Wenn das ein AfD Politiker gesagt hätte, wäre es keine „steile These“, sondern übelste Hass und Hetze…

  • Konkrete Kritik? Wie wärs mal damit anzufangen, Parteienvertreter grob entsprechend den Umfragen und Wahlergebnissen in Talkshows einzuladen, anstatt rote Splitterparteien absolut krass überzurepräsentieren und DIE neue Volkspartei vielleicht zu 2, 3%?! Zuletzt hatte ja „Hart aber Fair“ NICHT AfD-Mann Siegmund eingeladen, der drauf und dran ist, die ABSOLUTE MEHRHEIT zu holen, sondern statt dessen den frisch in Position gehievten CDU-Mann Sven Schulze.

  • Wenn man den Mann als, sagen wir’s freundlich, als naiv oder nicht von dieser Welt bezeichnete, wäre das sicher eine steile These. Sehr viel realistischer wäre wohl die Bezeichnung „Propagandist der übelsten und verantwortungslosesten Sorte“. Ganz ehrlich lagen mir einige durchaus justiziable Bezeichnungen auf der Tastatur. Nun – gute Erziehung…

  • Genosse Heger möchte ins Panoptikum der DDR-Betonköpfe aufgenommen werden.
    Er hat beste Chancen…

  • „Helfen würde konkrete Kritik.“ Genau das hilft aber nicht mehr. Der ÖRR sieht sich über den Dingen stehend und lässt alles, was nicht gefällig ist, abprallen. Mehr noch: Er trägt maßgeblich zur Kommunikation von immer kruderen und weltfremderen Meinungsbildern bei. Und das hat System und wird diese Gesellschaft weiter zerstören.

Werbung