Historische Ausmaße

Rückschlag für Trump: Demokraten erringen Erdrutschsieg bei US-Zwischenwahlen

Zwei Jahre nach Trumps Sieg bei den Präsidentschaftswahlen werden die Republikaner bei den US-Zwischenwahlen verheerend abgestraft: Sie verlieren Senat und Repräsentantenhaus voraussichtlich deutlich. Selbst in tief republikanisch geprägten Staaten können die Demokraten gewinnen.

Die US-Zwischenwahlen sind ein schwerer Rückschlag für US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner (IMAGO/Newscom / AdMedia)

Noch sind die Wahlergebnisse in den 50 Bundesstaaten der USA bei Weitem nicht vollständig ausgezählt. Dennoch zeichnen sich die Demokraten bereits als deutliche Sieger der Zwischenwahlen ab, die als Stimmungstest für die Politik von US-Präsident Donald Trump gelten. Nach den Wahlergebnissen, die bereits vorliegen, werden die oppositionellen Demokraten beide Kammern des US-Kongresses, sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus, deutlich gewinnen – die Republikaner verlieren dabei in vielen ihrer angestammten Staaten und Wahldistrikte sowie in solchen, die Trump vor zwei Jahren noch komfortabel gewonnen hat.

Laut aktuellem Stand (6:25 Uhr) konnten die Demokraten laut NBC im Senat bereits sechs Sitze sicher hinzugewinnen – in Alaska sind sie zudem favorisiert. Damit werden sie voraussichtlich mindestens 54 Sitze gewinnen – vor der Wahl hielten sie nur 47 Sitze inne. Besonders bemerkenswert ist, dass die Siege der Demokraten vor allem in historisch gesehen tiefroten (republikanisch geprägten) Staaten stattfinden: etwa in South Carolina, Texas und Kansas.

Im Repräsentantenhaus konnten die Demokraten laut NBC bislang 26 Sitze hinzugewinnen (Stand: 6:25 Uhr); bis zum Ende der Auszählung dürften sie noch viele weitere Sitze hinzugewinnen. NBC News prognostiziert, dass die Demokraten am Ende des Wahlabends bei 255 Sitzen stehen werden – damit hätten sie im Vergleich zu 2024 etwa 40 Sitze hinzugewonnen und eine deutliche Mehrheit im Repräsentantenhaus.

Ein Achtungserfolg der Republikaner sind bislang lediglich die Gouverneurs- und die Senatswahl im großen Bundesstaat Florida, die sie für sich entscheiden konnten. In beiden Wahlen konnten sich die republikanischen Kandidaten mit etwas mehr als 50 Prozent der Stimmen gegen die Demokraten durchsetzen.

In fast allen anderen Staaten, die laut vorherigen Umfragen als umkämpft galten, konnten dagegen die Demokraten gewinnen: Bereits früh am Wahlabend konnte der ehemalige Gouverneur Roy Cooper im Trump-Staat North Carolina gewinnen und damit den ersten Senats-Nettogewinn für die Demokraten einfahren. Im bislang als Swing-State geltenden Staat Georgia konnte unterdessen der Demokrat Jon Ossoff seinen Sitz mit einem für die Republikaner blamablen Vorsprung von über 15 Prozentpunkten verteidigen.

Auch in Bundesstaaten wie Michigan, Texas, Ohio und Maine, wo sich die Republikaner vor den Wahlen viele Chancen ausgerechnet hatten, konnten sich am Ende die Kandidaten der Demokraten durchsetzen: Damit werden selbst umstrittene Demokraten, etwa Abdul El-Sayed in Michigan, der enge Beziehungen zu islamistischen Organisationen unterhält, oder der Texaner James Talarico, bald zu Senatoren.

Die größte Überraschung der Wahlnacht war wohl South Carolina: In Umfragen lag die republikanische Kandidatin Darline Graham, die erst im Sommer den Senatssitz ihres verstorbenen Bruders Lindsay Graham übernommen hat, deutlich vorne – nun konnte jedoch die Kandidatin der Demokraten Annie Andrews mit voraussichtlich rund vier Prozentpunkten Vorsprung gewinnen. Noch 2024 hatte Trump den Bundesstaat mit rund 18 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen.

US-Präsident Donald Trump hat sich über die Plattform Truth Social zu Wort gemeldet und verkündet, dass die Republikaner die Zwischenwahlen mit seinem Namen auf dem Wahlzettel in einem Erdrutschsieg gewonnen hätten. Der New York Times sagte Trump, dass er das Wahlergebnis akzeptieren werde.

Die Wahlergebnisse werden wohl historisch schlecht für die Republikaner ausfallen: Zwar werden sie ähnlich viele Sitze im Repräsentantenhaus verlieren, wie bei Trumps ersten Zwischenwahlen 2018, jedoch laut NBC-Prognose auch deutlich mehr Gouverneurs- und Senatssitze als damals. Die Wahlniederlage fällt damit alles in allem verheerender aus, als noch 2006, als der damals unpopuläre George W. Bush das Land anführte.

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37 Kommentare

  • Ein Präsident, der angibt, mit ihm auf dem Stimmzettel hätte es einen „Erdrutschsieg“ gegeben, hat den Bezug zur Realität verloren.

    • Momentan haben so einige Länder ihre eigenen Trump an der Spitze sitzen .
      So werden sich das die Trump Wähler wohl eher nicht Vorgestellt haben .
      Da fällt mir auch noch eine Wählergruppen in Deutschland ein !

      Ps .Helios_1
      Soll auch Spitzenpolitiker geben die mit 70 schon gefühlt im Endstadium einer Demenzerkrankung befinden könnten !

    • Trump ist schon lange ein Fall für den Psychiater. Aber immer wieder erstaunlich, wie viele Lemminge es gibt, die solchen kranken Narzissten hinterherrennen. Sieht man hier in den Kommentaren, habe ich aber auch schon mehrfach im Berufsleben erlebt.

      • Psychiater? Der Alte ist mit über 80 im Endstadium einer Demenzerkrankung.

  • Trump hatte versprochen, die Endloskriege zu beenden. Er tat genau das Gegenteil. Venezuela, Iran. Und das ist jetzt die Quittung. Das Traurige dabei: Die ‚Demokraten‘ sind dasselbe in Grün. Ein Muster, das sich quer durch alle Länder des Westens zieht. Alle Versprechen werden gebrochen. Eine einzige Farce.

    • Amerikaner mögen Kriege. Was sie nicht mögen, ist für sie bezahlen zu müssen.

  • Die Demokraten verkaufen ihren Wahlsieg als Triumph der Demokratie. Tatsächlich ist es zunächst nur ein Machtwechsel innerhalb eines politischen Systems, das seine strukturellen Probleme seit Jahrzehnten mit immer neuen Schulden, Geldentwertung und staatlicher Umverteilung kaschiert.

    Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Trump Stimmen verloren hat, sondern wer künftig die Interessen der Finanzindustrie, des aufgeblähten Staatsapparates und der mächtigen Lobbygruppen bedient.

    Die Wall Street kennt ohnehin keine Parteitreue. Sie verdient unter Republikanern wie Demokraten – solange die Geldschöpfung und die Schuldenmaschine weiterlaufen.

    Die Bürger dürfen wählen, wer sie regiert. Aber sie dürfen nicht darüber entscheiden, wer das Geldsystem kontrolliert. Und genau dort liegt das eigentliche Machtproblem.

    • Boah jetzt kommt da einer mit der Wallstreet.

      Es ist Ende 2026, nicht 2005 wo du irgendeine Youtube Dokumentation über die Federal Reserve gesehen hast und dann dir einbilden konntest das wäre Geheimwissen was jetzt die Welt erklärt. Wer glaubst du profitiert von Wallstreet und dem Staatsapparat? Genau diese Wähler.

  • jetzt rächt sich, dass die Massen aus Kalifornien in die Redstates ausgewandert sind und wollen, dass es dort wird, wie es in Kalifornien schon ist.

    • wenn sie es wollen, dann sollen sie es halt auch bekommen.

      gewaehlt-geliefert.

      wie immer.

    • Die mögen die Slums offenbar!

    • Ehrlich jetzt !? Und das Verhalten die Kompetenz Zuverlässigkeit und die Person Trump als ganzes haben damit nichts zu tun ?
      Der Mann und weite Teile seiner Gefolgschaft sind doch völlig überfordert ! Erinnert sie das nicht auch an Deutschland ? Nur in Amerika gibt es keine Konservative alternative zu den Republikanern . Und das sagt ein Konservativer !

    • Das hat überhaupt nix mit den Benzinpreisen, den Lebenshaltungskosten und den Immobilienmärkten zu tun, das liegt an den Wählern aus Kalifornien.

      Wie dumm seid ihr eigentlich.

      Achso, hab ich kurz vergessen.

  • Es war leider absehbar, aber ist nicht so dramatisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Die regierende Partei verliert grundsätzlich die Midterms. Dass die Dems nun die Mehrheit haben, bedeutet nicht, dass sie ihre Vorstellungen umsetzen können. Der Präsident kann per Vetorecht und Executive Orders weiter regieren. Bei der eigentlichen Wahl 2028 entfällt der Trump-Malus. Dann werden wahrscheinlich Vance oder Rubio antreten.

  • Tja, er hat den Merz gemacht und seine Wähler und Weggefährten verraten. Hat Bibi schon kondoliert?

    • Trump würde ich niemals mit sowas unterirdischem wie Merz vergleichen. Dazwischen liegen Welten!

  • Trump sollte in Rente gehen. Sein Ego-Trip kommt bei den Wählern nicht gut an. Er sollte Platz für Vance und Rubio machen.

    • Also erst mal diese dumme, bundesdeutsche Art zu sagen „in Rente gehen“, was in den USA überhaupt kein Konzept ist, sondern nur für dumme Malocher das Lebensziel ist „Rentner“ zu werden, kann er nicht „Platz“ machen für Vance und Rubio, weil beide keinen Trump Platz einnehmen können und dazu noch bittere Konkurrenten sind. An wen würde sich Vance dranhängen? Bei wem würde er sich einschleimen?

  • Als überzeugter Demokrat (nicht die Partei gemeint), ist die USA keine Demokratie, sondern eine Oligarchie. Es gibt nur die Auswahl zwischen Cholera und Pest. Das ist keine Demokratie. Die finanz starken Personen und Unternehmen regieren die USA als auch die Welt. Die letzte US Wahl hat 14 Milliarden Dollar gekostet. Wie soll sich eine Person aus dem Volk für das Amt des Präsidenten bewerben können, wenn man die finanziellen Mittel nicht hat? Das Geld kommt von Firmen und Milliardären die ihre eigenen Interessen haben. Das Volk ist egal.

  • Was soll man da erwarten! Das Bildungssystem in den USA ist noch katastrophaler als in Deutschland. Trump hat viel gegen illegale Migration und diesen ganzen woken Wahnsinn getan. Dafür gebührt ihm Dank. Wirtschaftlich war das leider nicht so gut. Den Krieg mit dem Iran hätte er gewinnen müssen!
    Trotzdem ist der Sieg der Demokraten ein weiterer Rückschritt für das Land. Die Wirtschaft muss laufen und es braucht günstige Energie. Dafür stehen die Demokraten nicht. Es wird Stillstand geben.

  • Wer sich jetzt so begeistert mit den Linken und Islamisten ins Bett legt, hat die daraus entstehende Zukunft wirklich verdient!
    Da ist mir Trump doch deutlich lieber!!

  • Was für ein grandioses Schmierentheater um die Massen unter Kontrolle zu behalten.
    Deutschland hinten dran.

    Schon schön so eine gelebte Demokratie…

    • Was für dummes, fatalistisches Geheule.

  • Rückschlag ? 🤔

    Das ist ein pol. Blutbad für Trump!

    und seine Politik ohnehin, seine schamlose Politik für das 1% billinaires Club..Nix mit Jobs Jobs Jobs – das Gegenteil passiert, brutale Inflation wöhrenec sich seine bros die Taschen Vollpacken. Eine völlig gescheiterte Iran Offensive , die das Leben in America brutal verteuert.

    Und: Die Amerikaner hassen Putin ! und sie hassen Trump dafür, dass er sich schamlos mit Putin ins Bett legt.

    Americans DON’T like Stalin and Stallins sucker bro’s like Vlad Putin.

    It’s not a blue wave it’s. a Bluenami💡

  • Ohaa. Wähler in den USA scheinen genauso merkbefreit zu sein wie in Deutschland. Democrats, my ass…

    • menschen des dekadenten westens sind ueberall gleich.

      • „alle Anderen sind schuld dass meine Loserpartei nicht gewinnt“

  • Jetzt kommen die Anklagen raus und die MAGA Gang wird im Knast verschwinden.

    • Ach herjeh.
      Diese Knastfantasien findet man immer mehr.

      Schon mal was von politischer Auseinandersetzung gehört? Oder gar einfacher demokratische Abwahl oder Abtritt nach zwei Legislaturperioden?

      Nein? Muss „Knast“ sein?

      Bemerkenswert.
      Beati pauperes spiritu.

  • EILMELDUNG: Trump streicht Militärhilfe für Israel

    -20
    • vor dieser ankuendigung hat trump schon viele langfristige vertraege mit israel abgeschlossen.

      ausserdem:

      *Die USA und Israel verhandeln derzeit über ein Nachfolgeabkommen für die Zeit nach Auslaufen des bisherigen Hilfspakets 2028. Dabei soll der Fokus von einseitiger Finanzhilfe (Foreign Military Financing) hin zu einer engeren technologischen und industriellen Partnerschaft verschoben werden.*

      • Gemini sagt:

        Obwohl die Führung der Republikaner traditionell uneingeschränkt an der Seite der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu steht, gibt es in der „America First“-Basis Isolationsbestrebungen. Teilen der Maga-Anhängerschaft war das Ausmaß an finanzieller und militärischer Unterstützung für Auslandskonflikte zunehmend schwer zu vermitteln.

        Um den Vorwürfen der Demokraten den Wind aus den Segeln zu nehmen und isolationistische Wähler zu bedienen, kündigte Trump unmittelbar vor den Wahlen an, direkte Militärhilfen (rund 4 Milliarden Dollar jährlich) für Israel bis Ende 2026 einzustellen, da Israel wohlhabend genug sei. Dieses späte, überraschende Transaktionsangebot wurde von Analysten als verzweifelter Versuch gewertet, den Angriffen progressiver Demokraten auszuweichen.

        • Ich finde es interessant, wie Biobots ohne biologische Intelligenz instinktiv zum Sprachrohr für künstliche Intelligenz werden.

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    • Selbst bei einer so einfachen Faktenmeldung, die Trump-Anhänger auch ganz geschickt rechtfertigen können, hagelt es hier rote Daumen? Die deutschen AfD Lümmel sind eben einfach nur dumme Reaktionäre.

      • Vielleicht, weil es sich noch nicht um eine reale Veränderung handelt, sondern bisher nur um eine Ankündigung?

        Wir wissen doch alle, wie wankelmütig „the Donald“ ist.

        • Das ist etwas, was auf Drängen von Netanjahu erreicht wurde, der damit seine liberale Opposition in Israel von Unterstützung und Bedingungen der US Regierung abtrennen will.

          0
  • Da kann sich das Trumpeltier ja jetzt bei Bibi und Miriam ausheulen.
    PS: Das deutsche Kniegeficke wegen einer Wahl in Amiland ist nur noch erbärmlich!