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Linksradikale

Eichhörnchen gegen Straßenkämpfer: Die „Gen Z“-Bewegung zerlegt sich selbst

Die „Gen Z“-Bewegung ist gespalten. Den einen waren die Halloween-Proteste zu harmlos, die anderen fordern eine klare Abgrenzung zu Plünderern und Gewalttätern. Wer tatsächlich hinter den einzelnen Gruppen steckt, bleibt nebulös.

Intern zerstritten: Das Protestbündnis „Gen Z regelt“ (IMAGO/ZUMA Press)

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Nur wenige Tage nach den bundesweiten Protesten an Halloween befindet sich die „Gen Z“-Bewegung schon in ihrer ersten handfesten Krise. Intern rumort es gewaltig: Ortsgruppen distanzieren sich von der eigenen Dachorganisation – die distanziert sich wiederum von den Ortsgruppen. Die Rede ist von gezielter Vereinnahmung der Proteste und von Spaltung der Bewegung. Sogar verschwörungstheoretische Vorwürfe, von der Bundesregierung als kontrollierte Opposition eingesetzt worden zu sein, stehen im Raum.

Hintergrund der nun aufgebrochenen Auseinandersetzung ist vor allem die Frage des bewegungsinternen Führungsanspruchs. Besonders umstritten ist dabei die Frage, wer das Gen-Z-Bündnis nach außen vertreten und gegenüber Presse, Politik und Öffentlichkeit legitimerweise repräsentieren darf. Schon seit Wochen kursieren in den sozialen Medien unter den Namen „Gen Z regelt“ und „Gen Z regelt das“ zwei verschiedene Labels, die beide den Deutungs- und Alleinvertretungsanspruch der Bewegung für sich reklamieren. Welche Personen und Gruppen jeweils dahinterstehen, bleibt unklar.

Spielte der Konflikt noch keine besondere Rolle, solange die gemeinsame Mobilisierung für die Proteste am 31. Oktober im Vordergrund stand, ist er nun im Nachgang offen ausgebrochen. Stein des Anstoßes sind zwei offizielle Stellungnahmen von „Gen Z regelt“ zum Umgang mit den gewaltsamen Ausschreitungen und zum Verhältnis zu militanten Protestformen. In dem ersten via Instagram veröffentlichten Statement heißt es: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form der Gewalt sowie von gewalttätigen Handlungen anderer Gruppen oder Einzelpersonen, die nicht Teil unserer Demonstration waren. Wir stehen für friedlichen Protest und demokratische Werte und das Recht, unsere Meinung frei zu äußern. Gewalt war und ist niemals Teil unserer Bewegung.“

Die Kritik an dem Statement, das aus Sicht zahlreicher Kommentatoren einseitig die eigene Gewalt verurteile, während es zur „Polizeigewalt“ kein Wort verliere, folgt auf dem Fuß. Der linke Aktivist „Fuchsrevolte“ schreibt dazu: „Und wieder spielt die Bundesorga brav das Spiel vom Staat mit und beteiligt sich fröhlich an der Spaltung der Bewegung. Super Peinlo! Ich bin froh, dass viele der örtlichen Veranstalter*innen da wesentlich stabiler sind und diese Linie nicht mittragen.“ Die Berliner Ortsgruppe des Gen-Z-Bündnisses kommentiert nur knapp: „Wir distanzieren uns von diesem Post“.

Noch harscher und unversöhnlicher fallen die Reaktionen auf eine zweite Stellungnahme des „Gen Z regelt“-Bündnisses aus, das auch jene auffallend professionell gemachte Webseite betreibt, über die sich mehr als 180.000 Menschen zu den Protesten am Reformationstag „angemeldet“ hatten. Laut Impressum steht ein gewisser Akram Selo dahinter – ein nach eigenen Angaben 18-jähriger Abiturient, der öffentlich zwar als Sprecher der Bewegung auftritt, den aber kaum jemand kennt und über den bisher so gut wie nichts bekannt ist.

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Selo oder wer auch immer schreibt in dieser anonymen Stellungnahme: „In letzter Zeit kursieren zahlreiche Gruppen und Social-Media-Accounts unter unserem Namen, bei denen nicht eindeutig nachvollziehbar ist, wer hinter ihnen steht. Viele Accounts, überwiegend Ortsgebundene, teilen Inhalte, die mit unseren Inhalten nicht vereinbar sind. Von diesen Accounts und Gruppierungen distanzieren wir uns.“ Zwar wolle man eine basisdemokratische Bewegung mit „handfesten Strukturen“ aufbauen und sich „lokal organisieren“, das sei jedoch nur mit Gruppen möglich, die „die gleichen Grundwerte und Ziele haben.“

Wie schon das erste provoziert auch dieses Statement in der linken Szene umgehend scharfe Ablehnung. Die „Gen Z regelt“-Ortsgruppen Wuppertal, Ravensburg und Stuttgart kommentieren den Instagram-Beitrag beinahe wortgleich und schreiben, „nichts mit dieser Stellungnahme zu tun“ zu haben und sich ausdrücklich „gegen diese Spaltung“ zu verwahren. Das „Antifaschistisches Schüler*innenkollektiv Bremen“ unterstellt den Autoren gar, von der Bundesregierung kontrolliert zu werden, und fragte rhetorisch: „Kommt dieses Statement aus dem Kanzleramt?“

Auch der linke Aktivist Raphael Klein, der online unter seinem Künstlernamen „Honey Balecta“ auftritt, reagiert empört. Im Vorfeld der Demonstrationen hatte sich Klein an der Mobilisierung beteiligt und Erwachsene gemeinsam mit dem Konkurrenzlabel „Gen Z regelt das“ dazu aufgerufen, die Proteste „bedingungslos“ zu unterstützen und sich mit ihren Körpern „zwischen die Bullen und unsere jungen Mitmenschen“ zu stellen (mehr dazu hier).

Nun erklärt Klein via Instagram: Dieses Statement sei „an Lächerlichkeit nur schwer zu übertreffen. Was hier versucht wird ist, eine dezentrale und vielseitige Bewegung für sich zu vereinnahmen. Fallt auf so etwas nicht herein, es sind keine einzelnen, die irgendeine Deutungshoheit über die Bewegung für sich beanspruchen könnten.“

In dieselbe Kerbe schlägt die Gruppe „Gen Z regelt das“, die sich per Videobotschaft in einer Art Gegenstatement am Montag unmissverständlich gegen die offiziellen Organisatoren der Proteste gewendet hat. „Leute, wenn das nicht irgendein Psy-Op vom Verfassungsschutz ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Aber was auch immer die sind, sie vertreten auf jeden Fall nicht diese sehr stabile Bewegung. Auch wenn sie sich so darstellen und das alleinige Repräsentationsrecht anmaßen: Die wurden von der Basis dazu nie legitimiert“, heißt es darin etwa.

Weiter heißt es, das Auftreten und die Stellungnahmen der ominösen und weitgehend anonymen Hintermänner der bundesweiten Dachorganisation „Gen Z regelt“ hätten das Potenzial, „die ganze Bewegung zu zerlegen, bevor es überhaupt richtig losgegangen ist.“ Man appelliere daher an „alle Ortsgruppen und Menschen, die da nicht mitgehen: Holt euch diese Bewegung zurück. Tut euch zusammen und macht auch öffentlich klar, dass diese Bundesorga euch nicht vertritt.“

Ebenfalls interessant vor dem Hintergrund dieser internen Abspaltungsdynamiken ist, dass sich die Teile der vorher einheitlich auftretenden Bewegung nun auch stilistisch klar voneinander abgrenzen. Während „Gen Z regelt“ weiterhin in orange-schwarzen Farben und mit einem Eichhörnchen als Symbol auftritt, hat „Gen Z regelt das“ sein Corporate Design zu Beginn der Woche völlig umgestellt. Das Bündnis zeigt sich online seit Kurzem in neongrüner und schwarzer Aufmachung sowie mit der schwarz-weißen Silhouette eines ernst und kämpferisch anmutenden Gesichts und mobilisiert unter diesem Banner bereits zum zentralen Jugendprotesttag am 20. November sowie zu einem bundesweiten Aktionstag Mitte des Monats.

Damit manifestiert sich die Spaltung und Neusortierung der „Gen Z“-Bewegung aber nicht nur visuell. Das deutlich linkere „Gen Z regelt das“-Bündnis, hinter dem sich vor allem linksradikale und extremistische Hochschul-, Jugend- und propalästinensische Gruppen verstecken, kontrolliert längst sämtliche Ortsgruppen und hat bewegungsintern vollständig die Regie übernommen. Zu erwarten ist damit nicht nur eine verbale Radikalisierung der Protestbewegung.

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18 Kommentare

  • Eine Bewegung, die mit einem Eichhörnchen für eine bessere Zukunft wirbt und schließlich im Straßenkampf endet, ist das perfekte Sinnbild einer politisch orientierungslosen Generation.

    Man fordert mehr Staat, mehr Umverteilung, mehr Sozialleistungen und weniger Verantwortung. Wenn dann die eigene Bewegung von ideologischen Extremisten gekapert wird und in Gewalt umschlägt, ist die Überraschung groß.

    Wer jahrelang linke Ideologie, moralische Überheblichkeit und die Verachtung bürgerlicher Ordnung kultiviert, sollte sich nicht wundern, wenn am Ende die Anarchie statt der Utopie regiert.

    Der Sozialismus verspricht das Paradies und produziert regelmäßig das Chaos.

    • Ich komme eh nicht dahinter gegen was die Eigentlich Demonstrieren ?

      Wenn es wirklich ernsthaft um Zukunft der Jugend gehen würde Sympathisieren und Unterstützen eigentlich die falschen Parteien ihr anliegen !

      Den niemand vernichtet schnell Nachhaltiger und Unumkehrbarer ihre Zukunftsaussichten als die Kleptokraten der Kartellparteien !

      Billionen neue Schulden und ein sich Explosionsartig weiter aufblähender Beamten und Sozialstaat für die ganze Welt ohne am ende eine effektives Wirtschaftswachstum machen z.b jede wie auch immer geartete Rentenreform irrelevant !
      Die längst begonnenen Verteilungskämpfe um die Schwindenden Steuereinnahmen werden gerade zu lasten Jungen Leute gehen !

      Wenn Demos dann doch wohl gegen die Steuerverschwendung der Kartellparteien !

      • Olaf, diese Jungen Leute haben von Wertschöpfung und Kapitalismus, wenn überhaupt, nur rudimentäre Kenntnisse. Die glauben wirklich das man unendlich Schulden machen kann oder vom Geld der Anderen lange gut leben kann. Der Staat wird’s schon richten. Wer sich aber in Geschichte auskennt weiß wohin das führt und das dies so nicht funktioniert. Denen fehlt Erfahrung, Weitsicht und Bildung.

    • So ist es. Aber warum der Generation erzählen? Die wissen doch sowieso schon wie alles geht.

  • Wer Ordnung, Leistung, Eigentum und bürgerliche Werte verachtet, darf sich nicht wundern, wenn am Ende Chaos und Gewalt an ihre Stelle treten.

    Das ist das vorhersehbare Ergebnis einer politischen Linken, die jede Form von Autorität delegitimiert, aber glaubt, ihre eigene Revolution werde selbstverständlich friedlich, vernünftig und gerecht verlaufen.

    Wer den Rechtsstaat verachtet, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann das Recht des Stärkeren regiert.

  • O, du Ausgeburt der Hölle!
    Soll das ganze Haus ersaufen?
    Seh ich über jede Schwelle
    Doch schon Wasserströme laufen.
    Ein verruchter Besen,
    Der nicht hören will!
    Stock, der du gewesen,
    Steh doch wieder still!

    Aus “ Der Zauberlehrling „

  • „Make love not war“. Die romantische Liebe meinen Sie damit vermutlich nicht.

  • Kann mir irgendein Kenner dieser Bewegung sagen, warum man Gen Z schreibt und Gen C sagt?

  • Interessanter Beitrag
    Indemis.org
    „ Türkischstämmige Frankfurter Polizistin
    Nach den Vorfällen in Frankfurt: Herkunft entschuldigt keine Gewalt – Zusammenhalt braucht klare Haltung“

    https://www.indemis.org/analysen/blank-3-1

  • Es wird der Flügel von Gen-Z siegen, der Freitags Schulfrei und höheres Demogeld verspricht.

  • Eine systematische diskriminierende Situation gegen die Steuerzahler.

  • Diese jungen Menschen sehnen sich nach dem Islam
    Er wird uns alle führen.
    Danke Gen Z.

  • Judäische Volksfront vs. Volksfront von Judäa. Ich lach mich scheckig.

  • Wieder mal Hessenschau.
    Interview mit einem jungen Mädchen.
    Polizeigewalt, legitimer Protest, schnell sprechend und Ziel der Demos nun auch Antikapitalismus.

    Solche Parolen kommen in der Jugend von Links und Grünen.

    Achso, jugene Dame als Interviewerin. Fragen zu Plünderungen.
    Wir sind friedlich.
    Keine Frage zu Antifa und Palästina Flaggen. Keine Fragen zu Vermmungen bereits Nachmittags. Keine Frage zum schwarzem Block bereits Nachmittags.
    Keine Frage warum bereits nachmittags in Köln, genau aus solchen Gründen, der Demo Zug aufgelöst wurde.
    Warum wird sowas von den Demo Veranstaltern nicht im Vorfeld unterbunden. Und zwar überall.

    Aber wir sind friedlich und Antikapitalistisch.
    Danke für diese Lügen.

  • Anders als in Frankreich hat diese Bewegung keine Aussicht auf Erfolg, weil sich die Musel grundsätzlich nicht für deutsche Politik interessieren. Egal ob Klimagedöns oder gegen Rechts, das sind immer weiße Veranstaltungen. Daran ändern auch die plündernden Migranten aus Frankfurt nichts.

    • 3 x linke Schuh abgerippt – das ist krass.

      • Ja man muss ja schließlich auch mal die Schuhe wechseln, oder? Außerdem, warum stellen die deutschen Kartoffeln die Schuhe auch nicht paarweise vors Fenster? Nicht das die Glückskekse noch verletzt werden. Es läuft immer besser. Lidl hat jetzt einen Kinderpyjama rausgebracht da trägt das Modell schon einen Schnurrbart.

  • „Antifaschistisches Schüler*innenkollektiv Bremen“ klingt nach ner schweren, kollektiven Vollmeise.

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