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New York Times

Brasilien: Wahlrechtsexperten halten Annullierung der Wahl nach Verlängerungseklat für realistisch

Mehrere Wahlrechtsexperten haben in der New York Times erklärt, dass sie eine Wahlannullierung in Brasilien für realistisch halten. Viele Wahllokale waren in einem beispielslosen Akt zwei Stunden länger geöffnet als vorgesehen.

Lula ging als Sieger aus der Wahl - bleibt das so? (IMAGO/Brazil Photo Press)

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Die Präsidentschaftswahl in Brasilien könnte aufgrund der Verwirrung um die kurzfristige Entscheidung, die Wahlzeit zu verlängern, für ungültig erklärt werden. Das berichtet die New York Times unter Bezugnahme auf mehrere Wahlrechtsexperten in Brasilien.

Der Lula-nahe Richter am Obersten Gerichtshof Brasiliens, Cristiano Zanin, beschloss wenige Minuten vor Schließung der Wahllokale, die Öffnungszeiten aller Wahllokale um zwei weitere Stunden zu verlängern. Eigentlich hätten die Wahllokale am Sonntag landesweit bereits um 17 Uhr (Zeitzone UTC-3) schließen sollen, sie blieben bis 19 Uhr auf. Am Ende gewann Amtsinhaber Lula die Wahl vor seinem konservativen Konkurrenten Flavio Bolsonaro – ob die Wahlverlängerung dafür ausschlaggebend war, ist allerdings offen.

Die New York Times beruft sich auf vier befragte Anwälte aus Brasilien, welche die Situation als „beispiellos“ bezeichnen. „Das ist eine äußerst ernste, kritische Situation“, so die Wahlrechtsexpertin Priscilla Sodré Pereira. Zum Zeitpunkt der Verlängerung waren einige Wahllokale nämlich bereits geschlossen. Dort waren die digitalen Wahlmaschinen bereits heruntergefahren worden und konnten dann trotz der Verlängerung nicht wieder in Betrieb genommen werden. An anderen Orten kam die Nachricht von der Verlängerung noch vor dem Herunterfahren – dort konnte dann weitergewählt werden.

Laut Fernando Neisser, Professor für Wahlrecht an der Fundação Getulio Vargas, einem brasilianischen Forschungsinstitut, könnte genau das nun zur Annullierung führen: Gegenüber der New York Times sprach er davon, dass die Wahl für ungültig erklärt werden könne, wenn der Vorsprung sehr gering sei und sich herausstelle, dass Wahllokale in Gebieten, die einen Kandidaten stark begünstigen, länger geöffnet geblieben seien.

Präsident Lula gewann am Sonntag die Wahl in Brasilien noch deutlicher als vor vier Jahren mit nun fast 52 Prozent der Stimmen gegen seinen Kontrahenten Bolsonaro. Eine Überraschung: Noch in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen lag er deutlich hinter Bolsonaro.

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In Brasilien kritisierte der Verfassungsrichter Nunes Marques die Entscheidung zur Wahlverlängerung scharf – im brasilianischen Fernsehen sagte er: „Es gab keine Vorschrift, die irgendeine Verlängerung erlaubt hätte.“ Bolsonaro hat angekündigt, den Wahlausgang vor Gericht anzufechten (mehr dazu hier).

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33 Kommentare

  • Offenbar haben die Linken in Brasilien keine Möglichkeit zum Wahlbetrug per Briefwahl, wie in Deutschland und den USA.

    • Die haben etwas noch viel besseres. Elektronische Wahlurnen.

    • Die sind da moderner – dafür weniger larmoyant… 🤦‍♂️🤢

    • Briefwahlbetrug wird wohl bei der Nachwahl zur Anwendung gelangen.

      • @“Seriöser“_Maximus: Auf Ihre Einlassung zum „Familienbetrieb” weiter oben konnte man nicht mehr antworten. Daher muss die Replik hierhin.
        Merken Sie nicht, dass man Ihre Polemik und Ihr Besserwissertum problemlos gegen Sie richten kann? Genau so lässt sich der Lula-Clan als „Familienbetrieb” bezeichnen. Wenn Sie sich so gut in der brasilianischen Politik und Gesellschaft auskennen, dann sind Ihnen gewiss die feinen Söhnchen von Lula, Fábio Luís Lula da Silva („Lulinha“) und Luis Cláudio Lula da Silva bekannt. Dass die beiden meilenweit nach Korruption riechen, weiß jeder. Nur weil Sie als Linker und Ihre Genossen Väterchen Lula als Lichtfigur sehen, seid Ihr blind für seine verheerende Politik.

  • Seltsam, alle VORWÜRFE gab es bei der Berliner Wahl auch…. da war alles rechtsstaatlich! DIE LINKE ist Wahlsieger, ganz überraschend und gegen allen Umfragen….

    Und länger geöffnete Wahllokale, keine Wahlzettel oder spätere Öffnungszeiten? Kenne ich auch irgendwo her…. so Berlin-Wahl? ALLES VÖLLIG DEMOKRATISCH….

    „Mit dem eintreffen der Briefwahlstimmen kommt das alles wieder in Ordnung mein …..“

  • Gute Idee auch für den Sport
    wenn der gewünschte Sieger kurz vor Ende der Spielzeit zurückliegt, lässt man einfach länger spielen.

  • Das etwas nicht stimmen konnte, war klar bei der Entwicklung der Ergebnisse zu sehen.
    Zunächst war Lula ein wenig vorne, bis ca. 300000 Stimmen. Dann kam bei jeder neuen Auswertung ein wenig mehr für Bolsonaro hinzu. Und das stetig. Bis Bolsonaro dann mit 50,60 % vorne lag, bei einem Auszählungsstand von knapp 30 % fing die Sache an zu kippen. Und zwar nicht, wie man vermuten könnte, dass das ein Rennen entstanden wäre, bei einmal der, dann der andere wieder zulegt.
    Ab diesem Zeitpunkt ging es nur noch für Lula nach oben.

    Aber so sind Sozialisten! Sie haben große Probleme mit der Demokratie

  • Die Hauptsache die v.d. Leyen hat schon herzlich ihrem Freund gratuliert. Zweifel hat die nicht!

  • „Wahlmaschinen“ – da ist mit und ohne Verlängerung die Manipulation voprogrammiert.

  • Wahlen biegen bis es passt !
    Woher kommt einem das jetzt bekannt vor ?

    • Schwarz-Afrika?

  • Es ist noch so undurchsichtig. Auch Bolsonaros Team bat wohl um eine Verlängerung… Wir müssen kritisch, sogar skeptisch aber auch gerecht sein/bleiben.
    https://amerika21.de/2026/10/291497/praesidentschaftswahl-brasilien-2026

    • Komisch, Sachlichkeit und Ehlichkeit werden von so manchen Voreiligen oder Wenig- oder Garnichtdenkern negativ bewertet ? Natürlich kann es auch von Links kommen…

      • AN hat ein hochemotionales Publikum. Wenn da etwas die gefühlte Realität stört, dann wird draufgehauen. Eine weniger feminisierte Leserschaft beurteilt die Dinge deutlich sachlicher. Es ist wahr: auch die Gegenseite hat einer Verlängerung zugestimmt. Aber das ist dann keine Nachricht mehr, über die man sich aufregen kann. Und ohne Emotionen funktioniert Manipulation eben nicht.

        • Gefühlte Realität?
          Erzähl mal Urm.
          Dein Antisemitismus ist definitiv nicht gefühlt!

          1
  • Die sozialistischen Abwirtschafter der Welt können sich nur noch durch Betrug, dunkle Machenschaften und Korruption an der Macht halten Da ist es in Brasilien nicht anders als in der EU und Deutschland. Haben wir in Brasilien etwa auch ein Förderprojekt „unsere Demokratie“, das sich un so etwas kümmert?

  • Am Ende gewann Amtsinhaber Lula die Wahl vor seinem konservativen Konkurrenten Flavio Bolsonaro – ob die Wahlverlängerung dafür ausschlaggebend war, ist allerdings offen.

    Und das genau ist die Frage aller Fargen, wenn die Sache vor Gericht geht.
    Sollte es keine eindeutigen Belege dafür geben, daß allein die zweistündige Verlängerung der Stimmabgabe zum Sieg Lulas geführt haben, dann bleibt es bei dem Wahlergebnis.
    Ich freue mich jetzt schon auf den 4. November, wenn die Ergebnisse der midterms hier Gegenstand unzähliger Artikel werden.

    -17
    • Orakel BMW, welche Ergebnisse schweben dir vor und warum?

      • Die Grünen in den USA sind sein Favorit.

  • Das geht nicht! Ein Soze hat „gewonnen“!

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