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Doktortitel weg

Trotz Plagiatsaffäre: Mario Voigt soll weiter an Privathochschule lehren

Trotz seiner Plagiatsaffäre darf Mario Voigt weiter als Dozent an der privaten Quadriga-Hochschule lehren. Er sei „als hervorragender Dozent auch weiterhin willkommen“, erklärt die Hochschule.

Von

IMAGO/Karina Hessland

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Die private Quadriga-Hochschule will an Mario Voigt als Dozent festhalten – auch nachdem dieser jetzt offiziell seinen Doktortitel verloren hat. „Während seiner Tätigkeit an der Hochschule war er ein von den Studierenden geschätzter und bestens bewerteter Hochschullehrer. Daher ist er an unserer Hochschule als versierter Experte, Fachmann in verschiedensten Bereichen der Politik und hervorragender Dozent auch weiterhin willkommen“, teilte die Hochschule gegenüber der Jungen Freiheit mit.

Eine Professur wird der CDU-Politiker jedoch nicht mehr ausüben können. Grund ist das Hochschulgesetz des Landes Berlin, das dafür eine abgeschlossene und gültige Promotion vorsieht. Voigt hatte über den US-Wahlkampf zwischen George W. Bush und dem späteren Obama-Außenminister John Kerry promoviert, dabei jedoch in vielen Fällen abgeschrieben.

Ministerpräsident Voigt hatte am Mittwoch erklärt, seinen juristischen Widerstand gegen die Aberkennung der Doktorwürde einzustellen. Er begründete das mit Verweis auf politische Aufgaben. „Ich möchte mich ohne irgendwelche Abstriche darauf konzentrieren, was vor uns liegt“, so Voigt in einem Pressestatement.

Die TU Chemnitz entzog Voigt im Januar die Doktorwürde. Seitdem hatte dieser, der die Entscheidung damals als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnet hatte, öffentlich Widerstand gegen diese Entscheidung geleistet – denn der „wissenschaftliche Kern“ seiner Doktorarbeit sei unstrittig, hieß es damals.

Am Mittwoch erklärte er dann den Verzicht auf weitere rechtliche Schritte (Apollo News berichtete). Dieser falle ihm nicht leicht, da er viel Arbeit in die Dissertation gesteckt habe. Ein Rechtsstreit erfordere aber Zeit, Energie und Aufmerksamkeit. Diese wolle er ohne Abstriche Thüringen geben.

mro

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59 Kommentare

  • Ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen und anständigen Dozenten.

    • In welchem Fach … Täuschen und Tarnen, Frei Sprechen und Reden per KI?

      Also wer angeblich keine Zeit für Rechtsstreit hat als MP, der kann also nebenbei lehren? wo man wieder beim Täuschen sind…

      Fragt sich welch Bildungsinstitut braucht solch Expertise?

  • Das soll wohl ein Scherz sein. Wo ist die Justiz?

    • Beim BND.

  • Die politische Kultur hat sich erschreckend verschoben. Früher war ein erschlichener Doktortitel das sofortige Karriereende, heute ist es nur noch eine lästige Randnotiz. Dass eine private Hochschule einen überführten Plagiator einfach als „hervorragenden Dozenten“ weiterbeschäftigt, setzt dem ganzen die Krone auf. Wissenschaftlicher Betrug wird zur Normalität erklärt und anstatt Konsequenzen zu ziehen, kleben Politiker und Institutionen heute lieber gemeinsam an ihren Posten

  • Hat ein Ministerpräsident für soetwas Zeit?

    • Die haben einen 30 Stunden Tag, laut Gehaltsabrechnung, also 1 Stunde für den Bürger 29 Stunden für di eigene Tasche.

  • Also manchmal hat man was am Schuh, was nicht abgehen will.

    • Hundekot?

  • „Wissenschaft ist und bleibt, was einer ab vom anderen schreibt“ befand schon Lyriker Eugen Roth. Zur „Doktorwürde“ gehört zumindest so viel wissenschaftliche Redlichkeit, nicht durchgehend und an auffällig vielen Stellen zu plagiieren, wie Plagiatsjäger Stefan Weber es Mario Voigt nachwies:

    https://plagiatsgutachten.com/blog/200-plagiate-mario-voigt/

    Natürlich hat Mario Voigt „viel Arbeit in die Dissertation gesteckt“, gar keine Frage. Aber eben doch nicht genug eigenen geistigen Anteil an der Arbeit. Sonst wäre das nicht passiert und schon gar nicht nötig gewesen. Die Ideen anderer abzuschreiben, ohne Quellenangabe und dies zu verschweigen, gilt als wissenschaftliche Unverzeihlichkeit, die man besser bereits während des Studiums ablegen oder sich erst gar nicht angewöhnen sollte.

  • Wer soll denn da in die Vorlesung gehen? Wahrscheinlich Roboter mit KI

    • Die Linke, SPD und Grüne.

  • Das ist unfaßbar.

  • Was ist die Quadriga-Hochschule für ein Verein?

  • Schönes Vorbild für Studenten!

    • Um den Zustand der heutigen „Studenten“ zu beschreiben, braucht es den nicht.

      • Sie haben ja recht.

  • Die Quadriga-Hochschule wird die künftigen Eliten der Kartellparteien ausbilden.
    Dort lernt man von den Besten.

  • Ist bekannt, mit Hilfe welcher KI er als „Lehrer“ seine Vorträge hält?

  • Da würde ich die Schulkosten diskutieren.

  • Kein Wunder, dass diesen Politikern keiner mehr traut oder alles zu traut. Die CDU ist nicht umsonst da wo sie in der Wählergunst steht.

  • Verkorkstes Hochschulsystem.

  • Hat dieses Institut noch den Namen Hochschule verdient?

  • „… denn der „wissenschaftliche Kern“ seiner Doktorarbeit sei unstrittig“

    Waren es nicht ca. 60 schwerwiegende plagiatierte Abschnitte ?
    Da wird das Eis für eine (persönlich erstellte) wissenschaftliche Arbeit schon recht dünne.
    Eine Aprikose hat auch einen „wissenschaftlichen Kern“.

  • Und heute bringt die Thüringer CDU als Tagesordnungspunkt in den Landtag ein ,,Wir lieben den Rechtstaat“. Mehr Satire geht eigentlich nicht.

    • aber der Rechtsstaat liebt euch nicht zurück!

  • Nun, manchmal muß mans die „Katze“ auch „gegen den Strich“ bürsten:

    #1: Zu meiner Studienzeit sollte eine Diplom-/Magisterarbeit unter Beweis stellen, daß man den „Stoff“ beherrscht und einen Teil dessen korrekt darstellen und verständlich aufarbeiten kann. – Umfang: Max. 100 Seiten.

    #2: Eine Dissertation sollte den Beweis erbringen, daß man (1) alle zu einem bestimmten Problem maßgebliche Literatur kennt, diese (2) korrekt widergeben und kritisch diskutieren kann und (3) durch eigene Forschung/Überlegung angereichert dazu eine eigenständige (manchmal neue) Lösung vorschlägt. Umfang (je nach Fakultät) 50-200 Seiten.

    #3: Mittlerweile ist jedoch im „akademischen Betrieb“ – nicht zuletzt durch das Streben nach „gesellschaftlicher Relevanz“ oder zwecks Einwerbung von Drittmitteln – die Inflation ausgebrochen: An Diplom-/Magister-/“Masterarbeiten“ werden Kriterien wie früher an Dissertationen angelegt und niemand traut sich mehr, eine Dissertation unter 300-400 Seiten vorzulegen.

    #4: Das, was früher in überschaubarer Zeit zu leisten war – manchmal auch neben einer bereits begonnenen Berufstätigkeit, ist heute zum „Full-time-job“ für Jahre geworden. Und je höher man die Hürden gesetzt hat, desto „attraktiver“ wurden natürlich die „Abkürzungen“ – zumindest vor dem Internet und KI.

    #5: Der Voigt ist ja beileibe kein Einzelfall, und natürlich ist er als Plagiator unstreitig „Täter“; aber gleichzeitig ist er in gewisser Weise auch ein Opfer einer völlig überzogenen „Inflationierung“ akademischer Leistungen.

  • Thema. Machterhalt!

  • Letztens nannte das mal jemand „Leerkörper“ 😌

  • Bei einem Land im Taumel des Niedergangs spielt der Ruf irgendwelcher „Lehranstalten“ ohnehin keine Rolle mehr.

  • Da passt er dann ja gut hin, gibt’s eine das Merkelschule ?

  • Ja kriegt demnächst Verdienstkreuz. Unsere Demokratie braucht solche Leute.
    Ja die heutigen Politiker sind gute Geschäftsleute, immer auf Zack und an jeder PromiMesse dabei. Arbeiten? Was macht eigentlich ein Minister genau?

  • Wäre ja auch schlimm wenn er auf seine Kohle die er dort macht, verzichten müsste. ^^

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