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Steuer-Debatte

DIW-Präsident Fratzscher: Niedrige Besteuerung von Vermögen „ökonomisch ineffizient“

Der Ökonom Marcel Fratzscher fordert eine höhere Besteuerung von Vermögen. Zugleich ist er sich sicher, dass die Rente mit 70 kommen wird. Unterschiedliche Renteneintrittsalter für verschiedene Berufe lehnt er ab.

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Der DIW-Präsident Marcel Fratzscher spricht sich für die Rente ab 70 Jahren für alle aus. (IMAGO/Horst Galuschka)

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Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sieht keine Entlastungsmöglichkeiten für niedrige Einkommen bei den Sozialabgaben. Im Interview mit der Welt spricht er sich am Samstag dafür aus, die Einkommensteuer zu reformieren: Die oberen zwei Prozent sollen eine höhere Einkommensteuer zahlen, während der Rest entlastet werden soll. „Deutschland besteuert Arbeit sehr hoch und Vermögen sehr niedrig. Das ist ökonomisch ineffizient.“

Durch eine höhere Vermögensteuer könnte es 50 Milliarden Euro Mehreinnahmen geben und mehr Entlastungsmöglichkeiten für kleine Vermögen. Die Welt wendet ein, dass bei niedrigen Einkommen eher die hohen Sozialabgaben das Problem seien, und fragt, wie realistisch es sei, dass der Anteil der Abgaben am Bruttolohn sinkt. „Ehrlich gesagt: kaum“, antwortet Fratzscher.

„Wir müssen froh sein, wenn wir einen Anstieg verhindern. Ohne Reformen drohen in den 2030er-Jahren Sozialabgaben von 50 Prozent.“ Angesichts der demografischen Entwicklung ist er sich sicher, dass ein späteres Renteneintrittsalter kommen wird: „Die Rente mit 70 ist sicher.“

„Und Beispiele wie Japan zeigen: Längeres Arbeiten muss weder krank noch unglücklich machen, auch über 67 oder 70 Jahre hinaus.“ Wichtig sei, dass Menschen nicht durch starre Regeln daran gehindert würden, länger zu arbeiten. Der DIW-Präsident spricht sich für ein einheitliches Renteneintrittsalter aus. Denn ein Modell, bei dem diejenigen, die früher zu arbeiten anfangen, auch früher aufhören, „klingt gerecht, ist es aber oft nicht.“

Weiter sagt er: „Studien zeigen: Solche Regelungen begünstigen vor allem gut verdienende Männer mit stabilen Erwerbsbiografien. Verlierer sind Frauen, Menschen mit unterbrochenen Erwerbsverläufen und gesundheitlichen Einschränkungen.“ Es sei eine Umverteilung von arm zu reich. Fratzscher fordert ein „Gesamtpaket“ aus „Subventionen abbauen, Rente reformieren, Vermögen stärker besteuern – und gleichzeitig entlasten, wo es nötig ist.“

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Doch wie lässt sich das politisch umsetzen? Dazu fehle ihm als Realist die Fantasie, auch wenn er als Optimist sage, dass das nicht unmöglich sei. Friedrich Merz persönlich traue er es zu, ein solches Reformpaket durchzusetzen. „Aber ich sehe nicht, dass die Parteien bereit sind, das mitzutragen. CDU, CSU und SPD sind die größten Hürden.“

mra

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56 Kommentare

  • Herr Fratzscher, ist es richtig, dass ihr Institut vollständig aus dem Bundeshaushalt finanziert wird? Dh, ihre „Ratschläge“ sind wertlos?!

    • Hervorragend, Nagel😎Der Mann wird inzwischen außerhalb der sozialistischen Fraktion weder von seinen Kollegen noch von der freien Wirtschaft ernst genommen. Er stammt aus der marxistischen Kaderschmiede, ist Ideologe; wie Habeck, Lafontaine oder Kevin Kühnert, Gretchen Thunberg oder so.

      • Von denen, von Ihnen genannten, ist Lafontaine noch der klügste, die anderen können sie in die Tonne stecken

    • Wertlos ist zu wenig. Er verbreitet ökonomischen schädlichen Unsinn, den ihm seine Brötchengeber diktiert haben. Er ist das pseudo-ökonomische Sprachrohr einer unfähigen Regierung.

  • An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.

  • Es gibt Menschen denen wünsche ich“Alles Gute“

    • Der grinst so , als ob er dringend was auf die fre..e haben muss!!

  • Japan hat ja auch keine so progressive Zuwanderung wie Deutschland. Da Flüchtlinge die Renten der Babyboomer bezahlen, sollte ja bei uns die Rente in trockenen Tüchern sein, gell?

  • Ich hatte irgendwie gehört, er sei eingewiesen. War wohl eine Ente…

    • Schade!

  • Für 3,89 €/Einwohner/ Jahr können 2-4 Journalisten je 100.000 Einwohner arbeiten. In 2025 betrug die „digital-mediale Blindleistung*“ im eCommerce in Berlin jedoch mindestens 440 €/Einwohner/Jahr.

    *) d-mB = bezahlte Leistungen für Ads & PR die unsichtbar, unwirksam und verfehlt ausgespielt oder nicht verbreitet wurden. Dabei kommen AdFraud, FakeFraud, Mismatching und Overmatching noch hinzu (geschätzt & hochgerechnet auf Einwohnerzahlen & Mediennutzungsverhalten).

    Ökonomen wie Fratscher besetzen die Ökonomie-Kommunikation und verhindern zielgerichtete Aufklärung, Analysen und Alternative-Roadmaps.

  • Eine höhere Vermögenssteuer kann Sinn machen, jedoch nur dann, wenn man zeitlich gestaffelt zuvor die Unternehmensbesteuerung deutlich reduziert. Ich würde diese jedoch an die Erbschaft koppeln, weil diese Fälle einfacher zu erfassen sind.

    Ich bin für einen Ansatz ähnlich UK: 30-35 % bei Erbfall oder alle 30 Jahre (auch bei Stiftungen), hoher Freibetrag von mind. 5 besser 10 Mio.EUR als steuerfreies Gesamtvermögen, dieser Freibetrag wäre jährlich anhand der Inflation fortzuschreiben.

    Parallel dazu starke Absenkung der Einkommenssteuer auf 30-35 % ohne jegliche Progression (aber dann auch für Kapitaleinkünfte), hoher Freibetrag von 3.000,- monatlich / 36.000,- jährlich (ebenso an die Inflation gekoppelt) für alle sowie Absenkung der Unternehmenssteuern auf 1/3. Parallel Entfall aller Abschreibungsmöglichkeiten auf Einkommen.

    Man muss einfach mal jegliche Komplexität aus dem System nehmen und so die Menschen motivieren, mehr arbeiten zu gehen und ihnen die Chance geben, Vermögen aufzubauen. Schaut man sich das im europäischen Vergleich an, sind die Deutschen mit die Ärmsten.

    • Sie sind ja der geborene Fratzscher.

  • „Dazu fehle ihm als Realist die Fantasie, “
    Das sind schon 2 Widersprüche in einem Satz.
    Ein Realist versinkt niemals in Fantasien, dann würde er die Realität ausblenden.
    Ein Fantast kann kein Realist sein, weil er geistig nicht in der Realität ist, sondern halt fantasiert.
    Wie stellt sich Herr Fratzscher das vor? Arbeiten bis 70. Bei Bürojobs geht das ja, solange man geistig noch fit ist. Aber was soll ein 69jähriger Dachdecker machen?
    Noch auf Dächern rumturnen? Straßenbauarbeiter, Maurer, Schweißer, Stahlarbeiter,….. das sind alles Knochenjobs.

  • Das alles, angeregt durch das Foto, erinnert mich an den letzten Satz von Animal Farm.

    • Kein Problem. Ich habe ständig alle letzten Sätze der Weltliteratur im Kopf.

  • Der Typ redet über Arbeit. Was darf Satire…

  • Wir müssen dringend Behörden, NGOs und Institute reduzieren, die fressen uns die Haare vom Kopf 🧟‍♂️

  • Herr Fratscher sollte sich zu Themen äussern, von denen er weitreichende Kenntnis hat. Die Wirtschaft kann es ja wohl nicht sein.

    • Frage: wovon hat denn der Knilch Kenntnisse und Wissen?

  • Zwei Drittel seines übrigen Gehalts kommen auf Bund und Ländern, der Reste aus „Auftragsforschung“.

    Gibt es noch Fragen zu dem Blödsinn den dieser Mann ständig erzählt?

  • Warum drängt sich dieser Mensch ständig in den Vordergrund?

    • Narzissst?

  • Der Mann hat wirklich keine Ahnung: Da hat er den Taschenrechner genommen, das Steueraufkommen der obersten 2% mit seiner Wunsch-Steuer multipliziert und voilá: Da kommen 50 Milliarden Euro raus😆So funktioniert Ökonomie nicht: Im selben Moment, in dem eine Vermögenssteuer den Bundestag passiertsind bereits hunderte Milliarden ins Ausland transferiert: Cashvermögen, Aktien, Gold…. Lafontaine (wie Fratscher im Wesen Marxist) hat vor drei Jahrzehnten eine ähnliche Rechnung aufgemacht: Die Abschaffung der Abgeltungssteuer sollte hunderte Milliarden bringen. Kaum hatte er es ausgesprochen waren zig Milliarden in der Schweiz. Und das – ich sage es als einer, der Vermögende („Reiche“) n i c h t haßt – ist aus Sicht dieser Leute auch völlig logisch: Bevor sie ihr Vermögen machten, hat dieses bereits zwei bis drei Stufen der Besteuerung durchlaufen. Warum sollen sie den Rest der „Klima“-Lobby, sozialistischen NGO und Millionen Leuten, die niemals Steuern bezahlt haben, in den Rachen werfen?

  • Fratzscher hatte noch nie recht. Noch nie!

  • Manomann!
    Nun kommt zum offensichtlichen Fachkräftemangel auch noch die personifizierte Fähigkeitslücke …

  • Liebt der Mann den Kommunismus? Als Wissenschaftlicher kann ich den nicht ernst nehmen .

  • „Niedrige Besteuerung von Vermögen „ökonomisch ineffizient““. Jo, klar. Eine spontane 100%ige Eigentumsübertragung mit sofortiger Fälligkeit wäre da viel effizienter.

  • Blindes Huhn – Korn?
    Von Herrn Fratzscher hat man schon allzu viel Müll gehört, als dass man dies für möglich halten könnte, dass er dies gesagt hat. Übersetzt:
    Der lässige Erbe zahlt auf die geerbte Hütte, die in den letzten Jahren ihen Wert verdoppelt hat, gar nichts. Auf Mieteinnahmen, die er vereinnahmt, normalerweise seinen Steuersatz, der beim Privatier nicht hoch ist. Für seine Aktiendividende entrichtet er 25% Quellensteuer, während der Tüchtige und Fleißige ab einem nicht so viel höheren Einkommen als der Median mit fast 50% rasiert wird.
    Das ist in der Tat ineffizient.

    • Und dieses Kerlchen berät auch die Bundesregierung…..kein Wunder, dass es nur noch bergab geht.

  • Immerhin, wenn der Experte sagt, daß die „Rente mit 70“ kommt, können wir sicher sein, daß sie nicht kommt.

  • Man sollte am besten das ganze Vermögen „wech-besteuern“; nicht Herr Experte?

  • Das ganze Land pfeift auf dem letzten Loch und denen fällt nichts anderes ein als Steuern zu erhöhen.

    • Das sind die ungerechterweise wohl versorgten Überflüssig -Experten Deutschlands. Gibt es mittlerweile massenhaft.

  • „Mietmaul“ Fratzscher haut mal wieder einen raus. Mein Vater hat Anfang der 80er mit 59 Jahren die Hütte verlassen, er bekam eine Abfindung und gleichzeitig Arbeitslosengeld, mit 60 wurde er dann Rentner.

    Bevor in Deutschland heute jemand bis 70 arbeiten muss, sollte man sich lieber erst einmal über ein in der EU gleich hohes Renteneintrittsalter kümmern oder noch besser über eine gleich lange Versicherungszeit unabhängig vom Alter.

    Ich bin jedenfalls heilfroh, ab Oktober nach 47 Beitragsjahren als besonders langjährig Versicherter ohne Abschläge mit fast 65 Jahren endlich in Rente gehen zu können.

    Für die von Politikern eingeflüsterten Ergüsse eines Herrn Fratzscher habe ich nur Verachtung über. Kümmert euch endlich um die Faulenzer, die es sich schon mit 18 in der sozialen Hängematte bequem gemacht haben und lasst den Leistungsträgern dieser Gesellschaft wenigstens noch einen halbwegs schönen Lebensabend.

    • Du hast vollkommen Recht.

  • Wenn schon über diesen charakterlosen Fratzke berichtet werden MUSS, dann bitte ohne Foto…!

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