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Berlin

28 Millionen Euro mehr für Bürogebäude des Bundestags – Fertigstellung verzögert sich um Jahre

Der Neubau des Elisabeth-Selbert-Hauses soll sich um 28 Millionen Euro verteuern. Nun könnte das Projekt insgesamt 117 Millionen Euro kosten. Die Fertigstellung könnte sich allerdings weiter verzögern.

Von

IMAGO/Stefan Zeitz

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Der Neubau eines Gebäudes für die Bundestagsverwaltung soll 28 Millionen Euro mehr kosten als zuletzt geplant. Die Gesamtkosten für den Umbau des Elisabeth-Selbert-Hauses steigen damit laut dem Tagesspiegel auf 117,4 Millionen Euro. In dem Gebäude an der Ecke zur Schadowstraße sollen sich neben Büroräumen künftig auch eine Ausstellungsfläche der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung befinden.

Die Bundesregierung musste die Kosten für das Bauprojekt bereits mehrfach nach oben korrigieren. Zuerst waren die Kosten für den Abriss des Vorgängerbaus und für den Neubau mit 79 Millionen Euro angegeben worden. 2022 hieß es dann, das ganze Projekt werde 89 Millionen Euro in Anspruch nehmen. Dann musste man eine weitere Verteuerung eingestehen. Begründet wird dies einerseits mit Mehraufwand durch einen sandigen Boden und einen hohen Grundwasserspiegel. Andererseits führt man die Kostensteigerung auf gestiegene Materialkosten zurück.

An der Stelle, wo nun neu gebaut wird, befand sich ursprünglich ein Vorgängerbau, der noch aus der DDR-Zeit stammt. 2002 war dort die Bundestagsverwaltung eingezogen. Dann zog auch die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in das Gebäude ein. 2017 erhielt das Gebäude den Namen Elisabeth-Selbert-Haus.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hatte zuerst überlegt, das DDR-Gebäude auszubauen, und dafür 28 Millionen Euro berechnet. Doch man hatte sich dagegen entschieden, weil eine Aufstockung des Gebäudes nicht genügend Platz geboten hätte. Aus Sicht der Bima könne man daher die Kosten nicht vergleichen. So wurde schließlich der DDR-Bau 2020 abgerissen und 2024 mit dem Neubau des Gebäudes begonnen.

Es könnte allerdings noch teurer werden. Denn in den jetzigen 117 Millionen Euro sind laut der Bima nur die „haushaltsseitig anerkannten Baukosten“ enthalten. „In dieser Summe sind Risikokosten und gegebenenfalls weitere Baukostensteigerungen nicht enthalten.“ Eigentlich hätten die Büroräume 2024 bezogen werden sollen, nun geht man davon aus, dass sie ab Sommer 2027 einsatzfähig sind.

mra

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25 Kommentare

  • was sind 28 Millionen? 100 Milliarden gibt der Staat für Beamtenpensionen aus, Tendenz steigend…

    • Er könnte ja auch die Gehälter erhöhen und in die Rentenkasse einzahlen lassen. Käme auf dasselbe hinaus.

  • Und am Ende sind die Hälfte der Arbeitsplätze aufgrund von Teilzeit, Urlaub, Homeoffice etc. unbesetzt. Das ist Verschwendung von deutschen Bürgergeldern, was strafbar sein müsste.

  • Da muss kriminelle Energie dahinterstecken. Diese Preissteigerung ist absurd.

    • „Da muss kriminelle Energie dahinterstecken“

      Das glaube ich nicht. Es wird schon so sein, dass die Bauherren eigentlich eine Interesse an Baumaßnahmen haben, die in den Grenzen der Zeit- und Finanzpläne bleiben.
      Mir wurde es mal so erklärt, daß staatliche Bau-Projekte EU-weit ausgeschrieben werden müssen. Das dauert seine Zeit. Und den Zuschlag hat immer der billigste Anbieter zu bekommen. Das hat Folgen, denn wer billig kauft, kauft zweimal.
      Ein Freund von mir hat Jahre auf der BER-Baustelle gearbeitet und die schrägsten Sachen erlebt; ebenso mein Sohn, der die Ehre hatte, auf Berliner Senatsbaustellen zu lernen, dass man sich an das Peter-Prinzip als oberstes Gebot zu halten hat – selbst dann, wenn sehenden Auges gepfuscht wird.
      Es ist also egal, wo oder was mit staatlichem Auftraggeber errichtet wird, die damit einhergehenden Kostenexplosionen liegen in der Natur der Sache.

  • Nun, zum Gedenken an Maria Elisabeth Selbert wären auch 28 Mio. mehr nicht zu viel.

    Aber, als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“ würde sie sich gegen eine solche Geldverschwendung um ihretwillen sicherlich zur Wehr gesetzt haben.

  • Solche Nachrichte machen mich fassungslos.

    Wie sollen in ganz Deutschland Häuser klimaneutral saniert werden?
    Glaubt unsere Regierung, private Bauherren hätten beim Bau keine Probleme?
    Viele reißen ihre Häuser ab, oder müssen sie verkaufen, weil der Stress nicht aushaltbar wäre–oder das Geld nicht reicht–oder für die Pflege gebraucht wird.
    Viele müssen kurzfristig ausziehen, weil das ganze Haus kernsaniert wird und ein Wohnen darin nicht möglich wäre.

    Schluss mit diesen Klimagesetzen-es muss andere Möglichkeiten –andere Energien geben-

    Frage: Wird dieses Gebäude mit grünem Stahl, grünem Beton–ausschließlich Grün gebaut?
    Wieviel CO2 steckt in diesem Gebäude?

    • Immer im Hinterkopf behalten, „ihr werdet nichts besitzen…“
      Das ist das Ziel und mit diesen „Sanierungsgesetzen“ wird das ganz prima umzusetzen sein. Wer es dennoch schafft, sein Häuschen zu behalten, bekommt dann ganz schnell die nächsten Auflagen präsentiert.

  • Ist es nicht schön zu sehen, dass unsere Abgeordneten angemessene Büros haben, während unsere Kinder in Containern unterrichtet werden?

  • Da geht noch mehr, so wie beim Flughafen und Bahnkeller.

  • Wie war das noch gleich? Eine Milliarde Euro (!) für die Renovierung (!!) der stattliche Bleibe des Herrn Bundespräsidenten Steinmeier, Schloss Bellevue, zuzüglich (!!!!) der Kosten für die zeitweise Unterbringung im Ersatzquartier.

    Dagegen sind das müde Peanuts … wir haben es doch. Für unsere werten Abgeordneten ist uns doch nix zu teuer.

  • Verschwendung. Wir brauchen Bürokratieabbau und nicht mehr Bürokraten.

  • Nur gut, dass zu dem Zeitpunkt, als die DDR dort gebaut hatte, und wohl auch zuvor, an dieser Stelle noch kein Sandboden war, welcher den Bau hätte verzögern können.
    Immer diese Klimaerwärmung…..

  • Sehr komisch. Es gibt wohl kein größeres staatliche Bauvorhaben, bei dem nicht die Kosten regelmäßig ganz erheblich überschritten werden. In der Regel wird der Baugrund als Schuldiger vorgeschoben, als wüsste man darüber nicht bestens Bescheid. Aber das kann kein Aussenstehender so leicht nachprüfen. Hier gibt es wohl jemanden, der aus alter Gewohnheit stets die Kralle ausstreckt, um einzuheimsen. Es fällt auf, dass nur sehr selten Kritik laut wird, die man dann aber auch schnell problemlos abbügelt.

  • Ich hätte eine Idee wie und bei wem man jährlich viel Geld einsparen könnte.

  • „Begründet wird dies einerseits mit Mehraufwand durch einen sandigen Boden und einen hohen Grundwasserspiegel.“ Davon konnte man ja nun in Berlin auch beim besten Willen nicht von ausgehen.

    • die Klimaerwärmung und Sexismus spielen ebenfalls eine massgebliche Rolle!

  • „Berlin
    28 Millionen Euro mehr für Bürogebäude des Bundestags – Fertigstellung verzögert sich um Jahre“

    Ganz normal

    in Deutschland.

  • Wenn er nur 3 mal so teuer wird ist das hier zulande mormal. Gab schon Bauten wo das 10 fache gekostet haben.
    Kann aber auch sein die lassen sich das genehmigen und dann kommen jede menge änderungen Wünsche.

  • Will der Klingbeil nicht eine staatliche Wohnungsbau Gesellschaft, die günstige Wohnungen bauen soll? Viel Spass dabei!

  • Viel teurer und viel später – wenn überhaupt – ist doch mittlerweile Standard in Schland!

  • Nur noch „Einbürgerungen“ funktionieren in diesem Land schneller als nach Plan.

    Gibt dann ja auch lecker Kuchen, ne?

    (Davon abgesehen braucht es dieses Gebäude natürlich nicht. Das gehört aber in den klassischen Themenkomplex „Deutscher Größenwahn“.)

  • nurmal so:

    die uschi wieder !
    wer koennte dazu schon nein sagen? 🤣🤣🤣

    **“The cheapest energy is the one you don’t use. Stay home, don’t drive, don’t use electricity.”**

    • Wenn es die Arbeiter nur mal machen würden, zu Hause bleiben für 2 oder 3 Wochen, jetzt hat sogar Uschi dazu aufgefordert.

  • Sie können Nichts aber darin sind sie perfekt. Würde Alle bis zur Fertigstellung zu den geplanten Kosten mit Stuhl und Tisch auf der Straße arbeiten lassen – praktische Bildung / Nachhilfe.

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