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Chemiekonzern

Millionenverlust: Lanxess will in Leverkusen und Köln Arbeitsplätze streichen

Lanxess reagiert auf einen Jahresverlust von 577 Millionen Euro mit einem einschneidenden Sparkurs: Bis 2028 sollen 550 Stellen wegfallen.

550 Stellen will Lanxess in den kommenden Jahren abbauen (IMAGO/Horst Galuschka)

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Lanxess verschärft seinen Sparkurs nach einem schweren Jahresverlust von 577 Millionen Euro. Bis Ende 2028 sollen 550 Stellen gestrichen werden, wobei zwei Drittel der Kürzungen in Deutschland anfallen – vor allem in Köln und Leverkusen als zentralen Verwaltungsstandorten. Auch andere Bereiche und Mitarbeitergruppen sind von den Maßnahmen betroffen.

Bei der Bilanzvorstellung erklärt CEO Matthias Zachert: „Das Jahr 2025 war für die gesamte Chemieindustrie und auch für Lanxess extrem hart.“ Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um knapp 17 Prozent, der Umsatz um fast elf Prozent, die Gewinnmarge von 9,6 auf 9 Prozent. Im Vergleich zu 2024 (Minus 177 Millionen Euro) hat sich der Verlust mehr als verdreifacht. Zachert betonte, der Abbau werde „möglichst sozialverträglich“ ablaufen. Dabei wolle man vorrangig auf die natürliche Fluktuation und demografische Effekte setzen. Seit der Abspaltung von Bayer 2004 habe Lanxess nie betriebsbedingte Kündigungen vollzogen. „Wir haben mit den Gewerkschaften und den Betriebsräten immer gemeinsame Wege gefunden. Wir werden auch diese Krise gemeinsam meistern“, so Zachert.

Um die Einschnitte zu mildern, einigten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine 35-Stunden-Woche für Tarifbeschäftigte mit passender Gehaltsanpassung – insgesamt ein Verzicht von rund 20 Millionen Euro bis Jahresende. Außertarifliche Mitarbeiter erhalten keine Gehaltserhöhungen (Nullrunde). Diese Schritte ergänzen laufende Sparprogramme wie „Forward!“ (150 Millionen Euro jährlich seit 2023) und Produktionsoptimierungen (50 Millionen Euro pro Jahr seit August 2024). Der Personalabbau soll weitere 100 Millionen Euro einsparen. Zachert hob hervor: „Wir steuern die Dinge, die wir steuern können. Das heißt: weiter Kosten senken, Prozesse verschlanken und neue Marktchancen kreieren.“

Hintergrund sind anhaltend schwache Nachfrage, Preisdruck aus Asien sowie europäische Belastungen durch die CO₂-Bepreisung und hohe Energiepreise. Das Segment Advanced Intermediates (Zwischenprodukte für Lacke und Kunststoffe) litt am stärksten, mit einem operativen Gewinneinbruch von 39 Prozent, und ist stark in Deutschland verortet. Die Anlagen bei Lanxess liefen 2025 nur zu 65 Prozent, zum Jahresende sogar darunter – weit unter den Normalwerten von 80–85 Prozent.

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Finanziell entlastete der Verkauf der Urethane-Systems-Sparte die Bilanz. Der geplante Envalior-Anteilverkauf verzögert sich jedoch. „Es kommt beim Verkauf von Envalior nicht auf das ob, sondern auf das wann an“, so meint Zachert. Er wolle den Abschluss aber spätestens 2028 verkünden und geht von dreistelligen Millioneneinnahmen aus. Für 2026 erwartet Lanxess einen operativen Gewinn von 450–550 Millionen Euro, was unter dem Niveau von 2015 liegt. Die Aktie fiel nach Verkündung der Zahlen zweistellig und nähert sich den Tiefs von 2008. Die Namensrechte an der Lanxess Arena laufen noch bis 2028.

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14 Kommentare

  • Das sehr Schlimme ist, dass mir in diesem Land inzwischen nur noch Zynismus und Schadenfreude als Ventil bleiben, da Wahlen ja nichts mehr bringen. Insofern „freue“ ich mich über den Stellenabbau und den Niedergang von Land und Industrie – man will es ja nicht anders.

    Auch wenn ich selbst auf lange Sicht in Mitleidenschaft gezogen werde, sage ich emotional befreiend nur Folgendes: viel Spaß beim Untergang!

    • Mann kann die Regierung nur loben!

  • Weg damit. Das Bürgergeld ruft.

    • Täglich spare ich dann weil ich nicht mehr astronomische Beträge für das Tanken zahlen muss.
      Bei mir kommt im Monat eine stattliche Summe zusammen.

  • Richtig so. Am besten 50% rauswerfen. Speziell in NRW muss der Schmerz wachsen.bis dieses Volk aufwacht.

  • Na hoffentlich fangen sie bei den Vorständen und dem Aufsichtsrat an, das ist sozialverträglich, da mit nur 8-10 Personen Millionenbeträge einzusparen sind . . .

  • Ich finde das gut. Lernen durch Schmerzen, vielleicht…..

    • Achtung! Mehr als achtzig Prozent sind schmerzfrei.

  • Ens letztens macht ens Licht aus.

    • Gender ist enorm wichtig!

      • Absolutens!

        Abgesehens von meinens Haarfarbens. Ich dachtens an ein schickens grünens Blau und einens schickens Nasenringens.

        Meinungens?

        • @Karlens: Wie bittens? Ausgerechnet Blau war nicht gedingsbumst!

          Jetzt bin ich wirklich traurigens…

          1
        • Blauens geht gar nicht!
          Lilens, auch violettens hingegen ist politisch unverbranntens.
          Nasenring? Tattoo!

          1
  • Der Bilderberger Baumann hat Bayer final zerlegt. Die Monsanto-Erben freuten sich.
    B. war der erste Kaufmann statt Chemiker an der Bayer-Spitze und gleich Absturz.
    Das hier ist alles nur noch Nachgeplänkel.

    Dormann hat Hoechst zerstört (auch der 1. Kaufmann dort).
    Nur BASF läuft – allerdings in Zukunft eher in USA & China; wer will es ihnen verdenken bei dieser Bevölkerung/Regierung/EU/Bürokratie.

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