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Der Nachrichtendienst als Sicherheitsrisiko: Früherer BND-Vizepräsident wird Opfer von Cyberangriff

Der frühere BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven soll seine Signal-PIN an einen Betrüger weitergegeben haben. Es ist nicht die erste Sicherheitspanne beim BND. In der Vergangenheit wurden etwa Geheimdokumente offen im Bundestag liegen gelassen.

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Arndt Freytag von Loringhoven soll seine Signal-PIN an einen Betrüger gegebn haben. (IMAGO/NurPhoto)

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Der frühere BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Wie der Spiegel berichtet, habe sich ein angeblicher Signal-Support bei ihm gemeldet und ihn zur Eingabe der PIN aufgefordert. Loringhoven, der bis 2019 für die nachrichtendienstliche Zusammenarbeit bei der NATO zuständig war, soll demnach die Daten eingegeben haben. Auch weitere deutsche Politiker und Beamte von Sicherheitsbehörden sollen von der Phishing-Aktion betroffen sein, wie das Magazin berichtet.

Der Messenger-Dienst selbst teilte mit, dass es sich um „gezielte Phishingattacken“ handele, die besonders auf die Konten von Politikern und Journalisten abgezielt hätten. Man nehme den Vorfall sehr ernst. Die Verschlüsselung sei von dem Angriff jedoch nicht betroffen gewesen. Loringhovens Kontakte erhielten nach der Übernahme seines Kontos eine Nachricht mit einem Link zu einer externen Webseite. Er habe seine Bekannten aufgefordert, nicht auf den Link zu klicken, und sein Konto bei Signal gelöscht.

Der Vorfall zeige, dass „russische Staatsakteure ihre offensiven hybriden Kampagnen unvermindert fortsetzen“. Der niederländische Geheimdienst machte „russische Staatsakteure“ mutmaßlich für die Phishing-Attacke verantwortlich. Der Fall von Loringhoven ist nicht die einzige Panne eines BND-Chefs.

Bruno Kahl, der bis 2025 BND-Chef war, ließ 2022 wichtige Unterlagen zum Afghanistan-Einsatz offen im Bundestag herumliegen. Bei einem Treffen des Untersuchungsausschusses zum Afghanistan-Einsatz hatte er ein fünfseitiges Dokument verteilt, das explizit BND-Methoden beschrieb. Eine Kopie des als vertraulich eingestuften Dokuments blieb im Raum liegen, wie der Spiegel berichtete.

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Vor Gericht wurde ein Fall verhandelt, in dem zwei Mitarbeitern des BND vorgeworfen wurde, 2022 geheime Dokumente an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB übergeben zu haben. Beide mutmaßlichen Informanten sollen 400.000 Euro beziehungsweise 450.000 Euro dafür erhalten haben. Der Prozess begann im Dezember 2023, ein Urteil steht noch aus.

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Der damalige BND-Chef Kahl bezeichnete den Vorfall als „Katastrophe“. Doch auch andere Führungskräfte des Auslandsnachrichtendienstes sind dafür bekannt, vertrauliche und geheime Informationen ungeschützt und unbedacht in der Öffentlichkeit zu besprechen, etwa auf Zugfahrten. Mit diesem Führungspersonal fällt es schwer, den BND als ernstzunehmenden Geheimdienst zu positionieren.

mra

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19 Kommentare

  • Da sieht man mal, was beim BND für Profis arbeiten bzw. gearbeitet haben.

    • Kannst du dir nicht ausdenken.

    • Jetzt gibt es von einem Türken als Chef Infos für Clans und graue Wölfe gleich von höchster Stelle.

  • Nur noch Fachkräfte…irre.

  • >>Loringhoven, [], soll demnach die Daten eingegeben haben. <<

    Wie bekloppt kann man sein? Und wie kommt so eine Inselbegabung zu so einem Posten?

    • Mir neu und gefällt mir:
      „Inselbegabung“
      häufig in Zusammenhang mit hohen Ämtern in der Bundesrepublik.

  • Vater, mach Licht.

    • Herr, lass Abend werden 😉

  • „Der niederländische Geheimdienst machte „russische Staatsakteure“ mutmaßlich für die Phishing-Attacke verantwortlich.“

    Woher weiß der niederländische Dienst, dass es sich um „russische Staatsakteure“ handelt ? BLEGE ? BEWEISE ?

  • Aber es ist doch voll der Wahnsinn, wenn hohe Beamte in diesem Land nicht schlau genug sind, Phishing-Fallen rechtzeitig zu erkennen !!

  • Wenn das einer etwas brägentüteligen ostfriesischen Hausfrau passiert, kann man das entschuldigen. Aber wenn an sicherheitsrelevante Stelle derart leichtsinnig gehandelt wird, ist das Ausdruck einer desolaten und verlotterten Amtsführung.

    Aber angesichts des sonstigen Personals wäre man ja fast schockiert, wenn es anders wäre.

    • Sie sollten ostfriesische Hausfrauen nicht unterschätzen…

  • Wie kann man nur so dumm sein? Leider ist er keine Ausnahme. Da gab es doch vor zwei Jahren die hohen Bundeswehroffiziere, die sich wie Amateure über das unsichere Webex über Taurus ausgetauscht haben. Die Russen haben da ja mitgehört und es dann veröffentlicht. Oder Wadephul, der letztes Jahr auf den Fakeanruf eines russischen Komikerduos reingefallen ist, die sich als Mitarbeiter von Selenskyj ausgegeben haben. Wadephul fühlte sich wohl ganz wichtig und hat über den Wahlkampf und eventuelle Tauruslieferungen geplaudert. Personifizierte Unfähigkeit. Wie würden Jugendliche solche Leute nennen? „Du Opfer!“ 😄

  • Die Praktiken der Stasi muss der BND noch erlernen und ist links falsch abgebogen.

    Solche Vorfälle werden in Zukunft nicht mehr öffentlich aufgedeckt und werden direkt in den Asservatenkammer der neuen Stasi verschwinden.

  • ..und dazu noch nur Vize-„Opfer“ vom Peter-Prinzip des UnsereDemokratie(c)-Versorgungs-Kartells.

    Aber Hauptsache „Haare schön“.

    [..für Michel:
    Das Peter-Prinzip besagt, dass in einer Hierarchie jeder Mitarbeiter bis zu seiner Inkompetenz, also bis zur höchsten Position, die er nicht mehr erfolgreich ausfüllen kann, befördert wird. (der wurde wohl aufgrund „überragender“ Geheimdienst-Expertise immer weitergereicht. „Nimm du ihn!“ „Ne, du…“)]

  • (Ex-)BND-Vize.
    Fällt auf triviale Phishing-Attacke rein: „Gib mal Passwort her!“.
    Lösung: „Die Russen“!1!
    Fehlt nur: „AfD hat Schuld“!1!1!1!

    Wir haben – nicht nur in Berlin – „interessante“ Köpfe an der Spitze unserer Dienste.

    • Ich tippe auf Start123

  • …..und sowas wird Vize beim BND, keine Ahnung von nichts, nur das richtige Parteibuch und schon biste Vize…

  • Der Vorfall zeigt, dass deutsche Staatsakteure ihre naiven hybriden Dummheiten unvermindert fortsetzen.

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