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Länger arbeiten

Klingbeil-Berater Südekum will Renteneintrittsalter abschaffen und fordert 45 Jahre Arbeit von jedem

Der Ökonom und Berater von Lars Klingbeil, Jens Südekum, hat seine Forderung nach einer Reform der Rente konkretisiert. Statt einem festen Rentenalter soll es zukünftig nach den Beitragsjahren gehen. 45 Jahre schlägt der Ökonom vor.

IMAGO/Mike Schmidt

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Der Ökonom und Regierungsberater Jens Südekum hat seinen Vorschlag für eine Reform des Rentensystems konkretisiert. In einem Interview bei der Neuen Osnabrücker Zeitung sprach er sich dafür aus, den Renteneintritt stärker an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln. Ziel sei eine „effektive Verlängerung der Lebensarbeitszeit“.

Nach seiner Vorstellung müsste jeder Arbeitnehmer dafür mindestens 45 Jahre Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um ohne Abschläge in den Ruhestand gehen zu können. Der Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und persönliche Berater des SPD-Finanzministers Lars Klingbeil hatte seine Idee bereits im vergangenen Dezember öffentlich gemacht.

„Ich erwarte, dass die Rentenkommission entsprechende Berechnungen aufstellt und Vorschläge macht. Die Festlegung auf eine Jahreszahl ist am Ende natürlich Sache der Politik“, so Südekum im Interview. Sein Ansatz sieht vor, die bisherige feste Altersgrenze – derzeit liegt das reguläre Renteneintrittsalter in Deutschland bei 67 Jahren – abzuschaffen und durch eine feste Zahl an Beitragsjahren zu ersetzen. Dadurch könnten manche Menschen bereits vor dem 67. Lebensjahr aufhören zu arbeiten, während andere länger tätig bleiben müssten.

Kritik, sein Modell würde Akademiker benachteiligen, weist Südekum indes zurück. Das sogenannte Äquivalenzprinzip bleibe seiner Ansicht nach erhalten, erläuterte der Ökonom: Denn die Höhe der späteren Rente richte sich weiterhin nach der Summe der eingezahlten Beiträge beziehungsweise der gesammelten Rentenpunkte. Durch die veränderte Rentenbezugsdauer ändert sich allerdings die Summe, die ein Rentner über seine gesamte Rentenzeit ausgezahlt bekommt.

Zeiten der Ausbildung, ein Studium innerhalb der Regelstudienzeit sowie Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen könnten wie bisher auf die 45 Jahre angerechnet werden. Dadurch sollten insbesondere Frauen stärker berücksichtigt werden, so der Ökonom weiter. Auch der Wunsch, früh in Rente zu gehen, würde nicht unmöglich werden. Wer früher aus dem Berufsleben ausscheiden wolle, könne dies weiterhin tun – müsse allerdings Abschläge bei der gesetzlichen Rente in Kauf nehmen.

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Südekum zeigt sich optimistisch, dass sein Vorschlag politisch aufgegriffen werden könnte. Nach eigenen Angaben habe er auf das Konzept ungewöhnlich viel positive Resonanz erhalten, insbesondere von Menschen ohne akademischen Hintergrund. Grundsätzlich hält er die Umsetzung für machbar. Mit politischem Willen könne eine solche Reform seiner Ansicht nach noch in der laufenden Legislaturperiode beschlossen werden. „Fragen des Bestandsschutzes wären juristisch zu klären. Aber wenn die Regierung den Mut zu neuen Wegen aufbringt, sehe ich keine unüberwindbaren Hürden“, so Südekum bei der NOZ.

Im aktuellen System sieht Südekum keine Zukunft: Der Ökonom sieht mehrere Probleme in einem System mit einem festen Renteneintrittsalter. Zum einen müssten Menschen, die bereits sehr früh ins Berufsleben einsteigen – etwa mit 17 Jahren – bis zum regulären Renteneintritt fast 50 Jahre arbeiten. Wer dagegen lange studiere, komme oft nur auf 30 bis 35 Arbeitsjahre bis zur Rente. Zum anderen verweist Südekum auf Unterschiede bei der Lebenserwartung: Menschen mit höherem Einkommen lebten statistisch länger und könnten daher auch länger Rente beziehen.

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168 Kommentare

  • Das wird aber schwierig für einen Großteil unserer Politiker, welche ja noch nie gearbeitet haben.

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    • Der größte Dorn im Auge der Neoliberalen ist der Sozialstaat. Südekum ist Mitglied der SPD und war 2022 der Wunschkandidat von SPD und Grünen für die Nachbesetzung einer Stelle im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wiki). Willy Brandt und Helmut Schmidt dürften gerade in ihren Gräbern rotieren.
      Abgesehen davon sollen die Forderer mal erklären wie man mit 50+ noch einen Job bekommt, weil hier die Firmen reihenweise schließen. Aber es geht ja darum, die zerstörerische Agenda weiter zu finanzieren und da müssen eben Opfer gebracht werden.

      • Deutschland erlebt gerade eine historisch beispiellose Deindustrialisierung und Massenabwanderung. Und die dafür Verantwortlichen und ihre überbezahlten „Berater“ fordern von den Bürgern schamlos und frech längeres Arbeiten. Dabei wissen die ganz genau, daß so etwas völlig unrealistisch ist. Am Ende geht es nur um noch weitere Rentenkürzungen. Die Politik hat fast 1 Billion Euro aus der Rentenkasse „entnommen“, um damit versicherungsfremde Leistungen zu finanzieren. Das Geld sollen die doch einfach zurückzahlen, dann sind die Finanzierungsprobleme erstmal gelöst.

        • Ja, man könnte es auch Zerstörung nennen. Die Amerikaner formulieren es in ihren Foren präziser, z.B. „For the past few decades, it has been their planet and they want to see us dead.“

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        • Ich stimme Ihnen zu, außer, dass es nichts zurückzuzahlen gibt, weil massenweise Steuergeld in das Rentensystem läuft. Das wäre dann schon der Ausgleich gewesen. Das Rentensystem ist schon lange tot.

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    • Das klingt alles ziemlich nach NORDKOREA ! Das scheint vielen immer noch nicht bewusst zu sein. Wann propagiert die SPD Arbeitslager ?

      • Kostet auch nur wieder. Der feuchte Traum des Billionaires Club ist das sozialverträgliche Abtreten nach 45 Jahren. Heute schon: Wenn man bspw. in Kanada mit den Sorgen seiner Arbeitslosigkeit nicht mehr klarkommt, dann wird von Seiten der Behörden „MAID“ vorgeschlagen. Das muss man sich mal reinziehen!

        PS: Medical Assistance In Dying (MAID)

        • Tja, und wer davor gewarnt hat, dass man die Sterbehilfe auch außerhalb der Medizin einsetzen könnte, der wurde als übelster VT-Schurbler zusammengeschrien.

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    • Da liegt der Hase im Detail. Politiker bekommen keine Rente. Die 45 Jahre sollen ja nur für Arbeiter gelten.

    • Die zahlen auch nicht in die Rentenkasse ein, also hat das keine Auwirkung auf sie. Zwei Jahre im Parlament und einen Rentenanspruch von 800 €.
      Aber zu uns Predigen wir müssen sparen.

    • Die sollten besser nach zwei, spätestens drei Legislaturen aus den Parlamenten und Ämtern fliegen.

    • ist das unser problem?

    • Im Ernst. Sie haben natürlich ihr eigenes Pensionswerk und sind nicht wie der dumme Michel gesetzlich „versichert“. Zudem können Politiker mit ihren extremen Einkommen leicht Kapital aufhäufen und eine Versicherung ist für sie nur noch ein Taschengeld oben drauf

  • Das muss auch für Beamte und Politiker gelten, und für Berater.

    • Scheibenpils, vergessen Sie nicht Experten, Gutachter und Klugscheißer aller Colleur… 🙂

      • Die sind üblicherweise selbständig. Und viele von denen will man nicht einmal mittelfristig beschäftigt wissen.

    • Er hat von Arbeit gesprochen, gilt also nicht diese Typen. Aussitzen und veruntreuen von Steuern können die gut.
      Rote lassen andere arbeiten und nehmen ihnen ihr Geld weg. Alte Kommunisten-Regel.

  • Einverstanden. Aber nur wenn Zahlungen wie Bürgergeld und Geld an Asylanten/Migranten auf Null runtergefahren wird.

    • Deal! 😉

    • Nur wenn Politiker das bekommen, was sie verdienen und ich rede nicht über Geld, denn das bekommen sie zwar aber sie verdienen es nicht. Pensionen auf Null setzen.

  • Ich fordere, dass jeder Politiker nachgewiesen und überprüft mindestens 15 Jahre arbeiten muss – davon mindestens 8 in der freien Wirtschaft- bevor ein Amt angetreten werden darf!

    • Sehr guter Vorschlag!

    • 1x Schwätzer, immer Schwätzer. Da hilft es auch nicht, wenn die aus der sozialistischen Planwirtschaft a la Volkswagen und co kommen.

  • Ein Schneeballsystem kann man nicht reparieren. Flicken vielleicht, hält hat nicht dauerhaft.

  • Grundsätzlich finde ich die Idee, den Renteneintritt an die Anzahl der Beitragsjahre zu koppeln, gut und sinnvoll. Und ja, Akademiker bekommen dann möglicherweise für einen kürzeren Zeitraum Rente (wobei sie ja m.W. aber auch eine höhere Lebenserwartung haben, was den Effekt wieder teilweise ausgleicht).

    Außerdem wird unterschlagen, dass Akademiker im jetzigen Rentensystem ja eine niedrigere Rente als im angedachten neuen System erhalten, weil sie eben nicht auf 45 Beitragsjahre kommen.

    • Akademiker sind drei Jahre länger in der Schule und studieren dann 6 bis 7 Jahre, wenn sie ernsthaft studieren, Doktoranden noch länger, und ewige Studenten die dann später Politiker werden, noch viel länger.
      Das trifft vor allem die Klientel der SPD, denn die Arbeiter wählen ja schon AfD.

  • Nun, machen wir doch mal eine Rechung auf …

    Ein Bundestagsabgeordneter erhält pro Mandatsjahr 2,5% seiner Entschädigung (~€ 11.000,–) als Ruhegehalt; daraus ergibt sich:

    Nach einem Jahr: ~€ 275,–/Monat.
    Nach vier Jahren: ~€ 1.100,–/Monat.
    Nach acht Jahren: ~€ 2.200,–/Monat.
    Nach zwölf Jahren: ~€ 3.300,–/Monat.
    Nach sechzehn Jahren: ~€ 4.400,–/Monat.
    Nach 26 Jahren: ~€ 7.150,– (65% Maximalbetrag).

    Dabei nehmen die Bundestags-Rentner natürlich an den regelmäßigen Diätenerhöhungen teil und die Ruhebezügs sind steuerfrei (brutto für netto).

    Bei 35 Beitragsjahren liegt derzeit die Durchschnittsrente bei Altersrentnern ohne Abschläge bei ~€ 1.400,–; Zusatzeinkünfte (zB. Mieteinnahmen, Zinsgewinne, Betriebsrenten, Lebensversicherungen, sonstige private Altersvorsorge auf Kapitalbasis, Flaschensammeln, etc.) sind natürlich zu versteuern.

    So viel zu den „neuen“ Reformvorschlägen, die auch nur „alte Hüte“ sind …

    • … und die Durchschnittspension bei 3400 €.

      • Nun, die muß aber noch versteuert werden. Und sie vergaßen wohl zu erwähnen, daß die meisten Pensionäre im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst beschäftigt waren, während „üppige“ Pensionen nur im höheren Dienst gezahlt werden.

        Und außerdem liegt die Besoldung im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst deutlich unter dem, was für vergleichbare Tätigkeiten in der Wirtschaft bezahlt wird.

        • Ein Beamter im Ordnungsamt verdient durchschnittlich ca. 4.000 € zuzüglich Weihnachtsgeld und weitere Vergütungen wie Kinderzuschlag etc.

          Ein vergleichbarer Job in der Wirtschaft, z.B. kaufmännischer Angestellte erhält ca. 3.100 € ohne Weihnachtsgeld und ohne Kinderzuschlag.

          Wenn man dann noch die großzügigen Pensionen berücksichtigt, fällt der Vergleich immer zugunsten des Beamten aus.

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        • „Und außerdem liegt die Besoldung im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst deutlich unter dem, was für vergleichbare Tätigkeiten in der Wirtschaft bezahlt wird.“

          Das ist nicht richtig!
          Tatsächlich werden Beamten im einfachen (gibts praktisch nicht mehr), mittleren (selten) und gehobenen Dienst für das was sie tun, verglichen mit der Wirtschaft überbezahlt. Das die weniger netto bekommen war mal.
          Das was ein typischer A10-12er und andere im gehobenen Dienst machen ist in der Industrie eine einfache Sachbearbeiter-Stelle. Die werden gar nicht gut bezahlt. Endgeldgruppe 6. Mit Glück auch mal EG8. Dann kommt es noch auf den Tarifvertrag an.
          Der Höhere Dienst in Dienstposten mit Führungs- und Budgetverantwortung wird deutlich schlechter bezahlt als in der Industrie.
          Die Gehaltsschere in der Wirtschaft geht seit Jahrzenten auf. Bei Beamten nicht.

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      • Das ist Fokus-Niveau. 3.400 haben die meisten Beamten nicht im aktiven Dienst. Schauen Sie sich die Besoldungstabellen an und lesen dann nach, in welchen Gruppen die meisten beschäftigt sind.

  • Ich fordere Remigration.

  • Und was ist daran verkehrt? Dann sind die Zeiten von 30 Semester irgendwas studieren für Malte-Torben und Konsorten vorbei. Regelstudienzeit gab es bei uns auch und die wurden eingehalten. 8 Semester und unsere Schiffsbetriebs-Ing. sind voll ausgebildet und qualifiziert gestartet. Ach so, mal eben 1 bis 3 Jahre „Chillen“ im Ausland geht dann auch nicht mehr.

    • Nun, mein werter Archangelos, soweit ich mich erinnere habe ich ebenfalls etwas über 20 Semester (davon 6 im Ausland) studiert, drei Abschlüsse erworben, ein Referendariat absolviert, daneben eine Promotion verfaßt und bin nunmehr seit 36 Jahren berufstätig. – Vielleicht sollten Sie Ihrer Neigung widerstehen, alles in einen Topf zu werfen?

      • Es geht um die, die ewig studieren ohne einen Abschluss zu machen…

  • Eine Kollegin sagte mir mal:
    „Mein Mann ist Zimmerer. Der kann so lange nicht arbeiten.“

    Für anständige, im normalen Leben stehende Menschen sollte das (selbst-)verständlich sein.

  • Wenn auch Politiker und Beamte mindestens 45 Jahre arbeiten müssen, bevor sie Rente oder Pension beantragen können, wäre ich einverstanden.

    • Müssen Sie in der Regel, oder es wird teuer. Ein Freund von mir wurde gerade nach 49 Jahren pensioniert (und war schwerbeschädigt).

  • Jawoll, immer auf die Rentner! Die Pensionäre müssen geschont werden…

    • Die Rentner haben eben ihr Rentensystem. Die Rentner sind auch die absolute Mehrheit der Wähler, Und die Rentner haben ignoriert, dass das Rentensystem im Ansatz falsch und seit 1970 offiziell kaputt ist.
      Die Rentner hätten FDP, später AfD wählen soll, statt SPD oder CDU. So ist das nun einmal.

      • „Die Rentner sind auch die absolute Mehrheit der Wähler“
        Das ist ja einer der Gründe für die Probleme und die Unfähigkeit das System zu wechseln.
        Denn die, die schon Rentner sind werden völlig hemmungslos ihrer eigenen Pfründe und Interessen durchdrücken. Da diese Gruppe einen Großteil der Wähler stellt werden sie auch von den Parteien hofiert.
        Die Arbeitnehmer könnten das nur durchbrechen wenn Sie alle, gebündelt eine Partei wählen, die das Rentensystem grundlegend ändern will. Das ist zum einen unrealistisch zum anderen gibt es diese Partei gar nicht.

    • Da blitzt er wieder auf, der Neid 😄😄

      • So isses, Sie haben mich durchschaut.

  • Und wenn Frauen länger leben und die Rentenkassen dadurch stärker belasten?Müssten die denn nicht eher länger arbeiten als Männer?

    • Ich hol das Popcorn.

      • Hat sich wohl nicht gelohnt, mit dem Popcorn, wie? 😉
        Das AN-Forum ist weniger gynozentrisch, als der Durchschnitt. Das gibt mir Hoffnung 🙂

        • Egal, schmeckt auch so 🙂

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        • @Popcorn: Das ist die richtige Einstellung!

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    • Wenn man es vollkommen „gerecht“ machen wollte, hätten Sie vollkommen Recht. Aber der Ansatz ist eben ganz falsch. Eine moderne Gesellschaft müßte den Kindern schon Finanzwissen vermitteln und ihnen helfen, eigenes Vermögen zu bilden. Für die Pechvögel und die unverantwortlichen gäbe es dann eben Sozialhilfe wie früher. Aber mehr nicht.
      Vorteil wäre, dass wir ein Volk von selbständigen Bürgern hätten, die nicht absolute Flachschippen wählen, die ihnen „Freibier“ versprechen.

      • Aber der Staat zwingt die deutschen Bürger ja in die GRV. Er kann es sich ja nicht aussuchen, ob er die Knete in ein Sozialsystem reinwirft, oder er sich die Rente selber aufbaut. Jetzt könnte man davon ausgehen, dass der Staat die Obliegenheit hätte, mit dem auferzwungenden Sozialsystem behutsam/schonend umzugehen. Was passiert aber? Die Kassen werden zweckentfremdet, versicherungsfremde Leistungen, immer mehr Gratisversicherte und am Thema Frauen traut sich erst recht keiner dran.

  • Ist der richtige Weg. Wer bis Mitte 30 studiert, wird dann halt bis 80 arbeiten dürfen. Ist seine freie Entscheidung.
    Boomer wie ich haben oft mit 16-17 ihre Ausbildung begonnen und dann ohne Sabatical bis zur Rente durchgezogen. Das sind die, die jetzt gerade in Rente gehen und die Fachwissen-Lücken hinterlassen.

    • Mein 80-jähriger Opa möchte dringend noch ein bißchen weiterarbeiten. Sie wissen sicher ein paar Firmen, bei denen er sich bewerben kann?

      • Sie amputierten ihm sein letztes Bein, und jetzt kniet er sich wieder mächtig rein. (Geier Sturzflug)

    • Die Akademiker besetzen (im Idealfall) die Posten, die es braucht, damit es für die anderen Menschen überhaupt Arbeitsplätze gibt. Mal ganz zu schweigen von Neugründungen. Handwerk ist gut und schön, aber wir leben als Gesellschaft von der Industrie.
      Laßt Euch nicht spalten. Haltet zusammen.

      • Die Industrie braucht Ingenieure und Naturwissenschaftler, die Allgemeinheit Ärzte und ein paar kluge Köpfe, der Rest der Akademiker sind (vor allem in dieser Überzahl) überwiegend nutzlose Kostgänger. Ich empfehle diesbezüglich das Buch „Die Arbeit tun die anderen“ vom Soziologen Helmut Schelsky. Es ist vor allem der (linke) Staat mit seinen vielfältigen und „ubiquitär“ vorkommenden Beratern, Beauftragten, parastaatlichen Institutionen und NGOs, der überzähligen Akademikern ein Auskommen verschafft – ohne dass die Allgemeinheit einen Nutzen davon hätte. Linke Akademiker im Bundestag haben anderen linken (und rechten) Akademikern sinn- und nutzlose Arbeitsplätze zu besten Konditionen verschafft. Wer aber im Akademisierungswahn Massen an Eierköpfen ausbildet, der muss sie ja auch irgendwo unterbringen. Und tatsächlich sind nur etwa zwei bis acht Prozent der Bevölkerung überdurchschnittlich begabt und für eine echte ! akademische Bildung geeignet. Alles andere sind soziale (sozial teure!) Zugeständnisse.

    • Für einen höheren akademischen Grand muss man halt länger studieren. Ein Master oder Doktor braucht Zeit. Das war so und das ist so.
      Es ist nicht richtig, dass Akkademiker heute, im Durchschnitt, später ihr Studium beenden als früher. Tatsächlich ist es anders herum. Die klassischen Bummelanten sind ein Phänomen der Boomer-Generation. Heute gibt es keine Wehrpflicht mehr, der Bachelor ist ein Jahr kürzer als das alte Diplom, viele Schüler haben ein um 1 Jahr verkürztes Abi, es gibt viel Anwesendheitspflich in der Uni (vor Einführung des Bachelors praktisch unbekannt) und die Sanktionen für ein Überschreiten der Regelstudienzeit sind deutlich drastischer als früher.
      Die Studenten werden schon durchs Studium gepeitscht. Viele sind mit 21 oder 22 schon fertig mit dem Bachelor…
      nur will dann sie keiner haben, weil zu jung, unreif, keine Erfahrung usw.
      Arbeitsfähig ist mit 80 oder schon 70 fast niemand mehr.
      Auch die Fachwissen Lücke ist ein Märchen wie der Fachkräftemangel.

      • Tatsächlich ist das heutige „Masterstudium“ das Äquivalent zum „alten Diplom“. Und der „Bachelor“ (heute) entspricht eher dem alten Vordiplom; stellt somit realiter keinerlei akademische Qualifikation dar, sondern ist – u.a. auch durch die Verschulung der Hochschulbildung nach der Bolognareform – eher eine Art Berufsausbildung (zu Lasten und zum Nachteil der Nichtakademiker, deren Aufstiegschancen dadurch komplett zunichte gemacht wurden). Und auch mit Ihrer Einschätzung über die „Boomer-Generation“ liegen sie vollkommen falsch, denn im Gegensatz zu heute wurde damals sehr genau auf den zeitlichen Werdegang und die Kontinuität der Ausbildung geachtet. „Lücken“ und Sperenzchen wie „Sabbatical“ waren absolut verpönt und Ausdruck von mangelnder Zielstrebigkeit. Und nicht nur zufällig sind die ganzen „Geisteswissenschaftler“ mangels Qualifikation und Eignung damals in der Taxibranche gelandet (die heute von NGOs und – missbräuchlich – im parastaatlichen Sektor beschäftigt werden).

        • „Tatsächlich ist das heutige „Masterstudium“ das Äquivalent zum „alten Diplom“
          Das ist nicht der reale Status Quo. So war es mal gedacht. In der Realität ist es aber so, das Bachelor das Diplom einfach ersetzt hat und Master eigentlich nur für den höheren Dienst in Ämtern oder dem ÖD interessant ist. In der Wirtschaft und Industrie gibt es fast keine speziellen Master-Stellen. Die nehmen lieber einen BA mit 5+ Jahren Erfahrung als einen MA ohne.
          Der Master fristet ein Nischendarsein.
          „eher eine Art Berufsausbildung“
          Das mag sein aber das war so gewollt… nicht von den jungen Menschen, die wurden gar nicht gefragt. Es waren die alten, die Boomer selber, die das System, das sie selber hervorgebracht hat, vorsätzlich zerschlagen haben.
          „Lücken“ und Sperenzchen wie „Sabbatical“
          Was glauben Sie denn wieviele Studenten heute ein Sabbatical machen? Vor allem MINT-Studenten?
          Eigentlich sind Sabaticals ein typisches Ding des ÖD und von Beamten. Ich kenne das vor allem von Lehrern.

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    • Wir sind stolz auf Sie. Ja, die Boomer, die habe noch richtig gearrrrrbeitet. Danach ging’s den Bach hinab.

      Was für eine Selbstbeweihräucherung. Man könnte es auch anders sehen: die Boomer haben der Merkel gehuldigt, sie haben die Infrastruktur verfallen lassen und Kinder haben die auch keine bekommen.

      • „Man könnte es auch anders sehen:“
        Nein, das muss man so sehen! Die sind es gewesen!
        Hören sie nur nicht gerne.
        Als Gen-X und -Y/Millenials in dem Alter waren wo sie was hätten tun und ändern können, war das Kind schon in den Brunnen gefallen… bzw es waren schon viel zu wenige.
        Die tollen, von Ihrer eigenen wahrgenommen Großartigkeit geblendeten Boomer, haben dann einfach, Macht ihrer großen Anzahl alle andere überstimmt und weggebügelt. An ihren Posten und ihrem Einfluss kleben sie auch. Bis heute!
        Zur Zeit verkonsumieren sie, ganz selbstverständlich den vorhandenen Wohlstand auf Kosten der Nachkommenden. Geichzeitig verhindern sie jede Änderung und Anpassung weil „unser Vermächtnis“. Es kann ja nicht sein, das die Dinge die man seit 50 Jahren tut und fördert auf einmal falsch sind… was bilden sich die jungen Leute ein.

        • Ist Ihnen eigentlich wirklich nicht klar, dass die bösen Boomer genau die Infrastsruktur und Gesellschaft geschaffen und finanziert haben, die es IHNEN und der jüngeren Generation überhaupt erst ermöglicht hat, zur Schule gehen, studieren und in Frieden und in sozialer Sicherheit leben zu können? Halten Sie das nicht für ein bisschen zu selbstverständlich – und wollen Sie dafür etwa nichts zurückgeben und danke sagen? Wenn man sich die heutige Einkommens- und Reichtumsentwicklung anschaut, kann man sogar – je nach Betrachtung – davon ausgehen, dass es eher die älteren Generationen sind, die trotz persönlichem Verzichts um das Versprechen des „Wohlstands für Alle“ betrogen wurden. Wer heute trotz Vollerwerbs von 1200,- Euro Rente leben muss und gleichzeitig sieht, dass Youngster ganz selbstverständlich studieren (früher ein Privileg!), mit Aktien traden, teure Auos fahren und gleichzeitig den Hals vor lauter überzogenen Ansprüchen nicht voll genug bekommen, der fragt sich zu recht [>]

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        • [>] der fragt sich zu recht, wessen Kompass in die falsche Richtung zeigt. Ihr Kommentar und das Anspruchsdenken der jungen Generationen zeigt ein erschreckendes Maß an Egomanie und Selbstbezogenheit, einem machiavellistischen Glauben daran, dass die jungen Generationen die älteren quasi kannibalisieren und deren Wohlstand aufzehren dürfen, Insekten ähnlich, die das Muttertier parasitär auffressen. Und wenn das Muttertier selbst überleben und satt bleiben will, dann „verkonsumiert“ es ganz sicher nicht den Wohlstand (das eigene Fleisch) auf Kosten der „Nachkommenden“. Seht also selbst zu, wie ihr überleben könnt. Es war tatsächlich nie einfacher! Denn noch keine Generation zuvor hat so gute Startchancen und Bedingungen gehabt wie ihr! Und ausgerechnet ihr seid diejenigen, die am lautesten heulen … in Wirklichkeit aber nur, weil das eigene überzogene Anspruchsdenken nicht mit der Realität übereinstimmt. Man MUSS nun mal selbst arbeiten, um Wohlstand zu erzeugen – denn den bekommt man nicht geschenkt!

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  • Wäre für mich okay. 62 und Tschüss. (45+17)

  • Nicht nach Arbeitszeit, sondern nach Leistung wäre gerecht. Dann müssten viele Politiker mindestens 100 Jahre auf ihre Rente warten.

  • Völlig Gaga,
    man stelle sich den Fall vor, jemand fängt erst mit 35 Jahren an sozialversicherungspflichtig zu arbeiten (warum auch immer, bis dahin auf dem väterlichen Hof gearbeitet, Familie gepflegt, aus dem Ausland eingereist,…),
    der soll also in die Rentenversicherung einzahlen ohne Chance etwas raus zu bekommen.
    Irre, einfach irre

    • Oder jemand hat schon 40 Jahre gearbeitet und wird dann arbeitslos, weil sein Betrieb in Insolvenz gehen muss und er aus Altersgründen keine neue Arbeit bekommt. Dann hat er 40 Jahre lang eingezahlt und bekommt nur noch die Grundsicherung im Alter?
      Dann möchte ich aber meine Zwangsrentenbeiträge lieber gleich auf eigene Rechnung anlegen.

    • Sie legen den Finger in die Wunde. Erst recht gilt das natürlich für die berühmten Fachkräfte aus dem Ausland. Es sei denn, die bekommen eine Vorzugsbehandlung,.

      • @Voll Horst: Darauf Du einen lassen kannst ..

  • Wem meint er mit „Jeder“?

  • Ich bin dann mal weg, 45 Jahre geschafft. Die Fachkräfte freuen sich bestimmt.

  • 45 Jahre Zwangsarbeit, und danach das eigene Grab schaufeln. Nennt man das jetzt „Zum Wohle des Deutschen Volkes“?

  • Bei mir dauert es bis zur Rente noch ca. 6 Jahre aber ich glaube da ohnehin nicht dran. Meine Glaskugel sagt mir, daß in dieser Zeit noch jemand auf die „grandiose Idee'“ kommt eine Art „Bedürftigkeitsklausel'“ einzuführen wie beim Bürgergeld und dann bekomme ich sowieso erst mal ein paar Jahre gar nichts bis ich meine Ersparnisse aufgebraucht habe.

    • Ja, das war zu Zeiten von H4 auch meine Analogie. Erst das Vermögen aufbrauchen, dann wiederkommen und wehe man besitzt ein Haus. Die Zeitspanne legt natürlich die Behörde fest. Machen wir uns nichts vor, es ist der Krieg gegen die Bevölkerung mit anderen Mitteln.

  • Wo und wie will in Deutschland noch jemand auf 45 Arbeitsjahre kommen.

  • Mit 50 Euro im Monat zur sechsstelligen Rente?
    Merz fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, Geld auf die hohe Kante zu legen – und will keine Ausreden gelten lassen.
    Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat vor allem junge Menschen im Land mit Blick auf die private Altersvorsorge zum frühzeitigen Ansparen aufgerufen.
    „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen früh genug beginnen, für ihr Alter auch zu sparen“, sagte Merz beim Wahlkampfabschluss der BW CDU in Ravensburg. „Und dann sag bitte niemand: Das könnten wir ja nicht. Natürlich können wir das.“
    …Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen.
    = Das sei die entscheidende Botschaft, die man mit der SPD verabredet habe!

    • Ja ja, um dann bei der Auszahlung mit der Steuer richtig zu zulangen. Und es bei der normalen Rente an zu rechnen..

      • Lag mir auch auf der Zunge. BlackRock verwaltet und schiebt noch ein bißchen hin und her, bis es bei der Auszahlung nur noch 30% sind. Wenn das nicht für eine Packung Toastbrot pro Woche reicht.

    • Genau… Vom Mindestlohn noch was sparen, weil der ja so üppig ist 🤨 und weil die Mieten und der Rest der Lebenshaltungskosten ja so günstig sind

    • Geld auf die Hohe Kante zu legen bringt nichts für die Rente. Zuerst schlägt die Inflation zu, die höher ist als der Zinssatz. Und dann schlägt der Staat zu mit Kapitalertragssteuern. Und zum Schluss wird die Rente, die durch eigene Kapitalerträge aufgebessert werden muss, nochmals versteuert, wo dann versteuertes und angespartes Geld zum 2. mal besteuert wird.
      Und am Ende bekommt ein Aslyant mit Grundsicherung im Alter eine weitaus höhere Rente als die meisten Armutsrentner. Das Problem ist, dass unsere Rente ein typisches Ponzi-Scheme, also ein Schneeballsystem ist. Die neuen Einzahler müssen die Ausbezahlten finanzieren und deshalb müssen immer mehr „dumme“ Einzahler gefunden werden, zb. durch Massenimmgration von „Fachkräften“ die unsere Rente zahlen sollen. Funzt aber nicht. ☝️🧐

  • Wie viele Studierende sind bereits seit 5 oder mehr Jahren im Studium? Wie viele davon erreichen nicht einmal 30 Jahre? Würden wir Politiker nach Leistung und Ergebnissen bezahlen, hätte der Sozialstaat noch mehr Zahlungen zu leisten!

    • „Studierende“

      Es wirkt…

      • „Es wirkt…“
        Dachte ich auch gerade.

  • „Menschen mit höherem Einkommen lebten statistisch länger und könnten daher auch länger Rente beziehen.“ Problem erkannt, Verarmungsprogramm verschärfen!

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