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Irankrieg: Warum dieser Konflikt den Ölmarkt und die Weltwirtschaft erschüttern könnte
Raketen über dem Persischen Golf, Drohungen aus Teheran – und das Nadelöhr der Weltwirtschaft steht plötzlich im Zentrum eines militärischen Konflikts. Noch bleibt der Ölpreis erstaunlich ruhig. Doch täuschen sich die Märkte, oder erleben wir gerade die Ruhe vor dem nächsten historischen Preisschock?
In den letzten Tagen ist die geopolitische Lage im Nahen Osten dramatisch eskaliert. Die Vereinigten Staaten haben gemeinsam mit Israel groß angelegte Militärschläge gegen den Iran durchgeführt. Offenbar mit dem Ziel, zentrale Machtstrukturen des Regimes direkt zu treffen und die Führungsebene zu destabilisieren. Laut Berichten wurde dabei auch der oberste Führer des Iran, Ali Khamenei, getötet. Dies hat das Weiße Haus bereits auf X bestätigt.
Der Iran reagierte nicht nur militärisch in der Region, sondern stellte auch die wirtschaftliche Eskalation in Aussicht. Im Zentrum steht die Straße von Hormuz: das strategische Nadelöhr des globalen Energiesystems.
Täglich fließen hier rund 20 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Produkte hindurch – etwa 19 bis 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Anders formuliert: Jedes fünfte Barrel Öl passiert diese Passage. Die Meerenge ist nur rund 54 Kilometer breit – ein schmaler Streifen Wasser zwischen Iran und Oman, durch den ein erheblicher Teil der weltweiten Energieversorgung läuft.
Die Abhängigkeiten sind ungleich verteilt: Japan bezieht rund 72 Prozent seiner Ölimporte über diese Route, Südkorea etwa 65 Prozent. Indien und China jeweils rund 50 Prozent. Europa liegt bei durchschnittlich etwa 18 Prozent. Die USA dagegen bei lediglich rund zwei Prozent.
Diese Zahlen verändern die Perspektive erheblich. Eine Eskalation in Hormuz würde vor allem Asien treffen – insbesondere China. Die Vereinigten Staaten sind energetisch weitgehend autark. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sie ihre Abhängigkeit von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten massiv reduziert. Anfang der 1990er Jahre kamen zeitweise über 30 Prozent der US-Ölimporte aus Saudi-Arabien und GCC-Staaten – heute sind es nur noch wenige Prozentpunkte. Fracking, eigene Produktion und Diversifizierung haben die strategische Ausgangslage Washingtons fundamental verändert.
Europa hingegen bleibt stark importabhängig. Und China steht noch exponierter da: Über 70 Prozent des Ölbedarfs müssen importiert werden, rund 90 Prozent davon über den Seeweg. Chaos an der Straße zu Hormuz ist für Peking ein massiver Painpoint. Fällt Hormuz länger aus, trifft es Chinas Industrie, Exportmaschine und Wachstum ins Mark.
Die Alternativen sind begrenzt. Es existieren im Wesentlichen zwei relevante Ausweichrouten: die saudische Ost-West-Pipeline Richtung Rotes Meer sowie die Pipeline von Abu Dhabi nach Fujairah. Doch deren Kapazitäten reichen nicht aus, um einen vollständigen Ausfall der Straße von Hormuz zu kompensieren.
Wird dieser Seeweg blockiert, selbst nur temporär, sprechen wir von einem Angebotsschock. Steigende Ölpreise, neuer Inflationsdruck und Turbulenzen an den Kapitalmärkten wären die unmittelbare Folge. Genau deshalb versucht die OPEC+ bereits gegenzusteuern und signalisiert Produktionsausweitungen.
Hinzu kommt: Der Iran muss die Meerenge nicht einmal physisch sperren. Es genügt, wenn sie wirtschaftlich unpassierbar wird. Explodieren die Versicherungsprämien oder werden Policen gestrichen, drehen Reeder freiwillig ab. Was gestern noch 20 Millionen Barrel pro Tag waren, kann morgen faktisch null sein. Nicht wegen Minen im Wasser, sondern wegen unbezahlbarer Risiken auf dem Papier.
Der Ölpreis im historischen Kontext
Schauen wir uns die Historie des Ölpreises an. Jedes Mal, wenn der Preis explodiert ist, gab es einen klaren geopolitischen Auslöser. 1973: das OPEC-Embargo. Der Ölpreis vervierfacht sich. 1979: die Iran-Krise. Das Öl verdoppelt sich innerhalb von 18 Monaten. 1990: der Golfkrieg. Erst der Spike, dann der Einbruch. 2008: explodierende China-Nachfrage plus Finanzkrise. 140 Dollar pro Barrel. 2022: Russland-Ukraine. Über Nacht 115 Dollar.
Screenshot
Und jetzt? Februar 2026. US- und israelische Schläge gegen den Iran sind bestätigt. Iranische Raketen schlagen in der Nähe von Golf-Stützpunkten in Abu Dhabi, Bahrain und Kuwait ein. Und trotzdem steht Öl bei gerade einmal 70 Dollar? Das wirkt auf den ersten Blick paradox – außer die Märkte preisen bereits ein, dass die Eskalation begrenzt bleibt und schnell vorübergeht.
Genau hier liegt der entscheidende Punkt: Märkte handeln Erwartungen. Wenn Investoren davon ausgehen, dass Hormuz offen bleibt und es bei einem kurzen Schlagabtausch bleibt, bleibt der Risikoaufschlag moderat. Dreht diese Erwartung jedoch, kann sich das Preisniveau abrupt verändern.
Drei Szenarien für Ölpreis und Weltwirtschaft
Im Grunde genommen lassen sich drei mögliche Szenarien für die kommenden Wochen abzeichnen.
Im ersten Szenario bleibt die Straße von Hormuz offen und der Konflikt deeskaliert schnell. Der Ölpreis steigt kurzfristig Richtung 90 oder 100 Dollar pro Barrel und stabilisiert sich anschließend wieder. Ein klassischer geopolitischer Spike – Angst wird eingepreist und wieder ausgepreist.
Im zweiten Szenario wird Hormuz für Wochen blockiert oder faktisch lahmgelegt. Dann reden wir über 130 bis 150 Dollar pro Barrel. Ein massiver Inflationsschock, steigende Produktionskosten und erheblicher Druck auf hoch verschuldete Staaten wären die Folge.
Im dritten Szenario eskaliert der Konflikt weiter, mehrere Akteure werden hineingezogen und die Energieflüsse bleiben länger gestört. Ölpreise über 200 Dollar wären möglich. Eine Stagflation wie in den 1970er-Jahren würde Realität werden.
Historisch profitieren insbesondere Energieunternehmen von starken Ölpreisbewegungen nach oben. Während steigende Energiepreise für viele Branchen belastend wirken, können Produzenten, Explorationsunternehmen oder integrierte Ölkonzerne ihre Margen deutlich ausweiten.
Absicherung gegen Ölpreis-Spikes: Strategisch positionieren statt reagieren
Wer sein Portfolio gegen mögliche Ölpreis-Spikes absichern möchte, kann daher gezielt auf ausgewählte Ölaktien setzen. Sie fungieren in geopolitischen Krisenphasen häufig als
natürliche Hedge-Komponente im Depot, da steigende Ölpreise direkt auf Umsatz und Cashflow durchschlagen.
Ein weiterer Vorteil: Viele etablierte Ölunternehmen zahlen attraktive Dividenden. In einem Umfeld erhöhter Unsicherheit können stabile, hohe Ausschüttungen einen wichtigen Beitrag zur Gesamtrendite leisten und gleichzeitig laufende Erträge sichern. Gerade große Produzenten mit soliden Bilanzen und niedrigen Förderkosten kombinieren oft Kurschancen mit verlässlichen Dividendenströmen.
Entscheidend bleibt jedoch die Auswahl. Nicht jede Ölaktie profitiert gleichermaßen. Unterschiede bei Förderkosten, Verschuldung, politischem Risiko und regionaler Exponierung sind erheblich. Im Friedrich Report haben wir unter anderem ein Ölunternehmen aus Südamerika vorgestellt, das geographisch außerhalb klassischer geopolitischer Krisenherde wie dem Nahen Osten operiert. Ein solcher Standortvorteil kann in angespannten Zeiten zusätzliche Stabilität bringen, da operative Risiken nicht unmittelbar von Konflikten im Persischen Golf abhängen.
Eine strukturierte Auswahl qualitativ hochwertiger Energie- und Rohstoffwerte findet sich im Friedrich Report. Wer sich strategisch positionieren möchte, statt erst im Krisenfall zu reagieren, kann dort konkrete Titelideen und fundierte Hintergrundanalysen einsehen. Für Leser besteht zudem aktuell die Möglichkeit, mit dem Rabattcode „Apollo“ 10 Prozent Preisnachlass auf das Abonnement zu erhalten.
Gerade in Phasen erhöhter geopolitischer Unsicherheit gilt: Absicherung ist kein Spekulationsinstrument, sondern aktives Risikomanagement. Ein gezielter Rohstoffanteil – insbesondere im Energiesektor – kann helfen, makroökonomische Schocks im Portfolio abzufedern, während gleichzeitig laufende Erträge generiert werden.
Fazit
Die Straße von Hormuz ist mehr als nur eine Meerenge. Sie ist ein globaler Hebel. Solange sie offen bleibt, bleibt die Eskalation kontrollierbar. Wird sie über mehrere Wochen blockiert, verändert sich das Kräfteverhältnis am Ölmarkt schlagartig.
Über den Autor
Marc Friedrich ist Deutschlands erfolgreichster Sachbuchautor (7 SPIEGEL-Bestseller in Folge), ausgewiesener Finanzexperte, gefragter Redner, YouTube-Star, bekannt aus Funk und TV, Vordenker, Freigeist und Honorarberater. Sein aktuelles Buch trägt den Titel „Die größte Revolution aller Zeiten – Warum unser Geld stirbt und wie Sie davon profitieren können“ und wird sich ausschließlich mit dem Thema Bitcoin und Geldgeschichte beschäftigen.
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