Vor Aserbaidschan-Besuch
US-Vize sorgt für Empörung: Vance löscht Gedenktweet zum Genozid an den Armeniern
US-Vizepräsident J.D. Vance bereist den Kaukasus. In Armenien besuchte er ein Denkmal für die Opfer des Völkermords von 1915. Ein Social-Media-Post darüber verschwand jedoch nach kurzer Zeit wieder von seinem offiziellen Account – mutmaßlich, um Aserbaidschan nicht zu verärgern.
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US-Vizepräsident J.D. Vance bereist derzeit den Kaukasus. Dort soll er im Auftrag der US-Regierung unter anderem die Beziehungen zu Armenien und Aserbaidschan vertiefen. Zunächst hatte Vance Armenien besucht und dabei auch die Gedenkstätte für den Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 besucht sowie einen Kranz niedergelegt. Auf seinem offiziellen X-Account erschien ein Beitrag, in dem er auch ausdrücklich von Genozid sprach und der Opfer gedachte. Wenig später wurde dieser allerdings wieder gelöscht.
Offenbar war es die explizite Erwähnung des Völkermords, die bei Türken und Azeris auf schroffe Ablehnung stößt und zur Löschung des Tweets führte. Die Türkei und Aserbaidschan verneinen nämlich, dass es sich bei den türkischen Massakern an den christlichen Armeniern um einen Völkermord handelte. Mehrere westliche Staaten, darunter auch Deutschland, hatten sich in den vergangenen Jahren in der Frage aber offen bekannt und parlamentarische Erklärungen zur Verurteilung dieses Völkermords verabschiedet. Auch der US-Kongress verabschiedete eine solche Erklärung.
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Als Vance weiter nach Aserbaidschan reiste, wurde der Beitrag dann wieder gelöscht. Dieser sei irrtümlich von Mitarbeitern veröffentlicht worden, die nicht Teil der Delegation im Kaukasus seien. Die US-Regierung vermeidet nämlich explizit, von „Völkermord“ zu sprechen – offenbar auch wegen des US-Verbündeten Türkei und der gleichzeitigen Annäherung an Aserbaidschan. In einer Pressekonferenz betonte Trump-Sprecherin Karoline Leavitt am Dienstag, es gebe „derzeit keine Änderung der Politik“.
In Aserbaidschan traf Vance den Präsidenten Ilham Alijew, der sein Land als Nachfolger seines Vaters diktatorisch regiert. Dort unterzeichnete er ein bilaterales Abkommen, das die strategische Partnerschaft mit den USA vertiefen soll.
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Zwischen dem christlichen Armenien und dem muslimischen Aserbaidschan gab es in den vergangenen Jahren immer wieder teils heftige Kriege. Um die Region Bergkarabach, die nach dem Zerfall der Sowjetunion formell auf aserbaidschanischem Gebiet lag, aber fast ausschließlich von Armeniern bewohnt war, kam es immer wieder zum Krieg. Nach mehreren Invasionen Aserbaidschans 2020 und 2023 kam es zur faktischen Vertreibung der dortigen christlichen armenischen Bevölkerung.
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Aserbaidschan und Armenien haben im Weißen Haus unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump ein Friedensabkommen geschlossen. Es sieht unter anderem Transitkorridor durch Armenien vor.Unter Vermittlung der USA unterzeichneten die beiden Staaten im August 2025 in Washington ein in Armenien stark umstrittenes Friedensabkommen, das die Aufnahme gegenseitiger diplomatischer Beziehungen und einen Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ermöglichen soll (Apollo News berichtete). Die USA wollen im Südkaukasus den einstigen Einfluss Moskaus zurückdrängen und selbst ihre Beziehungen sowohl zu Armenien als auch zu Aserbaidschan verbessern.
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Staaten haben Interessen, kein Gewissen.
Was hat das mit Gewissen zu tun ?
Das es kein Gut und Böse gibt sondern immer nur Interessen.
Das ist ja bei uns sogar ohne Interessen möglich. Beispiel: die zehntausenden vom Islam im Iran Abgeschlachteten.
J.D. Vance hat kein Gewissen. Muss man nur sein Buch „Hillbilly Elegy“ lesen. 2016 schrieb Vance in einem Artikel für The Atlantic, dass Trump „ungeeignet für das höchste Amt der USA“ sei. Einem früheren Studienkollegen schrieb Vance, er sei sich nicht sicher, ob Trump „ein zynisches Arschloch wie Nixon“ oder „Amerikas Hitler“ sei.
Ein Wendehals ohne Format.
Da sieht man mal wieder auf wie viele Dinge man achten muss als Diplomat, um nicht in – schädliche – Fettnäpfchen zu treten. Die Sensibilitäten der Gastgeber variieren eben erheblich.
Schade ich hätte gedacht, dass er mehr Rückrat hat.
Zumal er sonst sein Christsein hochhält
Manchmal schreibt man was und dann wenn es geht, darf man es auch wieder löschen, weil einem die eigene Formulierung nicht gefällt oder weil RÄCHTSSCHREIBFEHLER (😅) drin stecken!
Warum Vance in den Kaukasus fliegt und nicht an der Münchner Sicherheitskonferenz teilnimmt, ist mir ein Rätsel, zumal diesmal auch die AfD teilnimmt. Normalerweise sollte es umgekehrt sein. Vance in München, Rubio als Außenminister in Armenien.
Überschrift
Es heißt richtig Genozid an Armeniern und nicht armenischer Genozid.
Als Annalena Baerbock Außenministerin war hat es viele gestört, dass sie oft die diplomatische Zurückhaltung vermissen ließ. Damals war das Argument, dass man als Bürgerin, als Parteipolitiker und auch als Bundestagsabgeordnete alles frei heraus sagen könne; während man sich als Repräsentant seines Landes im Zweifelsfall zurückhalten müsse, um der internationale Zusammenarbeit seines Landes nicht zu schaden.
Es gab natürlich einen Genozid am armenischen Volk.
Schade. Vance hötte ich mehr politisches Standing zugetraut.
JD Vance besuchte am Dienstag die armenische Völkermord-Gedenkstätte Zizernakaberd. Ich sehe diesen Besuch als wichtiger an, als ein gelöschtes Post. Wer genau sich empört geht aus dem Beitrag nicht hervor.
Oder sind es genau jene Empörungs- Heuchler, die sonst bei jedem Massenmord an Christen in Afrika, Syrien&Co still halten?!
Nein. Auch ich bin vom US VP sehr enttäuscht. Das hätte er den Armeniern, uns und sich ersparen sollen.
Einen Völkermord nicht wahr haben wollen zeugt noch von Gewissen. Viel schlimmer wäre, sich offen dazu zu bekennen.
Über diesen Trug-Schluß sollten Sie noch einmal etwas gründlicher entlang der Linie ‚kann sein, muß aber nicht sein‘ nachdenken. Imho.
Wie die Deutschen nach 45
Warum wird da wieder künstlich ein Theater hochgekocht, nur weil da irgendein Tweet gelöscht wird über einen Völkermord von 1915. Man sollte dieses hysterische Getue irgendwann mal sein lassen. Wen, ganz ehrlich, interessiert das hier in Deutschland wirklich. Es gibt vielleicht eingewanderte Armenier, deren Vorfahren betroffen sein mögen, gut. Aber das war es dann auch. Ohne „Empörung“ und ganz großes Drama geht es wohl nicht mehr?
Die Menschen werden 1. vom Wesentlichen abgelenkt und 2. von der Benutzung ihres Verstandes abgehalten. Beides geschieht sehr erfolgreich, indem Ängste, Empörung und andere Funktionen des Zwischenhirns aktiviert und aktiv gehalten werden.
Was wäre, wenn sich „Irgendjemand“ auf der Welt zur Situation der Ureinwohner des heutigen USA-Gebietes äußert, dass es möglicherweise ein -?- war, um in den Besitz der Ländereien zu gelangen?
Ui, das Wort war zu böse, aber Fragezeichen haben wohl keinen Zensurwert?
Was wäre, wenn sich „Irgendjemand“ auf der Welt zur Situation der Ureinwohner des heutigen USA-Gebietes dahingehend äußert, dass es möglicherweise ein Genozid war, um in den Besitz der Ländereien zu gelangen?
Ich finde die Löschung des Tweets als ein Zeichen der Schwäche.
Ungeachtet dessen ist es aber doch wichtiger, dass Vance die Gedenkstätte besucht und diesen Tweet gemacht hat. Somit ist klar was er denkt.
An all diejenigen, welche einen „Schlusstrich“ unter den Genozid von 1915 ziehen wollen: dies betrifft auch uns. Wenn es so weiter geht blüht uns dasselbe. Überall wo heute der Islam ist war früher alles christlich. Nur die Juden konnten sich ihre Heimat wieder zurücknehmen. Die Armenier können sich noch halten. Wir sollten mit den Unseresgleichen solidarisch sein. Mit Geld kann man sich keine Heimat kaufen, mit Opportunismus auch nicht.
Zustimmung !
Apollo berichtet über die Löschung eines Tweets und löscht selber meinen Kommentar vom 11.02.2026 12:53 Uhr.
Peinlicher geht es nicht.
Dann darf Steinmeier demnächst auch wieder den Mullahs gratulieren. Schließlich haben Staaten nur Interessen, und die deutsche Exportwirtschaft hat immer gute Geschäfte mit denen gemacht.
Nicht JD Vance sorgt für Empörung, sondern die Hauptstrom-Kotpumpen. Und das auch nur bei denen, die sowieso nichts mitkriegen.
So sehe ich das auch – siehe mein anderer Kommentar. Kotpumpen. Super, muß ich mir merken!
Ein Post auf X ist keine Inschrift auf einer Stele.
Die Aufgabe lautet, Gegenwart und Zukunft zu gestalten und da ist ein Verharren im Unrecht in der Vergangenheit nicht hilfreich. Sollte das Bemühen der USA zu einer Aussöhnung beider Länder beitragen, dann hat er mehr Gutes bewirkt als es irgend ein moralisierendes, und die Positionen verhärtendes Statement auf X es jemals könnte.
Das werden allerdings die von ihrer eigenen Moral besoffenen Deutschen nie begreifen. Niemand kann so schön Moral wie wir. Da hat doch ein Mitarbeiter der Trump-Administration von vornherein keine Chance. Schon gar nicht, wenn er Vance heißt und uns in unserer Verlogeheit schon mal bloß gestellt hat.
Pfui, Schande! Wundert mich aber nicht!
Wie der Herr, so ´s Gescherr!
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Trump & Ahmed al-Scharaa aka
Abu Muhammad al-Dscholani
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