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München

Dieses Haus steht im Finale eines Architekturwettbewerbs – sein Erscheinungsbild sorgt für Diskussionen

Optisch wirkt es für viele Betrachter gewöhnungsbedürftig: Das Münchner Wohnprojekt „Das robuste Haus“ ist als Mehrgenerationen- und Gemeinschaftshaus konzipiert und steht im Finale des DAM-Preises 2026 des Deutschen Architekturmuseums.

Von

Quelle: Website des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Federico Farinatti

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Das Münchner Wohnprojekt „Das robuste Haus“ steht im Finale des DAM Preis 2026, den das Deutsche Architekturmuseum jährlich für ausgewählte Bauten in Deutschland vergibt. Entworfen wurde das Gebäude vom Architekturbüro etal. als Mehrgenerationen- und Gemeinschaftshaus im Stadtteil Ramersdorf-Perlach.

Im Umfeld der Nominierung kommt es zu einer Diskussion in sozialen Netzwerken. Auslöser war ein Beitrag auf X, in dem behauptet wurde, das Gebäude bestehe unter anderem aus Holzabfällen und Metallresten. Die Einschätzung bezieht sich offenbar auf Fotografien, die das Haus in einer früherenn Bauphase zeigen. Hinweise darauf, dass beim Bau Abfall- oder Restmaterialien verwendet wurden, finden sich in den veröffentlichten Projektangaben jedoch nicht.

Konstruktiv handelt es sich um einen regulären Holzrahmenbau. Die oberirdischen Geschosse bestehen aus vorgefertigten Holzrahmenelementen, Decken und tragende Kerne aus Brettschichtholz. Als Dämmstoffe kommen Zellulose und Holzwolle zum Einsatz. Die Fassade ist mit einer Holzschalung aus Fichte ausgeführt und wird durch Stahl-Trapezbleche ergänzt, die als Wetterschutz dienen. Im Inneren wurde auf zusätzliche Verkleidungen verzichtet; der Zementestrich bleibt sichtbar und ist lediglich geschliffen und geölt.

Das äußere Erscheinungsbild wirkt sehr reduziert und kann als ungewöhnlich oder gewöhnungsbedürftig wahrgenommen werden. Auf dekorative Elemente, glatte Oberflächen oder gestalterische Ausformungen wurde verzichtet. Konstruktion und Materialien bleiben sichtbar.

Inhaltlich ist das Gebäude auf gemeinschaftliche Wohnformen ausgerichtet. Auf den einzelnen Geschossen sind sogenannte Clusterwohnungen organisiert, in denen private Zimmer mit gemeinschaftlich genutzten Wohn- und Essbereichen kombiniert werden. Ergänzend sind Gemeinschaftsflächen sowie Nebenräume wie Werkstatt, Wasch- und Fahrradraum vorgesehen. Die Grundrisse sind so angelegt, dass Räume über vorbereitete Öffnungen verbunden oder getrennt werden können. Auch Küchenanschlüsse sind mehrfach eingeplant, um unterschiedliche Nutzungen zu ermöglichen.

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82 Kommentare

  • Favelas sind doch schön.

    • Mein Elternhaus feiert in diesem Jahr seinen 340. Geburtstag. Ökologisch, nachhaltig, langlebig und gemütlich warm im Winter. Ein Fachwerkhaus und architektonisch deutlich schöner als dieses Gebäude. Es wurde regelmäßig im örtlichen Heimatkalender abgebildet. Also auch die vielbeschworene Nachhaltigkeit, kann als Ausrede für Hässlichkeit nicht herhalten. Ich glaube nicht, dass dieses Gebäude so lange stehen bleibt.

    • Mir war nicht klar, wie ich diese Beleidigung für’s Auge benennen könnte.
      Aber Favela trifft exakt zu, Kompliment!

      Die Krönung des Anspruchs an „bunter werden“. Man/frau will doch, dass die Fachkräfte ihre Kultur mitbringen?

      „Das Gebäude soll flexibel sein für Veränderungen“?
      Ja: erstmal Rückbau und Entsorgung …

      Fichte als Fassadenelement?
      Das ist das billigste und am Schnellsten verrottende Holz, verursacht daher enormen Pflegeaufwand.

      • Favelas? Hatte spontan den selben Gedanken. Der Niedergang Deutschlands zeigt sich auch im Verfall architektonischer Fertigkeiten.

  • Es ist ein weiteres Element der Verarmung der architektonischen Gestaltung. Wer solches Bauen mit den Häusern vergangener Epochen vergleicht, erkennt sofort, daß der Wunsch, die Welt durch schöne Dinge zu ergänzen, sie beglückender zu machen, der hiesigen Gemeinschaft aberzogen wurde. Zweckmäßig und billig muß es sein, wobei Ersteres auch schon mal entfallen kann. Gleiches drückt sich auch in der Kleidung aus. Wie ärmlich wirken heutige Standards gegen die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts in Europa oder die 60er in den USA. Man fährt auch nicht mehr Auto, sondern Leihfahrrad. Verarmung allerorten, und keiner scheint es zu merken.

    • Heutige Architekten würden statt des Trevi-Brunnens einfach einen rostigen Wasserhahn an die Wand dübeln und bekämen dafür den Preis „wundervoll zukunftsweisender Baustil“.

      Statt des Taj-Mahals wäre eine Wiese mit Gänseblümchen als Begräbnisstätte realisiert worden und in Barcelona würde statt der Sagrada Família eine Kapelle aus Fichtenbrettern stehen, um das einfache Leben Christi zu symbolisieren.

      Wir müssen entschieden mehr Demut zeigen für die „neue buntere Welt“!
      War da nicht mal Was mit „Stadtbild“?
      Menschen kommen und gehen wie die Wellen des Meeres. Gebäude bleiben und werden Teil der nationalen Kultur. Sie sollten kein Spielfeld für „Architektur-Wokes“ sein …

      Diese prämierte „Bude“ wird in wenigen Jahren zurück gebaut werden, weil es sich als Schandfleck durchgesetzt hat!

      (Vorsichtshalber: kann sarkastische Anteile beinhalten)

      • Ihnen ist m.E. in allen Punkten bis auf den letzten zuzustimmen. Ein Rückbau erübrigt sich, da mangels Verwendung recyclebarer Materialien und lausiger Baumqualität, nach dem Einsturz nur die Methode Spahn-Lauterbach – sprich thermische Verwertung…

  • Es fehlt der nachhaltige und innovative Regenbogenschutzanstrich aus ökologisch unbedenklichen Kinderhandmalfarben …

  • Sieht aus wie eine Asyl Unterkunft im Schnellbau !
    Das passt schon zum “ Zeitgeist “ !

  • Ein Augenschmaus.

  • Guten Morgen !
    Alles nichts Neues .
    Optik entspricht dem Zeitgeist .

    • Zeitgeist = Zustand der intellektuell verwahrlosten Eliten?

  • Sieht aus wie ein 1970er Jahre Bau.
    Wem es gefällt.:-(

    • Also echt …
      In den 70ern war Waschbeton DAS Design des Jahrhunderts!
      Seit den 50ern gibt es den (abscheulichen) Brutalismus als Architekturstil.

      Manche Architekten wollen sich im Egowahn ein Denkmal setzen. Dabei ist egal, wie das Gebaäude aussieht, Hauptsache: ANDERS !

      Für ein monumentales Bauwerk wie den Kölner Dom oder die barocke Altstadt von Dresden fehlt den heutigen „Künstlern“ der Weitblick 🙁

      In den nunmehr über 30 Jahren Selbständigkeit (Elektrotechnik) war ich in den ersten ca. 15 Jahren(?) auch an Baustellen mit Architekten beteiligt. Danach habe ich immer die Flucht ergriffen, wenn Architekten für die Bauplanung / -abwicklung / -erstellung zuständig waren.
      Ähnlich weltfremd wie deutsche Politik !!!

  • Der zarte Sound von Regentropfen auf Wellblech lullt dich in den Schlaf … oder treibt dich in den Wahnsinn.

  • Unser Heustadel ist mit Fichtenbrettern verkleidet. Das Gebäude stammt knapp nach dem Krieg, (Russen habem den Alten niedergbrannt ) und wurde damals mit ölimprägnierten (nicht ökologischen) Fichtenbrettern verschalt.
    Vor sieben Jahren musste ich erstmals die Wetterseite erneuern. Dabei habe ich neue Fichtenbretter verwendet und diese mit einem ökologischen Bläue- und Insektenschutz gestrichen.
    Leider ist inzwischen bereits etwa die Hälfte dieser Bretter wieder austauschreif. Na schaun ma wie lang diese Verschalung in München hält.

  • Die Trapezbleche in einem schönen Weinrot, das Holz dunkel gebeizt (für Kleinmengen: Stahlwolle über Nacht in Essig einlegen) und die Fenster in einem dunklen Moosgrün und man könnte sich den Kasten sogar ansehen.

  • Holzhäuser sind in den USA bis heute gelebte Tradition, einschließlich einer Raumaufteilung, die in Dtld nicht üblich ist.

  • Selbst als Kunstbanause tut der Anblick in den Augen weh.
    Wer da wohl in der Jury des DAM-Preises sitzt.

  • Da waren die russischen Kommunalkas und diese ganzen Chruschtschow-Blöcke, die sie ab Mitte der 60er auch überall in der Dritten Welt hochgezogen haben, aber wesentlich gemütlicher.

  • Die Hütte könnte auch in jeder brasilianischen Fawela stehen.

    • Aber in der hintersten Reihe!

    • Oder an den Rändern der Slums in Bombay.

  • Und was sagt die Feuerversicherung zu einem derartigen „preiswürdigen“ Bau?

  • Schland steht in Finale der Wettbewerbe der Schrägheit.

  • Hier gibt es einen Kindergarten mit ähnlich schmucker Fassade. Vielleicht könnte dieser den ersten Platz noch streitig machen. Die Anwohner waren entsetzt. Ist das Bedingung?

    • Klare Antwort: JA, unbedingt!

  • Passt zum Stadtbild.

  • Sieht aus wie ein Rohbau.

  • Lol.
    In der Schrebergartenanlage nebenan würde der Erbauer ermahnt werden daß sowas das Gesamtbild empfindlich stört. Mit Fristsetzung für Abriss.

  • „Konstruktiv handelt es sich um einen regulären Holzrahmenbau. Die oberirdischen Geschosse bestehen aus vorgefertigten Holzrahmenelementen, Decken und tragende Kerne aus Brettschichtholz. Als Dämmstoffe kommen Zellulose und Holzwolle zum Einsatz. (…) Im Inneren wurde auf zusätzliche Verkleidungen verzichtet; der Zementestrich bleibt sichtbar und ist lediglich geschliffen und geölt.“

    Sagen wir’s mal so: Ramersdorf-Perlach ist keine Gegend für reiche Leute. Die wohnen eher in Bogenhausen oder gleich in Grünwald. Davon mal abgesehen können wir nur hoffen, daß die dortige Feuerwehr nicht an Personalmangel leidet. Die Älteren unter uns erinnern sich noch an ihre Schulzeit. Damals lernten wir, daß Holz ziemlich gut brennt.

  • Sieht aus wie Altbau kurz vor Sanierung oder Abriss.

  • nicht sonderlich aussagekräftig das Foto. ich hab nix gegen nachhaltig bauen. zumal ja Stahlbeton, wie man an deutscher Infrastruktur sieht, offensichtlich auch nicht für die Ewigkeit gedacht ist. da lob ich mir sowas geniales wie das Bechterhaus aus Jumbo-Strohballen .

    https://bechter.eu/strohhaus/1e-de#Slides/1

    • PS: mir fällt gerade ein: das wär ja was für euch von apollo, bzw. generell den alternativen Medien . solchen Projekten auf den Zahn fühlen, ob sie 10 Jahre später noch stehen, was die Kinderkrankheiten davon sind, etc. Ich finde es wäre dringend nötig, denn auch, wenn man den Münchner Bau optisch nicht schön findet – ich glaub, in einem sind wir uns alle einig: die architektonische- sowie die Bauqualität generell hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. wo früher noch romantische Halbwalmdächer das Stadtbild zierten, erstreckt sich heute eine Legowürfellandschaft aus monotonen Zuchtboxen. ( sorry, da geht der Wieland mit mir durch.. )

  • Passt wunderbar in die neuen Großstadt Slums, habe so ähnliches gerade in Dehli gesehen

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