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Nur 60 Prozent

Deutsche Bahn: Pünktlichkeit fällt auf historischen Rekordtiefstand

Die Pünktlichkeitsquote der Bahn ist im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief gesunken: Nur 60 Prozent der Fernverkehrszüge fuhren planmäßig, hatten also weniger als fünf Minuten Verspätung. Die DB-Chefin ist dennoch guter Dinge: „Zeit für einen Neuanfang“.

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Für das Jahr 2025 wurde ein neuer Tiefstwert erreicht. (IMAGO/Michael Gstettenbauer)

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Erneut verkündet die Deutsche Bahn einen neuen Tiefstand bei der Pünktlichkeit ihrer Züge. Für das Jahr 2025 gibt die Bahn eine Pünktlichkeitsquote von 60,1 Prozent für den Fernverkehr an. Im Jahr zuvor lag die Quote noch bei 62,5 Prozent. Vor zehn Jahren betrug die Pünktlichkeit noch 74,4 Prozent.

Nach der Logik der Bahn gilt ein Zug erst als verspätet, wenn dieser mehr als fünf Minuten Verspätung hat. Gründe seien die marode Infrastruktur und überlastete Fernverkehrsknoten. Der Bild am Sonntag gegenüber erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn: „Auch wenn über Nacht keine Wunder zu erwarten sind, startet die Deutsche Bahn nun in eine neue Phase: leistungsstärker, verlässlicher und entschlossen, die Qualität für die Fahrgäste dauerhaft und spürbar zu verbessern.“

Im Oktober übernahm Evelyn Palla den Chefposten bei der Bahn, die diese angekündigte Trendwende umsetzen soll. Bis 2029 sollen mindestens 70 Prozent des Fernverkehrs pünktlich fahren. Daran hält auch Palla fest. „Wir hatten auch im Jahr 2025 einen deutlich sinkenden Trend bei der Pünktlichkeit insbesondere im Fern- und Regionalverkehr“, sagte Palla. „Es gilt nun, diesen fallenden Trend zu stabilisieren.“

Die Pünktlichkeit solle nun erst einmal stabilisiert werden, um eine Talsohle zu erreichen, so die Bahnchefin. Ab da soll die Pünktlichkeit dann nach oben steigen. Um die Phase bis zur Besserung für die Kunden besser zu gestalten, verspricht Palla ein Sofortprogramm. Hierbei soll es vor allem um einen besseren Komfort gehen: Die Toilettenverfügbarkeit und die Sauberkeit der WCs sollen verbessert werden, die Bahnbistros sollen besser verfügbar sein und auch die Sicherheit im Bahnhof soll verbessert werden.

„Jetzt ist es aber Zeit für einen Neuanfang“, verkündet die neue Bahnchefin. Keine leichte Aufgabe für Palla. Zwar steht ihr eine Rekordinvestition von 23 Milliarden Euro für das Jahr 2026 zur Verfügung, doch ob auch ihr Reformkurs die Wende bringen wird, bleibt offen.

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45 Kommentare

  • Wenn Züge ganz ausfallen, verbessert sich die Quote der Pünktlichkeit.
    Ein Zug, der nicht losfährt, kann auch nicht zu spät kommen.

    • Pünktlichkeit 1970 (hier wird unterschieden zwischen auf die Minute genau und innerhalb 5 min)

      Pünktlichkeits-Statistiken (ca. 1969/1970):
      Gesamt (Endbahnhöfe): Ca. 79 % pünktlich.
      Nahverkehr (NV):
      ~79,9 % pünktlich auf die Minute.
      ~96,1 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz.
      Durchschnittlich 0,7 Minuten Verspätung.
      D-Züge (Fernverkehr):
      ~58,1 % pünktlich auf die Minute.
      ~79,3 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz.
      Durchschnittlich 3,7 Minuten Verspätung.
      Fernschnellzüge (F):
      ~88,6 % pünktlich auf die Minute.
      ~94,3 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz.
      Trans-Europa-Express (TEE):
      ~81,3 % pünktlich auf die Minute.
      100 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz, max. 2 Minuten Verspätung.

      • Toller Beitrag!

    • Das ist ein Rechentrick, eigentlich müssten solche Züge als besonders stark verspätet gezählt werden, aber dann wäre die Quote bei nur noch knapp 20% Pünktlichkeit.

  • Als Kind in den 70er sind wir bei viel Schnee mit dem Zug zum Skilaufen gefahren anstatt mit dem Auto.

    Allgäu, Schwarzwald, Alpen. Südtirol
    Vor Ort mit dem Bus oder jemand aus der Pension hat uns abgeholt.

    Das hat alles problemlos geklappt und war für uns Kinder eine herrliche Zeit.
    Teilweise wurde das Gepäck per Bahn vorausgeschickt und komisch, ich kann mich an keine Probleme erinnern.

    Heute würde ich niemals meine 15 jährige alleine zur Oma nach Garmisch setzen.
    Alleine schon der Bahnhof Passing…..

  • „Nur 60 Prozent der Fernverkehrszüge fuhren planmäßig ..“

    und der Rest fällt aus!

  • „Jetzt ist es aber Zeit für einen Neuanfang“ – Genau ! Vorstand komplett in Haftung nehmen, Bis zur dritten Hierarchieebene entlassen….. Fachleute anwerben – Die Bahn kommt …. !

  • Wir brauchen mehr Fachkräfte aus Arabien und Afrika…

    • Richtig. Nur mit den Neubürgern werden unsere Bahnen und Renten gesichert.
      😵‍💫🤢🤮

    • Die sind schon in den Zügen. Jede Nahverkehrsbahn ist ein Orientexpress. 🫣

  • Paßt doch gut zur gesamten Sozi-Kultur.
    Ich habe mir letztes Jahr noch n roller gekauft um billiger zur Arbeit zu kommen.
    Die 63€ für das D Ticket wären ja noch ok, aber die Zuverlässigkeit geht leider nicht.

  • Pünktlichkeits-Statistiken (ca. 1969/1970):
    Gesamt (Endbahnhöfe): Ca. 79 % pünktlich.
    Nahverkehr (NV):
    ~79,9 % pünktlich auf die Minute.
    ~96,1 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz.
    Durchschnittlich 0,7 Minuten Verspätung.
    D-Züge (Fernverkehr):
    ~58,1 % pünktlich auf die Minute.
    ~79,3 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz.
    Durchschnittlich 3,7 Minuten Verspätung.
    Fernschnellzüge (F):
    ~88,6 % pünktlich auf die Minute.
    ~94,3 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz.
    Trans-Europa-Express (TEE):
    ~81,3 % pünktlich auf die Minute.
    100 % innerhalb der Fünf-Minuten-Toleranz, max. 2 Minuten Verspätung.

    • Es wäre zielführend nicht die Verzugs- und Ausfallzeiten zu zählen, sondern die letzten Tage der verantwortlichen Bahn „Mit“arbeiter in ihrer Tätigkeit. Dann fahren die Züge auch wieder pünktlicher.

  • In weiser Voraussicht hat die Bahn (???) für mehr als 1 Mrd. € chinesische Elektrobusse bestellt. Ein Schildbürgerstreich mit Ansage.

  • Da geht noch was, nur Mut. Nach der pünktlichsten Bahn, kommt jetzt die stärkste Armee der EU. Schon Altmeyer wollte ganz vorne mitspielen beim Autonomen Fahren, leider haben wir im Emsland, aber auch in anderen Gegenden ein schlechtes oder gar kein Netz.

  • Ich hatte mir vor kurzem ein Video angesehen, da ging es darum, die Durchschnittsgeschwindigkeit aus zwei unterschiedlich schnell durchfahrenen Streckenabschnitten zu errechnen. Ich will hier an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, nur das Ergebnis war interessant. Es stellte sich nämlich heraus, daß minimalste Verlangsamungen, also eine Geschwindigkeit niedriger als die Durchschnittsgeschwindigkeit, nur noch durch überproportional höhere Geschwindigkeiten auf der restlichen Strecke ausgeglichen werden konnten. Das ist in der Realität aber nicht machbar. Das soll keine Entschuldigung für die Bahn sein, nur eine Hintergrundinformation, warum die Züge so oft und auch so gravierend Verspätung haben.

    Für Interessenten:
    https://youtube.com/watch?v=ZCemuk62C6Q
    1. Aufgabe
    bzw.
    https://youtube.com/watch?v=AMIWrYTsvfM

    • Schöner Artikel; ist wirklich wahr.
      Jetzt müssen wir bloß noch aufpassen, daß nicht ein Praktikant der DB publiziert:
      „Verspätungen der Bahn sind ein Naturgesetz.“

  • Wir sind gerade in der größten DDR-Revival Party der Geschichte.

    • In der DDR waren die Züge pünktlicher als heute bei der DB-AG. Das muss man ganz klar sagen. 😉

  • Was soll das mit der Pünktlichkeit, andere Faktoren sind auch wichtig, Humor und Aussehen der Zugbegleiter, Stimmung unter den Fahrgästen, angenehmer Geruch, Umfang der Speisekarte, Aktualität der Filme, Preise der alkoholischen Getränke…
    Man muss nur die die richtigen Kriterien bestimmen, dann ist unsere Bahn spitze.

  • Technisch gesehen ist es durchaus möglich, daß Stuttgart 21 nicht in Betrieb gehen wird. Wenn sich diese Aussicht in der öffentlichen Meinung verfestigt, wird keiner mehr der Bahn irgendetwas glauben oder zutrauen

  • Über die schlecht gewarteten und darum ständig defekten Wagen und Lokomotiven redet keiner.

  • Das geht noch „besser“. Das ist nur der Anfang. Lest, was in Rom nach den Niedergang los war. Geschichte wiederholt sind ständig. Deswegen werden Menschen, die die Geschichte kennen, an der Börse reich und zugleich wahnsinnig über die Dummheiten ihrer Zeitgenossen.

  • In der Norddeutschen Winterlandschaft heute nur 0,6%.

  • Einfach mal bei in der Schweiz 🇨🇭 oder in Japan 🇯🇵 in die Lehre gehen.🚶‍♂️
    Immer darauf bestehen: An deutschen Wesen die Welt genesen .Unsere Arbeitsweise lm besten Deutschland aller Zeiten wollen die einfach nicht übernehmen.
    Verstehe ich nicht .😀😁😅

  • Mehdorn war der Sanierungsmanager von Dezember 1999 bis 2009. Die Regierung wollte ein Sparprogramm das Mehdorn konsequent umgesetzt hat. Es wurde die Bahn kaputt gespart, Weichen ausgebaut, Infrastruktur verkauft und nicht mehr das investiert was man investieren muss.
    Selbst ein ganz neuer Betreiber der nicht DB heißt, kann das nicht ändern was 30 Jahre lang gespart wurde, denn Strecken sind komplett überlastet, Güterzüge mit Priorität überholen Express und Regionalzüge auch noch. Die fahren dann mit 80 km/h hinter den langsamen und langen Güterzügen her und können ihre
    Höchstgeschwindigkeit von160 kmlh nicht ausspielen. So wird sich nie was ändern, LEIDER!

  • Aber die Gehälter stimmen doch; liebe Gewerkschaftler?

  • Wie peinlich das ist. Will eigentlich noch jemand in Bekanntenkreis sagen, er sei bei der Bahn beschäftigt?

    Ganz vergessen: Das ist heute eigentlich ganz egal, ob nur noch Dreck abgeliefert wird, Hauptsache, es wurde kassiert und die Kohle abgefasst; was sollen alle Beschwerden und Klagen? Immer wird auf irgendein online-Portal verwiesen, da ist dann irgendeine KI, und erzählt einem wieder, was man hätte machen oder durchlesen können. Das hat man schon alles getan, aber das will die KI nicht kapieren, schickt einen immer wieder zurück zum Anfang. Und wenn man telefonisch Kontakt hat, irgendein Stammler aus Indien/Pakistan, dann sagt der auch nur, schreiben Sie Email an…ich kann nichts machen.
    Ich hasse das alles.

    • Ich habe meinen Beruf als Lokführerin nach 18 Jahren aufgegeben!

      • Aber, Hetty, können Sie nicht ein Buch über Ihr Leben als Lokführerin schreiben?

        • Das würde ich nicht überleben!

          0
    • Ich erzähle nicht mal mehr, daß ich Deutscher bin.

      • Ja, um Himmelswillen, selbst in den Ladengeschäften meinen „die“ sofort zu wissen, dass du betuppt werden kamnst. Alles levantinisch.

  • Deutsche Bahn ist für mich Geschichte….

  • und wie viele sind einfach ausgefallen? Die werden ja nicht als „unpünktlich“ gezählt.
    Das wichtigste wäre es erst mal ehrlich zu werden. Ein Zug der nicht fährt ist ganz sicher nicht pünktlich.

  • Roulette, Tombola, Lotterie? Oder „Ine mine muh, und raus bist du“! Der Zug kommt dann an … vielleicht, könnte sein … oder auch nicht! Pech gehabt, vielleicht in einem anderen Leben.

  • Passt doch zu unserer Regierung!

    • Und der einzige ertragreiche Bereich, die DB-Schenker wurde ans Ausland verkauft. Finde den Fehler!

  • Wie größer die Verspätung, wie mehr Wellness man bekommt. Eigentlich müssten die verspäteten Züge teuer werden, da mehr Well-be-ing oder „Entschleunigung“.

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