Drohnensichtungen
„Wegwerf-Agenten“ und „Schattenflotten“? Recherche zeigt auffällige Schiffsbewegungen vor deutscher Küste
Eine Recherche von Springer-Nachwuchsjournalisten deckt auffällige Verbindungen zwischen Drohnensichtungen und den Routen russisch besetzter Frachter auf – darunter Schiffe mit Verbindungen zur russischen Atomindustrie und Marinestützpunkten.
Ein Team von sieben Journalismusstudenten der Axel Springer Academy hat im Rahmen einer mehrwöchigen Recherche Zusammenhänge zwischen Drohnenvorfällen über europäischen Militäranlagen und den Bewegungen bestimmter Frachtschiffe mit russischen Besatzungen im Nord- und Ostseeraum untersucht. Die via Bild veröffentlichte Recherche nutzte Zehntausende Schiffsdatenpunkte, geheime Lageberichte deutscher Sicherheitsbehörden und eigene Vor-Ort-Recherchen – darunter eine Verfolgungsfahrt entlang der französischen, niederländischen und belgischen Küsten.
Die Studenten werteten zunächst interne Lageberichte des Bundeskriminalamts (BKA) aus, die ihnen vorlagen. Darin dokumentierte das Amt für das Jahr 2025 1.072 Sachverhalte mit 1.955 Drohnen bis zum 19. November. Die Sichtungen seien „überwiegend in den Abendstunden“ erfolgt, 45 Prozent aller Sichtungen entfielen laut Geheimbericht auf diesen Zeitraum. Die Drohnen flogen laut BKA „fast ausschließlich über beziehungsweise im Umfeld von militärischen Einrichtungen“. Nur in 29 von 498 Fällen seien Piloten identifiziert worden – in keinem Fall habe es sich um staatliche Akteure gehandelt. Die Drohnentypen blieben in 88 Prozent der Fälle unbekannt. Einzelne Sachverhalte deuteten laut Bericht jedoch „auf ein komplexes Vorgehen unter Rückgriff auf größere finanzielle und logistische Ressourcen hin“.
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Die geheimen Dokumente belegten Schwerpunkte über Bundeswehrstandorten, Rüstungsbetrieben und kritischer Infrastruktur – etwa bei mehreren Überflügen eines LNG-Terminals, des Kernkraftwerks Biblis oder von Chemieanlagen im Ruhrgebiet. Während der Bundeswehrübung „Gelber Merkur“ im Mai erfassten die Behörden mehr als 80 Drohnenvorfälle im Umfeld militärischer Liegenschaften in vier Bundesländern.
Weitere Vorfälle betrafen unter anderem eine länger andauernde Serie von Überflügen der US-Air-Base Ramstein, Sichtungen über Marinefliegerstandorten wie Nordholz, Drohnenformationen über Wilhelmshaven sowie mehrfache Überflüge während der Anlieferung von Gefechtsfahrzeugen für die Ukraine in der Werratalkaserne.
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Entscheidend für die Recherche waren auffällige Navigationsdaten dreier Frachter, die die Studenten anhand öffentlich zugänglicher AIS-Daten sowie Hinweisen aus Behördenunterlagen verfolgten. Der russische Frachter „Lauga“ wurde in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 2025 von einem deutschen Polizeischiff durch die Nordsee begleitet. Laut Geheimbericht meldete das Einsatzschiff: „Gegen ein Uhr […] wurden sieben Drohnen um das Einsatzschiff festgestellt.“ Die Drohnen kreisten sowohl über dem Polizeischiff als auch über der „Lauga“.
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Besonders auffällig waren die Schifffahrtsdaten der „HAV Dolphin“, betrieben von der norwegischen Reederei HAV Shipping. Von Ende März bis Ende April 2025 lag sie fast einen Monat in der Pregol-Werft in Kaliningrad – einem Standort mit dokumentierten Verbindungen zum russischen Militär und zu Rosatom. Vom 1. bis zum 10. Mai lag sie anschließend neun Tage lang mit scheinbar ziellos kreisenden Bewegungsmustern in der Kieler Bucht – nur 25 Kilometer von Rüstungsbetrieben entfernt, über denen am 2., 6. und 7. Mai Drohnenschwärme gesichtet wurden.
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Die Mannschaft habe laut Sicherheitskreisen ausschließlich aus russischen Seeleuten bestanden. Bei einer Kontrolle am 9. Mai stellten Beamte fest, dass sich ein zusätzlicher Wachoffizier an Bord befand, der sich „auffällig verhielt“. Laut Bericht befand sich das Schiff Anfang Juni erneut in Reichweite eines weiteren Vorfalls: Zwei Minuten lang flog eine Drohne über ein militärisches Sendegelände in Niedersachsen, während die „HAV Dolphin“ rund 70 Kilometer entfernt ankerte.
Die „HAV Snapper“, ebenfalls von HAV Shipping, zeigte im Zeitraum vom 16. bis 20. Mai ungewöhnliche Bewegungen vor der niederländischen Insel Schiermonnikoog. Die Ankerposition nahm sie zwei Stunden vor der Sichtung der sieben Drohnen ein, die später die „Lauga“ und das deutsche Polizeischiff überflogen. Auch die „HAV Snapper“ wurde zuvor in der Pregol-Werft gewartet.
Das Team stieß auf eine Präsentation Rosatoms aus dem Jahr 2024. Darin wird ein unbemanntes Fluggerät gezeigt, das über eine Reichweite von 200 Kilometern verfügt und auf Schiffen starten und landen kann. Eingesetzt wird es offiziell zur Überwachung arktischer Seewege. Nach Einschätzung der Journalisten wären die dokumentierten Distanzen in Nord- und Ostsee problemlos erreichbar.
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Das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte den Reportern grundsätzlich: Russische Dienste setzten auch sogenannte „Low-Level-Agenten“, „Taschengeld-Agenten“ oder „Wegwerf-Agenten“ ein, die für geringe Geldbeträge einfache Operationen ausführten und deren Enttarnung „billigend in Kauf“ genommen werde.
Das Bundesinnenministerium teilte auf Anfrage mit, das Phänomen einer „Schattenflotte“ sei bekannt. Zudem: „Das Meldeaufkommen zu Drohnenüberflügen ist anhaltend hoch. (…) Eine Involvierung ausländischer staatlicher Stellen bei einem nicht quantifizierbaren Teil der Drohnenüberflüge ist zu vermuten.“
Insgesamt identifizierten die Nachwuchsjournalisten 19 zeitliche und örtliche Überschneidungen zwischen Drohnensichtungen und Bewegungsprofilen der drei Schiffe. Ein direkter Beweis für den Start der Drohnen von Bord wurde nicht gefunden.
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HAV-Shipping-Chef Petter Kleppan wies die Vorwürfe zurück: Sein Unternehmen transportiere für „große und etablierte europäische Unternehmen“ und habe sich selbst „sanktioniert“, sodass keinerlei Einnahmen aus Russland stammten. Dennoch bleiben die Muster nach Einschätzung europäischer Nachrichtendienste „sehr auffällig“, die beobachteten Schiffe seien „mit hoher Sicherheit“ im Auftrag russischer Stellen unterwegs.
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Vielleicht waren es SPRINGende Fische?
Leser, welche sich mehr für dieses Thema und Verteidigung interessieren empfehle ich
https://esut.de/ zu lesen, mit paywall.
Es gibt auch die Website hartpunkt und defence-network dot com .
augengeradeaus.net ist auch noch eine Fachquelle, die man jedoch alle mit einem vorsichtigen Filter rezipieren sollte.
Ähm Russland hat auch Satelliten, die sie bestimmt unauffälliger und mit weniger Aufwand für „Spionagezwecke“ einsetzen könnten…
Können die auch Wärmebilder machen? Das war jetzt nur ein Beispiel, wir wissen nicht, was man mit Drohnen alles so beobachten kann, was Satelliten eben nicht können, weil zu weit weg.
Springer deckt auf!
Studenten ermitteln!
Jetzt fehlt nur noch das ZDF.
Leude, schon mal überlegt, dass alles überhaupt keinen Sinn ergibt. Aufgeklärt wird nicht mit Mini-Drohen in Bodennähe im Dunkeln, sondern mit Satelliten im All.
Und was will man hier aufklären? Den Verfall der veralteten Infrastruktur? Alles Quatsch mit klumpiger Soße, issas. Mehr nicht.
Nach Springer-Informationen sollen in der Nähe des Bundestags intelligente Lebensformen gesichtet worden sein.
So sehe ich das auch!
Nächste Folgerung, die ebensowenig realistisch ist:
Es waren UFO’s von Ausserirdischen!!!
Muahahahaha 😆
Das kann man pauschal so nicht sagen. Satelliten taugen wohl nur zur optischen Aufklärung. Drohnen, die viel dichter an die Objekte herankommen, haben möglicherweise andere Fähigkeiten.
„Sattelt die Hühner, die Russen kommen…“ (altmasurisch-hinterpommersches Sprichwort).
Apollo sollte sich nicht an der Verbreitung solcher Märchen beteiligen. Das ist unwürdig.
Yep. Danke.
Man sollte vor allem nicht alles pauschal ablehnen, nur weil es nicht ins eigene Weltbild passt. Kritisch zu sein funktioniert in mehrere Richtungen.
Vielleicht gibt es ja einen Deal zwischen AN mit dem Regime über einen prozentualen Anteil von solchen blödsinnigen Verblödungsbeiträgen (doppelt hält besser).
„Laut Geheimbericht meldete das Einsatzschiff: ‚Gegen ein Uhr […] wurden sieben Drohnen um das Einsatzschiff festgestellt.'“
Es ist bekannt, dass Geheimdienste gerne mal Journalisten beackern. So geheim können die Geheimberichte ja nicht gewesen sein, wenn ein paar Studenten ihrer habhaft werden konnten. Das ist etwas völlig anderes, als wenn ein Senior wie Seymour Hersh, der über ein halbes Jahrhundert seine Kontakte aufgebaut hat, geheime Informationen geltend macht.
Lange Rede kurzer Sinn; Dieser ganze Bericht klingt wie eine Räuberpistole, bei der erfahrene Geheimdienstler naive, aber gut vernetzte Greenhorns so lange „Informationen“ haben finden lassen, bis die Studenten die gewünschte Story zusammengestellt haben und diese in der BILD erschien.
Natürlich ist es möglich, dass ich mich auch komplett irre, aber wir leben leider in einer Welt, in der ich eher solchen Annahmen anhänge als der offiziellen Version.
*Fremdschäm“
Ähm..hab ich hier jetzt nicht gelesen.
Ich sag’s auch keinem.
Kann ja mal vorkommen.
Bis spädda…
Mich würde mal interessieren, was denn gesichtet wird. Unbeleuchtet Drohnen bei Tag? Oder Drohnen mit ihren Positions-Lichtern im dunkeln? Und welche Größen wurden denn erblickt?
Wenn Spionage irgendwas mit Geheimdienst zu tun haben sollte, wäre er nicht mehr geheim wenn er in der Bildzeitung steht.
Wenn Russland uns ausspioniert wird das nicht in russischen Zeitungen stehen.
Wenn wir Russland ausspionieren wird das nicht in deutschen Zeitungen stehen.
Wahrscheinlich scheint mir beim aktuellen Misstrauen untereinander, daß jeder den anderen mehr oder weniger ausspioniert und (siehe oben) die Bildzeitung keine Ahnung hat.
Warum habe ich im Internet noch keine Videos von den Drohnen gesehen ??? Sonst wird doch alles gepostet.Vielleicht waren es auch die fliegenden Untertassen die nur Weimer sehen kann 😉
Ach sind jetzt die russischen Satelliten durch das BW Weltraum Kommando eliminert worden? Wo sind die Beweise? Müsste doch vom Polizeiboot gefilmt sein?
Als Wessie habe ich eine Präferenz dafür, durch die Amerikaner vom herrschenden Regime befreit zu werden. Aber Einerlei – Hauptsache befreit!
„Darin dokumentierte das Amt für das Jahr 2025 1.072 Sachverhalte mit 1.955 Drohnen bis zum 19. November.“
„Insgesamt identifizierten die Studenten 19 zeitliche und örtliche Überschneidungen zwischen Drohnensichtungen und Bewegungsprofilen der drei Schiffe.“
Von 1.955 Drohnensichtungen kann man also 19 Sichtungen zuordnen?
Das sind 0,97% … und dafür so ein Artikel? Wow!
Keine der Drohnensichtungen der letzten Wochen hat sich im Nachhinein als russische Bedrohung herausgestellt. Es waren in den meisten Fällen Hubschrauber, Flugzeuge und einige private Drohnen. Trotzdem wird diese Geschichte weiter gekocht. Es ist zum Fremdschämen.
Genau wegen solchen Artikeln bekommt ihr von mir keine Kohle. Die geht stattdessen zum Kontrafunk.
Sehe ich genauso.
Der Weihnachtsmann hat mir gerade eine Drohne gebracht…
249 Gramm. Damit spioniere ich jetzt die Russen aus…………….
Zu diesem Kontext mit einer Mischung aus konkreten Belegen und Spekulationen gibt es ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=VdUhqz49vSk&t=3s
Natürlich kann man problemlos in einer längeren Serie über Ramstein Airbase fliegen. Logisch.
Spätestens ab da war der Paulanergarten eröffnet. Warum AN da mitmacht?
Soll das eine Parodie sein?
So langsam erklärt sich, warum hier immer so wild geblockt und gelöscht wird.
Springer-Nachwuchsjournalisten geht UFOS zählen.
Habe letztes Jahr auch eine über meinem Grundstück mit der Zwille abgeschossen weil ich dachte es ist eine russische hat sich aber herausgestellt es war die vom Nachbarjungen habe sie dem Bengel selbstverständlich ersetzt und er fliegt nur noch über die Felder 300m weiter.
Sind das die Beweise, die Merz und Co streng geheim halten, damit sie nicht wieder unter Fake-New´s enttarnt werden können?
Auch im kalten Krieg, stirbt die Wahrheit zu erst.
Man muss wissen, was man glauben kann und was nicht. Diese Storys schreit mal wieder zum Himmel. Ist Relotius immer noch aktiv?
Also, hätte hätte Fahradkette.
Keine Beweise sondern nur wieder ein konspiratives Zusammengedichte.
USS Kearsarge schaltet die Transponder ab, kurz bevor sie über Nordstream rüberbügelt ist auch sichtbar auf der Route. Ist aber auch noch kein Beweis, dass die Amis Nordstream gesprengt haben.
Und die Story mit den Wegwerfagenten ist einfach nur lächerlich.
Aber heute ist die NATO-Propaganda sowieso in Overdrive. Liegt wohl daran, weil man gerade den Russen die Vermögen aus Euroclear stehlen will. Was den Finanzstandort EU komplett zerbröselt. Und dann kommen die EU-Steuern….
Dennoch mal ne Frage an AN: Was ist jetzt die konkrete Faktenlage?
Der ganze Artikel ist ne 0-Aussage.
Aus dem mitgeteilten „Sachverhalt“ ergeben sich im Wesentlichen nur weitere Spekulationen, keinesfalls aber irgendwelche Beweise für ein „hybrides“ Agieren der Russen.
Natürlich könnte es sein, dass die Russen aktiv waren. Warum auch nicht ? Schließlich wurden sie bis vor kurzem vom der gesamten Nato bedroht und werden es jetzt immer noch von einem Teil der Nato. Da ist Aufklärung nie verkehrt.
Abgesehen davon: Warum haben die Springer-Azubis eigentlich nicht zu den hybriden Nato-Aktivitäten recherchiert ?
Was sind denn die hybriden NATO Aktivitäten ?