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Koalitionsstreit

Um „Umverteilung“ möglich zu machen: Jusos fordern Rentenpflicht für Selbstständige

Die Jusos wollen das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent anheben. Finanziert werden soll dies durch die Einbeziehung aller – einschließlich Selbstständiger, Abgeordneter und Beamter – in die gesetzliche Rente.

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Die Jusos haben sich in die Rentendebatte eingemischt. (IMAGO/Eibner)

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Die SPD-Jugend, die Jusos, will eine Rentenpflicht für alle Berufsgruppen. Nur so könne man besser „umverteilen“, heißt es in einem Initiativantrag der Jungsozialisten. Die Jusos mischen sich damit mit ihren Forderungen in die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Rente ein und wollen dafür auf ihrem bevorstehenden Bundeskongress einen weitreichenden Beschluss fassen.

In einem Initiativantrag des Bundesvorstands, der der Rheinischen Post vorab vorliegt, verweisen sie darauf, dass „die durchschnittliche Rente liegt nur knapp 100 Euro oberhalb des Armutsniveaus“ und warnen, dass daher das deutsche Rentensystem dringend stabilisiert werden müsse. Aus ihrer Sicht muss verhindert werden, dass junge Menschen später von Altersarmut betroffen sind. Entsprechend betonen die Jungsozialisten: „Wenn sichergestellt werden soll, dass auch junge Menschen später einmal von ihrer Rente leben können, ist klar: Das Rentenniveau darf auf keinen Fall sinken.“

Vor diesem Hintergrund fordern die Jusos eine deutliche Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Juso-Vorstand legt in seinem Antrag fest: „Wir wollen das Rentenniveau absichern und in Zukunft wieder auf ein Niveau von 53 Prozent anheben.“ Das Rentenniveau liegt derzeit bei 48 Prozent, und die Ampelkoalition plant, diesen Wert im Rahmen des Rentenpakets nur bis 2031 zu garantieren. Die Forderung der Jungsozialisten ist also noch einmal weitaus höher als der bisherige Wert, über den sich Union und SPD streiten. Nach Auffassung der Jusos reichen 48 Prozent nicht aus, um den Sozialstaat langfristig stabil und generationengerecht aufzustellen.

Wie will man das finanzieren? Durch eine Öffnung des Rentensystems: Die Jusos verbinden ihre Forderung nach einem höheren Rentenniveau mit dem Appell, die Finanzierung der Rente breiter aufzustellen. In ihrem Antrag heißt es, dass „Umverteilung“ nur dann wirksam funktionieren könne, „wenn Menschen mit hohen Einkommen wie Menschen mit geringen und mittleren Einkommen Teil des gleichen Systems sind“. Daher plädieren sie dafür, dass „alle Berufsgruppen in die gesetzliche Rente einbezogen werden“ – ausdrücklich genannt werden „Selbstständige, ebenso Abgeordnete und Beamte“. Zudem fordern sie, die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze für Besserverdienende fallen zu lassen. 

Erst Ende Oktober hatten die Jusos höhere Steuern für Besserverdiener gefordert. Die Jusos gingen in einem Papier zur Steuerpolitik rhetorisch eine Stufe Richtung Sozialismus. So sieht man die angestrebte Steuerreform als Akt des Klassenkampfs. Im Papier der Jusos heißt es: „Dieser Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit droht den demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu zerstören. Enttäuschungserlebnisse zerstören Vertrauen und führen dazu, dass sich Menschen von der Demokratie abwenden. Die Antwort auf diese Entwicklung ist konsequenter Klassenkampf.“

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97 Kommentare

  • Ich bin dafür, dass Politiker (Beamte) in die Rentenversicherung einzahlen.

    • Aber ohne vorherigen Aufschlag auf die Bezüge.

      • Dann wird kaum noch jemand Polizist werden, zum Zoll oder gar zur Bundeswehr gehen.

    • Damit würde ein Problem etwa +/- 40 Jahre in die Zukunft verschoben: aktuell bekäme die Rentenkasse zwar Beitragszahler und keine Rentenempfänger und damit ein Plus in die Rentenkasse. Sobald Beamte ins Rentenalter kommen, haben sie dann allerdings selbst Ansprüche aus dieser Versicherung und die Rentenversicherung wird vor dem gleichen Problem stehen wie jetzt.
      Problem in der Gegenwart: Bei den Beamtengehältern ist der fehlende Rentenversicherungsbeitrag bereits im Bruttogehalt berücksichtigt; es müssten die Bruttogehälter folglich angehoben werden, um diesen Fehlbetrag auszugleichen. Gleichzeitig fallen für den öffentlichen Arbeitgeber Arbeitnehmeranteile an, die der – wie jeder andere Arbeitgeber auch – der Rentenkasse beisteuern muss. Diese erheblichen Mehrkosten trägt der Steuerzahler! Wer sonst?

      • Absolut korrekt!
        Aber über die Pensionsansprüche von Politikern muss nachgedacht werden.

      • @Marichen
        Natürlich muss man über Pensionsansprüche nachdenken genau wie über das Berufsbeamtentum selbst. Auch über Krankenversicherungen bei Beamten (die wären in vielen Fällen sehr glücklich, ihre Familie in der kostenfreien Familienversicherung unterbringen zu können).
        Über Diäten der Politiker und deren Zuverdienste, aus Diäten erwirtschaftete Pensionsansprüche uvm.

        Nur: wenn sich jemand für die Selbständigkeit entscheidet und sein Leben inkl. Altersvorsorge selbst und eigenverantwortlich finanziert, u.U. Arbeitsplätze schafft und Steuern bezahlt, dann sollte man die Finger von dessen Geld lassen oder man riskiert, ihn aus dem Land zu treiben.

      • @Criticus:
        Sich nicht um die Zukunft zu scheren, das Leben im Hier und Jetzt, genau das hat die Rentenkasse dahin gebracht, wo sie heute steht. Genau das ist der Grund, weshalb man Altersvorsorge und Vermögensbildung nicht dem Staat überlassen sollte. Der kann das nämlich nicht. Es wird immer Begehrlichkeiten geben, vorhandenes Geld zu verbrauchen.
        Der Vorschlag der Jusos ist so alt wie der Sozialismus.
        Und genau so schlecht.

      • Natürlich müssen alle Sonder-Regeln und Pensionen für zukünftige Angestellte gestrichen werden und der Staat muss auch nicht mehr Geld ausgeben, denn ob er mehr Gehalt bereitstellt, um in die Rente einzuzahlen, oder ob er es in den Schattenhaushalt steckt, der alle laufenden und zugesagten Pensionen beinhaltet (aktuell ca. 3 Billionen Euro), macht keinen Unterschied.

        Folgende deutliche Vorteile hätte die Umstellung:
        – Stabilerer Rentenpool (besonders mit in Anzahl stetig wachsenden gut verdienenden Staatsbediensteten)
        – Kein 2-Klassen-System (Politiker können sich selbst nicht mehr bevorzugen und werden gleichzeitig nicht immer als erstes versuchen, die Rente zu reduzieren, da sie dann selbst betroffen wären)
        – Der Rentenpool kann bei Bedarf angelegt und vermehrt werden, der Pensionspool nicht.

      • Die Jusos können nicht rechnen. Auch heute zahlen die Selbstständigen, welche es sich leisten können, auch schon in Rentenkassen ein. Entweder sind das private Rentenkassen oder wie z.B. bei Anwälten branchenabhängige Kassen. Diese Versicherungsträger zahlen dann auch die Rente aus.
        Ihr Einwand, in 40 Jahren muss dann auch ausgezahlt werden, gilt damit nicht, denn es muss sofort ausgezahlt werden, weil in diese Sicherungssystemen ebenfalls Anwärter auf Rente drin sind. Kommen keine neuen Beitragszahler hinzu, können sie ebenfalls nichts mehr oder nicht mehr im vereinbarten Umfang auszahlen. Will man also solche Pläne umsetzen, sind gewaltige Kosten zu erwarten.

      • An Mal einen Schritt weiter denken.
        Ich finde diesen Vorschlag der Jusos in Ordnung. Man sollte ihn jetzt nicht schlecht reden.
        Sie sorgen sich, was dann vielleicht in vierzig Jahren ist. Das wissen wir natürlich heute noch nicht.
        Es könnte die Anzahl der Bürger durch Kriege oder künstlich herbeigeführte Katastrophen (Plandemien, Klimawandel etc. pp) halbiert sein. Es könnte dies oder das passieren.
        Ich glaube, wir müssen nicht schauen, was in einhundert Jahren ist. Auch dann wird es „Klugscheißer“ geben, die meinen, die Welt retten zu können.

      • “ Bei den Beamtengehältern ist der fehlende Rentenversicherungsbeitrag bereits im Bruttogehalt berücksichtigt „. Dieses Märchen wird von der Beamtenlobby
        unermüdlich verbreitet, ist aber gelogen : Vor langer Zeit wurden mal die Beamten-
        gehälter für eine zeitlang etwas weniger angehoben als lt Tarifabschluss vorgesehen, um diese Differenz auszugleichen. Tatsächlich ist aber der monetäre
        Bamtenvorteil sogar grösser als je zuvor. z.B. Vergleich A 13 mit TdÖV E 14 (NdS,
        jeweils Eingangsstufe ) : A 13 ~ 4800 € brutto, netto ~ 4200€ , TdÖV14 ~ 5150€
        brutto, netto 3065 € (Steuerklasse 1 ). Hinzu kommt noch die Höhe der Altersbezüge : max 48% (vom netto) beim Angestellten, ca 72% beim Beamten !!!

    • Sie sind sich aber schon bewusst, dass Einzahlungen in die Rentenkasse auch Anrecht auf spätere Rentenzahlungen zu Folge haben?!?

    • Und der Staat muss dann auch die Hälfte der Beiträge als Arbeitergeberanteil zahlen. Das wird sehr teuer.
      Ich fordere: weg mit der kostenlosen Mitversicherung von Ehegatten und Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung. Und weiter:
      Gesetzliche Grundsicherung für alle. Wer mehr will, muss lernen, arbeiten und Geld in seine private Altersvorsorge investieren.

      • „Und der Staat muss dann auch die Hälfte der Beiträge als Arbeitergeberanteil zahlen. Das wird sehr teuer.“
        Das ist sogar unbezahlbar.
        Es ist doch genau der Grund dafür warum es das Pensionssystem noch gibt. Das belastet den Cashflow der Haushalte nicht so seher wie das Rentensystem. Wenn die Altervorsorge von Beamten auf das Rentensystem umgestellt würde wären alle Kassen von Kommune an aufwärts sofort leer. Diese Zusatzkosten kann man gar nicht stemmen. Einen Vorteil hätte man dann in der Zukunft wenn die Beamten für die in die Rente eingezahlt wird in großer Zahl verrentet werden. Also frühestens in 25 Jahren nach der Änderung des Systems.
        Es gibt kein realistisches Szenario in dem das umgesetzt würde.
        Selbst wenn es das gäber bliebe das eigentliche Problem unberührt, denn wer bezahlt dann die Rentenzahlungen der Beamten wenn es soweit ist. Dank Umlage ist das Geld, das man durch eine Umstellung ins System gepumpt hat schon lange wieder verkonsumiert.

    • Immer wieder diese Neiddebatte um Beamte. Fangt doch erstmal bei der Geldverschwendung im Ausland und der Vollversorgung von nichtarbeitenden illegal, weil ausreisepflichtig, im Inland lebenden Ausländern an zu sparen.

      • Ich finde diese Neiddebatte auch nervig. Ja, ich bin Beamtin. Aber man mus auch zwischen „normalen“ und politischen Beamten unterscheiden. Bei pilitischen Beamten müsste man was ändern, zumal diese auch oft noch andere Verdienste haben.
        Vielleicht sollte man auch erst mal anfangen, mehr Leute in Arbeit zu beringen.

    • Solche Vorschläge sind nur „rechte Tasche – linke Tasche“ getrickse.
      Alles Geld das von Versicherten eingezahlt wird bekommen die auch wieder raus und Punkt. Es kann bei einem umlagefinanzierten System auf Dauer jeder Einzahler maximal das herausbekommen, was er selber eingezahlt hat. Alles herumtricksen und manipulieren verschiebt diesen Endzustand nur etwas in die Zukunft aber er wird eintreten. Das liegt in der Natur eines solchen Systems.
      Das in der Vergangenheit festhängende, linke Traumtänzer, die noch immer vom Klassenkampf träumen und das wirtschaftliche Verständnis einer Stubenfliege haben, mit solchen Vorschlägen um die Ecke kommen sollte eigentlich ausreichen um bei jedem normalbegabten Bürger alle Warnsignale auszulösen.

  • Fangt mal mit den Politikern und Beamten an, bevor ihr überhaupt an die Selbstständigen denkt, die tragen nämlich auch das alleinige Risiko.

    • Die Übernahme von Selbständigen in die Rentenversicherung ist m.E. gar nicht möglich: Während beim Arbeitnehmer die Beiträge zur Rentenversicherung zu gleichen Teilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen werden, müsste der Selbständige seinen Arbeitgeberanteil selbst tragen – es würde also der doppelte Beitrag fällig. Das würde unweigerlich erhebliche Preissteigerungen beim Endverbraucher verursachen, denn irgendwoher muss dieses Geld ja kommen.
      Und wenn der Selbständige dann selbst das entsprechende Alter erreicht hat, hat er Ansprüche aus dieser Versicherung und es ergibt sich das gleiche Problem wie heute.
      In der Regel sorgt der Selbständige selbst für seine Altersvorsorge, und zwar anders als der Arbeitnehmer zu 100 Prozent! Das macht er in der Regel so gut, wie es der Staat nicht kann – und schon gar nicht besser.
      Das Problem bei Beamten habe ich in einem anderen Beitrag bereits ausführlich beschrieben.

      • „…es würde also der doppelte Beitrag fällig“

        Ein weit verbreiteter Irrtum. Der Arbeitnehmer zahlt tatsächlich den ganzen Betrag. Oder glauben sie, dass der Unternehmer in seine eigene Tasche greift? Der Arbeitgeberanteil ist Teil der durch den Arbeitnehmer erwirtschafteten Einnahmen. Je höher der Beitrag des AN zum Betriebsergebnis, um so höher sein Gehalt und um so höher der „Rentenzuschuss“ des AG, den der AN folglich mit seiner Leistung erwirtschaftet.

      • An Wanderer
        Sie belügen sich selbst. Der Arbeitgeberanteil heisst Arbeitgeberanteil, weil er der Anteil des Arbeitgebers. Und er ist eine Betriebsausgabe, die den Gewinn und damit das Steueraufkommen mindert.

      • Wird aber etwa in Österreich gemacht. Also es ist schon möglich. Auch jetzt kann ein Selbständiger hier freiwillig in die Rentenkasse einzahlen.

      • „…es würde also der doppelte Beitrag fällig“

        Nein, würde es nicht. Das AG/AN Splitting ist lediglich eine Hosentaschentransaktion.

        Der eigentliche Grund, Selbstständige nicht in den Rentenversicherung aufzunehmen ist der, dass Sozialversicherungsbeiträge einen festen Prozentsatz vom Monatslohn betragen. Wenn man mal an einen Bauern denkt, dann stellt man schnell fest, dass sein Einkommen mit der Ernte schwankt, d.h. man müsste ihn Fragen, wieviel er denn nun schuldig ist.

      • Sie sind nicht selbständig tätig, oder?
        Alles, was der Arbeitgeber leistet, wird vom erwirtschafteten Geld bezahlt, dass der eigene Betrieb durch sein Geschäftsmodell einbringt. Der Arbeitgeber verdient nicht nur durch die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers, sondern auch durch Gewinne beim Materialeinkauf, Anpassung der Kostenfaktoren uvm.
        Es wird übrigens auch dann bezahlt, wenn der Betrieb nicht genug einbringt.
        Nach Deiner/Ihrer Logik ist ein Arbeitsverhältnis nicht anderes als Frondienst. Wenn es denn so einfach ist, wäre es da nicht besser, jeder Arbeitnehmer würde in die Selbständigkeit gehen und seine Arbeitsfähigkeit und sein KnowHow als Dienstleistung anbieten? Dann kann er sich ja selbst um seine Altersvorsorge kümmern.
        Und was macht nach Deiner/Ihrer Logik der Kleinunternehmer, der als einziger Mitarbeiter in seinem Betrieb tätig ist?

      • Die Selbständigen sind der Politik ein Dorn im Auge, weil sie zu selbständig sind. Alles muss sozialisiert werden. Da wird „LPG“ für den Anwalt dann halt als „Legal-Partner-Gesellschaft“ gelesen, ansonsten läuft das genau wie in den guten alten Zeiten in der DäDäÄr, als man noch ordentlich gegen „konterrevolutionäre Elemente“ auskeilen konnte. Schon mal vormerken: Dienstag ab 19.30 ist „Klima-Schulungsabend“, Donnerstag ab 20.00 „Gender-Schulungsabend“. Wer ganz lieb ist, bekommt nach 17 Jahren einen Elektro-Trabbi.

  • Bei Beamten kann ich das gut verstehen, aber Selbständige, die eh schon die höchste Steuerlast und alleine das volle Risiko tragen, kann man nicht noch weiter schröpfen!

    • @Realist Ich verstehe die Aufregung nicht und es zeigt einmal mehr das Deutschland eine abgehobene und unberührbare politische Kaste hat. Wie wäre es wen sich Deutschland an der Schweiz orientieren würde.

      IN DER SCHWEIZ ZAHLEN SELBST DIE 7 BUNDESRÄTE (!!!!!!!!!) IN DIE RENTENVERSICHERUNG EIN INKLUSIVE DIE BEAMTEN UND DIE SELBSTSTÄNDIGEN.

      So geht Gerechtigkeit

    • Der Realist weiß aber schon, dass der fehlende Rentenversicherungsbeitrag bei den Bruttogehältern der Beamten bereits berücksichtigt ist und eine Rentenversicherungspflicht mit der Erhöhung dieser Gehälter einhergehen müsste? Gleichzeitig würden Arbeitgeberanteile fällig, die der öffentliche Arbeitgeber – wie jeder andere auch – beisteuern müsste. Alles zu bezahlen vom Steuerzahler.
      Da eine Änderung der bisherigen Regelung nicht rückwirkend vorgenommen werden könnte, würde zwar aktuell Geld in die Rentenkasse gespült (neue Beitragszahler ohne neue Beitragsempfänger), aber sobald die Beitragszahler dann auch zu Empfängern werden, wird die Rentenkasse wieder vor dem gleichen Problem stehen. Und dann?

      • „(1)Der Realist weiß aber schon, dass der fehlende Rentenversicherungsbeitrag bei den Bruttogehältern der Beamten bereits berücksichtigt ist und (2)eine Rentenversicherungspflicht mit der Erhöhung dieser Gehälter einhergehen müsste? (3)Gleichzeitig würden Arbeitgeberanteile fällig, die der öffentliche Arbeitgeber – wie jeder andere auch – beisteuern müsste “
        Zu (1) : Dieses Märchen wird von der Beamtenlobby
        unermüdlich verbreitet, ist aber gelogen : der Nettovorteil des Beamten beträgt
        zB. bei A13 gegenüber dem vergleichbaren Angestellten ca 40 % ( 4200 ggü
        3065 € ) Von dieser Differenz könnten die Sozialabgaben locker beglichen werden (incl AG-Anteil) ; es würde halt lediglich eine (unberechtigte) Subvention
        des Beamten abgeschafft werden – wie es bei manchen anderen Subventionen
        halt auch geschieht.

      • „Dieses Märchen wird von der Beamtenlobby unermüdlich verbreitet, ist aber gelogen : der Nettovorteil des Beamten beträgt
        zB. bei A13 gegenüber dem vergleichbaren Angestellten ca 40 %“

        Was ist denn ein vergleichbarer Angesteller zu A13?
        Ich bin angestellter Arbeitnehmer und verdiene mehr als ein Beamte mit A13… ohne Master oder Doktortitel und ohne Personalverantwortung.
        Vor allem käme man als Beamter, mit einer zu meiner vergleichbaren Qualifikation, gar nicht in den höheren Dienst. Bei A12 wäre also Schluss.

        Verglichen mit einer Stelle in der Industrie, die eine vergleichbare Qualifikation erfordert, sind Beamten absolut unterbezahlt. Sogar deutlich mehr als es für den Ausgleich den Rentenversicherungsbeitrages notwendig wäre.

  • Für die „Umverteilung“ sorgen schon unser Steuersystem und die Krankenversicherung.
    Müssen bald Menschen mit hohen Einkommen auch beim Bäcker mehr für ihr Brot bezahlen?

    • Vor allem verbietet doch Marx in seiner Theorie die Umverteilung. Aber das haben die Jusos nicht verstanden. Steuern sind nämlich auch Umverteilung und das ist in der Mehrwettheorie nicht vorgesehrn. Das sollten die Jusos zuerst begreifen.

  • Diese Forderung der Jusos wirkt bemerkenswert naiv. Statt auf wirtschaftliche Realität setzen sie auf simple Umverteilungsparolen. Wer selbstständig arbeitet, kennt schwankende Einnahmen, unternehmerisches Risiko und Phasen, in denen jede zusätzliche Pflichtabgabe das Aus bedeuten kann. Genau diese Lebenserfahrung scheint in der Parteijugend zu fehlen. Die Idee, ein höheres Rentenniveau durch noch mehr Pflichtbeiträge zu finanzieren, blendet aus, wie stark viele Betriebe bereits belastet sind. Wirkliche soziale Verantwortung entsteht nicht durch naive Forderungen, sondern durch Verständnis für die Lebensrealitäten derjenigen, die das System tragen sollen. Und dafür braucht es erstmal ein gewisses Alter. So liefern die Jusos immer wieder Stoff, an dem sich ihre Kritiker reiben können.

  • Nun vielleicht sollten diese Leute einmal darüber nachdenken ob es nicht sinnvoll wäre alle Leistungen aus der Rentenversicherung zu nehmen, welche nicht dazu gehören. Dazu gehört auch die Leistungen für Rentner, welche nie in das System gezahlt haben.

    • Unlängst habe ich gelesen, dass sich der Betrag, der für versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse entnommen wurde, mittlerweile auf eine Billion Euro summiert.
      Genau das ist, was passiert, wenn man zusätzliches Geld in die Rentenkassen spült und dem Staat Kapitalbildung und Altersvorsorge überlässt.

  • Ja gut, als Selbstständiger, der weniger verdient als sein „bester“ Mitarbeiter, kann ich den Laden dann schließen. Komm ich eben auch auf’s Amt.
    Bitte auch an die Abschaffung der Familienversicherung in der Kranken- und Pflegekasse denken – kann meine Frau gleich mitkommen.
    Ach ja, und bitte auch die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige nicht vergessen. Zudem bitte ich um die unverzügliche Besteuerung meiner Ersparnisse für’s Alter !! – und last but not least um die Haus-Enteignung unserer Eltern. Geld- und Goldverbot wäre auch nicht schlecht. Nur zu !! Keine Bange, ich hol‘ mir schon was mir zusteht, von wem auch immer.

  • Allein schon diese Flagge ist die reinste Zumutung! Hey Jusos, die Bundeswehr braucht junge Männer!

    • Ich bezweifle, dass es bei den Jusos Männer gibt.

      • Der ist gut. 🤠

    • Diese jungen Männer werden bei der Einberufung dann plötzlich Frauen.. Wetten?

  • Ich bin ebenfalls für eine Anhebung des Rentenniveaus, da dieses in Deutschland im Vergleich niedrig ausfällt. Zu diskutieren wären allerdings die finanziellen Quellen, aus denen die Erhöhung kommen soll, da es noch weitere Möglichkeiten gibt, die die Jusos natürlich nicht ansprechen.

  • Was Jusos so planen, wird zur Ausreisepflicht für Unternehmer & Unternehmen!

    Bei abnehmender Demografie ist es richtiger, Einnahmequellen und Erträge aus anderen Quellen zu schöpfen und Arbeitseinkommen und Unternehmerarbeit nicht weiter zu belasten!

    Wir müssen zurück zu den „Vor-Marx“-Zeiten und nachschauen, wie sich Arbeitsteilungen, Märkte, soziale und technologische und finanzielle Synergien in Europa entwickelt haben!

  • Richtig ist, dass Beamte und Abgeordnete grundsätzlich auch einzahlen sollten. Aber das letzte, was wir brauchen, sind noch mehr Umverteilung und Klassenkampf. Keiner investiert in ein sozialistisches Land.

  • Na klar…dann sollen aber auch alle Beamten da einzahlen…

  • Neugeborene Juso-Welpen (oder sagt man da „Frischlinge“?) können das Wort „Umverteilung“ aussprechen lange bevor sie „Mama“ sagen können.

    • Nun, „Frischlinge“ wäre wohl die korrekte Bezeichnung, da sie gleichzeitig eine Gattungszuordnung ermöglicht.

  • Rente, immer die Diskussion um die Rente……zu Recht, aber genauso wichtig wäre eine Pensionsreform. Die ist nämlich auch bald nicht mehr zu bezahlen. Und warum gibt es überhaupt eine Altersversorgung für Politiker?
    Weder im Kaiserreich noch in der Weimarer Republik gabe es diese! Die haben sich die Parteien im Laufe der bundesrepublikanischen Geschichte immer mehr geschaffen…..
    Schon Bismarck sagte: ,, Der Abgeordnete soll für die Politik leben, nicht von ihr!“

  • Sorry, NEIN! Die Idee der Rentenversicherung basiert auf regelmäßigem und gleichmäßigem Einkommen (also das was Beamte und Angestellte haben). Selbstständige haben teilweise erhebliche Schwankungen. Man stelle sich an der Stelle nur mal einen Bauern vor, dem es eine Ernte verhagelt. Der zahlt dann Beiträge auf Einkommen, welches er gar nicht erwirtschaftet hat.

    (Mal abgesehen davon, dass „Umverteilen“ Mittel zum Zweck und nicht Ziel des Ganzen ist).

  • Eine echte Rentenreform würde Renten und Pensionen aneinander annähern und die Selbständigen an den Beiträgen und Rentenzahlungen teilhaben lassen. Die Mindestrente müsste (wie das Mindestgehalt der Beamten) mehr als 15% über der Mindestsicherung (früher Bürgergeld) liegen. Das ist (m)ein Traum.

  • Nach dem zweiten Weltkrieg musste schnell ein System her, das für die Senioren sofort Geld zur Verfügung stellt – das ist der Ursprung des umlagefinanzierten Systems. Wir müssen dringend zu einem kapitalgedeckten System, bei dem am besten ab Geburt Geld am Kapitalmarkt angelegt wird und bis zur Rente durch Zins, Zinseszins und Kursgewinne zu einem Topf anwächst, den die Person dann in der Rente ausgezahlt bekommt. Alles andere ist Flickschusterei.

    • Ich würde Kapitalbildung für die Zukunft nicht dem Staat überlassen wollen. Die Gegenwart zeigt, wie der mit Geld umgehen kann, das ihm gar nicht gehört.

    • Die Altersversorgung auf den Zirkus an den Kapitalmärkten zu stützen ist, selbstmörderische Tollhauslogik. Für jeden, der damit liebäugelt, empfehle ich zudem unter „The Great Taking“ zu recherchieren. Natürlich nur eine Verschwörungstheorie.

  • Nun, mit der gleichen Forderung kommen Sozialisten im Schnitt alle 10 Jahre rüber: Klingt erst einmal gut betrachtet man das nur einseitig (weil Sozialismus stets ein fundamentales Logikdefizit mit sich bringt) und nur die Einnahmenseite.

    Das schon vor 50 Jahren durchgerechnete Problem ist aber die Ausgabenseite. Mit der Zahl der Leistungserbringer erhöht man zwangsläufig auch die Zahl der Anspruchsberechtigten – und zwar überproportional, weil die mit höheren Leistungen (jetzt) auch höhere Ansprüche (dann) erwerben.

    • Bei Stammtischparolen und -forderungen wird grundsätzlich nicht so weit gedacht.
      Zunächst geht es nämlich vordergründig darum, seine eigenen Ansprüche zu sichern mit zusätzlichem Geld, das in die Kassen gespült und gleich wieder ausgegeben wird. Was interessiert schon, was dann in 40 Jahren passiert….

  • Wir alle zahlen ein in ein System, dass nicht annähernd das wieder ausspuckt, was wir abgeliefert haben. Daher sollen wir ja auch privat vorsorgen. Keine schlechte Idee. Aber nicht von dem Geld, welches wir zuvor mit 40% versteuert haben, und von dessen Netto wir abermals Vorsorge treffen müssen. Welche dann im Auszahlungsfall abermals versteuert wird! Das würgt doch jede Initiative ab.
    Problem in Schland ist, dass wir permanent für etwas zur Kasse gezwungen werden, für das wir keine adäquate Gegenleistung erhalten. Denn genau das Prinzip hält stand bei der Gesundheitsvorsorge. Ohne Zusatzversicherungen erfährt man hier allenfalls Behandlung auf Brasilianischem Niveau (Merz hat’s ja erkannt). Wir zahlen für eine Bahncard viel Geld und finden uns im PKW wieder, weil die Züge nicht fahren. Wir zahlen „Rundfunkbeitrag“ für einen Dienst, den wir nicht mehr in Anspruch nehmen. Steuern werden versenkt bei „Bürgern“, die gar keine sind. Die CDU sollte anfangen, ihre Hausaufgaben zu machen‼️

    • „Problem in Schland ist, dass wir permanent für etwas zur Kasse gezwungen werden, für das wir keine adäquate Gegenleistung erhalten.“
      Danke, genau das ist es. Preis/Leistung ist in öffentlichen Bereichen in DE unterirdisch. Man zahlt wie ein König und erhält wie ein Bettler. Wer sich so über den Tisch ziehen lässt verdient es nicht anders, m.M.n..

  • Ein einheitliches Rentensystem für alle ist überfällig, schlimm genug, daß das scheinbar nur die Jusos erkennen.

    • Ein einheitliches Rentensystem würde erstmal voraussetzen, dass es einheitliche Beitragszahler gibt. Ein Angestellter verdient planbar Gehalt. Ein Bauer/Schausteller/… verdient Saisonal und unter Umständen auch mal gar nichts (trotz Arbeit).

  • Ich bin dafür das Jusos und sonstige Junglinke erstmal 10 Jahre für die Gesellschaft arbeiten. Wenn Sie das schaffen, können Sie gerne von Umverteilung sprechen!

  • Wirklich ALLE einzahlen lasse – auch über der Beitragsbemessungsgrenze, Mini-Jobs, Selbstständige, Künstler, Anwälte, Landwirte, Beamte, Politiker, etc.

    Denn sie sorgen nicht vor; bzw. wird/muss in der Not verbraucht werden und ist pfändbar/ nicht Insolvenz-sicher.

    Bei fehlendem Einkommen bzw im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit besteht Anspruch auf Bürgergeld/ SGB XII und der Steuerzahler muss voll aufkommen – ohne je eingezahlt zu haben !!

  • Ich denke es sollten endlich mal ALLE einzahlen, die auch was bekommen wollen. Sämtliche Menschen, die nie eingezahlt haben sollen aussnahmslos auch ebenso viel erhalten, 0€, berechtigte Ausnahmen ausgenommen (Behinderte, sonstig unverschulded Arbeitsunfähige). Das wäre für mein Empfinden soziale Gerechtigkeit. Und was hat die SPD in all den Jahren an der Regierung beteiligt getan?

    „Enttäuschungserlebnisse zerstören Vertrauen und führen dazu, dass sich Menschen von der Demokratie abwenden. “
    Die Menschen haben „Enttäuschungserlebnisse“ bei der SPD-Kartell-„unsere Demokratie“-Demokratie.

    • Die Selbstständigen bekommen ja auch keine Rente.
      Die dürfen nur die Hälfte der Sozialversicherungen ihrer Mitarbeiter bezahlen, was ihnen natürlich am Ende eines jeden Jahres an Einkommen fehlt, wovon sie sich auch mal selbst versichern könnten.

  • Um für Rentner das Leben überhaupt lebenswert zu machen sollte der Anteil über 60% liegen und wie das finanziert werden kann wurde schon oft geschrieben , allein wenn die rd 6 Mio Beamten in D als reine Konsumenten von erarbeiteten Steuergeld sich daran beteiligen würden und alle Pensionen(da ungerechtfertigt) auf das Rentenmaß angepaßt wären, würde es ein ganzes Stück gerechter gegenüber den Rentnern die 45 Jahre gearbeitet haben, zu gehen. Zusätzlich die ganzen Steuerverschwendungen plus Wegfall der Vollalimentierung von Personen die noch nie einen Cent hier eingezahlt haben

    • „Beamte … reine Konsumenten“.
      Muahahaha. Neidhammel. Warum haben Sie sich nicht als Beamter beworben ? Oder haben Sie, wurden aber nicht genommen, wegen unzureichender Qualifikation ?
      Nicht jeder Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist zugleich Beamter. Und ich mutmaße: Sie würden die Ausbildung zum Polizei- oder Finanzbeamten gar nicht schaffen.

      • Vermutlich würde so mancher am Einstellungstest scheitern.

    • Reine Konsumenten – die Beamten tun also gar nichts?
      Die Beamten in der Justiz im Vollzug sind also gar nicht in den Gefängnissen?
      Die Polizeibeamten sind gar nicht auf den Dienststellen oder in den Streifenwagen unterwegs?
      Die Beamten bei der Berufsfeuerwehr löschen gar keine Brände?
      Die Lehrer sind gar nicht in den Schulen?

      Es hat schon einen Grund, weshalb man aus altem Wein Essig macht…..

      • „Reine Konsumenten – die Beamten tun also gar nichts?“
        Das Eine hat mit dem Anderen gar nichts zu tun.
        Beamten und der gesamte öffentliche Dienst sind per Definition Konsum. Die nehmen nicht an Wertschöpfungsprozessen teil, sondern werden über mittels dieser erwirtschafteten Ressourcen finanziert.
        Ob die „was tun“ oder nicht ist davon komplett unabhängig.
        Auch bei maximaler individueller Leistung wird zB ein Feuerwehrman nicht Teil der Wertschöpfungskette. Das ist einfach so. Ist auch nichts erstmal nichts schlimmes. Man muss sich dessen aber bewusst sein.
        Um das Feuerwehrmann-Beispiel auf die Spitze zu treiben:
        Wie wird es wohl einer Nation und Volkswirtschaft ergehen, in der die Hälfte aller zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte Feuerwerhmänner sind, es aber praktisch nie brennt?

      • Na dann….
        Polizei, Justiz und Feuerwehr abschaffen. Sparen wir einen Haufen Geld.

        Ironie aus.

      • Ich denke gerade bei Justiz, Polizei und bei den Lehrern sind so viele total überflüssig, weil sie nur Schwachsinn nachgehen dürfen. Klar die müssen auf Herrchen hören aber etwas mehr Selbstständigkeit würde den Einrichtungen sicher gut tun. Der Beitrag, den diese Beamten (schwachsinnig Beauftragte) leisten, ist doch gesamtwirtschaftlich eher negativ, kann weg.

  • Schlauberger.
    Natürlich steigen dann die Einnahmen der RV erst ein bißchen. Aber später wollen die Selbständigen auch eine Rente beziehen. Und siehe da: Man steht wieder vor dem gleichen Problem. Nur noch etwas gößer.

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