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Zweieinhalb Jahre Haft für einen Kuss? Die feministische Brutalität gegen Rubiales ist furchterregend

Im August küsste der damalige Präsident des spanischen Fußballverbandes, Luis Rubiales, einer Nationalspielerin kurz nach dem WM-Sieg euphorisch auf den Mund. Nun soll er dafür ins Gefängnis gehen. Unter der Fahne des feministischen Widerstands wird die Existenz eines Mannes zerstört.

Ein zu lautes Lachen, ein Sprung in die Arme eines Anderen, der beide rücklings auf den Boden wirft, ein dreckiger Witz, ein dummer Spruch, ein peinlicher Ausruf der Erregung und der Freude. Euphorie lässt uns unbedachte Dinge tun. Die pure Lust am Moment reißt alle Schranken ein. Manche Menschen pupsen beim Kichern, andere werden knallrot. So mancher Kerl haut brüllend vor Lachen so doll auf die Schulter des Gegenübers, dass dieses sich danach betroffen den Arm reibt. Es sind Übersprungshandlungen, die meistens harmlos sind, manchmal schief gehen, jedoch meistens zur Belustigung aller Beteiligten beitragen. 

Nun soll ein 46-jähriger Mann wegen eines solchen Aktes zweieinhalb Jahre ins Gefängnis gehen. Luis Rubiales, bis September noch Präsident des spanischen Fußballverbandes, wurde von der spanischen Staatsanwaltschaft bereits im Herbst wegen sexueller Nötigung angeklagt. Er hatte beim Finale der Frauenfußball-WM im August die Nationalspielerin Jennifer Hermoso kurz nach dem Sieg euphorisch auf die Lippen geküsst. Der Schmatzer hielt nur wenige Sekunden an, Videoaufnahmen zeigen einen vor Freude strahlenden Rubiales. Das Gesicht der Fußballspielerin ist nicht zu sehen.

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Ein Livestream der Spielerin später aus der Umkleide zeigte sie und ihre Mitspielerinnen, wie sie sich feixend über den Kuss beömmelten. „Na, war’s mit Zunge?“, fragt eine. Hermoso lacht immer wieder, sagt aber auch, dass ihr der Kuss nicht gefallen habe. Später zeigt sie Rubiales an. 

Kommt also Rubiales tatsächlich für seinen Freuden-Kuss ins Gefängnis?

Nun, ein halbes Jahr nach dem Vorfall, hat die spanische Staatsanwaltschaft in offiziellen Gerichtsdokumenten, die unter anderem der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, eine Haftstrafe für den inzwischen zurückgetretenen Verbandspräsidenten beantragt. Der in den Augen der Juristen übergriffige Kuss soll als „sexuelle Aggression“ mit einem Jahr Gefängnis vergolten werden. Hinzukommen anderthalb Jahre Haft wegen „Nötigung“. Dieser Vorwurf bezieht sich auf den angeblichen Versuch von Rubiales, Hermoso nach dem Vorfall zu einem öffentlichen Statement zu bewegen, das ihr Einverständnis mit dem Kuss belegen sollte. Rubiales bestreitet die Vorwürfe.

Genau diese fehlende Zustimmung ist es nun, aus der dem ehemaligen Fußball-Funktionär nun offenbar ein Strick gedreht werden soll. Die letzte spanische Links-Regierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das bei sexuellen Handlungen die ausdrückliche Zustimmung aller Beteiligten erfordert. Seit 2022 ist der Entwurf rechtskräftig. Seitdem wird der Tatbestand einer „sexuellen Aggression“ nicht nur härter bestraft, es fallen auch deutlich mehr Handlungen darunter, beispielsweise „einschüchternde“ Komplimente, sexuelle Provokation und das Verbreiten von Sexvideos. 

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Sollte dem Antrag der Staatsanwaltschaft vorm Gericht stattgegeben werden, kommt also Rubiales tatsächlich für seinen Freuden-Kuss ins Gefängnis. Und nicht nur das: Die Staatsanwaltschaft möchte ebenfalls durchsetzen, dass Rubiales für die Dauer seiner Haftstrafe ausdrücklich aus jeder Tätigkeit im sportlichen Bereich ausgeschlossen wird, für vier Jahre soll er der Fußballspielerin Hermoso nicht näher als 200 Meter kommen dürfen, für zwei Jahre nicht mit ihr kommunizieren. Auch eine Entschädigungszahlung von 54.100 US-Dollar an Hermoso möchte die Staatsanwaltschaft erzwingen.

Wäre Steinigung noch ein im Westen verbreitetes Strafmaß, hätte die Staatsanwaltschaft dann auch diese Strafe vorgeschlagen? Die Brutalität mit der gegen einen Mann vorgegangen wird, der eine grundsätzlich harmlose Gefühlsregung nicht unterdrücken konnte, ist furchterregend. Unter der Fahne des feministischen Widerstands gegen „systemischen Chauvinismus“ (wie die spanische Vizepräsidentin Yolanda Díaz es nannte), wird hier die Existenz eines Mannes zerstört. Eines Mannes, von dem ich gerne glaube, dass er ein schmieriger Unsympath ist, und dem man auch vorwerfen kann, dass er sich diesen Kuss nicht verkniffen hat.

Auch in Deutschland werden Forderungen nach schärferem Sexualstrafrecht laut

Aber er hat schon alle seine Posten verloren, ist medial auf der ganzen Welt – selbst vom UN-Generalsekretär – verurteilt worden. Ihn nun auch noch ins Gefängnis werfen zu wollen – und dafür juristische Argumente vorbringen zu können – wirkt geradezu drakonisch und zeugt von der unerbittlichen Gewalt, mit der die feministische Bewegung zunehmend alles Männliche bekämpft, sich dafür in Spanien nun schon eine rechtliche Grundlage geschaffen hat. 

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Auch in Deutschland werden immer wieder Forderungen nach einem schärferen Sexualstrafrecht im Sinne einer „nur ein Ja ist ein Ja“-Regelung laut. Eine europaweite Initiative, für die sich federführend unter anderem Luisa Neubauer aussprach, fordert gar eine entsprechende Änderung des EU-Rechts. Begreifen diese Frauen nicht, dass sie mit ihrem Engagement mit der Zeit nicht weniger als das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Männern und Frauen vernichten? Jede Erotik im Keim ersticken?

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der kein Mann sich mehr traut, einer Frau ein Kompliment zu machen, in der er sie fragt, ob er sie küssen oder mit ihr schlafen darf, anstatt es eigeninitiativ zu versuchen und sich aus ihren Reaktionen seinen Reim zu machen. Ich möchte auch in keiner Welt leben, in der ein Schmatzer auf den Mund einem Mann eine Gefängnisstrafe statt einer saftigen Ohrfeige einbringt. Das geht gegen jedes natürliche Rechtsempfinden, das ich besitze, und ich bin mir sicher, dass es vielen Frauen genauso geht. 

Ich dachte immer, dass gerade spanische Frauen sich im Umgang mit Machos schon zu helfen wissen. In zahlreichen Urlauben habe ich in Tanzclubs beobachtet, wie die vor Selbstbewusstsein strotzenden einheimischen Frauen einen Werber nach dem anderen abblitzen ließen, ihnen im Zweifel auf Hände und Lippen klatschten. Was ist nur passiert, dass man diese Kerls nun offenbar lieber gleich ins Gefängnis werfen will? Der feministische Wahn hat aus einer sonnig-lustvollen Nation ein steriles Feindgebiet gemacht, in der die Annäherung an eine Frau zum Minenfeld wird. Ich frage mich ernsthaft, wer das gewollt hat. 

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