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Einsatz für „Bewahrung der Schöpfung“

„Wichtiger Beitrag für Predigtkultur“: Luisa Neubauer erhält Kirchenpreis

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer wird für ihr Lebenswerk mit dem ökumenischen Predigtpreis ausgezeichnet. Laut der Jury habe sie einen wichtigen Beitrag für die Predigtkultur geleistet. Es ist nicht das erste Mal, dass die Kirche ihre enorme Bewunderung für die Klimabewegung ausdrückt.

Bildquelle: Oğuz Yılmaz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Jedes Jahr verleihen die theologischen Institutionen an der Universität Bonn den sogenannten ökumenischen Predigtpreis. Er gilt als einer der relevantesten Kirchenpreise der Republik. Zu den bisherigen prominenten Trägern des ökumenischen Predigtpreises für ihr Lebenswerk zählen der ehemalige Bundestagspräsident und CDU-Politiker Norbert Lammert, die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, der 2005 gestorbene Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch und der 2013 gestorbene Altphilologe und Literaturhistoriker Walter Jens. Und seit dieser Woche: Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie gewinnt schon mit 27 Jahren den Preis für das Lebenswerk.

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„Bewahrung der Schöpfung“

Die Begründung für die Vergabe an Neubauer gab die Jury am Dienstag bekannt: Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer habe innerhalb weniger Jahre im deutschen Sprachraum das Bewusstsein von der gesellschaftlichen Aufgabe der Bewahrung der Schöpfung maßgeblich mitgeprägt. Weiter hieß es: Neubauers Reden und Denken enthalten Leitmotive zu religiösen Kontexten wie existenziellen Fragestellungen. Darin liege ein wichtiger Beitrag für die Predigtkultur der Gegenwart in der globalen Klimakrise.

Haben wir richtig gehört? Eine theologische Uni bezeichnet die alarmistischen Reden von Neubauer als Predigten statt als politische Statements? Damit wären sie nicht die ersten, die der Klimabewegung einen religiösen Charakter zuschreiben. Dennoch wirkt es etwas gewagt, einer gerade mal 27-Jährigen, deren höchster Berufsabschluss ein Geografie-Bachelor ist, einen Preis für das Lebenswerk zu überreichen. Als Mitglied der milliardenschweren Reemtsma-Familie musste sie sich nie Sorgen um Geld machen und konnte sich voll und ganz erst dem Reisen und dann dem politischen Aktivismus widmen. Dennoch lässt die Auszeichnung auch Raum für Hoffnung: Wenn Neubauer jetzt schon für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird – lässt sie uns dann vielleicht für den Rest ihres Lebens mit ihren Predigten in Ruhe?

Politische Kirche

Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche Glaubensvertreter ihre Bewunderung für die Klimabewegung ausdrücken. Erst im Juni hatte ein Pastor beim evangelischen Kirchentag gepredigt: „Wir alle sind die Letzte Generation“. Anfang September rief die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zum Klimastreik von „Fridays for future“ auf – der Zusammenschluss „Churches for future“ nimmt regelmäßig an Demonstrationen der Klimaaktivisten teil. Erst am vergangenen Sonntag veranstaltete die evangelische Kirche einen „Klimagottesdienst“ mit Referenten der „Letzten Generation“ (Apollo News berichtete). Die Liste ließe sich noch lang fortführen.

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