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„Geldfluss für Entwicklungsländer“

WEF diskutiert Einführung einer globalen CO₂-Steuer

Singapurs Präsident schlägt beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Einführung einer globalen Kohlenstoffsteuer vor. Die Einnahmen sollen in Entwicklungsländer fließen, um dort den Klimaschutz voranzutreiben. Widerspruch kommt aus Saudi-Arabien – allerdings nicht für die Subventionen.

Singapurs Präsident Tharman Shanmugaratnam hat bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in der vergangenen Woche die Einführung einer weltweiten CO₂-Steuer angestoßen. Dies sei ihm zufolge die einzige Möglichkeit, um den Klimawandel gerecht und wirksam zu bekämpfen.

„Wir brauchen ein System von Kohlenstoffsteuern in Verbindung mit Subventionen für benachteiligte Haushalte und einem Geldfluss für die Entwicklungsländer, das ihnen mithilfe von Investitionen in den Klimaschutz und in Anpassungen ein Wachstum ermöglicht“, so der Präsident Singapurs. Gehe man diesen Weg nicht, wären es die Entwicklungsländer, die am meisten unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hätten.

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Widerspruch kam von Saudi-Arabien: Mohammed Al-Jadaan, Finanzminister von Saudi-Arabien unterstütze die Forderungen nach Subventionen für Entwicklungsländer. Diese jedoch mittels einer global erhobenen Kohlenstoffsteuer zu erheben, hält er für abwegig. „Es gibt viel politischen Widerstand in den Industrieländern – politisch und von der Öffentlichkeit“, so Al-Jadaan. Und weiter: „Zu sagen, dass wir eine Steuer erheben werden, aber dann einen Teil davon an Länder mit niedrigem Einkommen umleiten, wird politisch sehr schwierig sein, extrem schwierig.“

Stattdessen schlägt er vor, den „eigenen Übergang“ der Wirtschaft vieler afrikanischer Staaten voranzutreiben. Man solle die Jugend in Afrika besser ausbilden. Nur so ließe sich Fortschritt in Afrika erreichen und grundlegende Infrastruktur wie eine flächendeckende Strom- oder Wasserversorgung organisieren. „Zu ihnen zu sagen: ‚Warum sucht ihr nach Brot? Geht und esst Kuchen!‘, ist meiner Meinung nach Heuchelei“.

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