Werbung

Schwesig antwortet auf Korruptionsvorwürfe: „Was haben Sie gegen starke Frauen?“

Bei einer Pressekonferenz wurde Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu den jüngsten Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der SPD befragt - infolge unterstellte ihm die Politikerin gereizt Sexismus. Inhaltlich blieb die Frage unbeantwortet.

Nachdem der peinliche Auftritt des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD bei einem NDR-Interview aus der vergangenen Woche viral ging, hätte man von der SPD vor allem eins erwartet: Demut. Immerhin geht es um Vorwürfe der Vetternwirtschaft. Den NDR-Journalisten war aufgefallen, dass ein kürzlich veranstaltetes Bürgerforum der SPD Mecklenburg-Vorpommern ausgerechnet auf der Anlage des Ehemanns der Vize-Fraktionschefin Christine Klingohr stattfand. Infolge wollten die Journalisten vom Parlamentarischen Geschäftsführer wissen, wie viel der Spaß denn gekostet habe – er erhielt trotz zehnfacher Nachfrage keine Antwort. Erst am folgenden Tag stellte Fraktionsvorsitzender Julian Barlen klar: Die Veranstaltung habe circa 60 Euro pro Person, also etwa 15.000 Euro gekostet.

Nun hat sich auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, selbst SPD, zu den Vorwürfen geäußert. Doch wer glaubt, die Politikern übe sich in Beschwichtigungen oder gar Entschuldigungen, irrt. Auf die Frage eines Journalisten zur Angemessenheit der Auftragsvergabe an den Ehemann der Fraktions-Vize Klingohr, antwortete Schwesig patzig: „Was haben Sie eigentlich gegen die starken Frauen in der SPD?“ Es folgten Beteuerungen dazu, was Klingohr für eine herausragende Politikerin sei und welche wichtige Arbeit sie leiste. 

Werbung

Click here to display content from Twitter.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Twitter.

Es ist absurd: Eine kritische Nachfrage wird als sexistischer Angriff geframt, obwohl der Inhalt der Frage in keiner Weise eine Verbindung zum Geschlecht der Vize-Fraktionschefin Klingohr herstellte, sondern allein auf ihre Taten abzielte. 

Erst meint der Parlamentarische Geschäftsführer, einen Journalisten mit skurilen Phrasenwiederholungen abfrühstücken zu können, dann wird ein Pressevertreter auch noch von der Ministerpräsidentin für eine berechtigte Nachfrage gereizt abgekocht. Die SPD Mecklenburg-Vorpommern beweist in den letzten Tagen vor allem eins: Für freien Journalismus, der sich für redliche Verwendung von Steuergeldern einsetzt, hat sie offenbar keinerlei Respekt. 

Werbung