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„Genauso viele Deutsche und Italiener“

Berliner Queerbauftragter sieht keinen spezifisch arabischen Schwulenhass

Im Interview mit der Welt bestreitet Berlins „Queer-Beauftragter" Alfonso Pantisano, dass es mehr Homophobie unter muslimischen Migrantengruppen gebe. Eine solche Feststellung sei „schwierig“: „Es gibt genauso viele Italiener oder Deutsche, die queere Menschen angreifen".

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Der umstrittene Berliner Queer-Beauftragte Alfonso Pantisano (SPD) sieht bei muslimischen Migranten kein besonderes Problem mit Homophobie. „Wir dürfen es uns nicht zu einfach machen und nur auf die anderen zeigen. (…) Es gibt genauso viele Italiener oder Deutsche, die queere Menschen angreifen“, behauptete Pantisano im Interview mit der Welt.

„Merken Sie eigentlich, wie sehr Sie Verantwortung wegschieben?“, attackiert Pantisano den Journalisten, der die Frage nach dem Schwulenhass bei Muslimen gestellt hatte. Der „Queer-Beauftragte“, dem die Sicherheit von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans-Menschen eigentlich ein Kernanliegen sein sollte, bestreitet einfach die Gefahren, die diesen Menschen drohen – beziehungsweise, von wem und von wo diese vor allem kommen.

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„Welchen Unterschied macht es, ob ich von einem Araber, einem Italiener oder einem Deutschen auf die Nase gehauen werde?“ Und: „Glauben Sie wirklich, dass Sie im Prenzlauer Berg geschützter sind als auf der Sonnenallee?“ Dass der Berliner Verein Maneo, der schwule und bisexuelle Opfer von hassmotivierter Gewalt betreut, „testosteronaufgeladene Jungmänner aus bestimmten Problemkiezen“ als wichtigste Tätergruppe benennt, ist für Pantisano scheinbar fast das größere Problem. „Als jemand, der immer wieder selbst Rassismus erfährt, finde ich solche Aussagen schwierig, denn sie tragen nicht zur vollumfänglichen Lösung bei.“

Pantisano ist in seiner kurzen Amtszeit schon Skandalumwittert. Der SPD-Politiker hatte mehrere Journalisten in offizieller Funktion wegen Volksverhetzung angezeigt, weil diese sich kritisch gegenüber der aktivistischen Queer-Bewegung geäußert hatten. Er bezeichnete Trans-kritische Frauen in der Vergangenheit als „Hündinnen“.

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