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Kernschmelze: Immer mehr junge Menschen fahren Auto

Nach einer Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes steigt die Zahl an jungen Autobesitzern immer weiter an. Linke Journalisten können diese Entwicklung nicht verstehen - dabei geht es hierbei um Sicherheit. 

Der Journalist und Autor Claas Gefroi steht vor einem Rätsel: Einer von ihm geteilten Statistik zufolge, die sich auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bezieht, steigt die Zahl der jungen Autobesitzer immer weiter. Für das Jahr 2022 liegt die Zahl bei 188,3 PKW pro 1000 Personen in der Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren. Zum Vergleich: 2010 lag diese Zahl noch bei 153. „Was ist nur los mit diesem Land? Das kann man doch nicht allein mit schlechtem ÖPNV und fehlenden Radwegen erklären. Ich bin wirklich ratlos. #Verkehrswende“, kommentiert er das Diagramm auf Twitter.
Und sicher, für viele passt diese Statistik so gar nicht ins Bild. Immerhin besteht die junge Gesellschaft ausschließlich aus linken Klimafanatikern, die freitags die Schule schwänzen und den Rest der Zeit auf Straßen kleben. Oder etwa nicht?

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Es ist immer wieder interessant, wenn Statistiken das Meinungsbild der jungen Generationen offenlegen. Denn dann kann man immer wieder eie Kernschmelze in der Berliner Politik-Blase beobachten. Die Jugend von heute ist nicht geschlossen links? Wie kann das sein? Meistens fallen solche Umfragen nämlich ganz anders aus, als man sich in den Hauptstadt-Redaktionen erhofft oder erwartet. Wie 2021, als herauskam, dass die meisten Erstwähler nicht etwa die Grünen, sondern die FDP gewählt haben. 

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Für viele Alt-68er und Ex-Hippies bricht da dann immer die Welt zusammen, denn sie sehen ihr Lebenswerk dahinschmelzen. Den Marsch durch die Institutionen hatten sie sich anders vorgestellt. Sie wollten doch die coolen Nicht-Spießer sein, die die Kinder Rebellen sein lassen, und dem Konservatismus den Kampf ansagen. Doch nun rebelliert die Jugend gegen sie – mit Spießbürgertum. Die Jugend von heute will ein Einfamilienhaus haben und eine Familie. Sie wählen die FDP, tragen Poloshirts mit Pullunder um die Schulter gebunden, interessieren sich für Aktien – und sie fahren Auto.

Weil wir nicht vergewaltigt werden wollen

Warum? Für die jungen Männer können gerne andere diese Frage beantworten, doch für junge Frauen ist die Antwort klar: Weil wir nicht vergewaltigt werden wollen. Wir haben zu sehen und zu spüren bekommen, wo die Politik der letzten Jahre hinführt und wir haben ganz einfach die Schnauze voll. Bei dieser Rebellion geht es nicht nur um Ästhetik, Ordnung oder Freiheit. Es geht gewissermaßen ums Überleben. Was viele Männer, die in einer heilen Welt aufgewachsen sind, nicht verstehen, ist, dass das Auto Sicherheit bedeutet, wie eine persönliche Festung. Als junge Frau, die täglich auf den Berliner Nahverkehr angewiesen ist, kann ich mir nichts Weltfremderes vorstellen, als die Verwunderung über den Anstieg von jungen Autobesitzern. Denn für Frauen in einer Großstadt bedeutet das Auto, dass man keine U-Bahnstation betreten muss, dass man nicht durch die dunklen Gassen zu Fuße gehen muss, dass man auch keine S-Bahn betreten muss. Und das wiederum bedeutet, nicht ausgeliefert zu sein. 

Denn ausgeliefert wird man, sofern man allein mit fünf Drogendealern durch eine Straße geht. Dann ist die persönliche Sicherheit nur noch davon abhängig, ob sie gerade auf der Suche nach ein bisschen Spaß sind, oder nicht. Ausgeliefert ist man, wenn man in einer U-Bahnstation steht, die nach Urin und Erbrochenem stinkt und nur einen Fluchtweg hat. Jedes Mal, wenn eine Bahn durchfährt, nehme ich reflexartig einen festen Stand ein – damit mich niemand so einfach davor schubsen kann. Ausgeliefert ist man, wenn man in der S-Bahn sitzt und der Junkie gegenüber spontan beschließt, sich einen runter zu holen, seine Mitmenschen zu bedrohen oder sogar anzugreifen. Dann sitzt man in einem abgeschlossenen Behältnis, das in Bewegung ist und man kann nirgendwo hin, bis zur nächsten Haltestelle. 

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Wenn zu Fuß gehen oder Bahn fahren lebensgefährlich wird

Vor ein paar Monaten bin ich nach einer Abend-Vorlesung im Dunkeln nach Hause gefahren. Auf dem letzten Stück habe ich den Bus genommen, ich war der einzige Fahrgast. Der Busfahrer fragte mich, wo ich aussteigen will, ich nannte ihm zögerlich meine Station. „Ich kenne eine Abkürzung“, antwortete er und gab Gas. Er übersprang sämtliche Haltestellen, obwohl dort Leute auf ihn warteten. Mir war mulmig zu mute. Doch so richtig Panik bekam ich, als er auch die Station übersprang, die ich ihm genannt hatte. Während der Fahrt machte er anzügliche Bemerkungen, frage mich aus und baggerte mich an. Erst als ich aufsprang und den immer wieder die Halte-Taste drückte, ließ er mich aussteigen. 

Alle meine Kommilitoninnen haben solche Geschichten. Und sie alle werden sofort auf Autos umsteigen, sobald sie die Möglichkeit dazu haben. Manche von ihnen sind sogar an Klimaschutz interessiert. Doch im Zweifel ist die eigene Sicherheit doch wichtiger. Natürlich ist es auch nervig, dass die Busse andauernd unregelmäßig kommen, Züge kaputt sind und S-Bahnen dauernd ausfallen. Aber viele – gerade die Journalisten in ihren Elfenbeintürmen – machen sich gar keine Vorstellung, was die links-grüne Politik bereits an ernsthaften Schäden verursacht hat. Junge Frauen kaufen sich kein Auto, weil der ÖPNV einfach nur „schlecht“ ist, wie Claas Gefroi es ausdrückt. Vor die Tür zu gehen, ist für Frauen in Deutschland lebensgefährlich geworden. 

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