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Fulda in Hessen

Behörden setzen auf „Achtsamkeitstrainings“ und Yoga gegen explodierende Jugendgewalt

In Hessen explodiert die migrantisch geprägte Jugendgewalt - es geht dabei mittlerweile um Axt-Angriffe und versuchte Tötungen von Homosexuellen. Die Stadt Fulda reagiert jetzt - mit "Achtsamkeitstrainings" und Yoga. Das ist kein Scherz.

In Wetzlar überfällt ein 14-Jähriger mehrmals andere Jugendliche mit einem Klappmesser und raubt sie aus. Im Main-Kinzig-Kreis wird ein 16-jähriger Intensivtäter verhaftet, nachdem er jemanden mit einer Axt attackiert haben soll. In Heppenheim zieht gleich eine ganze Jugendgruppe vermummt und bewaffnet durch die Innenstadt. In Marburg stehen zwei Jugendliche vor Gericht, weil sie einen Homosexuellen totschlagen wollten.

Solche Extrembeispiele passen zum Trend: Die Jugendkriminalität in Hessen steigt. Die Tatverdächtigen seien immer jünger und gewalttätiger, erklärt die Polizei – und auch Migrationshintergrund spielt vielerorts immer wieder eine Rolle. Das Land möchte diese Entwicklung mit mehr „Häusern des Jugendrechts“ bekämpfen. In einem Haus des Jugendrechts arbeiten mehrere staatliche und städtische Stellen unmittelbar zusammen, um Jugendkriminalität schnell zu bearbeiten und wenn möglich verhindern. Das Projekt gibt es über 30 mal in Deutschland, unter anderem in Nordrhein-Westfalen und im Land Bremen. Neue Standorte sollen nun in Marburg, Gießen, Limburg und Darmstadt enstehen, sagte Justizminister Roman Poseck (CDU) dem hr.

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Hessen ist bereits jetzt Projekt-Hotspot: Alleine in Frankfurt gibt es vier solcher Häuser des Jugendrechts. Die Main-Metropole sei mit vier Einrichtungen bereits flächendeckend versorgt, erklärte Poseck, auch in Offenbach, Wiesbaden und Kassel gibt es bereits „Häuser des Jugendrechts“.  Auch, wenn sogar die Polizeigewerkschaft große Stücke auf das Projekt hält, konnte es den Anstieg von Jugendkriminalität und -gewalt auch nicht verhindern.

Kampf gegen Jugendkriminalität in Hessen? Yoga und Kampf gegen Rechts

In Fulda sind die Behörden bisher nur digital miteinander vernetzt. Dort wird Jugendkriminalität mit eher ungewöhnlichen Methoden  bekämpft: Um die Jugendlichen von der schiefen Bahn abzubringen, werden Jugendlichen dort neben Coachings auch digitale Achtsamkeitstrainings und Yoga-Kurse angeboten. Zwei Seitenbeugen und einen Fisch gegen Messergewalt – davon kann man nach einem Bericht des hr ausgehen. Fuldas leitender Oberstaatsanwalt, Patrick Liesching, sei sogar positiv überrascht von dem Projekt.

Kurioserweise scheint die hessische Polizei in Fulda auch ein verstärktes Augenmerk auf Videospiele zu legen. Das legen zumindest Fotos nahe, die das Portal Osthessen-Zeitung von der Eröffnung des neuen Haus des Jugendrechts veröffentlicht hat. Dort scheint man sich in der Vorstellung der neuen Dienststelle mit den Gefahren des Computerspiels „Minecraft“ befasst zu haben. In Minecraft baut man unter anderem Häuser, baut Gemüse an und betreibt Bergbau – für die digitalen Jugendbeamten ein Hort von Jugendkriminalität und Extremismus? 

Auch in Hanau möchte Hessen ein Haus des Jugendrechts eröffnen: Im September soll dort ein Haus mit Schwerpunkt auf Prävention von Rechtsextremismus seine Arbeit aufnehmen. Dass Rechtsextremismus die drängendste Facette der Jugendkriminalität in Hessen darstellt, darf bezweifelt werden. 

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