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Übernahme christlicher Gotteshäuser

„Baut eure Kirchen – wir machen sie zu Moscheen“

Kirchen werden zu Moscheen - das ist längst ein Trend in Deutschland, Europa und dem Westen. Mit der Hilfe von Investoren aus der arabischen Welt werden alte Kirchen von islamischen Gemeinden übernommen - für viele auch eine Form des Dschihad.

Ein junger Mann mit schwarzem Bart steht vor einem mächtigen, alten Mauerwerk. An der Seite ragt ein spitzer Turm in die Luft, große Fenster zieren das „Schiff“, das längliche Hauptgebäude. „Man könnte glauben, das hier ist eine Kirche“, sagt er. Doch es ist keine Kirche – nicht mehr. Denn die ehemalige „Dreifaltigkeitskirche“ der methodistischen Gemeinde im englischen Sheffield wurde geschlossen. Jetzt ist sie eine Moschee. „Wie überall im Vereinigten Königreich haben wir [diese Kirche] übernommen“, feiert der Mann im Video. „Der Islam ist hier, um zu bleiben.“ 

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„Das britische Volk mag [diese Entwicklung] vielleicht nicht“, meint er. „Aber wie bei vielen Dingen: Manche Dinge, die man nicht mag, sind gut für einen. Also baut weiter eure Kirchen, lasst sie leerstehen. Wir kaufen sie bald und machen sie zu Moscheen“, triumphiert der junge Moslem.

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Kirchen zu Moscheen – ein europäischer Trend

Sein Triumphgehabe ist nicht unbegründet: Seit über zehn Jahren findet, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, eine stille Veränderung statt. Quellen aus der afro-arabischen, islamischen Welt unterstützen muslimische Gemeinden und Sekten im Westen mit viel Geld, mit dem auch alte Kirchen gekauft und zu Moscheen gemacht werden. Die Zentralmoschee Wembley im Nordwesten Londons war eine solche Kirche, die von Moslems gekauft und in eine Moschee umgeweht wurde.

Auch die Hamburger Nur-Moschee war eine Kirche, die 2013 durch einen muslimischen Investor gekauft und dem islamischen Zentrum der Stadt geschenkt wurde. Die Moschee wird neben Spenden vor allem durch Zuwendungen des Emirats Kuwait gefördert. Die Hamburger taz bezeichnete das ganze damals schon als „neue Normalität“.  In ganz Europa und der christlich-westlichen Welt finden sich solche Beispiele.

So waren auch die heutige Al-Fateh-Moschee in Amsterdam oder die Eyup-Sultan-Moschee im friesischen Groningen einst christliche Kirchen. Auch in Frankreich sorgt die Ent- und Umweihung von Kirchengebäuden immer wieder für Aufregung. Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle widmete der Entwicklung bereits 2013 einen Bericht.

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„Allah“ statt Kreuz: Der Turm der Al-Nur-Moschee in Hamburg war einst Kirchturm.

„Zeichen von Unterwerfung“

Christlich-Konservative und rechte Gruppen in Europa und der westlichen Welt sehen diese Entwicklung höchstkritisch – sie sind aber nicht die einzigen. Auch der Wissenschaftler Mahmoud Zaki kritisierte solche Übernahmen bereits vor Jahren als unklug. Zaki ist Medienforscher an der Universität Westminster und beschäftigt sich insbesondere mit radikalislamischen Bewegungen. „Berichte von Sicherheitsbehörden zeigen, dass viele islamische Zentren in Europa, die von radikalen Gruppen kontrolliert werden, den Kauf von Kirchen und ihre Umweihung zu Moscheen als eine Form des Dschihad im Namen Allahs sehen – auf gleicher Stufe wie den Märtyrertod“, schreibt Zaki in der panarabischen Zeitung The Arab Weekly.

Auch Amrou Farouk, ein Experte in Fragen des politischen Islams, warnt: „Die historische Symbolkraft ist immens. In Konflikten zwischen Christentum und Islam war die Übernahme von Glaubensstätten ein Zeichen von Unterwerfung und Eroberung.“ Als Beispiel führt er die Hagia Sophia an, einst Hauptkirche des orthodoxen Christentums im byzantinischen Reich.  „Byzanz war definitiv verloren, als die größte Kirche der Welt, die Hagia Sophia, im Jahr 1453 zur Moschee umgeweiht wurde. Bitterkeit darüber wirkt bis heute nach“, meint der Forscher und erinnere an die kritischen Reaktionen, als der türkische Präsident Erdogan die zum Museum gewordene Hagia Sophia vor wenigen Jahren wieder zur Moschee weihen ließ. Damals hatten Vertreter der christlichen Orthodoxie, aber auch Papst Franziskus oder US-Außenminister Mike Pompeo protestiert. 

Deutschland säkularisiert sich – seine Zuwanderer nicht

Kirchen zu Moscheen – das ist ein Symptom vieler Entwicklungen. Oft stehen Kirchen leer, weil den christlichen Gemeinden die Mitglieder davonlaufen. Während sich die ehemals christliche Mehrheitsgesellschaft in Deutschland wie im Westen immer weiter säkularisiert und von ihrer angestammten Religion distanziert, wächst die Zahl der Muslime stetig: Die Einwanderung aus den oft tiefreligiösen Gesellschaften des Orients bringt neue Gläubige nach Europa, die zunehmend den Platz der schwindenden Christenheit einnehmen.

Allein 2019 wurden 10 ehemalige Kirchen in Deutschland zu Moscheen. Ein Trend der Säkularisierung ist in diesen Zuwanderercommunities nicht zu beobachten. Im Gegenteil: Nachfahren von Eingewanderten Muslimen sind häufig religiöser, als es ihre Eltern und Großeltern sind. „Junge Muslime in Deutschland entdecken die Religion für sich. Ganz selbstverständlich sehen sie im Islam eine Einheit von Religion und Politik. Die Scharia ist ihr Lifestyle“, schreibt selbst die Grüne Heinrich-Böll-Stiftung. Oft ist das auch bewusste Abgrenzung zum Land, in dem sie leben.

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