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Leistung soll sich nicht mehr lohnen

Arbeit als Problem an sich: Linke kämpfen jetzt gegen Ferienjobs

Der taz Autor Volkan Agar fordert das Verbot von Ferienjobs für Minderjährige. Kevin Kühnert will die Ausnahmen für den Mindestlohn abschaffen - das liefe wohl aufs gleiche hinaus. Die Linke scheint am Ende mit ihren Ideen.

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Die Haupteinnahmequelle eines jeden Kindes ist das Taschengeld. Bei den meisten Kindern ändert sich dies in der Jugend. Es kommt dann der Moment, wo das Taschengeld der Eltern nicht mehr alle Bedürfnisse eines Jugendlichen decken kann. Beim Smartphone reicht das günstige Samsung nicht mehr aus. Stilecht muss es dann doch das neue IPhone sein und einen Führerschein will man in jungen Jahren meist auch machen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, um dieses finanzielle Problem zu lösen. Zum einen kann man die Eltern weiter anpumpen. Vielleicht gibt es doch eine Taschengelderhöhung, einen einmaligen Zuschuss oder einen zinsfreien Kredit, welchen man solange nicht bezahlt, bis die Eltern die Existenz des Kredits vergessen haben. Diese Methode funktioniert nur, wenn die Eltern auch das nötige Kleingeld übrig haben. Sollte diese Methode nicht funktionieren, muss man sich selbst Geld besorgen. Ein Ferienjob drängt sich bei dieser Problematik quasi auf. Logisch, oder?

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Doch nicht jeder erwachsene Mensch in Deutschland sieht dies so. Volkan Agar hat sich in seiner Kolumne „Postprolet“ in der taz dem Thema Ferienjobs gewidmet. Er fragt: „Wieso ist Kinderarbeit nur ein Skandal, wenn sie in einem Land des Globalen Südens verrichtet wird, und in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, reden wird darüber, als wäre sie das normalste der Welt?“

Kühnert mit einem ähnlichen Gedanken

Agar schreibt, dass er als Jugendlicher in einer Fabrik Türöffner zusammengeschraubt hat. Aufgrund der Erfahrungen in der Montage fordert Agar in seiner Kolumne, dass Minderjährige keine Ferienjobs ausüben dürfen. Er möchte alle Ferienjobs für Minderjährige verbieten. Damit meint er auch Ferienjobs, welche nicht monoton sind, wie zum Beispiel das Kellnern in einem Cafe. In seinen Augen ist es verlorene Lebenszeit, wenn man in den Ferien arbeiten geht. Agar fände es viel besser, wenn man in den Ferien reisen geht oder sich selbst kennenlernt. Leider vergisst Agar, dass Bahntickets nicht von Bäumen fallen und auch wenn das 49 Euro Ticket die Mobilität junger Menschen vergünstigt hat, so sind Unterkünfte außerhalb anarchistisch besetzter Häuserblocks auch nicht umsonst.

Was Agar nicht merkt ist, dass er eine Manifestierung von Armut fordert. Denn nur wer arbeiten geht, kann seinen Wohlstand mehren. Agar hat für die Bekämpfung seiner selbst geforderten Armut eine Lösung. Wie es sich für einen Vorzeige-Linken gehört, fordert Agar eine neue Steuer. Er möchte, dass Wohlhabende, deren Kinder nicht auf einen Ferienjob angewiesen sind, um beispielsweise den Führerschein zu bezahlen, eine Feriensteuer zahlen. In guter sozialistischer Tradition sollen diese Steuereinnahmen den Jugendlichen zugute kommen, welche einen Ferienjob brauchen, um ihren Führerschein zu finanzieren. Diese Umverteilungsorgien haben nur einen kleinen Haken. Umverteilung schafft keinen Wohlstand.

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Agar ist damit gar nicht so weit weg von der aktuellen Führung linker Politik. SPD-Vize Kevin Kühnert nennt es eine „nicht begründbare Verzerrung“, dass es Ausnahmeregelung beim gesetzlichen Mindestlohn für Minderjährige gäbe. Unter 18-Jährige können aktuell in Ausnahmen unter Mindestlohn angestellt werden. Sollte Kühnert sich mit seinem Vorschlag durchsetzen, wäre das vermutlich ebenfalls das Ende des Ferienjobs. Denn ungelernte unter 18-Jährige für über 12 Euro die Stunde kurzfristig zu beschäftigen, dürfte nur in seltenen Fällen rentabel sein.

Linke haben Arbeit jetzt offenbar als Problem an sich erkannt und beginnen mit der Bekämpfung. Da beißt sich der Marxismus selbst den Schwanz ab.

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