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Am helllichten Tag

„Arabisch aussehende Männer“: 27-Jährige in Regensburger Innenstadt vergewaltigt

Am Freitag zerrte ein Mann eine 27-Jährige in ein Gebüsch - und verging sich an ihr. Während ein anderer in der Nähe Wache hielt. Der Vorfall reiht sich ein.

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Es ist helllichter Tag, als eine 27-Jährige am vergangenen Freitag durch den Fürst-Anselm-Park in der Regensburger Innenstadt läuft. Vielleicht kam die junge Frau grade von der Arbeit oder von der Uni und freute sich schon auf das Wochenende – auf ein bisschen Freizeit mit ihren Freunden oder ihrer Familie. Doch es kam anders: Zwei arabisch aussehende Männer waren der jungen Frau vom Hauptbahnhof gefolgt, nachdem sie sie zuvor nach der Uhrzeit gefragt hatten. Auf der Höhe des Carl Anselm-Denkmals zerrte einer der Männer die 27-Jährige in ein Gebüsch – und verging sich an ihr. Während der andere in der Nähe Wache hielt. 

Es ist eine Nachricht, die schockiert: wegen der Grausamkeit der Tat, aber auch, weil es den Männern möglich war, die junge Frau, ohne dass es jemand mitbekam – oder jemand einschritt – mitten am Tag zu missbrauchen. Und doch sind Nachrichten, wie diese, in Deutschland inzwischen trauriger Alltag geworden sind. Laut einer Polizeistatistik aus Oktober gab es im vergangenen Jahr in Berlin um die 20 Vergewaltigungen pro Woche. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, gab es laut einer Regierungsantwort aus April 2023 sogar acht Vergewaltigungen pro Tag.

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Laut der Website des Hilfetelefons des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben finden „zwei Drittel aller Vergewaltigungen“, „entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, zu Hause, im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz statt“. Es ist jedoch fraglich, ob das in diesem Verhältnis zutrifft oder in diesem Ausmaß immer noch aktuell ist. Von den Fällen, die an die Öffentlichkeit gelangen, scheint sich eine beträchtliche Anzahl an Bahnhöfen, in Parkanlagen oder an anderen abgelegenen Orten zuzutragen.

Zahl der Gruppenvergewaltigungen steigt deutlich an

Etwa im Oktober 2023 als eine 18-Jährige im Max-Reger-Park in Weiden (Oberpfalz) von zwei 20-30 Jahre alten Männern mit ausländischem Akzent festgehalten und „unsittlich“ berührt wird. Im selben Zeitraum wurde eine 32-jährige Frau aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck von einem 28-jährigen Georgier im Impler-Park in München missbraucht. Im September wurde eine Frau am Bahnhof Oerlenbach und im August eine 28-Jährige im Schlosspark in Weinheim vergewaltigt. Im selben Monat wurde ein 18-Jähriger in einem Münchner U-Bahnhof über Stunden von einem 20-Jährigen missbraucht. 

Zudem stiegt die Zahl der Gruppenvergewaltigungen deutlich an: Laut einer Regierungsantwort aus Juni 2023 gab es im Jahr 2022 789 Fälle, 2021 waren es „noch“ 659. Die Bild berichtete im November, dass sich die Zahl dieser Verbrechen mit 19 Fällen mehr als verdoppelt habe. In Nordrhein Westphalen stieg die Zahl der Gruppenvergewaltigungen um 40 Prozent auf insgesamt 246 Fälle an. Und auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen konnte ein Zuwachs verzeichnet werden. 

Zuletzt hatte vor allem Berlin für traurige Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem im Görlitzer Park innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Gruppenvergewaltigungen bekannt wurden (lesen Sie hier mehr). Aktuell werden die Beschuldigten in einem der Fälle, die mutmaßliche Vergewaltigung einer 27-jährigen zweifachen Mutter durch mehrere Drogen-Dealer, in Berlin vor Gericht vernommen. Ein 23-jährige Guineer, der einzige der Angeklagten, der eine Duldung und nur eine Identität hat, behauptet, die sexuellen Handlungen wären einvernehmlich gewesen. Einer der angeklagten Männer hat 11 verschiedene Identitäten, ein weiterer Komplize fünf (lesen Sie hier mehr).

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