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Dschihad

Angriff syrischer Truppen: Hunderte IS-Kämpfer aus Kurden-Gefängnis entkommen

Die Gefechte zwischen den Al-Sharaa-Truppen und den kurdischen Milizen gehen weiter – besonders im Fokus der Syrer stehen Gefängnisse, in denen IS-Gefangene sitzen. Erstaunlich viele von ihnen konnten jüngst entkommen.

In der Stadt Raqqa gehen die Gefechte zwischen der SDF und der syrischen Armee weiter. (IMAGO/Anadolu Agency)

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An mehreren Orten sind Truppen der Übergangsregierung Syriens unter Machthaber Ahmad Al-Sharaa mit den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zusammengestoßen. Ziel scheinen vor allem Gefängnisse zu sein, in denen IS-Kämpfer sitzen. Die SDF spricht von einem gezielten Vorgehen, die syrische Regierung beschuldigt die Kurden, IS-Gefangene befreit zu haben.

Infolge der Angriffe der syrischen Truppen im Gebiet Hasaka verkündete die SDF den Verlust der Kontrolle über das Gefängnis von Schaddadi. Ein Sprecher der SDF sagte, dass allein aus dem Gefängnis von Schaddadi „1.500 IS-Kämpfer freigelassen“ worden sein sollen.

Das syrische Innenministerium sprach hingegen von rund 120 entkommenen IS-Kämpfern, von denen wiederum 90 bereits wieder eingefangen worden sein sollen. Die Regierung in Damaskus erklärte, es seien Spezialeinheiten des Innenministeriums bei der Suchoperation beteiligt, um die Flüchtigen einzufangen.

Die SDF veröffentlichte Videos, die zeigen sollen, wie regierungsnahe Truppen die IS-Kämpfer befreien. Bei dem Gefängnis Al-Aktan in der Stadt Raqqa sollen syrische Regierungstruppen die Wasserversorgung unterbrochen haben. Bei den Kämpfen in der Nähe der Stadt sollen auf kurdischer Seite neun Soldaten getötet und 20 verletzt worden sein. In dem Gefängnis sollen sich ebenfalls Tausende IS-Kämpfer aufhalten.

Videos kursieren über mögliche Gräueltaten der Kämpfer von Al-Sharaa. Kurdische Kriegsgefangene sollen in den Clips unter „Allahu Akbar“-Rufen reihenweise erschossen worden sein, die Leichen werden mit Füßen getreten. Weitere Bilder sollen aufgeschlitzte Kehlen von kurdischen Soldaten zeigen. In einer Erklärung der kurdischen Kräfte heißt es: „Wir machen die Regierung in Damaskus für alle humanitären und sicherheitsrelevanten Konsequenzen verantwortlich.“

Anlässlich dieser Welle des Gräuels ziehen diverse Aktivisten eine Nähe Al-Sharaas zum Islamischen Staat. Der Machthaber Syriens, der jetzt als gemäßigter Präsident versucht aufzutreten, war Chef der jihadistischen HTS-Miliz. Die HTS entsprang ursprünglich der Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger der Al-Qaida. Beobachter befürchten eine strategische Nutzung der IS-Anhänger aus den Gefängnissen.

Ein Vordringen der syrischen Truppen in Richtung der Stadt Hasaka soll von kurdischen Kräften gestoppt worden sein. Ein gepanzertes Fahrzeug wurde ausgeschaltet, ebenso dessen Kämpfer eliminiert. Einen Rückzug verkündeten die SDF hingegen bei dem Lager al-Hol. Das Lager, das von den Kurden kontrolliert wurde, ist eine Unterkunft für Tausende Angehörige von gefangenen IS-Kämpfern.

In einem Telefongespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem syrischen Übergangspräsidenten Al-Sharaa – einst auf der Terrorliste der USA als HTS-Chef – sollen sich beide Seiten auf die „Notwendigkeit, die Rechte und den Schutz des kurdischen Volkes im Rahmen des syrischen Staates zu gewährleisten“ geeinigt haben, so berichtet es AFP. Ein Video soll zudem US-Truppen in der Nähe von Schaddadi zeigen, allerdings würden die Amerikaner die Lage bisher lediglich beobachten.

Die Sozialistische Partei Kurdistans (PSK) warf der Übergangsregierung in Damaskus vor, zum Dschihad aufzurufen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen veröffentlichte das Ministerium Aqwaf, eine Behörde für religiöse Angelegenheiten, ein Schreiben, das ein Zitat aus der Sure Al-Anfal enthält. „Als ihr euren Herrn um Hilfe anrieft, erhörte er euch“, wird die Meldung der Aqwaf eingeleitet.

Die PSK schreibt hierzu: „Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten und Stiftungen der Übergangsregierung unter der Führung von Ahmed al-Scharaa hat nach dem ergebnislosen Treffen mit den SDF ein Rundschreiben veröffentlicht und unter Berufung auf die Sure al-Anfal im Heiligen Koran den Dschihad gegen die Kurden in Rojava ausgerufen“.

Bei der Sure soll es sich um eine Anspielung auf die Anfal-Operation des Diktators Saddam Hussein handeln, bei der in genozidaler Manier gegen die Kurden vorgegangen wurde. Infolge der Angriffe auf die Kurden in Syrien kam es zu Protesten im Südosten der Türkei im Grenzgebiet. Die türkische Polizei setzte in der Stadt Nusaybin Tränengas und Wasserwerfer ein.

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17 Kommentare

  • Al-Sharaa seine Kumpels aus Gefängnissen entkommen, klar das er nicht nach Deutschland gekommen ist. Das wird gefeiert , da werden Köpfe rollen und das nicht zu knapp.

  • Na super, Syrien Krieg 2.0 incoming.
    Und um die Kurden zu bekämpfen, hat Al-Sharaa das Treffen mit Merz abgesagt.
    Waren die Kurden nicht die „boots on the ground“ als es darum ging, den IS zu besiegen?
    Und wir akzeptieren den als „Übergangspräsident“?
    Und sollen den Wiederaufbau bezahlen?
    Doch wohl hoffentlich nicht.

    • Ohne Sinn und Verstand jettete A. Baerbock kurz nach dem Sturz Assads im Januar 2025 nach Damaskus. Im Säckel schon vorausbezahlt 60 Millionen aus Deutschland und im März noch weitere 300 Millionen über die EU.
      Nicht auszuhalten.

      • @Snoopy
        Und bekam dafür noch nicht mal die Hand geschüttelt.
        Im Grunde ist der Deal damit gar nicht abgeschlossen.
        Wir sollten das Geld zurück fordern.

    • Wir haben noch eine Wohnung für 5 Personen zu vermieten.
      Mit Muckiebude und genügend Platz im Keller, um kleine Massen auf hohe Geschwindigkeit zu bringen, im Keller.
      Dort kann man auch problemlos mit Geräten zum Zerteilen von Früchten etc. üben.

    • Hat nicht „die Kleine “ erst kürzlich 100 te Millionen Unterstützungsgeld zum neuen Machthaber geschickt?? Diese IS 2.0 wird also von uns unterstützt??

  • Ich hoffe das sie bald in Deutschland asylunterfkunft beantragen werden können….

    • Wir haben noch eine Wohnung für 5 Personen zu vermieten.
      Mit Muckiebude und Schießstand im Keller.
      Dort kann man auch problemlos den Messerkampf üben.

  • Entkommen oder laufen gelassen.
    Dafür waren sie doch überhaupt erst dort interniert.

  • Sie werden in ein Land flüchten, dass einem Kalifat am ähnlichsten ist, na wo wird die Reise wohl hingehen???…

    • Es hat noch Platz.

  • Super
    dann können sie ja bald auf unseren Straßen den Kampf wieder aufnehmen.

  • Dtld wird sie sicher aufnehmen. 🤮

  • Und auf Grönland macht die BW einen geordneten Rückzug; auf Erholungsurlaub nach Malle?

  • war das in Syrien nicht einst einer der „8 Kriege plus“, die DT beigelegt hat ??? Und jetzt so etwas ….

  • Laufen gelassen……

    Demnächst dann in dland.
    ziemlich sicher das…..

  • Im Internetzeitalter sind solche Gerüchtekochereien wie „Videos sollen zeigen“ nicht akzeptierbar. Auch nicht für unseriöse Internetblogs die Bitcoin verkaufen wollen.

    -13

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