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Falschmeldung

Mehrheit der Deutschen für Neuwahlen gemeldet – Presse im verzweifelten Framing-Kampf

Am Montagabend meldet der Stern eine Mehrheit für Neuwahlen und das Ampel-Aus. Die Zahlen sind falsch - trotzdem bemühen sich verschiedene Medien sofort verzweifelt, die vermeintliche Klatsche für die Koalition ins „rechte Licht“ zu rücken.

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Die Meldung lautet: Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Neuwahlen. Das ergibt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Stern. Demnach sprechen sich 51 Prozent für einen vorgezogenen Urnengang aus und 46 Prozent dagegen. Drei Prozent äußern keine Meinung.

Das Magazin Stern, immerhin Auftraggeber der Studie, titelt zunächst jedoch das Gegenteil. In der Artikelüberschrift heißt es: „Neuwahlen? Die Mehrheit der Deutschen ist dagegen“. Im ersten Absatz stehen dann jedoch die Zahlen, die eine eindeutige Mehrheit für das Ampel-Ende und Neuwahlen bestätigen.

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Später räumt das Magazin einen Fehler ein. Die Zahlen waren falsch, die Überschrift aber richtig. Doch da hat sich die Meldung schon längst verbreitet.

Die falsche Stern-Meldung sorgt für viel Verwirrung in der Presse

Laut Stern ist eine knappe Mehrheit von 51 Prozent nun doch gegen, nicht für Neuwahlen. Doch am Umgang vieler Medien mit der zunächst falschen Meldung lässt sich einiges über die Art der Arbeit in den Redaktionen erkennen. Viele Zeitungen gaben sich große Mühe, die gemeldete Mehrheit für Neuwahlen kleinzureden und zu bagatellisieren. Der unterschiedliche Umgang mit den verschiedenen Zahlen spricht Bände.

Aus zögerlichen Überschriften und Texten, die etwa von „hauchdünner Mehrheit“ für Neuwahlen sprachen, wurde nach dem Bekanntwerden des Fehlers plötzlich einfach nur eine normale „Mehrheit“ gegen Neuwahlen. Der Tagesspiegel erklärte zunächst, es gebe „keine klare Mehrheit für Neuwahlen“, obwohl man von 51 Prozent dafür schrieb. Selbst unter Einbeziehung der Fehlertoleranz wären noch immer mehr Menschen für als gegen Neuwahlen gewesen.

Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren: Hier werden missliebige Umfrageergebnisse zurecht-geframet, wie es eben passen soll. Ehrlicher Umgang mit dem Leser durch die vermeintlich neutralen Medien ist das nicht.

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