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Nach Protesten

„Extremistische“ und „verfassungswidrige“ Stimme: Wiener Festwochen laden Peter Thiel aus

Nachdem mehrere Künstler mit einem Boykott gedroht hatten, sagen die Wiener Festwochen eine geplante Debatte mit dem US-Unternehmer Peter Thiel ab. Zwar müsse man auch „extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige Stimmen“ ertragen – allerdings „nicht um jeden Preis“.

Ist eingeknickt: Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen (IMAGO/SKATA)

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Die Wiener Festwochen haben eine geplante Diskussionsveranstaltung mit dem amerikanischen Tech-Unternehmer und Trump-Unterstützer Peter Thiel kurzfristig abgesagt. Wie die Festivalleitung mitteilte, werde die für den 7. Juni vorgesehene Debatte mit dem Mitgründer von PayPal nicht stattfinden.

In einer ausführlichen Erklärung begründeten Intendant Milo Rau und Geschäftsführerin Artemis Vakianis ihren Rückzieher mit anhaltenden Protesten gegen die Einladung sowie der Ankündigung mehrerer Künstler und Beteiligter, ihre Mitwirkung an den Festwochen zurückzuziehen. Die „breit diskutierte, polarisierende Einladung“ Einladung des Tech-Unternehmers und Milliardärs deutscher Herkunft wurde „nach eingehender Reflexion unterschiedlicher Positionen“ zurückgenommen, heißt es in dem Statement.

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Demnach wollten die Festwochen zunächst an der Veranstaltung festhalten. Nach Angaben der Festivalleitung waren verschiedene Gremien und externe Berater in den Entscheidungsprozess eingebunden worden. Das interne Meinungsbild sowie eine öffentliche Debatte hätten eher für die Durchführung der Veranstaltung gesprochen. Auch drei externe Experten hätten sich einstimmig positiv zu dem geplanten Auftritt Thiels geäußert.

Das eigens einberufene Beratungsgremium argumentierte ausdrücklich für die Fähigkeit einer offenen Gesellschaft, auch kontroverse Positionen aushalten zu müssen. In der Erklärung heißt es mit Blick auf Thiel, man müsse „stark genug sein, um auch polemische, spaltende, unsolidarische, extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige Stimmen und Beiträge zu ertragen, zu erdulden, ihnen entgegenzutreten, sie aufzudecken und ihnen entgegenzuwirken.“

Dennoch kippte die Entscheidung schließlich. Ausschlaggebend waren die drohenden Konsequenzen für das übrige Programm. Nach der Einladung Thiels habe man sich mit „einer wachsenden Anzahl kritischer Stimmen und immer zahlreicheren politisch oder ethisch motivierten Absagen von Beteiligten des künstlerischen Programms“ konfrontiert gesehen. Diese Absagen hätten die diesjährigen Festwochen „in einem untragbaren Umfang“ geschwächt. Deshalb sehe man sich nun gezwungen, die Debatte mit Thiel abzusagen.

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Intendant Milo Rau machte deutlich, dass er die Entscheidung aus Verantwortung für das Gesamtprogramm getroffen habe. „Nicht um jeden Preis: Ich nehme die kritischen Stimmen sehr ernst“, erklärte Rau. Die geplante Veranstaltung mit Thiel habe er zwar „extrem spannend“ und für „thematisch konsequent“ gehalten. „Ein Beharren auf der Veranstaltung stünde jedoch im Widerspruch zu meiner Wertschätzung für unser künstlerisches Programm und alle daran Beteiligten.“

Zusätzlichen Druck erhielt die Festivalleitung aus der Politik. Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hatte gegenüber der Zeitung Der Standard erklärt, die Einladung Thiels führe „durchaus berechtigt zu großem Unmut“. Die Stadt Wien zählt zu den wichtigsten Geldgebern der Festwochen.

Der 1967 in Frankfurt am Main geborene Peter Thiel zählt zu den einflussreichsten Unternehmern des Silicon Valley. Bekannt wurde er als Mitgründer des Bezahldienstes PayPal sowie als früher Investor bei Facebook. Politisch vertritt Thiel dezidiert libertäre und rechtskonservative Positionen. Er unterstützte Donald Trump mehrfach und gilt als wichtiger Akteur innerhalb der amerikanischen Rechten. In den vergangenen Jahren sorgte er immer wieder mit kulturkritischen und religiös geprägten Zukunftsvorstellungen für Aufsehen.

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103 Kommentare

  • Die Feinde von Demokratie outen sich immer selbst. Man muss noch nicht einmal danach suchen.

    • Das grundlegende Fundament einer funktionierenden Demokratie ist ein offener Austausch von Argumenten, durch den mündige Bürger sich eine eigene Meinung bilden und eigenständige Entscheidungen treffen können.

      Erwachsenen Menschen diese Möglichkeit zu nehmen, hat den einzigen Zweck sie zu erziehen, zu bevormunden und daran zu hindern, unabhängig zu handeln.

      Das eben ist genau das Gegenteil von Demokratie.

      • “ Begleitend versteht sich das Festival erneut als Ort gesellschaftlicher Debatten. Diskussionsreihen, Konzerte und Performances am Badeschiff sollen Raum für Auseinandersetzungen über Religion, Politik und kulturelle Identität schaffen.“ Gemessen an diesem Zitat versagen die WF voll und ganz vor dem eigenen Anspruch. Das ganze Programm ist gebürstet auf die übliche Performance. Nicht fehlen dürfen die angekündigten : Witch Club Satan, Alice Diop mit „Le Voyage de la Vénus Noire“ der Mythos der Venus aus postkolonialer Perspektive, Angélica Liddell mit einem “ radikalen Performance / Ritual namend „SEPPUKU. Die Beerdigung von Mishima oder die Lust am Sterben“ , dazu entwirft die Wiener Gruppe Nesterval laut Veranstaltungskalender mit der Aufführung „Wallden“ Wort und Tat einer postapokalyptische Kommune. Viel Spass.😉

    • Verstehe nicht warum man den Thiel dann auslädt. Der ist doch selbst kein Demokratiefan und würde somit da ganz gut reinpassen.

    • US Oligarchie ist das Gegenteil von Demokratie.

      -32
      • US Oligarchie nicht einzuladen ist das Gegenteil von Demokratie.

        • Thiel ist Epsteinklasse, auch in den USA wird die Luft dünn für diese Subjekte.

          4
  • Europa tiefrot, wie die farbige Gestaltung beim Wetterbericht bei Temperaturen ab 22 Grad.

    • Wien ist nicht (mehr) Europa.

      • Vorderasien?

        • Balkan! Nah dran!

          8
        • Von der Zahl der Invasoren her eher Balkan bis Westasien

          6
    • Ach kommt, als ob der Remigration Summit Greta Thunberg einladen würde.

      -23
      • Nicht die HEILIGE Greta mit reinziehen….

  • Ich bitte Apollo-News ein ausführliches Interview mit Herr Thiel zu halten. Er scheint interessante Ansichten zu haben.

    Danke!

    P.S.: Auch Ben, der ungeskriptete, sollte ein Interview mit ihm zu machen.

    • Ich kann Ihnen versichern, das wird ihnen auch nicht alles gefallen. Peter Thiel möchte eine eigene Welt für Reiche. Vor einigen Jahren forderte er sogar einen eigenen Staat für die Vermögenden, weil er nicht für Andere bezahlen möchte.
      Thiel ist wie viele milliardenschwere Menschen vor allem am eigenen Wohl und dem der ihm nahe stehenden Menschen interessiert. Entsprechend agiert er.
      https://kontrast.at/peter-thiel-biografie-palantir-kritik/
      Ich hätte aber gerade in diesem Fall ein Gespräch, geführt durch einen intelligenten und gut informierten Moderator, sehr interessant empfunden. Allein schon deshalb, damit die Menschen erkennen, auf wessen Betreiben vieles geschieht.
      Erst einladen und dann wieder ausladen ist auf jeden Fall der schlechteste Weg und wird Thiel in seinen Bestrebungen nur noch bestärken.

    • DANKE! Das ist auch genau mein Vorschlag.
      Wien ist ohnehin zu Berlin Neukölln bzw zu Islamabad verkommen…
      Medien, Kunst, Justiz usw sind fest in LinksGrünen Händen. Graz ist mit Mehrheit kommunistisch!
      Also im Prinzip alles wie hier in Deutschland.
      Herr Thiel sollte sich über diese Selbstentlarvung Wiens freuen.
      Und andere mit seiner Anwesenheit erfreuen!

  • Ich glaube nicht, dass Peter Thiel hier der Verlierer ist.

  • Was nicht passt, wird passend gemacht.
    Wer nicht passt wird einfach ausgeladen.
    Alles immer auf Druck von so genannten Künstlern.
    Noch Fragen?

  • Es sind immer wieder die gleichen Gruppen, die auf der Straße angeblich für Demokratie streiten, aber ein ureigenes Gut demokratisch-bürgerlicher Freiheitskräfte außer Kraft setzen wollen: nämlich die Meinungsfreiheit!

    Reden dürfen nur diejenigen, die deckungsgleich die Meinung der Protestierenden wiedergeben.

    Natürlich muss die bürgerliche Freiheit gegenüber beiden Seiten geschützt werden, nämlich gegenüber den einen Zwangsstaat anstrebenden Demonstranten auf der Straße, die zum überwiegenden Teil auf zwanghafte Umverteilungsmodelle setzen, wobei jeder verdächtig ist, der sich etwas leisten kann, was sich der Durchschnittsdemonstrant auf der Straße nicht leisten kann.

    Andererseits muss man sich auch gegen die sog. „Superreichen“ zur Wehr setzen, die über andere Möglichkeiten verfügen, einen Durchschnittsbürger auszuplündern.

  • Willacker, Poschardt und jetzt Thiel, diese Klimax der Lebenslügenentlarver erträgt das bürgerlich-linke Milieu dann doch nicht.
    Ich schau mir noch mal Willacker an, ein Fest des Feinsinns für Rechte.
    Sie könnten statt dessen ja Martenstein einladen.

  • Na dann bleiben die „Beteiligten des künstlerischen Programms“ eben unter sich. Dann gibt es eben keinen Austausch, keine Diskussionen und auch keine Problemlösungen. Ich finde es undemokratisch und rückwärtsgewandt, so als wolle man den Stillstand. Und Stillstand ist immer das Ende 🤷🏻‍♂️

  • Wien taugt nur noch als Ziel für Kurzurlaub, zum Gut essen und Trinke und Shoppen. „G’schamigster Diener“ und „Aida“.

    Salzburg ist inzwischen unsere erste Wahl. Und Ried im Innkreis.

  • Das ist der Spagat zwischen ‚ladet mal den Thiel ein, der hat Kohle‘ und ‚ladet mal den Thiel aus, sonst streichen die uns die Mittel‘. Schwierige Situation…

  • Was ist undemokratisch und verfassungswidrig? In den Augen der Linken, alkes was nicht links ist.

  • Ich muss ehrlich sagen, als Konservative bin ich bei Peter Thiel auch vorsichtig.
    Er war mehrmals zu WEF-Tagungen in Davos bei Klaus Schwab und woher sollen wir wissen, ob er nicht doch nur eine WEF-Marionette ist und das alles gesteuert ist, sich als rechtskonservativ auszugeben, um die Weltwirtschaft in eine gewisse Richtung zu lenken, die vom WEF gewünscht ist? Agenda 2030.

  • Das war Alexander Gauland (AFD)

  • Dort regiert bald die FPÖ. Also ganz cool bleiben….

  • Ja , das wird ganz sicher helfen, da hier ja überhaupt nix ungefragt übergestülpt wird.

  • Keine Vielfalt in der Einfalt🥳

  • Ob Hr. Thiel seinerseits mit den verbohrten Orthodoxen unbedingt diskutieren wollte? Bei ihm mangelt es nicht an Einladungen – zu den Veranstaltungen, die nicht auf Steuerzahlerkosten abgehalten werden.

  • Die linken „Künstler“, die sich zusammengerottet und Thiels Auftritt durch Druck auf den Intendanten verhindert haben, haben bewiesen, dass sie wahre Antidemokraten sind. Wenn man Demokratie als Wettstreit der Ideen begreift, scheinen sie wahnsinnige Angst vor anderen Ideen zu haben, was darauf schließen lässt, dass sie ihre eigenen Ideen für nicht sehr stark halten. Vor allem nicht in direkter Konfrontation mit einem wie Thiel. Das ist wirklich erbärmlich.
    Ich persönlich finde es schade, dass er ausgeladen wurde. Ich weiß wenig über ihn und hätte mir die Veranstaltung gerne angeschaut. Sofern ich an Karten gekommen wäre.

  • Wie viele Veranstalter würden sich wohl um eine Zusage von Peter Thiel reißen? So etwas abzulehnen ist einfach nur dumm.

  • Das passiert, wenn man Linksfaschisten die Schlüssel zum Rathaus gibt.

    • was passiert wenn bürgerlich rechtskonservative zu blöd sind sich ins Rathaus wählen zu lassen?

      -22
      • Geh in die Ukraine , da kannst du dir dein Hirn freipusten lassen.

      • Ich verstehe selber nicht was ich da geschrieben habe, es ist so sinnlos!

        -11
        • Stimmt…untersuchen lassen…? Bei Dr. Freud ?

          2
  • Zum Glück keine Vorverurteilung…bin sicherlich kein Thiel-Fan…aber wo sind wir angekommen?

    • „Kein Thiel-Fan“ – aber PayPal nutzen ist schon etwas widersprüchlich.

      • Um mich bei PayPal anzumelden, habe ich zwei Minuten gebraucht. Um mein Postbankkonto auf Online lediglich umzustellen(!) mindestens eine Woche, dazu zwei Stunden Fahrzeit, 35@ Gebühren für ein Zusatzgerät und einigen Ärger sowie die Mithilfe meiner Frau. Das regelmäßige Zahlen mit PayPal dauert 20 Sekunden. Das regelmäßige Zahlen mit der Postbank online dauert 3 Minuten.

        • Genau das ist es ja.
          Es soll alles schön bequem sein und schnell gehen mit der Bezahlerei und
          mit der ganzen Digitalisierung und schon wird man mehr und mehr zum gläsernen Menschen und somit schön kontrollierbar von WEF und Co.

          1
      • PayPal ist im internationalen Online-Zahlungsverkehr mangels Alternativen quasi Monopolist – und diese Monopolstellungen sind wiederum der Grund, warum Leute wie Thiel, Musk, Gates und Bezos et. al. so unermeßlich reich sind. Es ist eben nicht die eine Idee, die sie reich gemacht hat, sondern die Skrupellosigkeit samt Vernichtungswille im Umgang mit der Konkurrenz. Und „Libertäre“ wie Thiel wollen den Staat nur deshalb kleinhalten, weil der ihrem Treiben juristische und soziale Schranken aufzeigt und die Konkurrenz (+ Verbraucher) zumindest im Ansatz noch schützt! „Geld“ darf, kann und soll eben nicht einfach alles machen können, was es will! Und mit dem inhärenten Thema Sozialrassismus (= Reiche sind die höherwertigen Menschen, der Rest ist verzichtbar und nur eine Belastung) will ich an dieser Stelle besser gar nicht mal anfangen.

        Rationale und vernunftbegabte Menschen können kein „Thiel-Fan“ sein!

        • Thiel, Musk und all die anderen „libertären Staatsgegner“ haben ihren Reichtum durch Aufträge des Militärs und der Geheimdienste erworben, also durch den Staat und noch dazu durch seine schlimmsten Auswüchse.

          1
        • Atlas’sche pseudo-philosophische Lunks-Sabbelei.

          0
        • Sozialistische Ideologie im Endstadium, bevor der Tod bzw. der Drift Richtung 2.-3. Welt eintritt.

          -2
        • Intel. Beitrag, aber falsches Forum, hier sind die Bibi Fanboys die Trump für Gott halten und sich ihre tägliche Empörung über alles was sie für „links“ halten abholen wollen, zu hause.

          -4
      • Aha. Die AgitProp-Brigade ist wieder mit Halbzeilern, roten Daumen und ellenlangen Atlas-Tiraden an Bord.

  • Er hat 10.000 Arbeitsplätze geschaffen, wieviele haben die „polemische, spaltende, unsolidarische, extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige“ Sozialisten geschaffen?

  • Extremistisch und Verfassungswidrig ist alles was gegen das Gemauschel und den Betrug am Wähler gerichtet ist? Unsere Demokraten sind vieles aber ganz bestimmt keine Demokraten.

  • Heute ist der Haustroll als Knochen unterwegs. Amüsant.

    • Stimmt…….

  • Wer legt das fest was eine „extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige Stimmen“ ist. Die Links/Grüne Blase? Die halte ich persönlich für die Totengräber der Demokratie.

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