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Nach Maduro-Festnahme

Venezuela lässt zahlreiche politische Gefangene frei – und geht brachial gegen angebliche „US-Kollaborateure“ vor

Die venezolanische Regierung hat offenbar die Freilassung zahlreicher politischer Gefangener angeordnet. Gleichzeitig geht man brachial gegen angebliche „US-Kollaborateure“ vor. Auch paramilitärische Einheiten werden zur Stabilisierung des Regimes eingesetzt.

Interimspräsidentin Delcy Rodríguez lässt mit harten Mitteln gegen angebliche „US-Kollaborateure“ vorgehen (IMAGO/Anadolu Agency)

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Wenige Tage nach der Festnahme des De-facto-Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA ringt das Regime in Venezuela immer noch um Fassung: Zum einen wurden harte Maßnahmen gegen vermeintliche „US-Kollaborateure“ angeordnet; gleichzeitig sollen zahlreiche politische Gefangene freikommen.

Laut Medienberichten hat die venezolanische Regierung die Freilassung zahlreicher Oppositionsfiguren angeordnet – auch aus dem berüchtigtsten Gefängnis des Landes „El Helicoide“. Unter den prominenten Namen der Freigelassenen befinden sich Medienberichten zufolge der Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa, die Rechtsanwältin und Menschenrechtlerin Rocío San Miguel und Rafael Tudares, der Schwiegersohn des von den USA als gewählten Präsidenten Venezuelas anerkannten Edmundo González.

Die genaue Zahl der Menschen, die freigelassen werden sollen, ist nicht bekannt – in Venezuela soll es rund 800 politische Gefangene geben. Ein Großteil von ihnen ist während der Demonstrationen gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl 2024 verhaftet worden. Bereits in den Wochen zuvor, noch unter Maduro, hatte das venezolanische Regime zur Beschwichtigung der USA in mehreren Wellen zahlreiche Gefangene freigelassen. Immer noch befinden sich in den Gefängnissen des Landes wohl Hunderte Menschen, die wegen ihres oppositionellen Engagements verhaftet worden sind. Die Freilassung dieser Menschen gehört zu den wichtigsten Forderungen der demokratischen Opposition.

Doch das Regime, das nun interimsweise durch die bisherige De-facto-Vizepräsidentin Delcy Rodríguez geführt wird, ist nicht vollständig auf einen Entspannungskurs zu den USA gegangen: Gegenüber vermeintlichen „US-Kollaborateuren“ hat man den Ton deutlich verschärft. Die Sicherheitsbehörden des Landes haben laut einem Dekret der Regierung für 90 Tage das Recht, Menschen zu durchsuchen und festzunehmen, die den US-Angriff unterstützt haben sollen – und das ohne Haftbefehl.

Zu den ersten Opfern dieser Maßnahme sollen laut Tagesspiegel 14 Journalisten internationaler Medien zählen – sie sollen über Stunden von Polizisten festgehalten worden sein. Dabei sollen sie gezwungen worden sein, ihre Handys zu entsperren, welche danach nach möglichen angeblich staatsgefährdenden Inhalten durchsucht worden seien. Einer der Journalisten soll daraufhin abgeschoben worden sein, während die anderen freikamen.

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Zur Stabilisierung des Regimes werden neben Sicherheitskräften auch die paramilitärischen Colectivos eingesetzt – bewaffnete Unterstützer des sozialistischen Regimes, die bereits zuvor Jagd auf Oppositionelle machten, denen derzeit jedoch eine quasi-staatliche Rolle zukommt.

Unterdessen ist immer noch nicht eindeutig, ob Rodríguez, wie ursprünglich von der US-Regierung vorgesehen, für US-Präsident Donald Trump nur eine Übergangslösung ist oder ob er ihr Regime bei besseren wirtschaftlichen Verhältnissen zulassen wird. Zunächst hatte er sich überraschend kritisch über die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado geäußert – nun hat der Republikaner angekündigt, sie kommende Woche zu treffen. Sowohl Friedensnobelpreisträgerin Machado als auch der Oppositions-Präsident González sind derzeit außer Landes – ohne sie ist an ein Ende des venezolanischen Regimes nicht zu denken.

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36 Kommentare

  • Ich begrüße die Freilassung politischer Gefangener. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dass gegen Kollaborateure eines militärischen Angereifers vorgegangen wird, ist ja wohl selbstverständlich. Jedes Land würde das tun. Venezuela sollte zur Entspannung der Lage schnellstmöglich Wahlen unter unabhängiger, internationaler Aufsicht durchführen. Dann wird sich zeigen, was das Volk mehrheitlich will.

    • Diese Wahlen hat es gegeben und da hatte die Opposition gewonnen, was Maduro ignoriert hatte.

      • Deshalb schrieb ich, „Wahlen unter unabhängiger, internationaler Aufsicht „.

      • Genau wie auch in „Deutschland“..

      • Haben sie seriöse überprüfbare Quellenangaben zu ihren Behauptungen?
        Oder doch nur BILD und SPIEGEL-Geröchel?

    • Die Freilassungen erst durch amerikanische Drohungen und Verhaftung Maduros. Ohne, wäre alles beim alten … Vorher guckte die Welt nur zu und war scharf , wie die USA, auf Bodenschätze… Politische Gefangene interessierten nicht wirklich.. Und der Neid und Höme um die Widmung des Nobelpreises war hoch, sehr hoch.

    • in Afhanistan nennt man Kollaborateure „Ortskräfte“ und holt sie nach D.

  • Wenn das stimmt, scheint sie die neuen Realitäten noch nicht so ganz begriffen zu haben, würde somit gut in unser Bundeskabinett passen…

    • Denken wir mal nicht so weit weg und nennen wir die paramilitärischen Colectivos mal Antifa … zwar noch nicht so extrem, aber da kommt einem doch schon so einiges bekannt, oder?

    • Welche neuen Realitäten? Sie führt in Abwesenheit des Präsidenten die Amtsgeschäfte weiter. Was sollte sie sonst tun?

      • …evtl. ist es bei den neuen Realitäten möglich, wenn man gegen die US agitiert, dass sich das Erscheinungsbild Caracas ganz schnell ändern könnte und auf einmal so aussieht wie New York…

      • Also eine illegale Regierung weiter wüten lassen. Bravo, was sollten Mittäter schon tun?

  • Es sind erstmal nur Symbolhandlungen. In einem viertel Jahr wird sich dann zeigen, ob Venezuelas vorläufige Regierung es schafft, den desolaten Zustand des Landes anzugehen. Die Ergebnisse in etwa 2-3 Jahren sind entscheidend. Ich hoffe, die Bürger gewinnen ihr Land zurück.

  • Wie man sieht wird sich in Venezuela nichts ändern.
    Da muss der BOSS wohl noch mal ran.

    • Bruce Springsteen ist in Venezuela?

      • Nein. Chuck Noris. Der macht mit einem Arm Liegestütze und mit dem anderen Arm verhaftet er demokratisch gewählte US-Unmutspräsidenten.

        • Der Echte bräuchte nur den kleinen Finger für Liegestütze, deshalb fällt jeglicher weiterer Schwachsinn aus. Denn der Echte macht nix falsch. 🙂

          7
    • Nochmal Bomben werfen und Dutzende Menschen töten?

  • Einsatz von Paramilitärs und ohne rechtliche Legitimation gegen Menschen vorzugehen (Bürger und ausländische Vertreter), zeigen die Machtlosigkeit von Volksvertretungen.

    Statt staatlicher Ordnung wird weiter Willkür als Politikmodell benutzt, was eine Freilassung von Oppositionellen NICHT die jetzigen, vergangenen und künftigen Fehltaten aufwiegen kann.

    Auch das es „regionale Herrschaft“ hingenommen wird (was meist weiterhin Kartellbosse sein werden), zeigt den Kontrollverlust oder gar Unwillen.

    Man erkennt doch klar, auch an den medialen Berichten, dass NICHT das Volk nun agiert, sondern „alte Akteure“ die vielleicht oder auch nicht nur ihre Fahne in den sich ändernden Wind drehen.

    • Sie können die Paramilitärischen Colectivos ruhig mit unserer Antifa und sonstigen gewalttätigen NGOs vergleichen und dann sehen, dass es bei uns nicht besser ist. Bei uns herrscht auch der Sozialismus.

  • Handy entsperren müssen = „brachial“?
    Soll das ein Witz sein?

  • Als ich den Artikel gelesen hatte habe ich zuerst gedacht es ist von der EUDSSR und Buntland die Rede. Wie kommt sowas bloss ???

  • „Venezuela lässt zahlreiche politische Gefangene frei – und geht brachial gegen angebliche „US-Kollaborateure“ vor“

    „angebliche“ ???

    • Nee, tatsächliche, das muss aber von Apollo verschwurbelt werden🤷‍♂️

  • „Zur Stabilisierung des Regimes werden neben Sicherheitskräften auch die paramilitärischen Colectivos eingesetzt – bewaffnete Unterstützer des sozialistischen Regimes, die bereits zuvor Jagd auf Oppositionelle machten, denen derzeit jedoch eine quasi-staatliche Rolle zukommt.“

    Woran erinnert mich dass nur?

    Zur Stabilisierung des Regimes werden neben Sicherheitskräften auch die NGOs und die Antifa eingesetzt – teilweise bewaffnete Unterstützer des sozialistischen Regimes, die unter dem Namen „Unsere Demokratie, die bereits zuvor Jagd auf Oppositionelle machten, denen derzeit jedoch eine quasi-staatliche Rolle zukommt.

  • Wann ist die weg? Auch diese Person wurde abgewählt!

  • Das Böse pflanzt sich rascher fort als das Gute.
    Siehe Berlino der Moskau.

  • Zur Stabilisierung des Regimes werden neben Sicherheitskräften auch die paramilitärischen Colectivos eingesetzt – bewaffnete Unterstützer des sozialistischen Regimes, die bereits zuvor Jagd auf Oppositionelle machten, denen derzeit jedoch eine quasi-staatliche Rolle zukommt.

    Wieso kommt mir das so bekannt vor?

    Bei uns heißt das:

    Zur Stabilisierung des Regimes werden neben Sicherheitskräften auch die NGOs und die Antifa eingesetzt – teilweise bewaffnete Unterstützer des sozialistischen Regimes, „Unsere Demokratie“, die bereits zuvor Jagd auf Oppositionelle machten, denen derzeit jedoch eine quasi-staatliche Rolle zukommt.

  • Sehr gut, dass sie dem Paten die Stirn bieten!

    -10
  • Die Hauptschlange zu entmachtet, reicht nicht.
    Man muss allen Schlangen den Kopf abschlagen, sonst ändert sich in Venezuela gar nichts.

    • Ein Anfang ist gemacht. Abwarten, wie sich die Politik dort entwickelt.

  • Der US-Senat hat inzwischen scheinbar auch die Schnauze voll von Don Donaldeone und will seine Befugnisse einschränken👍👍👍

  • Gleichzeitig geht man brachial gegen angebliche „US-Kollaborateure“ vor.

    Richtig so.

  • Dass sich Trump von dieser kommunistischen Tante auf der Nase herumtanzen lässt.
    Mensch Donnie, bring doch mal was zu Ende. Du hast soviel Feuerkraft zur Verfügung.

    • Die Amis haben noch NIE in den letzten 49 Jahren irgend etwas anständig zu Ende gebracht.
      Viel angefangen und letztendlich hingeschrieben.

  • AN , auch wenn ihr Probleme mit meinem Kommentar habt, die Mehrheit hier hat euer framing längst durchschaut – abgesehen von den angeblich „1501 Freunden“.

    -11

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